Burgund 2011

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Weinbertl
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Re: Burgund 2011

Beitrag von Weinbertl »

Créot hat geschrieben: Was ich mich fragte: Welchen Einfluss hat es, wieviel man im Glas hat. Die Probe war recht gut besucht, so dass entsprechend sparsam eingeschenkt wurde und ich hatte es schon einmal bei gut besuchten Proben, dass ich die Weine nicht so stark in Erinnerung hatte.
die Beobachtung habe ich auch schon des öfteren machen können. Wenn etwas größere Gläser zum Einsatz kommen, benötigt man m.E. schon mind. 0,06-0,07l im Glas, vor allem dann, wenn man nach dem ersten Schluck noch genügend im Glas habe möchte, um den Wein weiterverfolgen zu können. Letzteres finde ich bei Proben wichtig, die in flights aufgeteilt werden und man auf einen der vorangegangenen Weine nochmal zurückgreifen möchte. Aber auch generell finde ich eine gewisse Mindestweinmenge im Glas wichtig, insbesondere bei sehr jungen unentwickelten Weinen.
Grüße
Robert
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innauen
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Re: Burgund 2011

Beitrag von innauen »

Hallo,

in Burgund gibt es auch Winemaker, wie ich gelernt habe. Das ist einer davon, aber ein sehr empfehlenswerter Wein:

Bild

Grüße,

wolf

P.S. Admin! Bitte den von mir einmal angelegten und mittlerweile nicht mehr benutzten Burgund 2011 Thread mit diesem hier zusammenführen. Danke!
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Créot
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Re: Burgund 2011

Beitrag von Créot »

Am Freitag 2011er Probe bei Norbert Müller mit Pataille, Lignier-Michelot und Bernstein.

Grundsätzlich waren die Winzerstile recht deutlich erkennbar. Klassche Burgunder von Lignier-Michelot, sexy Weine mit gut Holz von Bernstein, und Pataille, ja, kann ich nicht so genau sagen (s.u.), auf jeden Fall wären sie blind auch leicht als von einem Winzer zu erkennen gewesen.

Sylvain Pataille
Sylvain Pataille hat mir in diesem Jahr gar nicht gefallen. Die Weine haben eine Note, so wie es in Winzerkellern riecht – Maischtöne, überreife Frucht, Gärtöne. Ich reagiere darauf extrem und kann das gar nicht leiden. Andere fanden es in dieser Richtung nicht so schlimm – allerdings hat auch niemand in der Runde die Patailles als Überflieger verbucht. Ich habe schon deutlich besseres von Pataille im Glas gehabt. Sicherlich ein sehr guter Winzer. Ob es das Jahr ist oder nur der Zeitpunkt, kann ich aus mangelnder Erfahrung nicht sagen. Einige Burgund-Freaks wollten diesen Weinen einfach ein paar Jahre geben. Zum anderen sind die Weine recht tanningeprägt und strukturiert.
Marsannay Montagne 2011: Nase leicht alkoholisch, ein wenig Weihnachtsgewürz, dunkle Frucht. Strafft sich nach 5 Minuten und gewinnt Form. Im Durchgang durch den Mund zeigt sich der Wein recht facettenreich, allerdings macht mich die leichte Überreife nicht an. Dunkelbeerig. Einerseits hat die Frucht kein Zentrum, wirkt undifferenziert, anderseits hart und kantig mit zupackenden Tanninen.
Marsannay Les Grasses Tetes 2011: Maischegeruch, Kräuter. Am Gaumen ein wenig mehr Extraktsüße als beim Montagne, etwas mehr Stand, ansonsten aber ähnlich.
Marsannay Clos du Roi 2011: Für mich in der Nase deutlich besser zusammen. Bessere Balance. Harmonie erkennbar. Mehr Tiefe. Im Mund fand ich den Wein aber ähnlich wie die vorherigen, wenn auch noch strukturierter die die vorhergehenden Weine. Die Aromatik am Gaumen macht einen leicht künstlichen Eindruck.
Zum Käse noch mal getrunken (aber nichts mehr notiert): Hier deutlich besser. Das Fett saugt die Tannine etwas auf und der Wein zeigt sich besser. Allerdings ist die Aromatik weiterhin nicht mein Fall. Im Nachhinein habe ich die Hypothese (hätte vielleicht doch eine Flasche zum Nachprobieren mitnehmen sollen...), dass es daran liegt, dass die Struktur sehr deutlich über die Tannine und weniger über die Säure entfaltet wird. Insofern hat die Frucht keinen Crunch, sondern wird nur irgendwann von den Tanninen abgelöst, so dass der Eindruck undifferenziert bzw. auseinanderlaufend und kantig zugleich entsteht.

Oliver Bernstein
Sexy und holzbetont, das wäre mein Fazit zu den Bernstein-Weinen, wobei noch ergänzt werden müsste, dass alle drei Weine bei(trotz?) der gewissen Opulenz auch eine sehr feine mineralische Note aufweisen.
Gevrey Chambertin VV 2011: Sexy Nase mit etwas Kuh. Schönes Spiel zwischen Opulenz und Eleganz. Feuchter Stein. Am Gaumen etwas heiß, recht pralle Frucht, die vom Holz und den Tanninen aber gerade völlig unter die Räder kommt.
Gevrey Chambertin 1er Cru Champeaux 2011: Holz und Stein in der Nase. Harmonisch-hedonistisch. Am Gaumen dunkelfruchtig, Sauerkirsche, florale Noten, etwas heiß, schönes Süß-Sauer-Spiel. Zupackende Tannine, aber im langen Abgang rollt immer wieder die Frucht hoch.
Gevrey Chambertin 1er Cru Cazetieres 2011: Nase deutlich vielschichtiger und tiefer als die beiden vorangegangenen Bernsteins. Präziser als der Champeaux und auch das Holz ist in der Nase besser integriert. Am Gaumen ist das Ganze aber wiederum deutlich holz- und tanninbetonter als der Champeaux.

Lignier-Michelot.
Der Sieger des Abends: duftig, rassig, elegant. Die Weine zeichnen sich durch ein schönes süß-sauer Spiel aus, das, wenn auch etwas vordergründig, viel viel viel Trinkspaß vermittelt. Grundsätzlich hatten die 2011er deutlich mehr Fleisch auf den Rippen als die (in den unteren Rängen) recht fragilen 2010er. Ich frage mich, ob dieses Süß-Sauer-Spiel so etwas wie ein Charakteristikum terroirbetonter 2011er Burgunder sein könnte. Beim Champeaux Bernsteins habe ich diese Rassigkeit wahrgenommen und besonders auch bei den Chambolles von Bertheau war diese Dynamik vor einigen Wochen über alle Weine hinweg präsent. So deutlich habe ich das weder 2008 noch 2009 oder 2010 wahrgenommen. Da würden mich eure Erfahrungen interessieren.
Bourgogne Pinot Noir 2011: Schöner Auftakt zur Probe. Beim ersten Schnuppern etwas süßlich-weich, aber nach 5 Minuten ist der Wein in Form. Dunkle Frucht, recht würzig. Am Gaumen dunkle Frucht, schwarze Kirsche, Kirschkern, frische Säure, insgesamt gute Konzentration mit einem leicht wässrigen Kern. Macht Spaß.
Morey St. Denis, Rue de Vergy 2011: In der Nase rotfruchtig, sehr transparent, Him- und Walderdbeeren, etwas deutliche Süße. Am Gaumen sehr mineralisch, nasser Stein, leicht salzig, intensives Süß-Sauer-Spiel, Wald, leicht herbe Note im recht langen Abgang.
Clos de la Roche 2011: Die Nase ist ziemlich zu. Am Gaumen deutlicher Schlag über dem Village, sehr vibrierend, schönes Süß-Sauer-Spiel, gute Balance und sehr respektable Länge.

Grundsätzlich bestand bei den Teilnehmern der Probe große Übereinstimmung, dass der Lignier-Michelot am stärksten war. Die Restbestände waren extrem schnell weg :( . Tolle, exemplarische Burgunder.

Grüße
Stefan
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octopussy
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Re: Burgund 2011

Beitrag von octopussy »

Hallo Stefan,

danke für die Notizen, die weniger erbaulich sind, als ich gehofft hatte. Ich muss sagen, dass ich bislang einige Angebote für 2011er Burgunder ausgeschlagen habe und lieber noch 2010er nachkaufe. Der Jahrgang erscheint mir bislang bei den Pinot Noirs ganz ok, aber doch ziemlich weit weg von 2009 und 2010 und auch noch deutlich unter 2008. Mal schauen, vielleicht entwickelt sich der Jahrgang ja auch noch gut. Wie schon weiland 2004 und 2007 wird 2011 im Zweifel in den nächsten Jahren nur schwer über die Ladentheke gehen. Deshalb bleibt zum eventuellen Nachkaufen noch Zeit.

Bei den Chardonnays bin ich bislang sehr enttäuscht, so auch bei dem folgenden Wein, von dem ich gestern ein Glas trank: Paul & Marie Jacquesson - 2011 Rully 1er Cru La Pucelle. Der Wein riecht attraktiv, aber er ist wirklich dünn im Mund. Kann man schon gut trinken, aber angesichts des guten Produzenten ist der Wein nicht so gut, wie ich erwartet hatte.

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Beste Grüße, Stephan
Créot
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Re: Burgund 2011

Beitrag von Créot »

Hi Stephan,

ich finde das Problem sind einfach die gegenüber 2010 vielfach noch mal gestiegenen Preise. Insofern war ich bei den 2011ern bisher auch deutlich schlanker als 2010 und würde bei einigen Domänen eher noch mal bei den 2010ern nachlegen (wenn ich nicht schon ganz gut zugeschlagen hätte und mir eigentlich Kaufzurückhaltung auferlegt hätte...). Ich erwarte auch, dass ich in ein oder zwei Jahren noch einige Flaschen von der Abverkaufsrampe mitnehme (insofern sehr ich auch keinen Grund für generelle Eile). Ansonsten finde ich, dass 2011 zwar nicht die überragende Klasse von 2010 hat, dass es aber gute, sehr gute und auch exzellente Weine gibt (also mehr als o.k.). Lignier-Michelot hat mir z.B. sehr gut gefallen und den Bourgogne fand ich sogar besser als 2010 (allerdings beide Weine nur jeweils auf der Ankunftsverkostung bei Nobbi getrunken - aber hier wäre Eile angezeigt gewesen). Auch den Bourgogne blanc von Dureuil-Janthial 2011 fand ich exzellent. Pataille war jetzt die erste richtige Enttäuschung (wie gesagt, vielleicht lag es an mir, vielleicht am Zeitpunkt, aber das war nichts für mich) und bei Bernstein kann ich es schwer einschätzen, weil ich die Weine vorher nie getrunken habe und mir auch nicht zutraue einzuschätzen, ob sich dieser recht massive Schraubstock der Tannine irgendwann integriert.
Ich finde, dass viele rote 2011er z.Z. mit viel Spaß zu trinken sind und so ein frühreifer Jahrgang passt mir eigentlich auch gut ins Programm, da mein Keller größtenteils aus 2009ern und 2010ern besteht und da will und werde ich in den nächsten 5 Jahren nicht wirklich rangehen. Ich habe deshalb auch im wesentlichen Villages gekauft. So bin ich auch z.B. sehr froh über die 2007er die ich in den letzten Jahren im Abverkauf mitgenommen habe (für 18,- machen die Chambolles von Lignier-Michelot einfach viel Spaß, auch wenn es wahrlich kein Kracherjahr war und ich einige andere 2007er auch unter Lehrgeld verbuchen muss). Allerdings wird der Spaß dann doch beträchtlich kleiner wenn Preise von 30,- oder 40,- Euro aufgerufen werden.

Deine Notiz über Jacqueson habe ich etwas betrübt zur Kenntnis genommen. Habe gerade zwei Flaschen des 2012ers gekauft. Mal schauen, wie der ist. Eigentlich ist das ja ein sehr renomierter Winzer, für Clive Coates steht er im Weißweinbereich an der Spitze der Cote Chalonnaise.

Grüße
Stefan
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UlliB
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Re: Burgund 2011

Beitrag von UlliB »

Heute mittag:

Gevrey-Chambertin "Aux Echezeaux" VV 2011 (Domaine Fourrier) 13%Vol. "Aux Echezeaux" ist eine Lage am südlichsten Ende der AOC Gevrey-Chambertin, gewissermaßen eingeklemmt zwischen dem grand cru Mazoyères/Charmes-Chambertin und dem MSD 1er cru "Aux Cheseaux", fällt aber lediglich unter die Gemeinde-AOC Gevrey-Chambertin, und hat mit dem homonymen grand cru aus Flagey nichts zu tun. Die Angabe vielle vigne ist hier einmal wörtlich zunehmen; die Reben wurden 1928 gesetzt, waren in 2011 also 83 Jahre alt - auch in einer Gegend, die besessen von alten Reben ist, ist das schon ungewöhnlich viel.

Der erste Eindruck ist alles andere als gut: eine ziemlich simple, esterige, fast stechende Frucht (rote Johannisbeere) über einem arg mageren Körper. Glücklicherweise bleibt es aber nicht dabei; der Wein legt an der Luft ganz deutlich zu, beruhigt sich und entwickelt mit der Zeit eine gewisse Fülle und auch Feinheit, da erscheint die Pinot-Süße und schließlich auch einige Würze. Bleibt aber alles in allem auf der leichten Seite und sollte wohl nicht allzu alt werden.

Das ist für einen Wein mit Gemeinde-AOC soweit ok und dürfte mit zwei, drei Jahren mehr Flaschenreife auch recht gut werden. Was aber absolut nicht ok ist, ist der momentan vom Handel für diesen Wein aufgerufene Preis, der irgendwo über 50 Euro die Flasche liegt. Das ist völlig absurd, und ich kann nur raten, den Preisirrsinn der burgundischen Top-Domänen nicht mitzumachen. Hier stimmt das PLV jetzt defintiv nicht mehr, und der Absturz ist aus meiner Sicht vorauszusehen.

Gruß
Ulli
argentum
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Re: Burgund 2011

Beitrag von argentum »

Hi Ulli

was deine Wahrnehmung des Gevrey "Aux Echezeaux" angeht bin ich da voll deiner Meinung, wenn nicht sogar noch optimistischer eingestellt. Für mich in 2011 ein wunderbarer "Wurf" von Monsieur Fourrier, der für mich zum besten gehört, das ich aus Gevrey probieren durfte (auch Gevrey vv, St Jacques und Griotte) - sofern man nach Jahrgängen selektieren will. Ich habe auch den Eindruck, dass die 2011er wie hier der von dir beschrieben "Aux Echezeaux" früher Genuss und Freude bieten wird. Ob es denn 3-4 oder 5-7 Jahre Lagerung sein sollen, wird auch dem gewünschten subjektiven Geschmackserlebnis überlassen sein... Ich musste jedenfalls meine restlichen Flaschen weit hinten in den Keller stellen :D

Was den Preis betrifft bin ich aber auch bei dir. 50 Euro ist ziemlich viel Asche. Obwohl ja der Domainenpreis ein anderer ist. Aber irgendwer muss ja in der Kette dazwischen wohl auch noch verdienen und wenns der Markt zahlt? Und das Problem wird sein, dass 2012 nicht andere oder bessere Aussichten bietet... Auch wenn sich die Stimmen hier wieder uneins sind, was denn nun effektiv wird oder nicht. Ich persönlich bin etwas besorgt - auch im Hinblick auf tolle Werte (qualitativ nach meinem subjektiven Geschmack) wie Fourrier.

Ich wünsche schöne Tage!
Gruss
Philipp

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Re: Burgund 2011

Beitrag von m_arcon »

Vor kurzem im Glas: Domaine de la Cadette - La Chatelaine 2011.

Ein Wein der mich schwer beeindruckt hat. So viel Qualität für das Geld und auch noch aus Burgund (oder fast Burgund) gibt es wohl kaum.

Der von mir getrunkene La Chatelaine aus dem Jahre 2011, ist ein reinsortiger Chardonnay, der aus 3 nebeneinander liegenden Parzellen der Domaine produziert wird. Jede Parzelle wird einzeln gelesen. Der Wein wird zu 80 Prozent in Bottichen und 20 Prozent in alten Fässern ausgebaut, bevor er auf die Flasche gezogen wird.

Im Glas dreht ein hellgoldener Saft mit leicht grünlichen Reflexen seine Runden. In der Nase etwas Honig, florale Noten, Apfel, Melone, sowie ein klein wenig weißer Pfirsich. Das Ganze neben einer deutlich herausstechenden mineralischen Komponente, die sogleich verrät, dass dieser Wein das Terroir hervorheben und nicht verleugnen will. Das Holz ist stimmig eingebunden und stört das Aroma in keinster Weise.
Im Mund dann ein frischer, sehr präziser Wein mit viel Tiefgang, gut balancierten Säure, sowie einer cremigen Textur, die ungemein seidig den Gaumen ausfüllt. Das Geschmacksbild ziert Blutorange, Grapefruit und Zitronenabrieb gepaart mit einer salzigen Note. Überraschend lang im Abgang.


Cheers
Marc
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Re: Burgund 2011

Beitrag von octopussy »

m_arcon hat geschrieben:Vor kurzem im Glas: Domaine de la Cadette - La Chatelaine 2011.

Ein Wein der mich schwer beeindruckt hat. So viel Qualität für das Geld und auch noch aus Burgund (oder fast Burgund) gibt es wohl kaum.
Hi Marc,

danke für die Notiz. Die Domaine war mir bislang unbekannt, ebenso wie die AOC dazu "Bourgogne Vézelay". In der Gegend war ich mal grob. Es ist schon erstaunlich, wie schnell es hinter Beaune hoch geht und man sich ziemlich rasch in einer sehr provinziellen Gegend (dem Morvan) wiederfindet. Trotzdem gibt es hier und da in den Dörfern noch Schilder, die auf Winzer hinweisen.
Beste Grüße, Stephan
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thvins
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Re: Burgund 2011

Beitrag von thvins »

Wieso "fast Bourgogne"?

SIcher weit weg von Beaune und der Côte d´Or (und auch entsprechend etwas nördlich vom Morvan, das sich aber dann gleich anschließt) und eben - in dem Punkt hat Stephan recht, relativ provinziell. Aber dafür schönstes Nordburgund. Nach Vezelay fährt man sicher nicht der Weine wegen, aber wegen der wunderschönen Stadt mit der riesigen Kirche und dem ganzen Kulturellen ringsum (St. Pere s. Vezelay, Clamecy, auch das Gebiet um Auxerre ist nicht mehr weit - und da dann die Weinberge von St. Bris, Irancy und vor allem Chablis.

Wenn man aber schon mal in und um Vezelay ist (sehr schöne Ecke zum Radeln und auch für die Kletterer bei uns gibt es in der Gegend Herausforderungen) - dann kann man die Weine der AOC ruhig auch mal mitnehmen, keine großen Namen, aber solide, einfache und vor allem noch recht preiswerte Trinkweine. Ich hab´s zumindest immer so gehalten, wenn ich in der Ecke war. Das Ganze war auch eine Highlightstation auf der ersten Radtour durch Frankreich nach dem Mauerfall. Und wer einmal da war, empfindet das große Verlangen, immer mal wieder hinfahren zu müssen.

1990 gab es dort allerdings kaum Wein. Ich erinnere mich nur an die Kooperative unterhalb von Vezelay, deren Weine aber schon recht anständig waren. Kleinere Winzerbetriebe ind mir erst später aufgefallen, das ging erst irgendwann um die Jahrtausendwende dort wohl wieder richtig aufwärts mit dem Weinbau. Der alte historische Weinberg aus dem Mittelalter wurde seither in dieser nordburgundischen Rebinsel recht stark wiederbelebt. Dort, wie auch im benachbarten Auxerrois Entdeckungen zu machen, lohnt sich. Am Ehesten aus PGV - Sicht, denn wirkliche Spitzen sind noch selten.
Beste Grüße

Torsten

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