Neue Rebfflächen

Von der Weinbergspflege bis zur Kellertechnik
C9dP
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von C9dP »

Ist doch einfach. Einmal ist teuer gleich schlecht (beim franz. Wein) und dann ist aber die Qualität wieder besser, weil es mehr kostet.

Wenn du wirklich so kurzsichtig denkst und ernsthaft behauptest, dass es uns besser geht, wenn wir alles in Deutschland kaufen kann ich dir allerdings auch nicht mehr helfen.
Viele Grüße

Aloys
C9dP
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von C9dP »

P.S.: Da mir die Diskussion im Moment recht sinnlos erscheint, möchte ich gerne noch ein von meiner Seite abschließendes Statement zum eigentlichen Thema abgeben, welches vielleicht auch begründet, warum ich gegen eine Ausweitung der Bepflanzung in Deutschland bin.

Die Flächenausweitung wird wie ganz am Anfang bereits von mehreren Teilnehmern erwähnt auch hierzulande eher der Ebenen und Ackerflächen betreffen, da hier am günstigsten produziert werden kann. Aufgrund der Preise für Ackerland in Deutschland und der hohen Kosten für Energie, Kraftstoffe usw. wird es in Deutschland nicht ansatzweise möglich sein, die Preise von Produzenten aus Rumänien, Ukraine oder sonstwo mitzugehen. Dies würde dazu führen, dass die Flächen zwar für Weinbau genützt würden, jedoch die Produzenten irgendwann anfangen würden die Trauben an Biogasanlagen zu verkaufen, weil die bessere Preise zahlen. Und daraus würde ich einem wirtschaftlich denkenden Landwirt nicht mal einen Vorwurf machen. Vielleicht würde auch von Wein wieder auf Mais umgestellt, da der Ertrag oder der Energiewert höher ist. Da kenne ich mich allerdings nicht wirklich aus.

Allerdings finde ich es schon jetzt bedenklich, wenn ich sehe in welchem Ausmaß landwirtschaftliche Flächen bei uns nur noch dazu verwendet werden, den Hunger der Anlagen zu stillen. Da fände ich es nicht wirklich schlimm, wenn weniger Wein für 1,99 aus Deutschland kommt und dafür wieder mehr für die wirklich wichtige Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen würde.
Viele Grüße

Aloys
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Gerald
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von Gerald »

jedoch die Produzenten irgendwann anfangen würden die Trauben an Biogasanlagen zu verkaufen, weil die bessere Preise zahlen.
ich nehme an, du meinst Bioethanol, oder? Biogas aus Trauben wäre wirtschaftlich unsinnig, da man dafür die sonst nicht verwertbaren Rückstände verwenden kann.

Grüße,
Gerald
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Alas
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von Alas »

C9dP hat geschrieben:Der thailändische Schneider hat nämlich mit dem Verkaufserlös ein durchaus gutes Einkommen
Jaja, und ne gute Krankenkasse, und DIE Super-Rente erst...

Gruß

Alas
wat den een sien uhl is den annern sien nachtigall
MichaelWagner
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von MichaelWagner »

??? hab ich irgendwo gesagt, dass französischer Wein generell schlecht ist??? Wo sage ich Qualität besser weil es mehr kostet????

Ich sage nicht dass wir nichts importieren sollen (oder müssen...)...nur beim Wein tut es sicher nicht Not...

Des weiteren ging es ursprünglich um Pflanzrechte. Und die sind eine sehr sinnvolle Angelegenheit, gerade auch wenn Du weiterhin gute französische Weine trinken willst. Frag doch mal die französischen Winzer, wie Sie dazu stehen...die haben glücklicherweise als erster das Feuer auf Brüssel eröffnet, als die Diskussion aufkam...
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
MichaelWagner
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von MichaelWagner »

PS:

es gibt über das Pflanzrechtesystem in Deutschland keine Ausweitung der Flächen, da es keine neuen Pflanzrechte mehr gibt. Das das ist der Sinn des diskutierten Anbaustops, für den die Winzer sich aussprechen und den Du und die Brüsseler Kommission abschaffen wollen, damit überall frei gepflanzt werden darf.

Wir wollen nichts ausweiten, ganz im Gegenteil - das will nur unsere sagenghafte EU-Kommission.
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
C9dP
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von C9dP »

Jaja, und ne gute Krankenkasse, und DIE Super-Rente erst...
Hallo Alas,

für die Rente ist in Deutschland auch jeder Selbstständige allein verantwortlich.

Und auch die Sozialsysteme der Arbeiter und Angestellten sind in Deutschland nicht von heute auf morgen entstanden. Wenn allerdings keiner dort Waren kauft kann sich ein Land auch nicht entwickeln.

Ich kann eigentlich nur den Hut vor diesen ganzen Leuten ziehen. Diese Scheinheiligkeit, mit der hier manche predigen, dass es den Menschen dort so schlecht geht und alles ganz schlimm aussieht ist echt zum kotz...! Das hat schon was von Kolonialherrendenken.

Fahrt lieber mal hin und wundert euch, wie freundlich und positiv die Menschen dort sind obwohl es uns in vielen Bereichen zumindest finanziell besser geht. Ich finde es wichtig, wenn mal wieder lernt was wirklich wertvoll ist und schätzen lernt, wie gut es uns geht.

@Michael:
Ich sage nicht dass wir nichts importieren sollen (oder müssen...)...nur beim Wein tut es sicher nicht Not...
Oh doch, tut es. Schon allein weil es in Deutschland keinen brauchbaren Bordeauxersatz gibt. Und wie ich oben schon geschrieben habe bin ich nicht traurig, wenn der Billigfusel nicht mehr aus Deutschland kommt. Die Weine ab 5,- Euro wird es wohl weniger betreffen und die anderen Flächen könnten anderweitig ja auch bewirtschaftet werden. Ob der Boden durch Wein oder Mais oder sonstige Monokulturen auslaugt ist doch egal.
Viele Grüße

Aloys
C9dP
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von C9dP »

ich nehme an, du meinst Bioethanol, oder? Biogas aus Trauben wäre wirtschaftlich unsinnig, da man dafür die sonst nicht verwertbaren Rückstände verwenden kann.
Danke für die Verbesserung. Wie schon geschrieben ist Chemie nicht so mein Fachgebiet :oops:
Viele Grüße

Aloys
MichaelWagner
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von MichaelWagner »

mir wird soeben klar, dass Du weder verstehst, wie die europäische Anbauregelung derzeit gestaltet ist, noch was Brüssel ändern will, noch warum die Winzer sich für die Beibehaltung der aktuellen Regelung aussprechen.

Des weiteren bin für ein paar schöne Hektar deutscher Steillagenriesling verantwortlich und nicht für den Aufbau funktionierender Sozialsysteme in irgendwelchen asiatischen Halbbisdreiviertel-Diktaturen zuständig. Das müssen die Jungs schon mal alleine regeln....

Und Bordeaux trinken ist voll 80er:)
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
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Herr S.
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Re: Neue Rebfflächen

Beitrag von Herr S. »

MichaelWagner hat geschrieben:mir wird soeben klar, dass Du weder verstehst, wie die europäische Anbauregelung derzeit gestaltet ist, noch was Brüssel ändern will, noch warum die Winzer sich für die Beibehaltung der aktuellen Regelung aussprechen.
Hallo Michael,

ich folge der Diskussion passiv schon seit Ihrer Entstehung und ich muss leider gestehen: Ich bin mittlerweile auch ein wenig abgehängt. Wärest Du so nett und legst die objektiven Fakten (derzeitige Regelung, was will die EU ändern) dar und dann nochmal die Argumente der Winzer?

Viele Grüße & Danke,
Björn

P.S. Wenn BDX trinken 80er ist, dann haben die 80er doch was Gutes gehabt ;)
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"Not that we needed all that for the trip, but once you get locked into a serious drug-collection, the tendency is to push it as far as you can." (Hunter S. Thompson, Fear and Loathing in Las Vegas)
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