2007 ist wirklich ein echter Frankenjahrgang. Sitze gerade im warmen Wohnzimmer und genieße eine Riesling Auslese von meinem Favoriten, dem Weingut Gebr. Geiger jun. aus Thüngersheim. Toller Wein. In der Nase Aromen von Pfirsich, Honigmelone, Ananas und ein Hauch feiner Kräuter. Am Gaumen cremig mit mineralischer Note und einer gut eingebundenen Säure. Neben Pfirsich und Ananas erkenne ich noch grünen Apfel. Angenehmer Abgang. Bekommt von mir 83/100 Punkte.
Trotzdem bin auch ich der Meinung, dass 2010, wenn die Winzer denn auch richtig mit den Bedingungen umgegangen sind, ein fantastischer Jahrgang werden kann und auch wird!
Franken 2010
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Re: Franken 2010
Hi Bodo,
noch mal ganz herzlichen Dank für die Empfehlung des Weinguts Rainer Sauer, welches (zu Unrecht) noch ein bisschen im Schatten des (Bruders?) Horst steht. Die Silvaner sind hier einfach superspannend.
Deinen Eindruck der WGN teile ich voll und ganz, wobei ich sagen muss, wenn der Durchschnitt der fränkischen Winzer den Status hätte, den die WGN unter den deutschen Genossenschaften einnimmt ....
@ Thorsten
Probiere demnächst aber auch noch Zehnthofs Silvaner Kabinett "Alte Reben". Lt. Luckert der beste Jahrgang seit langem, bin ja mal gespannt ..
Viele Grüße
Sascha
noch mal ganz herzlichen Dank für die Empfehlung des Weinguts Rainer Sauer, welches (zu Unrecht) noch ein bisschen im Schatten des (Bruders?) Horst steht. Die Silvaner sind hier einfach superspannend.
Deinen Eindruck der WGN teile ich voll und ganz, wobei ich sagen muss, wenn der Durchschnitt der fränkischen Winzer den Status hätte, den die WGN unter den deutschen Genossenschaften einnimmt ....
@ Thorsten
Genau hier liegt das Problem. Voraussetzung für exzellente tr. Weine in 2010 ist eine super Lage (Stein, J-E-B, Lump ..), dann strengste Selektion (keine Botrytis), mgl. keine Entsäuerung und der Versuchung widerstehen die höhere Säure durch einen höheren Restzucker abzupuffern. Da gibt's leider außer dem bereits oben gelobten bzw. Juliusspitals Steinweinen leider nicht allzu viele ... die meisten versuchten doch auf Nummer sicher zu gehen und verschenkten leider das Potenzial des Jahrgangs.wenn die Winzer denn auch richtig mit den Bedingungen umgegangen sind
Probiere demnächst aber auch noch Zehnthofs Silvaner Kabinett "Alte Reben". Lt. Luckert der beste Jahrgang seit langem, bin ja mal gespannt ..
Viele Grüße
Sascha
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Re: Franken 2010
2010er Zehnthof Luckert Silvaner -Alte Reben- Sulzfelder Maustal Kab. tr. (12,5 %)
Helles bis mittleres Gelb
Schöne komplexe Silvaner-Nase (Spontanvergärung?)
Vielschichtig, im Hintergrund reife gelbe Früchte
Nach Belüftung auch rauchige Töne
Knackige Säure, gute Struktur, cremiges Mundgefühl
Komplex, dabei überaus trinkig
Langer mineralischer Nachhall
Ein absoluter Top-Silvaner. 92 P.
Für 12,50 auch ein ganz klarer Kauftipp, vermutlich aber nicht mehr so ganz leicht zu finden.
Viele Grüße
Sascha
Helles bis mittleres Gelb
Schöne komplexe Silvaner-Nase (Spontanvergärung?)
Vielschichtig, im Hintergrund reife gelbe Früchte
Nach Belüftung auch rauchige Töne
Knackige Säure, gute Struktur, cremiges Mundgefühl
Komplex, dabei überaus trinkig
Langer mineralischer Nachhall
Ein absoluter Top-Silvaner. 92 P.
Für 12,50 auch ein ganz klarer Kauftipp, vermutlich aber nicht mehr so ganz leicht zu finden.
Viele Grüße
Sascha
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weinaffe
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Re: Franken 2010
Hallo Sascha,
der Maustal Silvaner -Alte Reben- ist im Portfolio von Luckert regelmäßig einer meiner Favoriten, vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis anbelangt. Die Top-Weine (3 Sterne) sind doch preislich manchmal zu ambitioniert und letztlich nicht unbedingt besser. Nach meinen Informationen macht Luckert so gut wie alle Weine mit Spontanvergärung und Holzfuderausbau. Sicherlich einer der Top-Betriebe in Franken, der allerdings aufgrund starker Frostschäden (bis zu 90 %) nur eine Mini-Ernte in 2011 haben wird.
Grüsse
Bodo
der Maustal Silvaner -Alte Reben- ist im Portfolio von Luckert regelmäßig einer meiner Favoriten, vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis anbelangt. Die Top-Weine (3 Sterne) sind doch preislich manchmal zu ambitioniert und letztlich nicht unbedingt besser. Nach meinen Informationen macht Luckert so gut wie alle Weine mit Spontanvergärung und Holzfuderausbau. Sicherlich einer der Top-Betriebe in Franken, der allerdings aufgrund starker Frostschäden (bis zu 90 %) nur eine Mini-Ernte in 2011 haben wird.
Grüsse
Bodo
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Re: Franken 2010
Hallo Thorsten
Ein Fuder ist normalerweise ein Holzfass von 1000 Liter, das weingrün verwendet wird, also wenig bis keine geschmackliche Beeinflussung durch das Holz im Gegensatz zum Barrique. Der Ausbau von Weißwein im Holz, auf der Hefe hat den Vorteil, dass die Weine dadurch stabiler sind, dafür meist aber deutlich weniger primärfruchtig.
Ein Fuder ist normalerweise ein Holzfass von 1000 Liter, das weingrün verwendet wird, also wenig bis keine geschmackliche Beeinflussung durch das Holz im Gegensatz zum Barrique. Der Ausbau von Weißwein im Holz, auf der Hefe hat den Vorteil, dass die Weine dadurch stabiler sind, dafür meist aber deutlich weniger primärfruchtig.
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Bernd Schulz
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Re: Franken 2010
Die Größe der Fässer differiert regional. Das Wein-Plus-Glossar schreibt zum Fuder:
Ich finde aber gleichfalls, dass es sich beim Zehnthof um einen erstklassigen Betrieb handelt und dass die trockenen Kabinette trotz optisch nicht so niedriger Kurse oft ein gutes PLV bieten.
Beste Grüße
Bernd
...Heute ist dies eine noch in Deutschland verwendete Fasstype mit einem Volumen von 900 Litern (Franken), 960 Litern (Mosel), 1.000 Litern (Rheinpfalz) oder 1.500 Litern (Baden)....
Naja, was man halt auch noch so Spontanvergärung nennt...Nach meinen Informationen macht Luckert so gut wie alle Weine mit Spontanvergärung
Ich finde aber gleichfalls, dass es sich beim Zehnthof um einen erstklassigen Betrieb handelt und dass die trockenen Kabinette trotz optisch nicht so niedriger Kurse oft ein gutes PLV bieten.
Beste Grüße
Bernd
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Re: Franken 2010
Hallo,
heute war ich auf der Ruck-Verkostung von Karl Kerler. Nachdem ich die Trias-Weinprobe verpasst hatte, ergriff ich natürlich die Gelegenheit ..
Aufgrund der gleichzeitig in den Verkaufsräumen gebratenen original Iphöfer Bratwürste waren die VK-Bedingungen aber nicht ganz einfach.
Alles 2010er:
- Gutssilvaner: Angenehm fruchtig, schön. 85 P.
- Iphöfer Kalb Silvaner tr.: rund, harmonisch, recht wenig Säure. 85 P.
- J-E-B GG Silvaner: angenehm, dicht, Substanz, gute Säure. 88 P.
- Gutsriesling: fruchtig, schön, pikant. 85 P.
- J-E-B Riesling tr.: Kräuterwürzig, pikant mineralisch, wirklich klasse. 89 P.
- J-E-B Riesling GG: Ähnlich wie vorheriger Wein, etwas dichter. 90 P.
- Grauburgunder: gut, harmonisch, schön. 84 P.
- Sauvignon Blanc: Mag ich eigentlich generell nicht so recht. Reife Stachelbeeren (mir zu viel), dann aber erdige Struktur (Keuper), sehr schön am Gaumen. 87 P.
- 2008er Estheria (Scheurebe, Teilbarrique): Fruchtiges Bukett, Cassis, sehr schön. 88 P.
- 2007er Morpheum (Silvanter, Teilbarrique): Breite Nase, holzgeprägt, bonbonartig, (zu) wenig Säure. 83 P.
Ganz stark auf alle Fälle der J-E-B-Riesling mit 11,5 % für 14,95 €. Mit seiner kräuterwürzigen Art hat er mich fast an v. Schuberts Alte Reben erinnert. Mineralisch, dicht und nachhaltig. Derartige Rieslingweine gibt es leider nicht allzu oft im Fränkischen ..
Viele Grüße
Sascha
heute war ich auf der Ruck-Verkostung von Karl Kerler. Nachdem ich die Trias-Weinprobe verpasst hatte, ergriff ich natürlich die Gelegenheit ..
Aufgrund der gleichzeitig in den Verkaufsräumen gebratenen original Iphöfer Bratwürste waren die VK-Bedingungen aber nicht ganz einfach.
Alles 2010er:
- Gutssilvaner: Angenehm fruchtig, schön. 85 P.
- Iphöfer Kalb Silvaner tr.: rund, harmonisch, recht wenig Säure. 85 P.
- J-E-B GG Silvaner: angenehm, dicht, Substanz, gute Säure. 88 P.
- Gutsriesling: fruchtig, schön, pikant. 85 P.
- J-E-B Riesling tr.: Kräuterwürzig, pikant mineralisch, wirklich klasse. 89 P.
- J-E-B Riesling GG: Ähnlich wie vorheriger Wein, etwas dichter. 90 P.
- Grauburgunder: gut, harmonisch, schön. 84 P.
- Sauvignon Blanc: Mag ich eigentlich generell nicht so recht. Reife Stachelbeeren (mir zu viel), dann aber erdige Struktur (Keuper), sehr schön am Gaumen. 87 P.
- 2008er Estheria (Scheurebe, Teilbarrique): Fruchtiges Bukett, Cassis, sehr schön. 88 P.
- 2007er Morpheum (Silvanter, Teilbarrique): Breite Nase, holzgeprägt, bonbonartig, (zu) wenig Säure. 83 P.
Ganz stark auf alle Fälle der J-E-B-Riesling mit 11,5 % für 14,95 €. Mit seiner kräuterwürzigen Art hat er mich fast an v. Schuberts Alte Reben erinnert. Mineralisch, dicht und nachhaltig. Derartige Rieslingweine gibt es leider nicht allzu oft im Fränkischen ..
Viele Grüße
Sascha
- Weinfreund
- Beiträge: 196
- Registriert: Mo 6. Dez 2010, 23:27
Re: Franken 2010
Hi Bodo,
vielen Dank für Deine VKN ..
"trocken wie ein Pokerauge" .. "so schmeckt, wie es beim Bahnhofsfriseur riecht"
Wenn ich demnächst mal wieder in Escherndorf bin, statte ich Clemens Fröhlich auf alle Fälle mal einen Besuch ab.
Nochmal zum WG Weltner ...
Nachdem mir die einfachen Weine (2010 Rödelseer Küchenmeister Sylvaner Kabinett trocken, 2010 Rödelseer Küchenmeister Riesling Kabinett trocken) nicht ganz so gut geschmeckt haben (ca. 83 P.), werde ich demnächst noch ein paar Weine des höherwertigen Bereichs probieren. Der Silvaner GG vom Küchenmeister wird von Hofschuster mit 90+ P. zu den besten acht Silvaner-GGs des Jahrgangs gezählt.
Vorab vielleicht noch ein paar allgemeine Infos zum WG Weltner:
Abstich von der Hefe bei einfachen Weinen im Februar, bei den gehobenen Qualitäten Ende März. Säure in 2010 meist zw. 7-8. Die Riesling-Auslese bei 14. Entsäuert wurde allg. bis Kabinett (mit Salz). Bei alte Reben Silvaner diesmal BSA. Beim GG und den Auslesen fand keine Entsäuerung statt. Es werden eigenselektierte Hefen verwendet: Frühzeitig werden Gärbottiche (MTh) angelegt mit denen später die Moste geimpft werden. Falls die Moste trotzdem nicht durchgären, wird ggf. mit Reinzuchthefe nachgeimpft.
Viele Grüße
Sascha
vielen Dank für Deine VKN ..
"trocken wie ein Pokerauge" .. "so schmeckt, wie es beim Bahnhofsfriseur riecht"
Wenn ich demnächst mal wieder in Escherndorf bin, statte ich Clemens Fröhlich auf alle Fälle mal einen Besuch ab.
Nochmal zum WG Weltner ...
Nachdem mir die einfachen Weine (2010 Rödelseer Küchenmeister Sylvaner Kabinett trocken, 2010 Rödelseer Küchenmeister Riesling Kabinett trocken) nicht ganz so gut geschmeckt haben (ca. 83 P.), werde ich demnächst noch ein paar Weine des höherwertigen Bereichs probieren. Der Silvaner GG vom Küchenmeister wird von Hofschuster mit 90+ P. zu den besten acht Silvaner-GGs des Jahrgangs gezählt.
Vorab vielleicht noch ein paar allgemeine Infos zum WG Weltner:
Abstich von der Hefe bei einfachen Weinen im Februar, bei den gehobenen Qualitäten Ende März. Säure in 2010 meist zw. 7-8. Die Riesling-Auslese bei 14. Entsäuert wurde allg. bis Kabinett (mit Salz). Bei alte Reben Silvaner diesmal BSA. Beim GG und den Auslesen fand keine Entsäuerung statt. Es werden eigenselektierte Hefen verwendet: Frühzeitig werden Gärbottiche (MTh) angelegt mit denen später die Moste geimpft werden. Falls die Moste trotzdem nicht durchgären, wird ggf. mit Reinzuchthefe nachgeimpft.
Viele Grüße
Sascha
