...so weit braucht man da m.E. nicht gehen, sollte ja nun geklärt sein. Vielen Dank!
Weedenborn
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Re: Weedenborn
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
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Re: Weedenborn
Weissburgunder vom Kalkmergel Westhofen 2023 (Weedenborn) 12,0%Vol. Helles Gelb. Zunächst ein leiser Reduktionston, der sich aber in wenigen Minuten ablüften lässt. Neben der Frucht auch etwas Holz, aber sehr wenig, ich tippe eher auf Dritt- als auf Zweitbelegung. Die Frucht geht zunächst in Richtung Melone, intensiviert sich mit der Zeit und wechselt dann in Richtung Birne, und etwas irritierend taucht da auch hin und wieder etwas Rotfruchtiges auf, Erdbeere? Passende Säure. Nur wenig Mineralik, sauberer, mittellanger Abgang.
Sauber und gut gemacht, aber mehr als ein Schulterzucken bleibt bei mir nicht - ich kann den problemlos trinken, aber ich muss ihn nicht noch einmal haben. Weissburgunder halt, ich bin kein großer Fan dieser Rebsorte, und dieser Wein ändert daran auch nichts. Und ich stimme Karsten zu: für das Gebotene ist der mit 16,90 € etwas zu teuer.
Gruß
Ulli
@Karsten: mit "Kaugummikugel" kann ich leider gar nichts anfangen. Ich habe Kaugummi schon als Kind nicht gemocht, weder die Streifen noch die bunten Kugeln, und nach ein paar Versuchen habe ich es dauerhaft bleiben gelassen. Das ist jetzt über 60 Jahre her, und ich habe keine Erinnerung mehr, wie die Dinger geschmeckt haben. Außer der wie gesagt etwas irritierenden Rotfrucht habe ich an dem Wein nichts Auffälliges festgestellt.
Sauber und gut gemacht, aber mehr als ein Schulterzucken bleibt bei mir nicht - ich kann den problemlos trinken, aber ich muss ihn nicht noch einmal haben. Weissburgunder halt, ich bin kein großer Fan dieser Rebsorte, und dieser Wein ändert daran auch nichts. Und ich stimme Karsten zu: für das Gebotene ist der mit 16,90 € etwas zu teuer.
Gruß
Ulli
@Karsten: mit "Kaugummikugel" kann ich leider gar nichts anfangen. Ich habe Kaugummi schon als Kind nicht gemocht, weder die Streifen noch die bunten Kugeln, und nach ein paar Versuchen habe ich es dauerhaft bleiben gelassen. Das ist jetzt über 60 Jahre her, und ich habe keine Erinnerung mehr, wie die Dinger geschmeckt haben. Außer der wie gesagt etwas irritierenden Rotfrucht habe ich an dem Wein nichts Auffälliges festgestellt.
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amateur des vins
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Re: Weedenborn
Das paßt ja dann einigermaßen zwischen uns - außer, daß ich richtig gute WB ziemlich gerne mag. Gibt aber nicht viele.
Leider fällt mir nichts ein, das dem aromatisch nahekäme...
Ich mochte Kaugummi auch nie wirklich, und hatte schon "ewig" keinen mehr. Aber auf dem Weg zur Grundschule gab's diese Automaten, wo man einen Sechser oder Groschen einwarf, an einem Knebelgriff drehte und dann bunte Kaugummikugeln rausfielen. Muß so gut 50 Jahre her sein. Ich habe natürlich auch kein klares Geschmacksbild mehr, zumal es sich je nach Farbe unterschied: Es sollte wohl irgendwelche Frucht simulieren, scheiterte an dem Auftrag aber kläglich. Aber allen war dieser penetrant künstliche Unterton gemein; der muß bei mir irgendwelche Synapsen sehr nachhaltig verschaltet haben, daß ich das heute noch assoziiere.UlliB hat geschrieben: ↑So 26. Okt 2025, 09:13 [M]it "Kaugummikugel" kann ich leider gar nichts anfangen. Ich habe Kaugummi schon als Kind nicht gemocht, weder die Streifen noch die bunten Kugeln, und nach ein paar Versuchen habe ich es dauerhaft bleiben gelassen. Das ist jetzt über 60 Jahre her, und ich habe keine Erinnerung mehr, wie die Dinger geschmeckt haben. Außer der wie gesagt etwas irritierenden Rotfrucht habe ich an dem Wein nichts Auffälliges festgestellt.
Leider fällt mir nichts ein, das dem aromatisch nahekäme...
Besten Gruß, Karsten
Re: Weedenborn
Chardonnay Réserve 2023 (Weedenborn) 13,0%Vol. Helles Gold. Die heute bei Chardonnay so angesagten reduktiven Töne wie abgebranntes Streichholz, Chinaböller usw. fehlen hier glücklicherweise völlig. Da ist sofort eine wunderschöne, stark floral geprägte Chardonnay-Nase, untermalt von etwas Neuholz. Ein Wein, der nach Wein riecht, und nicht nach Schwefelchemie.
Im Gaumen recht sanfte Säure, das geht auch bei Chardonnay schon deutlich knackiger, aber passt so. Reife Zitrone, auch Birne, nur mittlere Intensität, das Holz etwas prägnanter als in der Nase, aber lässt der Frucht und der Mineralik genügend Raum. Harmonisch und stimmig, aber nicht groß.
Die Nase verspricht etwas mehr, als der Gaumen halten kann. Aber sehr schön ist das immer noch, vielleicht etwas zu gefällig, und für das Alter erstaunlich gesetzt (was Meckern auf durchaus hohem Niveau ist). An Chablis denke ich hier übrigens gar nicht, die Chablis, die ich kenne und schätze, sind deutlich straffer und auch weniger holzgeprägt. An Cote d'Or aber auch nicht. Das ist schon recht eigenständig.
Gruß
Ulli
Im Gaumen recht sanfte Säure, das geht auch bei Chardonnay schon deutlich knackiger, aber passt so. Reife Zitrone, auch Birne, nur mittlere Intensität, das Holz etwas prägnanter als in der Nase, aber lässt der Frucht und der Mineralik genügend Raum. Harmonisch und stimmig, aber nicht groß.
Die Nase verspricht etwas mehr, als der Gaumen halten kann. Aber sehr schön ist das immer noch, vielleicht etwas zu gefällig, und für das Alter erstaunlich gesetzt (was Meckern auf durchaus hohem Niveau ist). An Chablis denke ich hier übrigens gar nicht, die Chablis, die ich kenne und schätze, sind deutlich straffer und auch weniger holzgeprägt. An Cote d'Or aber auch nicht. Das ist schon recht eigenständig.
Gruß
Ulli
Re: Weedenborn
Grande Réserve 2022 (Weedenborn) 13,0%Vol. Eine ungewöhnliche Cuvée aus 60% Sauvignon blanc und 40% Chardonnay. Blasses Gold. Ich hatte angenommen, dass der Sauvignon den Chardonnay völlig unterbuttert, aber dem ist nicht so - man merkt doch, dass da neben dem Sauvignon noch eine andere Rebsorte mitspielt, und ich meine tatsächlich, Chardonnay identifizieren zu können, im Gaumen noch mehr als in der Nase.
Erfreulicherweise auch hier keine Reduktionstöne, ziemlich perfektes Holzmanagement, die aromatische Intensität ist hoch, im Hausstil (den ich mittlerweile meine zu erkennen) cremig und harmonisch, schöne Säure, kalkige Mineralik, langer sauberer Nachklang. Einen Mangel an Substanz, der weiter oben für die 21er Version konstatiert wurde, sehe ich hier nicht. Das ist zwar kein dickes Geschoss, aber für mich passt das gerade auch deswegen sehr gut.
Gruß
Ulli
Erfreulicherweise auch hier keine Reduktionstöne, ziemlich perfektes Holzmanagement, die aromatische Intensität ist hoch, im Hausstil (den ich mittlerweile meine zu erkennen) cremig und harmonisch, schöne Säure, kalkige Mineralik, langer sauberer Nachklang. Einen Mangel an Substanz, der weiter oben für die 21er Version konstatiert wurde, sehe ich hier nicht. Das ist zwar kein dickes Geschoss, aber für mich passt das gerade auch deswegen sehr gut.
Gruß
Ulli
Re: Weedenborn
Kirchspiel Riesling 2022 (Weedenborn) 12,5%Vol. Weedenborn ist nicht im VDP, aber man lässt hier ganz VDP-GG-mäßig den Gemeindenamen (Westhofen) und die Angabe "trocken" auf dem Frontetikett weg. Der Flascheninhalt würde allerdings auch als Pirat in einer durchaus hochkarätig aufgestellten Riesling-GG-Probe keine schlechte Figur machen. Völlig trocken (0,8g/L Restzucker bei 7,4g/L Säure), energisch, schwungvoll und fest zupackend, die Frucht zitrisch, dazu sehr viel kalkige Mineralik, hohe aromatische Dichte. Langer, sauberer Nachklang. Rundum erfreulich.
Gruß
Ulli
Gruß
Ulli
Re: Weedenborn
Sauvignon Blanc 2025 (Weedenborn) 12,0%Vol. Der Basis-SB von Weedenborn. Helles Grüngelb. Die Nase macht gleich klar, um welche Rebsorte es sich handelt, und mit intensiver Sauvignon-Frucht geht es auch am Gaumen weiter - glücklicherweise nicht die knallgrüne und gewissermaßen kreischende Variante, die man bei vielen deutschen Sauvignons findet, hier ist alles reif und im Zaum und fängt nicht schon beim zweiten Glas an, zu nerven. Frische Säure, lebendig, von den 4,1 Gramm Restzucker merke ich nichts.
Ein Sommerwein, der mit seiner aromatischen Dichte auch etwas gehaltvollerem Essen standhalten kann. Dass die Winzerin die Sorte "kann", merkt man auch dem Basiswein an. 11,90 € ab Hof.
Gruß
Ulli
Ein Sommerwein, der mit seiner aromatischen Dichte auch etwas gehaltvollerem Essen standhalten kann. Dass die Winzerin die Sorte "kann", merkt man auch dem Basiswein an. 11,90 € ab Hof.
Gruß
Ulli
Re: Weedenborn
Rosé 2025 (Weedenborn) 12,0%Vol. Bei Weedenborn gibt es keinen Rotwein, aber Spätburgunderreben - vielleicht aus der Zeit, in der Weißweinwinzer glaubten, auch Rotweine im Sortiment haben zu müssen. Aus den Trauben wird jetzt Rosé gemacht, und das, wie ich finde, ziemlich gekonnt.
Recht helle Farbe. Sehr schöne Frucht, Himbeere, etwas Erdbeere, auch rote Johannisbeere, natürlich wirkend und gar nicht kitschig. So auch am Gaumen, hier spüre ich bei 4,3g/L RZ auch ein wenig Süße, die mich aber gar nicht stört. Passende Säure, alles sitzt hier richtig, hoher Trinkfluss, wie sich das für einen guten Rosé gehört. 9,90 € ab Hof.
Gruß
Ulli
Recht helle Farbe. Sehr schöne Frucht, Himbeere, etwas Erdbeere, auch rote Johannisbeere, natürlich wirkend und gar nicht kitschig. So auch am Gaumen, hier spüre ich bei 4,3g/L RZ auch ein wenig Süße, die mich aber gar nicht stört. Passende Säure, alles sitzt hier richtig, hoher Trinkfluss, wie sich das für einen guten Rosé gehört. 9,90 € ab Hof.
Gruß
Ulli
Re: Weedenborn
Jetzt mal ein Sprudler:
Sauvignon Blanc Brut Nature (Weedenborn) 11,0%Vol. "Klassische Flaschengärung", 24 Monate auf der Hefe. Aus 21er Lesegut, und das Ergebnis zeigt exemplarisch das Problem des Jahrgangs: mangelnde Reife. Die Nase ist noch recht schön, Sauvignon in zurückhaltender Form. Aber am Gaumen wird es dann heftig, krautig bis beinahe grasig, zerriebene Brennesselblätter - jedenfalls sehr grün. Schlank hart an der Grenze zu mager. Die Säure ist zwar frisch, aber glücklicherweise nicht bissig, sonst wär's defintiv drüber.
Bei aktuell 27° auf dem Balkon ist das nicht mal so übel, aber in Erichs Skala: Nachkauf 0/3.
Gruß
Ulli
Sauvignon Blanc Brut Nature (Weedenborn) 11,0%Vol. "Klassische Flaschengärung", 24 Monate auf der Hefe. Aus 21er Lesegut, und das Ergebnis zeigt exemplarisch das Problem des Jahrgangs: mangelnde Reife. Die Nase ist noch recht schön, Sauvignon in zurückhaltender Form. Aber am Gaumen wird es dann heftig, krautig bis beinahe grasig, zerriebene Brennesselblätter - jedenfalls sehr grün. Schlank hart an der Grenze zu mager. Die Säure ist zwar frisch, aber glücklicherweise nicht bissig, sonst wär's defintiv drüber.
Bei aktuell 27° auf dem Balkon ist das nicht mal so übel, aber in Erichs Skala: Nachkauf 0/3.
Gruß
Ulli