Hallo Weinforum,
um die Platzprobleme im Keller besser in den Griff zu bekommen hatte ich
vor einiger Zeit entschlossen, zu einer Bordeaux-Probe mit Weinen, die mit
wenigen Ausnahmen über die Jahre in meinem Keller gereift sind, einzuladen.
Nachdem Themen wie "Deutscher trockener Riesling" keinen mehr hinter dem
Ofen hervorlocken (mittlerweile kann man die Heizung ja wieder anmachen)
meinte ich, mir etwas Anderes einfallen lassen zu müssen und habe es einmal
mit reiferen Bdx probiert. Oh Wunder, innerhalb von 24 Stunden waren alle
13 Plätze belegt. Selbst kurzfristige Absagen konnten relativ schnell neu
belegt werden. Für mich eine schöne Erfahrung.
Nun denn, eine Probe mit 13 Leuten im eigenen Wohnzimmer zu gestalten (ich
wollte den Weinen keinen Transportstress mehr zumuten) ist auch schon eine
gewisse logistische Herausforderung. Aber Dank der tatkräftigen
Unterstützung von Georg Bittner, Natz Tovar und Dierk Dümeland haben wir
auch die kulinarische Versorgung in den Griff bekommen. Selbst einfache
Vorgänge, wie z.B. das Dekantieren aller Rotweine zur Optimierung der
Flüssigkeitsausbeute (bei 13 Personen und "nur" Normalflaschen ein Problem
wenn man selbst nur über 6 Karaffen verfügt) wurde dank der Mithilfe von
Johannes Behnisch, Uwe Bende, Torsten Blanke und Thomas Deck gelöst. Den
nervenaufreibenden Kampf mit abbrechenden und zerbröselnden Korken musste
ich allerdings allein durchstehen. Leider half auch der hochwertige
Screwpull nicht weiter, da trotz der aktuell gewechselten Spindel sich
entweder beim Öffnungsvorgang die Spindel wieder herauszog (der Kork blieb
einfach drin) oder aber der Kork brach nach 2/3 einfach ab. Jetzt vermeidet
einmal das Hineinplumpsen des Korkrests der sich zudem noch gern in seine
Bestandteile auflöste. Vielleicht sollte mir Koal beim nächsten gT mal ein
kleines Privatseminar zur Vermeidung von Schweißtropfen geben.

Erhöh te
Schweißbildung verfälscht die Weinwahrnehmung durch die Bildung ungewollter
Aromen.
An dieser Stelle herzlichen Dank an alle aktiv Helfenden. Weiterhin Dank an
alle, die auch noch interessante Weine zur Erweiterung des Horizonts
eingebracht haben.
Wie eigentlich bei jeder Probe, die wir ausgerichtet oder an der wir
teilgenommen haben, gab es eine ganze Reihe von Weinen die in dem großen
Kreis der Teilnehmer polarisiert haben, es gab Enttäuschungen, bei denen
die meisten Probenteilnehmer Übereinstimmung erzielt haben, es gab aber
auch positive Überraschungen mit denen in dieser Form keiner gerechnet
hatte.
Hierzu gehörten, und das sei vorweggenommen, der aktuelle Zustand des
1976er Chateau La Conseillante und (leider nicht Teil der offiziellen Probe
und daher nicht mehr von allen wahrgenommen) von mir völlig unerwartet der
1979er Chateau Lanessan (den Wein hatte ich für mich privat zum
kurzfristigen Verbrauch hochgestellt).
Teilnehmer der Probe am 26.10.2003 in Oberhausen waren:
Rudolf Neuhaus (Münchner Außenposten der WW)
Johannes Behnisch (unser Bdx-Experte)
Uwe Bende
Thomas Slawinski
Thomas Deck
Georg Bittner
Natz Tovar
Torsten Blanke
Heiko Reinartz
Doro Reinartz
Dierk Dümeland
Wera und Norbert Kreutzer
Um die Transparenz für die Leser dieser Verkostungsnotiz zu erhöhen habe
ich die Notizen aller Teilnehmer, die mir Ihre Notizen aufgegeben haben,
unverfälscht eingearbeitet. Die Probe erfolgte für alle anderen
Probenteilnehmer blind in mehreren Flights. Nach jedem Flight wurde
aufgedeckt.
Los geht's, wobei ich persönlich zur Vermeidung ständiger Wiederholungen
auf Farbangaben verzichtet habe, Ausnahmen werden erwähnt. Ihrem Alter
entsprechend wies die Mehrzahl der Weine eine ziegelrote Farbe mit braunen
Rändern auf.
(0) 1983 Mas de Daumas Gassac Vin de Pays de L'Herault
V. Guibert de la Vaissière, Propriètaire à Aniane
NK: in der Nase etwas verschlossen, sehr verhalten, im Wein gereift,
mittlerer Körper, die Frucht wirkt etwas blaß, Tannine sind spürbar,
passable Länge, in der Runde wird von Bienenwachs gesprochen, was ich
selbst nicht nachvollziehen kann, kein großer Wein, keine Zukunft mehr, 83
NK Punkte
WK: schwache Kirschnote, im Mund Kräuter, angenehm zurückhaltende Tannine,
gut zu trinken, fertig, für einen 20 Jahre alten Wein gut, 89 WK Punkte
GB: in der Nase Waldboden, Cassis, Schoko, leicht medizinal, im Mund sind
Säure und Tannin präsent, relativ wenig Süße, fest, mäßiger Abgang,
harmonisch, nicht groß aber gut, 86 GB Punkte
TB: noch kräftiges Rot, deutliche, aber feine Reifetöne in der
Nase,trotzdem noch erheblich frisch, am Gaumen sehr schöne Filigranität ,
schlank aber nicht wässrig, schön gereift, spürbare Süsse, relativ kurz,
Fazit: harmonische gereifter, vielschichtiger Wein,leider fehlt die Länge ,
trotzdem 88 TB Punkte.
RN: N: feuchter Waldboden, Liebstöckel, reif, etwas Alkohol,
Bitterschokolade, Bienenwachs, G: reif, Milchschokolade, weich, im Abgang
leicht metallisch, insgesamt kräftig mit deutlich Süße, 87 RNP
TS: in der Nase recht verhalten mit Reifenoten, recht ausgewogen, aber
schlank, insgesamt eher einfach, mittlere Länge
82 TSP
DD: Wäre bei mir glatt als Bordeaux durchgegangen. Ein schön gereifter
Wein, in der Nase gekochte schwarze Früchte, Anflug von Grafit, auch im
Gaumen, dort allerdings sehr präsente Säure, dadurch nicht ganz harmonisch.
Insgesamt
aber ein sehr guter Wein. 85 DDP
NT: Auge:am Rand Orange, Nase:alte schwarze
Johannisbeermarmelade,etwas Medizinal, Mund:dito, (leider unlesbar),
reichlich Tannine, Sonst:über dem Höhepunkt, 84 NTP
TD: Intensive Nase, nasses Laub (Wald), leicht animalisch,Bitterschokolade.
Im Mund zwar durchaus voll (d.h. nicht ausgezehrt),aber nicht richtig
angenehm, etwas zu alt. 83 TDP.
UB: reife und etwas grüne? Frucht mit dezenter Süsse dominieren die Nase;
leichter Medizinalton, merkliches Tannin und süsse Orangennoten am Gaumen;
merklich über seinen Zenit und gerade noch trinkbar; 79-80 BendePunkte
HR+DR: das Bienenwachs war sehr deutlich (und wurde von anderen unabhängi g
bestätigt, ich fand ihn in der Mitte etwas wässrig, Doro störte eine zu
präsente Säure, mir hat er recht gut gefallen, Heiko 87, Doro 86
JB: bräunl. Reflexe, leichtes Leder i.d.Nase. wenig Abgang, GRAVES???, rel.
angenehmer Wein 84 JBP
Flight 1
(1) 1987 Chateau Sociando-Mallet Haut Medoc
Jean Gautreau, Propriètaire Alc 12%
NK: in der Nase feine Reife gepaart mit dezenter Frucht, im Wein recht
schlank, ich empfinde leichte Mineralität, hier kommt die Frucht besser zur
Geltung. gut eingebundene Tannine, feine Länge, hat noch ein paar Ecken und
Kanten und gefällt mir daher recht gut, 84 NK Punkte
WK: in der Nase Erdtöne, Säure und Körper gut eingebunden, nein, Säure eher
vordergründig, Tanninbezogen bei eher leichtem Körper, 84 WK Punkte
GB: in der Farbe noch relativ jung, in der Nase leicht stechend, Kirsche,
Marzipan, süßlich, im Mund wenig Fülle, wenig Süße, Säure, relativ kurz,
schwach, 83 GB Punkte
TB: helles Rot mit sehr hellem Rand, erster Eindruck ganz leicht muffig,
wenig Ausdruck in der Nase, im Mund dünn, wenig Frucht, flach und sogar
säuerlich, enttäuschender SM, nur 82 TB Punkte.
RN: A: kaum Altertöne in der Farbe, N: etwas Lösungsmittel, wenig
Schokolade, Liebstöckel,
G: etwas dünn, kräftige Säure und noch Tannine , 80 RNP
TS: farblich noch recht jung, beerige Aromen in der Nase, leicht
animalisch, rund, aber dünn und kurz, 80 TSP
DD: Wirkt noch recht jung, bereits optisch ein leichter Wein. Etwas
stechende Nase, die zur Abwertung führt, Marzipannoten. Die Frucht am
Gaumen (Kirsche) wird dominiert von der Säure. War nie ein grosser Wein,
ist aber trotzdem noch im Bereich gut. Ein "leichter" Genuss, ich tippe auf
Lynch-Moussas 88. Beim Nachverkosten ist die stechende Nase verschwunden,
dann macht er auch 2 Pünktchen mehr. 80 DDP
NT:Auge: dunkelrot, Nase: alt,später etwas Johannisbeere , Mund:
saure Sauerkirsche,rau, dünn; nach 1h nicht mehr so rau und sauer aber
weiterhin dünn Sonst:später besser, dünn aber schön, anfangs 82 NTP
später 84 NTP
TD: "Junge" Nase, Kirsche. Im Mund etwas dünn, leicht kirschig. 80 TDP
UB: klassische Cabernet-Nase, dunkle Frucht und leichte Süsse; am Gaumen
etwas kernig wirkend mit Noten leicht grüner Tannine, insgesamt von etwas
leichterer Art und einem arg schnellen Abgang; 81 BendePunkte
HR+DR: Frucht zwischen Reife und Frische, auch etwas zu wässrig und kurz,
um sehr gut zu sein, leicht herbe Note (fand Doro auch), nicht wirklich
harmonisch, Heiko 81, Doro 84
JB: etwas jüngere Farbe, mit der Zeit zunehmende Überreife Nase, Säur e
eines kleinen Jahres, Dünn, nichts tolles 78 JBP
(2) 1984 Chateau Leoville Las Cases Saint Julien
NK: in der Nase deutlich gereift, verspricht Süße, im Wein sehr schlank
aber mit feiner Frucht, wirkt sehr elegant, hat Säure, hat Tannine, wirkt
insgesamt etwas unausgewogen und ist recht kurz, dem miserablen Jahrgang
entsprechend kein großer Wein aber noch gut zu trinken, sollte man aber
baldmöglichst tun, 84 NK Punkte
WK: in der Nase warme Noten, schwach im Mund, wirkt etwas müde, eher klein,
81 WK Punkte
GB: in der Farbe granatrot am Rand, süßliche Bordeaux-Nase, Walderdbeeren,
reife Johannisbeeren, im Mund fehlt die Süße der Nase, fest, viel Säure,
schöner Abgang, nicht groß aber gut, 87 GB Punkte
TB: sattes Rot, ganz leicht rostrote Ränder, dichte Nase, etwas Reifetöne,
viel Frucht mit Schmelz in der Nase fällt am Gaumen deutlich ab, etwas
wässrige Frucht, wenig Tiefe, war wohl nie stark, auch sehr enttäuschen d
für diesen Namen, immerhin 84 TB Punkte
RN: N: warme, weiche Nase, voll, etwas Rauch, verspricht Süße, G: hier
weniger kräftig, Tannine, Lakritz, kräftige Säure, 85 RNP
TS: reife Farbe, intensive Nase, läßt Tiefe erahnen, im Mund dann aber
enttäuschend, trockenes Tannin, Säure, zu dünn und daher unausgewogen,
schade, die Nase versprach mehr, 82 TSP
DD: Wirkt extrem reif, verstrahlt in der Nase eine angenehme Süsse
(Amarenakirsche) und Wärme, da hält der Gaumen leider nicht ganz mit.
Trotzdem insgesamt sehr gut, typisch für ein kleines Jahr aus den 80igern,
ich tippe auf Leoville 84, einer der wenigen Tipps, die sich als richtig
erweisen. 85 DDP
NT: Auge:rubin, rel. hell, Nase:schwarze und rote Johannisbeeren,
Reifetöne, Mund:Salmiak, Kirsche, Süße fehlt etwas, Sonst: 85 NTP
TD: Intensive, animalische Nase. Im Mund etwas Vanille; nicht allzu dicht.
85 TDP.
UB: sehr ausgewogen wirkende Noten von reifen roten Beeren und Cassis in
der Nase; mittlere Fruchtkomponenten mit etwas unreifen Tanninkomponenten;
alles in allem von leichterer Struktur; 83 BendePunkte
HR+DR: feine, diffenzierte Nase, verspricht Tiefe und Süße, im Mund doch
nicht süß (Doro"gegensätzlich zur Nase"), sehr dominante Säure führt bei
mir (und Doro) zur Abwertung, Heiko 83, Doro 85
JB: Altersbräune, angenehme Nase, säuerlich, leichte Vanilleschoten, wird
später etwas besser, 82 JBP
(3) 1987 Cos D'Estournel Saint Estephe
Domaine Prats S.A. Alc 12,5%
NK: in der Nase sehr schöne, elegante Fruchtsüße, im Wein eher leicht
strukturiert aber elegant, nobel wirkend, feine Frucht, gut eingebundene
Gerbstoffe, keinerlei Altererscheinungen, feiner Nachhall, 86 NK Punkte
WK: ebenfalls runde, wärmende Aromen in der Nase, leicht ledrig, im Mund
fruchtiger Schmelz, rund, fertig, sehr angenehm, 90 WK Punkte
GB: in der Farbe etwas weniger gereift, in der Nase eher Pomerol-artig,
Tabak, Kirsch, im Mund schöne Fülle, Schmelz, schöne Harmonie, schöner
Wein, 89 GB Punkte
TB: schönes Rot mit Wasserrand, dezente, aber feine Nase, macht fast einen
jugendlichen Eindruck, viel Frucht, am Gaumen ganz bißchen Kork?! verfliegt
aber schnell, schöne Frucht mit Schmelz und Süsse, abgeschmolzene Tannine,
gute Balance, keinerlei Altersanzeichen, mittlere Länge, sehr schön
ausgewogener Wein, 87 TB Punkte.
RN: N: anfangs schwache Nase, nach kurzer Zeit mehr; leichter, Schoko, noch
jugendlich
G: dicht, noch deutliche Tannine, Lakritz, schön, 88 RNP
TS: wirkt in Farbe und Nase recht jugendlich, angenehm zu trinken, da sehr
ausgewogen, schöner Wein aber nicht mehr, 86 TSP
DD: Macht einen "blässlichen" Eindruck, wirkt aber in der Nase rund und
harmonisch, erst im Gaumen identifiziere ich spezifische Frucht (rote
Kirschen), die dem Wein eine sehr schöne Frische gibt. Gute Länge, bisher
der beste Wein. 87 DDP
NT: Auge:rubin leuchtend, Nase: ? sehr verhalten, Mund:Kirsche,
Lakritz, später etwas Tabak, hinten im Mund geringer Druck, rel. kurzer
Abgang, Sonst:süffig, schön, fast hätte ich lecker gesagt, :86 NTP
TD: Intensive Nase, Frucht erkennbar. Im Mund sehr rund, wenn auch nicht
allzu lang. Der beste bisher. 87 TDP.
UB: kräftige Beerennoten, etwas Alkohol und eine leichte Süsse dominieren
die Nase; am Gaumen rund und harmonisch wirkend mit schwarzen Beeren einem
mittleren Abgang und ordentlicher Struktur; 85+ BendePunkte
HR+DR: feine, etwas süße Frucht elegant, gute Harmonie, Heiko 87, Doro 87
JB: Leichter Abgang, leichter Wein, sonst habe ich nichts.. 86 JBP
Flight 2
(4) 1967 Chateau Beychevelle St. Julien
Achille-Fould
NK: in der Farbe sehr hellfarbiges Rot mit braunen Rändern, ungewöhnlic h,
in der Nase intensiv Champignons, ganz deutlich und von jedem erkennbar,
schon auf einen dünnen Wein hindeutend, im Wein sehr schlank, sehr reif,
aber auch eigenwillig fruchtig, Thomas spricht von Moder, hat deutlich
Säure, Tannine sind nicht mehr wahrnehmbar, der Wein hatte irgendwann in
der Vergangenheit mal seinen Höhepunkt, jetzt befindet er sich im freien
Fall, trotz allem bleibt der Abgang mit seiner ungewöhnlichen Aromatik
recht lang am Gaumen, 80 NK Punkte
WK: in der Nase Pilze, Wiesenchampignons, im Mund setzt sich die leichte
Erdigkeit, die Pilznote fort, 83 WK Punkte
GB: in der Nase Champignons, wenig Frucht, ungewöhnlich und leicht modrig,
im Mund schmeckt er nicht schlecht, wenig Frucht, Tannine abgeschmolzen, zu
alt, 85 GB Punkte
TB: ziemlich helles Rot mit starkem rostroten Rand, sehr kräuterige Nase,
Doro sagte treffend: Champignons,
Frucht schon völlig weg, weit über den Punkt, wiederholt sich am Gaumen,
ganz wenig Frucht, allerdings noch etwas Süße, überraschend lang 84 TB
Punkte.
RN: N: sehr stark: rohe Champignons, überdecken alles; ungewöhnlich aber
schön
G: auch im Mund Champignons, auch Süße, weich, lang und schön (hier punktet
er). 87 RNP (?)
TS: deutlich reife Farbe, unsaubere Nase nach Champignons und Moder, im
Mund ebenfalls dieser Pilzton zudem sehr dünn und gezehrt. Ich denke, der
Wein ist überaltert und hat zudem einen deutlichen Fehlton
(Lagerungsproblem?), 78 TSP
DD: Dünn-wässriges, überreifes Erscheinungsbild. Die Nase wirkt etwas
unsauber (für mich nicht zu spezifizieren). Im Gaumen eher flach, aber mit
angenehmer Erdbeerfrucht. In der Runde sind Vermutungen, es sei kein
Bordeaux, dem
könnte ich mich anschließen, die "Erdbeere" ist zwar angenehm, aber eher
untypisch. Insgesamt ist der Wein verblassr, deutlich über seinem
Höhepunkt,aber für mich noch mit kleinem Genuss trinkbar. 78 DDP
NT:Auge:helles rot, Nase:Pilze, alter Cidre (von modrigen Äpfeln),
Mund:Pilze, dünn, Sonst:Ist der Pilzton ein Fehlton?, :80 NTP
TD: Intensives Aroma nach Pilzen, wie man es von vermoderten alten
Baumstämmen kennt; sicher ein Fehlton. Im Mund eher dünn, "hell", aber auch
angenehm, fruchtig. 83 TDP.
UB: kräftige Champignonnote in der Nase; etwas säurige Noten und präsente
mittelstarke rote Früchte am Gaumen; weit über seine Zeit; 77 BendePunkte
HR+DR: Gaaanz viel Gefrierchampignons und Trockenpilze (kein Moder!!!),
Doro: Kräuter und Gemüsebrühe, spürbare Säure, im Finale trockned,
untypisch und über den Höhepunkt, aber "hat was", vor allem für
Pilzliebhaber

, Heiko 83, Doro 85
JB: hellbraune Farbe, deutlicher Pilzgeruch, Burgundergeschmack,
Todessüsse, 80?? JBP
(5) 1964 Chateau de Pez Saint Estephe
Vve. J. Bernard, Propriètaire
NK: die Nase ist erschreckend künstlich, hat etwas chemisches,
Lösungsmittel, vielleicht aber auch Rumtopf, auch im Wein unangenehme,
künstliche Frucht, hat aber auch Säure, der Wein ist völlig daneben, 69 NK
Punkte (übrigens der einzige, über ebay erworbene Wein, somit
möglicherweise ein Herkunftsproblem)
WK: in der Nase klebrige Süße, im Mund unangenehme Töne, auch etwas
klebrig, 75 WK Punkte
GB: in der Nase Feige, Trockenobst, leicht chemisch, im Mund schöne Fülle,
wenig Säure, etwas trockene Länge, etwas zu alt, 85 GB Punkte
TB: Ziegelrot mit rostroten Rändern, Zähe, schwerfällig - ölige Nase,
künstliche Süße, klebrig, unangenehm am Gaumen: der Wein ist völlig
hinüber,ich hab mir nur notiert: unangenehm, sehr lang, fehlerhaft, 70 TB
Punkte wegen der Länge
RN: N: Trockenfrüchte: Feige getrocknet, Süße versprechend, reif, etwas
Klebstoff, Schoko
G: reif, Süße, lang mit warmem Abgang, Salmiak, scheint aber im Glas schon
bald nachzulassen, 86 RNP
TS: für mich eindeutig fehlerhaft, Klebstoff, chemisch mit oxidativen
Noten, keine Punkte, da fehlerhaft
DD: Vom Auge sofort als "sehhhrrr reif" eingestuft, in der Nase Rumtopf,
für mich durchaus angenehm. Fehlerhaftigkeit, die andere Probeteilnehmer
sehen, liegt für mich nicht vor. Auch im Gaumen durchaus noch angenehm, das
Rumtopfbild (süßes, mürbes, alkoholisches Fruchtcoktail) bleibt bei mir
hängen. Die gewisse Alkohollastigkeit stört etwas, trotzdem aber ein noch
guter Wein. 82 DDP
NT: Auge: - Nase:getr.Feigen, Schinken, Lakritz, Mund:Kirsche, viel
Tannin, hinten im Mund verhalten, sehr lang , Sonst: ich mag den Wein!
89 NTP
TD: Nase sehr seltsam, fast künstlich, am ehesten passt noch getrocknete
Feige; durchaus intensiv. Im Mund lang und dicht, hat noch etwas Tannine.
Hier könnte man sich über Fehltöne unterhalten, viel mehr als beim Margaux.
Dennoch 86 TDP, weil er gut war
UB: süsses Trockenobst, leicht medizinal und Petrolnoten bestimmen die
Nase; am Gaumen dann von Kork bis Spiritus allerhand dieser Aromen; leider
deutlich über sein Zeit mit womöglich einem Flaschenfehler ... keine
Punkte! .. der
gleiche Wein, vor knapp drei Jahren genossen, offenbarte sich noch in einem
tollen Zustand mit deutlicher Struktur, roter Frucht und einem
erstaunlichen Abgang .. schade, aber so ist das halt beim Wein, nicht jede
Flasche hält
sich gleich gut.
HR+DR: Nase Lösemittel, Mund ganz deutlich Salmiakpastillen (bestätigt
Rudolf),also salzige Lakritz, deuticher Fehlton, deshalb Heiko unter 70
(ca. 65),doro keine Wertung
JB: Hoher Wasserrand, nicht bewertbar da fertig................
Flight 3
(6) 1976 Chateau La Conseillante Pomerol
Heritiers L. Nicolas, Propriètaires
NK: in der Nase feine Reife, dunkle Noten, erinnert an Waldboden, im Wein
sehr schön strukturiert, toll gereift, hat noch Fleisch und einen Hauch von
Schmelz, feine Süße, gut eingebundene Tannine, feine Länge, sehr gut, 89 NK
Punkte (positive Überraschung wenn man die Erwartungshaltung aufgrund der
Bewertung der Bdx-Gurus berücksichtigt)
WK: in der Nase erdig, ledrig, leichte Holznote, im Mund runder Körper,
charaktervoll, gut zu trinken, 91 WK Punkte
GB: in der Nase Süße, vielschichtig, im Mund dicht, elegant, nachhaltig,
harmonisch. 90 GB Punkte
TB: recht helles Ziegelrot, faszinierende Nase, sehr schöne
Reifetöne,dunkle Früchte, Teeblätter, ganz bißchen Vanille, auch Schmelz,
am Gaumen tolle Ausgewogenheit, noch nicht über'n Punkt, wieder klare
dunkle Früchte mit schöner Süsse, recht lang und überhaupt nicht schwer, 1.
Glas, welches ich ausgetrunken habe, 89+ TB Punkte
RN: N: schöne Nase, Waldboden, Süße versprechend, Röstaromen, reif, später
Liebstöckel, intensiv, komplex aber vielleicht schon zu alt? , G: etwas
Süße, noch Tannine, Salmiak, mittl. Länge, Säure, schön, 89 RNP
TS: gereifte Farbe, in der Nase Waldboden, Holunder, läßt mal wieder Tiefe
erahnen, im Mund dann schön ausgewogen, gute Struktur, gute Länge , 86 TSP
DD: Wunderbar brillante Reifetöne, verströmt eine feine Süsse nach Lakritz,
die kommt auch im Gaumen wieder. Schön ausgereifter, ausbalancierter Wein,
sehr nachhaltig, insgesamt sehr gut. Bisher bester Wein. 89 DDP
NT: Auge:- , Nase:Reifetöne, Nüsse, Kirsche, aber auch ein ganz klein
wenig urinal, Mund:süße Kirsche, hinten im Mund nachlassend, 86 NTP
(Abwertung wg Urinaltönchen)
TD: Intensive, "warme" Nase, Waldboden. Im Mund zunächst lasch, später
intensiver, zu einem großen Wein fehlt aber der gewisse Druck. 87 TDP
UB: süsse Portaromatik und etwas oxidiert an der Nase wirkend; leicht
süssliche Früchte von getrocknetem Obst beherrschen den Gaumen bei leicht
spürbarem Tannin und einer tollen Struktur; 86-87 BendePunkte
HR+DR: schöne differnzierte Nase, Waldboden, gute Struktur, Doro "sanft",
einer der längsten bisher, Parker muss einen anderen Wein verkostet haben
(76 PP), Heiko 88, Doro 90
JB: leichte Farbe, Rohrzucker, gesunde Süsse, überschreitet gerade den
Höhepunkt, Femininer Wein, auf Comtesse getippt, lecker Wein, 88 JBP
(7) 1978 Chateau La Lagune Haut Medoc
NK: in der Nase reife, fast Merlot-artige Süße aber leider auch eine
leichte Urinalnote, im Wein schlank, feine Säure, angenehme Gerbstoffe,
leichte Tabaknote, feine Reife, eleganter schöner Abgang, 85 NK Punkte,
wenn die Nase besser wäre auch mehr
WK: Nase hat für mich Stallgeruch, Tannin, Säure, finde ich nicht
harmonisch, mir fehlt Komplexität, 84 WK Punkte
GB: in der Nase noch fruchtiger Wein hinter den Sekundäraromen, Süße! ,
Tabak, im Mund große Fülle, fest, dicht, noch Tannine, relativ stramme
Säure, groß, 92 GB Punkte
TB: mittleres Rot, ziegel/rostroter Rand, in der Nase Stall und eine
wunderbare reife Tannin?!-Nase ( Gummi, Teer, Tabak ), auch am Gaumen
etwas Stall, am oberen Gaumen große Geschmeidigkeit, kraftvoll, noch
spürbares, aber reifes Tannin, Tabak und Teer, lang, nach meiner
Einschätzung durchaus noch Lagerpotenzial, glatte 90 TB Punkte,.
eine große Überraschung für diese Preisklasse
RN: N: warm Süße versprechend (neben mir "Zuckerwasser"), sehr schön +
rund, Karamel, Rauch, auch Tabak konnte ich nahvollziehen, G: Süße, Kraft,
noch merkl. Tannine, Lakritz, lang, toll, 91-92 RNP
TS: reife Farbe mit guter Dichte, in der Nase süßlich, dunkle Beeren, sehr
aromatisch, im Mund dicht, Fülle, angenehmes Tannin, recht komplex, wirkt
jungendlich und etwas unrund, aber kann das noch besser werden ? bisher
klar der beste Wein, 88+ TSP
DD: Wirkt vom Auge her eher jünger. Süße, warme Nase nach Heu (positiv!!),
Zeder, Marzipan. Auch im Gaumen sehr vielschichtig, dabei ausgewogen. Hat
noch deutlich Potential. Ich tippe auf 79er Lafite (was ja für einen La
Lagune keine Schande ist!), 91 DDP
NT: Auge:- , Nase: Maggi, Leder, dunkle reife Früchte, Mund: dicke
schwarze Kirsche, den ganzen Mund ausfüllend, mittellang, Sonst:sehr
lecker, ach nein: schmeckt mir sehr gut, :91 NTP
TD: Nase verspricht einiges, intensiv, süß, etwas Stall. Im Mund sehr
schön, mit Länge; Tannine. 90 TDP.
UB: präsente Frucht, Tabak, Fleisch und etwas erdige Aromen in der Nase;
kandierte Früchte und merkbares rundes, harmonisches Tannin, bei einer
guten Struktur und einer sehr dezenten Alters-Säure; alles in allem ein
erstaunlicher Wein; 88 BendePunkte
HR+DR: in Mund und Nase leichte Brettaromatik (besteh ich drauf, deine und
Doros Urinalnote und Stallnote passt dazu) dunkler Tabak, kraftvoll,
harmonisch, mittellang, sehr positive Überraschung beim Aufdecken, Heiko
89, Doro 89
JB: fruchtige Nase, noch leicht verschlossen im Gaumen, dicht, süss,
Kirschen?? 89 JBP
(8) 1975 Chateau Pichon Lalande Pauillac
NK: zunächst wird auf Kork getippt, zumindest in der Nase, im Wein aber
m.E. nicht wahrnehmbar, hier präsentieren sich Frucht und morbide Süß e,
der Wein ist recht dicht, hat feine, reife Gerbstoffe, sehr lang, sehr
gut, 89 NK Punkte
WK: Nase hat Korkton, setzt sich zum Glück nicht im Mund fort, stark
Tanninbetont, 89 WK Punkte
GB: in der Nase leichter Kork, verscchwindet aber fast völlig, dezente
Süße, Kirsche, im Mund etwas Frucht, sehr dicht, große Länge, noch
präsentes Tannin, aber leicht trocknend, insgesamt etwas durch Kork
beeinträchtigt, könnte wahrscheinlich besser sein, 90 (?) GB Punkte
TB: noch recht dunkles, leuchtendes Rot, etwas hellere Ränder, leider ganz
leichter Korker, daher wohl die Frucht etwas in Mitleidenschaft gezogen,
trotzdem noch sehr gut mit guter Dichte, am Gaumen noch satte Frucht, sehr
kraftvoll - intensiv, deutliche Tannine, sehr lang 89 TB Punkte, ohne Kork
wohl mehr
RN:N: anfangs Hauch von Kork, trotzdem ok, "Trockenheit durch Kork?", Sü ße
versprechend, G: Süße, Tannin/"Trockenheit" eventuell durch Kork, Lakritz,
dicht, noch jung, 90 RNP Kork?
TS: Kork oder nicht Kork? zumindest stark verdeckte Aromen, man merkt einen
guten Körper mit Fülle aber kaum Aromatik
(86 TSP)
DD: Den von anderen reklamierten Kork merke ich nicht. Ich rieche Tabak,
Zeder, süße schwarze Früchte. Und schmecke dies auch. Für mich ist dieser
Wein nur ein bißchen "schlechter" als die Nr. 7. Die deutliche Tabaknote
lässt mich
auf 81er Mission tippen. 90 DDP
NT: Auge:- , Nase:Kirsche, Mund:Kirsche, noch kräftigeTannine, füllt
den ganzen Mund, 89 NTP
TD: In der Nase zunächst leichter Korkton, später nicht mehr. Im Mund
Vanille, Kirsche, Tannine. 90 TDP.
UB: deutliche Korknote .. daher nicht zu bewerten
HR+DR: leichter Korkton bleibt bei mir und Doro bestehen, trotzdem ist ein
sehr guter Wein erkennbar, Heiko 88?, Doro 88?
JB: JB: kein junger wein, etwas am austrocknen, zehrt - ev. ein 79
Lafitte???, 86 JBP
(9) 1979 Chateau Lafite-Rothschild Pauillac
NK: tiefrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase leider wieder
leichte Urinalaromatik (komme ich nicht gegen an), im Wein feine Süße, hat
aber auch Säure, angenehme, reife Gerbstoffe, und eine schöne Länge, wegen
der Nase 84 NK Punkte, sonst mehr
WK: in der Nase leichte Süße, schöner, komplexer Körper, tanninbezogen, hat
noch Möglichkeit zum weiteren Altern, 90 WK Punkte
GB: in der Nase dunkle Kirsche, Lakritz, Teer, im Mund präsente Tannine,
große Länge, noch relativ jung, 91 GB Punkte
TB: dunkles Rot, kaum aufgehellter Rand, sehr tiefe, fruchtbetonte Nase,
macht verschlossenen Eindruck, keine Reifetöne, am Gaumen ebenfalls etwas
verschlossen, ich glaube, der kommt noch etwas mehr, süße Frucht,
wahrnehmbare Säure und Tannine, jetzt 89+ TB Punkte, Potenzial vielleicht
92 TB Punkte.
RN: N: dicht, Lakritz, noch jugendlich (!), Süße versprechend, etwas Tabak
G: Süße, kräftig, Lakritz, Tannine, warm, lang, Tabak, noch etwas "jung"...
beeindruckend bei dem Alter..., 90+ RNP
TS: mittelreife Farbe, süßliche Nase, Holz, Lakritz, ein Wein der recht
jung wirkt, mit schöner Aromatik, Tiefe und guter Länge, ein leicht grün
wirkendes Tannin verhindert eine höhere Bewertung, 88 TSP
DD: Ein Wein mit Ecken und Kanten, alle Merkmale lassen mich auf einen 86er
tippen. Die Nase verhalten, fast verschlossen (Zigarrenkistchen),
mundfüllende Präsenz, gutes Süsse-Säure-Spiel, wunderbare Länge, ein Wein
der für mich noch viel Potential hat.90 DDP
NT: Auge:jung , Nase:Kirsche, Lakritz , Mund:reife
Schattenmorelle, feine Tannine, beherrscht den ganzen Mund, sehr lang,
Sonst:sehr schöner Wein, 92 NTP
TD: Nase wird immer intensiver, wirkt "fest"; Süße, Tabak. Im Mund lang,
rein, schön; viel Tannin; Süße, Kirsche. 92 TDP.
UB: dunkle Noten von Erde und Tabak, Röstaromen und etwas kandierte Früchte
dominieren die Nase; am Gaumen kräftiges Tannin, leicht grüne Noten von
gedämpften Gemüse, eine charmante leichte Süsse, von mittlerer Art und
schon
etwas müde wirkend; 86 BendePunkte
HR+DR: schöne, komplexe Nase, diesmal OHNE Brett (oder Urin), süß und reif,
etwas verhalten, "exotisch", im Mund viel süße und Säure, aber keine rechte
Harmonie zwischen den beiden, Teer und noch etwas Tannin, kein großer Wein
trotz sehr gefälliger Nase, Heiko 89, Doro 86
JB: es fehlt am floralen Charakter, alles "laberte den Wein nach Margaux,
warum, etwas verschlossen, GROß 94 JBP
Für mich die Überraschung des Abends, vielen Dank
(10) 1971 Chateau La Mission Haut Brion Graves
Domaines Woltner, Propriètaire à Talon
NK: in der Nase sehr, sehr reif, Anklänge an schwarzer Tee, im Wein feine
Süße, aber auch Säurespitzen, der Wein ist nicht wirklich schlank aber es
fehlt ihm für meinen Geschmack aber etwas an Dichte, im Abgang ist er aber
recht lang, gut, 88 NK Punkte
WK: in der Nase Süßkirsche, schwarzer Tee, im Mund runder Körper, angenehm
zu trinken, 90 WK Punkte
GB: in der Nase Räucherspeck, Bitumen, wenig Frucht, im Mund sehr dicht,
noch viel Tannine, mittellang, vielleicht etwas zu eindimensional, 90 GB
Punkte
TB: für mich Premiere, noch nie zuvor getrunken und gleich der beste Wein
des Abends, dunkles Rot mit wenig Alterungsanzeichen, eine fantastische
Tabak-Teer-Gummi-Nase zum Reinlegen, am Gaumen wiederholt sich das Spiel
mit präsenter Säure und Tannin, viel süsse Früchte, lang und einfach
ausgesprochen vielschichtig und LEECCKKERRR...., locker 92 TB Punkte.(Es
zieht schon wieder am hinteren Gaumen, bitte noch ein Glas

)
RN: N: Speck, etwas Kleber, aber guter ;o), Feuerstein-Mineralik,
"Bitumen", Tee
G: Süße, Rauchspeck, fruchtig, mittellang, 92 RNP
TS: sehr reife Farbe, in der Nase rauchig, Tee, recht kräftig, gehaltvoll,
Süße, samtiges Tannin, Länge. Mit Abstand das Highlight bisher
92 TSP
DD: Eine süsse Überraschung. Ein hochreifer Wein mit wunderbarer fruchtiger
Süsse. Lediglich ein Anflug von Medizinaltönen stört etwas. Johannes
schwört, dass es der 71er Mission sein muss, insofern punkte ich vielleicht
nicht mehr ganz objektiv. War aber wirklich Klasse! 93 DDP
NT: Auge:- Nase:Speck, anfangs etwas Klebstoff später Firne?,
Mund:Rauch, Süße, etwas Bitumen(?), mundfüllend aber nur mittellang,
Sonst:erkennbar als la M.(Rauch, Speck), 90 NTP
TD: Intensive Nase nach Liebstöckel, Leim, Räucherspeck. Im Mund voll,
rund, reif, mit Tanninen; wird immer besser. 93 TDP.
UB: ein kräftiges rot mit dezentem Altersrand; sehr reife rote Frucht und
dunkle Beeren beherrschen die Nase; sehr präsente, kräftige Frucht auch am
Gaumen,lang anhaltend und mit viel Struktur. Ein grosser, fast noch
jugendlich
wirkender Wein, der noch nicht am Ende seiner Zeit ist!; 92 BendePunkte
HR+DR: in der Nase ganz deutlich Bitumen (Doro meint mit Teer wohl
dasselbe), im Mund auch, gepaar mit schwarzem Tee, volle Frucht,aromatisch
und komplex, noch Tannin, recht lang, der größte Wein: Heiko 92, Doro 91
JB: tiefe Farbe, Tinte, Graves, voller Mund, wiedererkannt, 94 JBP
Flight 4
(11) 1981 Chateau La Mission Haut Brion Graves
Domaines Woltner, Propriètaire à Talon
NK: in der Nase Brett, Urinalaromatik, im Wein schlank, Gerbstoffe sind
spürbar, es mangelt etwas an Frucht, hat Säure, hat auch eine gewisse
Länge, 84 NK Punkte wegen der Nase
WK: in der Nase weich, warme, runde Brombeere, im Mund leichte Frucht,
ansonsten rund, 87 WK Punkte
GB: in der Nase Holz, Waldfrucht, Süße, Leder, Teer, im Mund eher elegant,
intensiv präsente Säure, viel Tannin, sehr lang, für mich zu hart, 87 GB
Punkte
TB: dunkles Rot, sehr dichte Nase, auch dunkle Beerenfrüchte, etwas Stall,
etwas Teer, am Gaumen sehr deutliches Tannin, wieder die dunklen Fruchte,
wieder Stall, adstringierend, recht lang, kommt an den 71er lange nicht
heran 88 TB Punkte.
RN: N: würzig, dicht, Staub, etwas dezent, Tabak, G: sehr kräftig, Süße,
Liebstöckel, mittellang, schön, Lakritz, Liebstöckel, noch Potential, 88+
RNP
TS: in der Nase Brett, etwas dunkle Frucht, sehr unausgewogen, Säure,
leicht grünes Tannin, kurz, 85 TSP
DD: Sehr dichte, reife Erscheinung, wiederum eine schöne Heunase, im Gaumen
allerdings kapselige, metallische Noten, die das Gesamtbild
beeinträchtigen.Wirkt relativ unharmonisch. 83 DDP
NT: Auge:- , Nase:"harte" bittere dunkle Schokolade,
Mund:Kirsche, Süße, voll nur hinten etwas weniger, relativ lang anhaltend,
90 NTP
TD: Sehr schöne, intensive Nase. Im Mund ausgewogen, etwas Tannine,
Bratensatz. 89 TDP.
UB: Stallaromen, Gewürze und dunkle Beeren herrschen im Geruch vor; von
etwas leichterer Struktur, etwas Süsse bei dezenter Frucht; durchaus noch
harmonisch wirkend; 85 BendePunkte
HR+DR: deutliche, aber vertretbare Brettaromatik (da bin ich sehr
anfällig), schöne Frucht (außer Cassis auch Brombeer und Kirsche, Teer,
leicht adstringierend, Heiko 86, Doro 87
JB: Alkohol Nase, mittlerer Körper, leichte Astringenz, muß man nicht haben
82 JBP
(12) 1982 Chateau Canon La Gaffeliere Saint Emilion
Comtes de Neipperg, Propriètaires
NK: ziegelrote Farbe mit deutlich braunen Rändern, in der Nase feine Reife,
im Wein etwas mager, kaum Blume, Reife-Töne, Leder-Aromen, präsente
Gerbstoffe, hat Säure, ordentliche Länge, 84 NK Punkte
WK: in der Nase Tabak, Rauch, im Mund leicht, ungezwungener Körper, glatt,
86 WK Punkte
GB: sehr süße Nase, fruchtig, im Mund sehr viel Süße, voll harmonisch,
Restzucker, mittlere Fülle, Länge o.k., lecker!, 90 GB Punkte
TB: ziegel bis rostrot, cremig - laktische Noten, Vanillepudding, uuhh..,
am Gaumen ziemlich schlank, etwas scharf, laktische Aromatik, bitter im
Abgang, enttäuschend für das große Jahr, 86 TB Punkte
RN: Da habe ich im Vergleich mit den anderen wohl einen Ausreißer. Mir hat
er sehr gut gefallen, aber das kann auch an der Quiche gelegen haben, die
es davor gab...
N: dicht, Süße versprechend, würzig, kräftig, etwas Liebstöckel, Schoko
G: Pilze, nur mittl. Süße, Lakritz, toll, Frucht, mineralisch, "Tabak",
"Leder" kann ich nachvollziehen, insgesamt sehr rund + harmonisch, 93 RNP
TS: dunkelbeerige Nase, im Mund leicht süßliche Noten, aber auch Alkohol,
Schärfe (Pfeffer), wirkt schnapsig, 80 -
DD: Da war ich gerade mit der Quiche zu Gange, hätte ihn fast verpasst.
Notiz: Extreme Süsse, seht gut. 86 DDP
NT: Auge:- , Nase:sehr verhalten, Mund:alkoholisch, Süße,
kräftige Tannine, hinten etwas wenig, nicht allzu lang, :89 NTP
TD: Intensive, süßliche Nase; Leder. Sehr gut im Mund, scheint auf dem
Höhepunkt zu sein. 90 TDP.
UB: etwas Gewürze bei ansonsten zurückhaltender Frucht an der Nase; sehr
präsente Medizinalaromen am Gaumen, über der Zeit; 77 BendePunkte
HR+DR: Doro findet laktische Noten, , gibt trotzdem 85 P. ich hab nur
Liebstöckel, ordentlich notiert: 80 P.
JB: Leder Medizin, überreife Töne, kein tolles Erlebnis 81 JBP
(13) 1983 Chateau Grand-Puy-Ducasse Pauillac
Alc 12,4%
NK: in der Nase sehr reif, hat noch Frucht, im Wein deutliche Frucht, hat
noch Saft, hat Säure, hat Nachhall, 84 NK Punkte
WK: in der Nase leichte Röstaromen (komme gerade aus der Küche), kleiner
Wein, wirkt unkompliziert, fruchtig, 85 WK Punkte
GB: in der Nase etwas flüchtige Säure, die Frucht ist weg, im Mund
deutliche Säure, nicht harmonisch, Länge vorhanden, leicht bitterer Abgang,
war gut aber zu alt, 85 GB Punkte
TB: wenig Rosttöne, heller Rand, gutes rot, in der Nase Medizinale Töne ,
satte Frucht, winzige Vanillenoten, am Gaumen viel Säure im Vordergrund,
zu viel, Frucht nur hinten, zu bissig scharfer Wein, zu alt, 83 TB Punkte
RN: N: irgendwie dicht, widersprüchliche Notiz: kräftig, verschlossen,
dezent (Alkohol?)
G: relativ schwach, "Todessäure", dicht, "unharmonisch", Lakritz, von der
Säure her schon zu alt, 84 RNP
TS: leider nicht probiert
DD: Eine reife (überreife?) Nase, im Gaumen dominiert eine kräftige Säure,
die der Frucht wenig Chancen lässt. Wirkt etwas unharmonisch, aber durchaus
noch gut. 82 DDP
NT: Auge:- , Nase:verhalten , Minze , Mund:etwas Säure , weniger
Süße,hinten kurz , 88 NTP
TD: Schöne, intensive, reife Nase. Im Mund "Todessäure"; nicht wirklich
harmonisch. 84 TDP.
UB: süsse Madeiranoten in der Nase; oxidiert wirkend mit präsentem
Madeiramantel am Gaumen; 75 BendePunkte
HR+DR: deutlich eSäure, leicht maderisiert (oxidiert), unharmonisch durch
die Säure, fast fehlerhaft der Oxidationston, 76 Punkte, Doro: medizinal,
starke Säure, gibt trotzdem 85 mit ?
JB: Todessäure, kein Abgang, unharmonisch pfui 79 JBP
(14) 1983 Gran Coronas Mas la Plana Gran Reserva Penedes
Spanien
Miguel Torres S.A.,
NK: in der Nase kräuterduftig, in der Runde wird von Dill gesprochen, wirkt
jedenfalls ungewohnt und interessant, im Wein noch jugendlich, frisch,
fruchtig, leichte Holzaromatik, hat auch noch Säure, gute Länge für mich
ein wirklich sehr, sehr schöner Wein, 89 NK Punkte
WK: in der Nase Dillnoten, im Mund angenehme Fülle, Körper, mittlere Länge,
90 WK Punkte
GB: in der Nase leichte Dillgurken, Zedr, etwas Frucht, durchaus frisch,
saftig, harmonisch, lang, überzeugend, 90 GB Punkte
TB: mein Pirat, wurde von Johannes erstmal klar als Nicht-Bdx geoutet, Rot
ohne Rost, mittlere tiefe schöne, leichtwürzige Nase, etwas Dill, Schmelz,
am Gaumen etwas Säure aber viel frische Frucht mit feiner Reife,
ausgewogen-kompletter Wein, hinten noch ein wenig Kräuter, gute Länge, kann
gut in der Runde bestehen 89 TB Punkte
RN: N: Dill, wachsig, ölig, sonst dezent aber schön, G: Holz, etwas
"Pfeffer", im Abgang Lakritz, merkl. Säure. Thymian?,"Minze", 88-89 RNP
TS: recht reife Farbe, in der Nase verhaltene Beerenfrucht, im Mund
ausgewogen mit süßlichen Noten, Lakritz, Holz mit Tiefe und Länge, als
nicht Bordeaux erkannt, eins der Highlights, 92 TSP
DD: Ein schöner Pirat, den ich als solchen nicht erkannt habe. Insgesamt
ein sehr schöner, harmonischer Wein. Neben dunklen Früchten rieche und
schmecke ich Tabak. Beim Tipp lande ich deshalb schon wieder bei Mission 81
(Nr. 11
war noch nicht aufgedeckt). 87 DDP
NT: Auge:- , Nase:Johannisbeere, Dill, Mund: voll, Johannisbeere,
etwas Holz, ausgeprägte Säure, sehr lang, 87 NTP
TD: Sehr intensive Nase. Im Mund Edelholz (Zeder?), Bratensatz; sehr dicht;
lang. 92 TDP.
UB: sehr reife Aromen dominiert von Kaffee, Schoko und etwas Gemüse; reife,
süsse Kaffee und Kakaoaromen mit ein wenig Minze auch am Gaumen; dunkle
Noten, gute Länge, ordentliche Struktur und ein harmonischer Eindruck; 89
BendePunkte
HR+DR: Nase viel Dillgewürz (bite aufnehmen, das war deutlich!), Doro Dill,
Minze und Kräuter im Mund
eindringlich, sehr guter Wein, aber untypisch für Bordeaux (isser ja auch
nicht), Heiko 88, Doro 88
JB: etwas Rauch, leichte Minze, süß, mittlerrer Abgang, Bordeaux??? 89
JBP
Flight 5
(15) 1986 Chateau Poujeaux Moulis en Medoc
Jean Theil, Propriètaire
NK: in der Nase feine Reife, im Wein schlank aber mit schöner, sauberer
Frucht, wirkt noch jugendlich, ordentliche Länge, 88 NK Punkte
WK: in der Nase verschlossen, leichte Holznoten, im Mund tanninbezogen,
trotzdem Frucht, braucht noch Zeit, 90 WK Punkte
GB: in der Nase klassisches Bukett, Zedernholz, noch fruchtig,
vielschichtig, im Mund voll, kernig, ein bißchen zu wenig Süße, aber
schöner Abgang, sehr schöner, nicht großer, aber doch noch ein Klasse-Wein,
89 GB Punkte
TB: schönes Rot, sehr wenig Rost im Rand, in der Nase ein Anflug von nassem
Hund, dann aber satte rote Frucht, fast jugendlich am Gaumen recht
verschlossen, macht aber einen kompletten, ausgewogen Eindruck, ich sehe
den
Wein noch mit deutlichem Potenzial, kaum zu glauben, 88 TB Punkte.
so langsam werden die Notizen spärlicher.....
RN: N: dezent aber schön, dicht, G: kräftig, Tannine, schön, Brombeere,
noch jung, würzig
TS: recht junge Farbe, in der Nase dunkelbeerig, Holz, im Mund kraftvoll,
auch hier dunkle Beeren, dezent Holz, Fülle und Konzentration mit guter
Länge, Potential !?, 91+ TSP
DD: Fast jugendliche Erscheinung. Ein echtes Kraftpaket, das noch lange
nicht aufgeschnürt scheint. Die Nase noch recht verhalten (verschlossen?),
aber ein "Maul voll Wein", kräftig, fest mit schwarzer Frucht. Mit noch
reichlich
Potential. Bei den verbleibenden Weinen fällt der richtige Tipp nicht
schwer. 92 DDP
NT:Auge:- , Nase:dezent mit einem Hauch von angebackener ( nicht
angebrannter) Milch, Mund:kräftige aber feine Tannine, Kirsche, voll ,
mittellanger Abgang, 87 NTP
TD: Nase eher dezent. Im Mund rein und ausgewogen, mit Tanninen; sehr gut.
90 TDP.
UB: schwarze Beeren und Kaffee in der Nase; Noten dunkler Beeren am Gaumen
und eine ausgeglichene Struktur; 85 BendePunkte
HR+DR: Heiko: dezente, etwas verschlossenen Nase, spürbare Säure, 86? P.,
Doro: grünes Gras im Mund, "grün" auch im Mund, 86 P
JB: ??? habe nur 89 pkt notiert
(16) 1988 Chateau Lynch-Moussas Pauillac
Casteja, Propriètaire Alc 12,5%
NK: in der Nase leicht gereift mit Frucht, im Wein sehr schön geöffnet,
Frucht, schöne Länge, Tannine sind gut eingebunden, angenehmer Nachhall,
gut, 87 NK Punkte
WK: in der Nase Holztöne, Rauch, runde Noten, im Mund verschlossen,
verhalten, zu jung, 89 WK Punkte
GB: in der Nase sehr jugendlichh, Minze, fruchtig, im Mund saftig, frisch,
wieder Minze, erstaunlich jugendlich, 92 GB Punkte
TB: gutes Rot ohne hohen Rostanteil Nase weit geöffnet, springt fast aus
dem Glas, fast shocking

, jugendlicher Wein mit erheblicher Länge, das
war noch lange nicht alles m.E. mehr hab ich nicht notiert, 89+ TB Punkte.
RN: N: "jung", dicht, "grüne Paprika" kann ich nur ansatzweise finden,
fest, eine "florale Note" schon eher: Veilchen ? G: kräftig, dicht, noch
Säure - Salmiak, schön, warm, etwas Pilze, schön, 92 RNP
TS: in der Nase verhalten, Reife, im Mund ausgewogen, mittlere Dicht, sehr
angenehm zu trinken, 90 TSP
DD: Scheint deutlich reifer als der Vorgänger. Verhaltene, aber dichte
Nase.
Ausgewogen, harmonisch und durchaus mit weiterem Potential. Mir ist klar,
dass es der Lynch-Moussas sein muss, aber ich will es nicht so recht
glauben, weil alle anderen Jahrgänge, die ich kenne, diese Klasse nicht
erreicht haben. Sehr guter Wein. 88 DDP
NT: Auge: - , Nase:fruchtig, nach Johannisbeere, Mund:kräftige
Tannine, Kirsche, voll im ganzen Mund, mittellang bis lang, 89 NTP
TD: Intensive Nase, endlich mal schwarze Johannisbeere. Im Mund dicht,
fruchtig, sehr gut. 91 TDP.
UB: rauchige Aromen von Speck und Gewürzen dominieren die Nase; gute
Struktur, etwas Säure und Tannin, gute Länge und dunkle Noten; 89
BendePunkte
HR+DR: sehr reife, "offene" Nase, Doro Speck und Räuchertöne, durchaus
komplex, solide, Heiko 83, Doro 87
JB: reine Farbe, klarer Wein, braucht Zeit Groß? 92 JBP
(17) 1985 Chateau Margaux Margaux
NK: in der Nase kaum gereift, feine Süße, den in der Runde erwähnten Kork
kann ich nicht nachvollziehen, auch hier nach der Verwässerungsprobe kein
TCA wahrnehmbar, im Wein sehr schöne, ausdrucksvolle Frucht, Süße,
Nachhall, einfach ein großer Wein, 94 NK Punkte
WK: in der Nase Fruchtnoten, viele tippen auf Kork was ich trotz meiner
Empfindlichkeit bezüglich TCA nicht nachvollziehen kann
GB: in der Farbe noch sehr dunkel, in der Nase tiefgründig, fruchtig, süß,
im Mund fruchtig, mundfüllend, extreme Fülle und Länge, 94 GB Punkte
TB: gleichwohl es nur dieser sein konnte zu Schluss, ich sah den Wein nicht
groß, dunkles rot ohne Ränder, Nase: deutliche Vanille + Korktöne, viel
Frucht, deutliche Süße, leider auch Kork, der im Glas etwas später fast,
aber auch eben nur fast, verfliegt, am Gaumen tolle Süße mit Schmelz, viel
Früchte jeglicher Art, aber noch ziemlich adstringierend, viel Tannin,
lang, 90-91 TB Punkte.
RN: N: "Kork"?, später nicht mehr feststellbar. und unwahrscheinlich, denn
der Wein überzeugt: Süße versprechend, Schokolade, etwas guter Kleber, G:
Süße, schön, Schoko, Frucht, Kraft, noch etwas Tannine (Potential), 94 RNP
TS: für mich ein Korker, deutlicher als die 8, keine Aromatik, im Mund ist
die Dichte und Konzentration zu erkennen, aber auch hier kaum Aromatik, was
bleibt ist der unangenehme TCA Geschmack, schade, schade, ohne Wertung
DD: Die aufkommende Korkdiskussion kann ich wieder nicht nachvollziehen
(Bacchus sei Dank!!). Von Notizen nehme ich Abstand, ich versuche den Wein
einfach zu geniessen, was mir durchaus gelingt. Sicherlich kann ich mich
nicht davon
freimachen, dass ich weiss, welcher Wein im Glas sein muss. Trotzdem stehe
ich zu meiner (!!) Wertung. 94 DDP
NT: Auge:- , Nase:keine Aufzeichnung, da der Wein angeblich Kork
hätte, zunächst nur nach Kork geschnüffelt und geschmeckt aber nichts
gefunden.danach unter Nase keine Aufzeichnung mehr gemacht und nur
genossen, Mund:aus der Erinnerung:harmonisch, druckvoll im ganzen Mund mit
wahnsinniger Länge, Sonst:der für mich mit Abstand beste Wein des Abends,
95 NTP
TD: In der Nase zunächst leichter Korkton, später nicht mehr, noch später
doch wieder. Darüber ist müßig zu spekulieren, absolut rein kann ein Wein
dieses Alters nicht sein. Obwohl, im Mund war er es: Reintönig, dicht,
jung, eine andere Dimension. 95 TDP.
UB: deutlich Kork (auch in der Verwässerungsprobe!), daher hier keine
Wertung ... dennoch zeigte selbst der korkige Wein, dass der TCA bei einem
grossen Vertreter zugeschlagen haben muss auf Grund der noch immer
erkennbaren
Strukturen des Weines ... ohne Kork sicherlich ein grosser Vertreter seiner
Zunft, dem der TCA leider seine Frucht stibitzt hatte
HR+DR: ich bestehe auf (leichtem) Kork, der geht auch nicht weg, nur
schade, dass wir über nichts anderes mehr gesprochen haben als den Kork,
ein potentieller 93 Punktewein, den ich eigentlich trotzdem nicht bewerten
dürfte, Doro 90? P.
JB: Reine Farbe, voller Geschmack, Dichte und Fruchtfülle,
Multivitamingeschmack??? 94 JBP
Die nachfolgenden Weine wurden außerhalb der offiziellen Probe geöffnet und
wurden auch nicht mehr von allen Teilnehmern verkostet.
(18) 1986 Gressier Grand Poujeaux Cru Bourgeois Superieur
Moulis
Bertrand de Marcellus, Exploitant Alc 12,5%
NK: in der Nase interessante Frucht, im Wein fast kirschige Frucht,
jugendlich, sauber, mit Säure, gut, angenehme Länge, 87 NK Punkte
TB: sah ich bei 90 Punkten
RN: N. schön, Schoko, G. Frucht, noch kräftige Tannine, jung und schö n, 89
RNP
DD: Recht jugendliches Erscheinungsbild, ein Wein von kräftiger Statur.
Schwarze Kirschen in Nase und Gaumen, gutes Süsse-Säure-Spiel, schöne r Wein
mit weiterem Potential. Kam besonders gut zu der herrlichen Käseplatte. 89
DDP
NT: Auge:- , Nase:jugendlich, etwas landwirtschaftlich, Mund:Tannin
im Vordergrund, Kirsche, 86 NTP
TD: Nase wirkt jünger. Im Mund fruchtig, mit Tanninen. 89 TDP.
UB: Raucharomen und Tannin schon in der Nase; kräftige dunkle Früchte und
starkes Tannin, bei guter Länge; 86 BendePunkte
(19) 1978 Chateau Croizet-Bages Pauillac
Paul Quié, Propriètaire
NK: angenehm gereifte Nase, im Wein noch Frucht, feine Reife, leichte
Mineralität wahrzunehmen, schöne Länge, erstaunlich guter Wein, 88 NK
Punkte
TB: war hinüber, scharf und metallisch,
ich war jetzt auch hinüber. nachprobieren machte für mich keinen Sinn mehr.
hat wieder viel viel Spaß gemacht. Ich krieg von BDX nicht genug,finde
diese Weine einfach faszinierend. Wenn s nur nicht so teuer wäre....
RN: Bewertungsaussetzer
DD: Für mich deutlich über seinem Höhepunkt, die Säure ist schon sehr
dominant, die Frucht hat kaum noch Chancen, dadurch insgesamt zu hart.78
DDP
NT: Natz: bereits in Richtung Bahnhof unterwegs.
TD : In der Nase reif und dicht. Im Mund ebenso, nach 15 min auch rund.89
TDP
UB: keine Notizen ... aus der Erinnerung heraus schien mir dieser Wein
jedoch eher ein leichterer seiner Gattung gewesen zu sein
.
(20) 1976 Clos de Nobles Cabernet Franc Brasilien
Cooperativa Vinicola Aurora Ltda.
NK: granatrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase deutlich maderisiert,
vor diesem Hintergrund sehr schwer zu beurteilen, ist aber auch sehr lang,
fast etwas süßlich, hatte aber jetzt auch einen schweren Stand, 72 NK
Punkte
RN: N: stark oxidiert, Dörrobst, alt, G: schon zu alt, leicht säuerlich ,
etwas Süße, noch gut trinkbar, keine Punkte mehr vergeben
DD: Keine Notizen, keine Bewertung. Der Wein hatte es nach meinem Eindruck
eindeutig hinter sich.
UB: keine Notizen ... erinnerte an deutlich an Banyuls mit seiner
überreifen süsslich schwarzen Frucht und den dunklen Noten; am Gaumen dann
allerdings doch sehr eigenwillig und etwas ausgetrocknet wirkend .. ein
1986er
Brasilianer, vor zwei Jahren getrunken, war hingegen schon völlig zerstört,
dagegen war dieser Exot eher klasse
(21) 1979 Chateau Lanessan Haut Medoc
Domaines Bouteiller, Propriètaire à Cussac-Fort-Medoc
NK: in der Nase sehr schöne, saubere Frucht, erstaunlich frisch, im Wein
herrlich klare Frucht, gut eingebundene Tannine, angenehme Säure, gute
Länge, heute eine der schönsten, unerwarteten Überraschungen, 90 NK Punkte
(Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot).
RN: N: Süße versprechend, reif, Schoko, Weichkäse, G: Süße, kräftig, reif
aber noch Tannine
DD: Für mich die Überraschung schlechthin. Wirkt noch jugendlich. Klare,
sehr fruchtige Nase. Im Gaumen Säure, Frucht, Tannine in wunderbarer
Balance. Sehr nachhaltig und durchaus noch mit Potential. Die Flasche hät te
ich gerne
noch mit ausgetrunken, aber Züge warten einfach nicht! 90 DDP
UB: keine Notizen ... erstaunliche Leistung für Alter und Weingut, gehörte
zu den besseren
HR: War da nicht noch ein alter Lanessan, der mir sehr gut gefallen hat?
Antwort NK: es war
Zum Ausklang nun ein unter sub-optimalen Bedingungen (nicht bei mir)
gereifter, fruchtsüßer Wein (ständig Zimmertemperatur) mit leichtem
Korkläufer.
(22) 1976 Dalsheimer Hubacker Riesling Auslese
Erzeugerabfüllung Weingut Keller, Flörsheim-Dalsheim
NK: bernsteinfarben, in der Nasse intensive, reife, süße Honigaromen, auch
im Wein intensiver, reifer, süßer Stoff, Extrakt, sehr langer Nachhall,
erstaunlich was Wein aushalten kann, aus meiner Sicht immer noch 87 NK
Punkte wert
RN: N: reif, Petrol, Honig, G: Süß, noch gut trinkbar, sehr reif aber
schön, vielleicht leichte Note
von verbranntem Plastik, die etwas stört
UB: keine Notizen ... Honigaromen dominierten die Nase mit gelben
kandierten Früchten; am Gaumen etwas Firne und ein erstaunliches Volumen;
dezente, fast versteckte Süsse und gelbe Frucht mit etwas Nussaromen
herrschten hier vor;
sehr erstaunlich, sicherlich nicht für jeden ein Vergnügen, für mich
allerdings war es eines
Fazit NK: Es tut einerseits schon in der Seele weh, wenn man angesichts
einer solchen Probe, seine vor vielen Jahren aufwendig und für damalige
Einkommensverhältnisse unglaubliche teuer beschafften Schätze
dahinschwinden sieht. Bei den meisten Weinen war es noch die Zeit vor dem
Internet oder auch vor Zeitschriften wie AüW. Informationsmaterial waren
seinerzeit Bücher wie der olle Hornickel. Unvergessliche
Schlüsselerlebnisse wie ein 1961er Chateau La Pointe aus dem Pomerol oder
auch ein 1961er Hermitage von Chapoutier haben die Voraussetzungen dafür
geschaffen, Weine für teures Geld (mit heute verglichen relativ) zu kaufen
die man in dem Zustand zu Zeiten des Kaufes mit Sicherheit nicht verstanden
hätte. Die meisten Weine habe ich mir damals eigentlich nicht leisten
können. Wer aber diese elegante, noble Süße auf der Zunge gehabt hatte
(Süße die nicht wirklich süß ist), diese Dichte, diese Konzentration ohne
störende Holzüberlagerung oder ohne dominierende Tannine, der wird es
zeitlebens nicht mehr vergessen und folglich Weine kaufen, die er sich so
manches Mal gar nicht leisten kann, immer in der Hoffnung, dieses Erlebnis
mit Weinen, die im eigenen Keller gelagert wurden, zu wiederholen. Leider
zeigt die Erfahrung, daß der Vergleichsmaßstab bei mir mit 61ern sehr hoch
gesetzt wurde und später mit einer unglaublichen 1961er Magnum vom Chateau
Palmer noch höher gesetzt wurde.Viele später mit unglaublichen Erwartungen
verkosteten Weine konnten diesem Vergleichsmaßstab nicht immer entsprechen
(das gilt übrigens auch für den Jahrgang 1982).
Andererseits ist es auch eine unglaubliche Erfahrung alte Bdxs in einer
Gruppe mit ernsthaften Weinliebhabern zu verkosten und ihnen die
Möglichkeit zu geben, in dieser Vielfalt alte Bdxs zu probieren. Ich hätte
Anfang der 70er Jahre selbst allzugern Zugang zu einem Kreis ernsthafter
Weinliebhaber gehabt, bei denen man im Laufe der Zeit vielleicht Zugang zu
großen Weinen der Vergangenheit bekommen hätte. Leider war mir das nicht
vergönnt. Für mich dürfte es wohl ein unerfüllbarer Traum bleiben, 61er der
großen Weingüter wie Petrus, Latour, Lafite, Mouton, Haut-Brion etc zu
verkosten, da heute einfach nicht mehr bezahlbar. Schon gar nicht in der
Flaschengröße, die den grössten Genuß verspricht.
Zurück zu dem Fazit für diese Probe: Wie so häufig gab es bei einzelnen
Weinen große Enttäuschungen aber auch unglaublich positive Überraschungen
mit denen man so einfach nicht gerechnet hätte. Aber das Mysterium des
Unerwarteten, gerade bei alten Weinen, macht es für uns Weinverrückte ja so
spannend. Ich denke, damit dürfte ich auch für alle anderen
Verkostungsteilnehmern sprechen. Gegensätze in der Wahrnehmung hat es auch
dieses Mal zu Hauf gegeben. Damit alle davon profitieren können und besser
verstehen, daß jeder Verkostung, wenn er ehrlich ist, immer nur seine
subjektive Wahrnehmung wiedergibt. Was dem Einen schmeckt, schmeckt dem
Anderen noch lange nicht. Aber das gilt ja nicht nur beim Wein.
Fazit TB: Faszinierender Einblick in die Welt gereifter Bordeaux's mit
einigen Überraschungen. Je mehr ich von dieser Art Wein trinke, desto mehr
bin ich begeistert. Meine ganz persönliche Einkaufserkenntniss: Keine
großen Chateaus aus kleinen Jahren kaufen. Güter wie Lanessan!! und La
Lagune in großen Jahren bieten da enorm viel für ihr Geld. Wenn es um alte
Weine in Würde gereift geht, ist das Bordaux unschlagbar. Und meine
Trinkstrategie: Nicht zuu lange warten! Bis zur mittleren Reife, je nach
Gut zwischen 7 - 15 Jahren und dann runter mit dem Zeugs

)Und vielen
Dank an den edlen Spender, wo hat man sonst mal so eine Gelegenheit.....
Fazit DD: Eine tolle Probe! Und so viel Unerwartetes! Wenn ich meine
Notizen und Erinnerungen betrachte finde ich am erstaunlichsten, wie gut
die "kleinen" Weine abgeschnitten haben. 79er Lanessan gleichauf mit 79er
Lafite! Unter
den 7 Weinen, die ich mit 90 oder mehr Punkten bedacht habe sind immerhin 3
"Kleine" (Lanessan, Poujeaux, La Lagune).
Erstaunlich auch die wahnsinnige Differenz zwischen 71er und 81 Mission
Haut-Brion. Waren die nur bei mir so weit auseinander, hatte ich da einen
Aussetzer?
Ja und dann noch die Sache mit dem Kork. Offensichtlich gehöre ich zu
denen, die hier etwas "schmerzfrei" sind. Mittlerweile halte ich das ja
eher für einen glücklichen Umstand. Allerdings will ich nicht unerwäh nt
lassen, dass
-zu meinem eigenen Erstaunen- ich beim gT-Seminar von Koal gerade beim Kork
absolut richtig lag. Da war allerdings auch kein Wein drumrum, vielleicht
liegts daran.
Und zum Schluss. Mir hat's viel Spass gemacht, u.a. auch deshalb, weil ich
wieder ein paar echte Menschen hinter den Email-Adressen entdecken durfte.
Fazit NT: Margaux bleibt Margaux
Fazit UB: Eine alles in allem hochinteressante und gelungene Probe, bei der
der Korkteufel jedoch gerade bei den hochwertigsten Weinen heftigst
zugeschlagen hatte. Erstaunlich waren einige Weine aus vermeintlich
schwächeren Jahren, die trotz ihres Alters sich noch ausgesprochen gut
gehalten hatten. Chapeau Bordeaux!
Fazit RN: Insgesamt ein sehr gelungener Abend, der die Anreise von Münche n
sicher wert war! Abgesehen von den zum Teil wirklich großen Weinen - vielen
Dank an die edlen Spender und vor allem an den Gastgeber - und dem guten
Essen - auch hier herzlichen Dank an alle Mitwirkenden - war es sehr schö n,
mal wieder im vertrauten Kreise zu verkosten und dabei auch noch neue
Gesichter kennenzulernen, von denen ich schon seit längerem auf meinem
Außenposten in München im Weinwestfalen-Verteiler lese. Bei solchen Proben
fühle ich mich wieder als Anfänger - kann zwar meine Eindrücke beschreiben,
aber mit meiner geringen Erfahrung im Bereich Bordeaux finde ich es
erstaunlich, wie treffend einige Leute die Weine den einzelnen Gebieten im
Bordeux zuordnen können. Da sind wohl schon so einige
edle Tropfen die diversen Kehlen heruntergeflossen... ;o) Nochmals vielen
herzlichen Dank für die schönen und leer-reichen Stunden!
Gruß aus Oberhausen
Norbert