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Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Do 28. Feb 2013, 19:50
von C9dP
Hallo Michael,
LVMH? Verdient sein Geld auch nicht mit Champagner...sondern eher im Bereich Gold- & Diamantminen...aber siehe oben...
Dann nenn mir doch mal eine Mine, die LVMH gehört oder an der die beteiligt sind, die ansatzweise zum Gewinn von LVMH beiträgt. Sorry, aber das ist wieder eine Pauschalaussage eines Ahnungslosen.
Und natürlich handelt es sich beim Abbau und der Veredelung von Gold um einen Industriezweig.
auch schön, dass die in D wegfallende Nachfrage im Ausland kompensiert wird...und die Jobs gleich mit. War ja schon in so vielen Bereichen absolut wohlfahrtssteigernd....
Ich denke nicht, dass wir uns in Deutschland über unsere Lebensbedingungen in den letzten Jahren beschweren können. Ziemlich jeder gebildete Arbeitnehmer wird auf dem Arbeitsmarkt eine deutlich bessere Aussicht haben als in den von dir betitelten Billiglohnländern. Und einem internationalen Wettbewerb muss sich nun mal jeder stellen. Die Besten werden sich durchsetzen.
Du vergleichst knappe Ressourcen wie Gold & Diamanten mit einem theoretisch nahezu unendlich produzierbaren Produkt Wein...passt nicht so ganz zusammen...
Auch wieder eine Aussage, die total an der Realität vorbeigeht. Wenn die Anbaufläche für Wein unendlich ausgebaut werden würde, würden Preise für Substitutivgüter, was in dem Fall jedes landwirtschaftliche Produkt wäre, für das man Ackerfläche braucht, massiv steigen. Am Beispiel von Oliven würden diese Anbauflächen wegfallen, da für den Weinbau genutzt. Geringere Produktionsmenge bei identischer Nachfrage bedeutet steigende Preise. Folglich würden auch wieder mehr Flächen zum Olivenanbau genutzt, da die Ertragschancen besser wären als im Weinbau. Wie du siehst bestimmt nunmal auch beim Wein Angebot und Nachfrage den Preis. Und bei den Herstellern von GG wird das Geld auch im Basisbereich verdient. Nur kosten diese Basisweine schon in den Preisbereich von 8 - 11 Euro und werden somit sicherlich nicht vom Billigweinsegment betroffen sein.
PS: Ein Holzfass macht noch kein Weingut...
Stimmt, eine Presse von Defranceschi gehört auch dazu

Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 12:13
von weingeist
Hallo Aloys!
C9dP hat geschrieben:Hallo Michael,
Und natürlich handelt es sich beim Abbau und der Veredelung von Gold um einen Industriezweig.
OT An:
Und so schaut Dein "Industriezweig" z. B. beim Goldabbau aus...
Industriell würde ich das gerade noch nicht bezeichnen, aber sie arbeiten wenigstens "über" Tag und nicht in einer Mine. Arbeitsinspektor habe ich dort auch noch nie einen gesehen.
Sorry, mich haben da nur einige Deiner Aussagen gegenüber Michael etwas irritiert und ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu sagen soll.
OT Ende.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 14:20
von C9dP
Du warst hast also das Personal von Rio Tinto oder Anglo American videoüberwacht
Kannst du mir auch die Fördermenge deiner Beispiele nennen und diese mal ins Verhältnis zu den 2.700 Tonnen Gold setzen, die in 2011 gefördert wurden. Das bedeutet übrigens eine Steigerung der Förderung von über 20% innerhalb von drei Jahren. Vielleicht magst du mir beantworten, wie eine solche Steigerung unter Berücksichtigung von erneuter Abraumaufbereitung und Nutzung bakteriell unterstützer Verfahren zur Anreicherung als nicht industriell anzusehen ist.
Sorry, aber ein paar bunte Bildchen haben wohl wenig mit Fakten zu tun. Genauso wie die Panikmache vor den bösen Billiglöhnern. Das sich Industriezweige, und dazu gehört der Weinmarkt im Niedrigstpreissegment mit Sicherheit, im Laufe der Zeit verändern ist ganz normal und hat Deutschland in der Vergangenheit auch nicht geschadet. Oder geht es uns in Deutschland schlecht, weil die Textilindustrie in den letzten 30 Jahren 500.000 Arbeitsplätze verloren hat. Die sind wohl eher durch andere Zweige aufgefangen worden. Die Auswirkungen im Weinmarkt wären volkswirtschaftlich im Vergleich zu den Konsequenzen im Textil- und Kohlebereich übrigens der berühmte Sack Reis in China.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 16:16
von MichaelWagner
der ABBAUund die VEREDLUNG von Gold sind ein Industriezweig, korrekt. Dennoch wird Gold nicht produziert und ist nicht unendlich herstellbar. Desweiteren muss auch das Gold da abgebaut werden wo es vorkommt und der Abbau kann nicht in ein anderes Land verlegt werden, weils da billiger ist...der Vergleich ist einfach für die Füße, aber egal...fällt mir noch ein: auch hier gibts Schürfrechte, die gehandelt werden....
...LVMH ist ein Mischkonzern, der mit allem möglichen sein Geld verdient, das meiste mit der Anlage des Vermögens, schau halt einfach in die Bilanz, ist für jedermann zugängig, da dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch Gold im Portfolio eine Rolle spielen...
Wenn Du der Meinung bist, dass die Abwanderung der Textilindustrie in Billiglohnländer uns und diesen Ländern mehr Wohlstand gebracht hat, was soll ich dann noch sagen...kaufen wir unsere von flinken Kinderhänden mit Schadstoffen belasteten Klamotten halt nur noch bei KIK, und saufen Brühe die uns blind macht....wen interessiert schon der Sack Reis...hauptsache billig...
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Fr 1. Mär 2013, 16:25
von MichaelWagner
...und die Defranschesci kannst Du dann in Indien bestellen, und falls mal was dran ist, kommt bestimmt innerhalb von 2 Wochen ein freundlicher Servicetechniker rübergejettet. Was solls, machen wir einfach längere Maischestandzeit draus...
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Sa 2. Mär 2013, 11:48
von BuschWein
Wenn Du der Meinung bist, dass die Abwanderung der Textilindustrie in Billiglohnländer uns und diesen Ländern mehr Wohlstand gebracht hat, was soll ich dann noch sagen
Michael, dann lese mal bei Büchner, die Weber nach, so toll war die Textilindustrie in Deutschland vor 100 Jahren auch nicht aufgestellt, ja selbst in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es in Deutschland keine tollen Einkommen in der Produktion von Textilien. Und für Länder wie Bangladesh, Indien, Sri Lanka ist die Textilindustrie sehr wohl eine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Entwicklung. Dass es dort auch Auswüchse der Ausbeutung gibt ist banal, das findest Du auch in reichen Ländern wie Deutschland. Schau mal auf den Bau.
Auch mit einem kompletten Verbot von Anpflanzung in der gesamten EU, wird es niemals sinnvoll sein in Deutschland Wein zu erzeugen, der im niedrigsten Preisbereich konkurieren soll/muss. Das heißt nicht, dass wir in Deutschland nur Hochpreisweine (über € 5,00) herstellen können und müssen. Natürlich kann man in einigen Bereichen auch ordentlichen Massenwein zu kleinen Preisen erzeugen, aber dieses Segment ist sicher nicht das, welches die größten wirtschaftlichen Erfolgschancen hat.
Ich sehe nicht, was die Pflanzrechte bringen sollten, außer dass schlechte Winzer in schlechten Lagen nach der Aufgabe zumindest noch ein kleines Schmerzensgeld bekommen können, wenn Sie Ihre Pflanzrechte verkaufen.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: Sa 2. Mär 2013, 14:47
von C9dP
Michael, dann lese mal bei Büchner, die Weber nach, so toll war die Textilindustrie in Deutschland vor 100 Jahren auch nicht aufgestellt, ja selbst in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es in Deutschland keine tollen Einkommen in der Produktion von Textilien.
Danke Armin. Wenigstens ein Beitrag, der auf Tatsachen basiert und nicht auf blind in Raum geworfenen Aussagen. Übrigens werden in Südostasien deutlich hochwertigere Textilien produziert als Michael das mit seinem Bild darstellt. Ein einfaches Beispiel: In Thailand ist es kein Problem sich bei einem Schneider einen Maßanzug für 50,- Euro schneidern zu lassen. Der sitzt besser als jeder Anzug von Boss von der Stange und qualitativ gibt es kaum einen Unterschied.
LVMH ist ein Mischkonzern, der mit allem möglichen sein Geld verdient, das meiste mit der Anlage des Vermögens, schau halt einfach in die Bilanz, ist für jedermann zugängig, da dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch Gold im Portfolio eine Rolle spielen
Wenn du die Bilanz gelesen hättest, wüsstest du ja, dass auch diese Behauptung wieder mal haltlos ist. Der mit einigem Abstand größte Teil kommt aus dem Geschäft mit Lederwaren und auch Wein ist mit Marken wie Cheval Blanc, Krug, Dom Perignon und Moet stark vertreten. Erträge aus Finanzanlagen sind minimal, schon aufgrund des Zinsniveaus. Gold spielt in der Schmuckabteilung noch eine Rolle als Rohstoff, auf der Anlageseite schon deshalb nicht, weil es keine Verzinsung bringt, die Lagerkosten hoch sind und es sich nur sehr schlecht als Transfergegenwert einsetzen lässt. Oder bezahlst du dein Lieferanten neuerdings mit Goldklumpen?
Irgendwie kommen immer nur längst überholte Plattitüden und Schauergeschichten. Aus diesen ganzen Märchen gibt es eigentlich nur eine Wirtschaftsform, die dir entgegenkommen würde - der Merkantilismus. Ich glaube nicht, dass du den wirklich wollen würdest.
Wie schon weiter oben geschrieben. Auch im globalen Wettbewerb werden sich die besten behaupten. Und davon gibt es in Deutschland genug. Und ja, ich finde es geht unserer Generation besser als jeder anderen zuvor.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: So 3. Mär 2013, 11:33
von weingeist
Hallo Aloys,
es geht mich als Österreicher eigentlich nichs an und ich wollte auch nichts mehr schreiben, aber Deine Aussagen "provozieren" schon auch Reaktionen.
C9dP hat geschrieben:Oder geht es uns in Deutschland schlecht, weil die Textilindustrie in den letzten 30 Jahren 500.000 Arbeitsplätze verloren hat.
C9dP hat geschrieben:Und ja, ich finde es geht unserer Generation besser als jeder anderen zuvor.
Frag' doch bitte einmal Eure Hartz IV - Bezieher, ob sie diesen Satz auch so unterschreiben würden.
Übrigens (ist jetzt vollkommen Ernst gemeint), ich hatte und habe vor Eurer volkswirtschaftlichen Leistung größten Respekt. Und, um auch beim Thema zu bleiben, mir schmecken auch viele Eurer Weine (vor allem im weißen Bereich) sehr gut.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: So 3. Mär 2013, 12:16
von C9dP
Und, um auch beim Thema zu bleiben, mir schmecken auch viele Eurer Weine (vor allem im weißen Bereich) sehr gut.
Das kann ich im Gegenzug für die österreichischen Weine auch sagen. Wobei mir auch die Roten wirklich gut gefallen.
Bei den Hartz-IV Empfängern ist es sicherlich so, dass der Lebensstandard sehr niedrig ist. Allerdings ist es auch so, dass sowohl Unterkunft als auch Ernährung und medizinische Grundversorgung gegeben sind. Eine Menge mehr, als viele Menschen dieser Erde haben. Ich glaube auch nicht, dass eine Gesellschaft alles auffangen kann. Zumal es auch ein falscher Anreiz wäre.
Ich bin trotz aller Unzulänglichkeiten, die es auch in Deutschland noch gibt der Meinung, dass wir in einer sehr privilegierten Generation aufwachsen. Nur ist es leider immer einfacher zu jammern und lamentieren, als zu akzeptieren, dass vieles sehr gut ist. Und bei vielem worüber gejammert fehlen die Lösungen, die es besser machen würden. Wie gesagt, Jammern ist einfach.
Re: Neue Rebfflächen
Verfasst: So 3. Mär 2013, 12:56
von Bernd Schulz
Ich bin trotz aller Unzulänglichkeiten, die es auch in Deutschland noch gibt der Meinung, dass wir in einer sehr privilegierten Generation aufwachsen.
Dieser Meinung bin ich mit Blick auf die weltweiten Gegebenheiten auch ganz unbedingt!
Und ja, ich finde es geht unserer Generation besser als jeder anderen zuvor.
Das hingegen unterschreibe ich nicht. Wir hatten in der BRD schon mal eine (allerdings kurze) Periode mit "sozialer Marktwirtschaft", in der es kaum Arbeitslose und vergleichsweise sehr wenig Sozialhilfeempfänger gab. In dieser Zeit klaffte die Vermögensschere längst nicht so weit auseinander wie heutzutage, und für eine große Anzahl junger Menschen sah die Zukunftsperspektive erst einmal recht gut aus. Diese Zeit liegt vielleicht etwas mehr als eine Generation zurück...
Beste Grüße
Bernd