Beaujolais

Chablis, Auxerre und Umgebung, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Châlonnais, Maconnais, Beaujolais und Lyonnais
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

m_arcon hat geschrieben:Trotz des eher durchwachsenen Wetters hatten wir uns heute dazu entschlossen zu grillen. Es gab Spareribs, dazu hab ich meinen ersten Beaujolais von Marcel Lapierre aufgezogen. Eine sehr überzeugende Vorstellung. Würde den Stoff gerne mal mit etwas Flaschenreife trinken.
Hallo Marc,

ich hab die Lapierres bislang auch immer nur jung getrunken, habe aber ein paar Flaschen liegen und werde in ein paar Jahren testen, ob sich das Aufbewahren lohnt. Der Lapierre Morgon ist in jedem Fall ein Klassiker und eigentlich immer gut.

***

Gestern hatten wir in kleiner Runde zwei wirkliche Weltklasse-Beaujolais (danke an George), nämlich:

Jules Desjourneys - 2009 Fleurie und
Jean Foillard - 2009 Morgon Côte du Py Cuvée 3.14

Der Desjourneys kommt u.a. aus der Lage Les Moriers, die laut Pinard de Picard erst ab 2010 separat abgefüllt wurde. Dort stehen in der Desjourneys Parzelle über 90 Jahre alte Reben. Laut Pinard hat die Lage neben dem in Fleurie üblichen rosa Granit auch Schiefer-Bestandteile. Den 2007er Fleurie von Desjourneys fand ich nicht wirklich überzeugend für den aufgerufenen Preis, dieser 2009er ist seinen hohen Preis für meinen Geschmack aber wert. Das ist schon ein echter Klassewein, ruht in sich, sehr schön und präzise in der Aromatik, jetzt noch sehr jung.

Der Foillard war einfach zum Niederknien, unglaublich komplex, mit so vielen Facetten, dabei so Gamay-typisch. Burgunder-Vergleiche erübrigen sich hier völlig, das ist ein eigenständiger Wein. Ich bin wirklich dankbar, dass ich diesen Wein trinken durfte, für mich ist das eine echte Benchmark.

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Beste Grüße, Stephan
Kle
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Re: Beaujolais

Beitrag von Kle »

octopussy hat geschrieben:
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Hallo Stephan,

danke für die intensive Beschreibung, die Lust macht, dranzubleiben am Thema Beaujolais.

Gruß, Kle
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Re: Beaujolais

Beitrag von Kle »

Ein außergewöhnliches Beaujolais-Erlebnis bot mir: Moulin à Vent' - Château du Moulin à Vent' 2009.
Am ersten Abend abgeschliffen und altersmild. Ein edler Wein, der aber Ecken und Kanten und auch Tiefe verloren zu haben schien. So nahm ich den Wein kaum mehr ernst, als ich mich am nächsten Tag (Kühlschrank!) vom Rest bediente. Er bewahrte seinen verhaltenen Charakter, aber frischer und wie eine Kiste, durch die Edelsteine glitzern. Seine dicht gestrickte,feine, aber wie dämpfende Textur lässt die Aromen dunkler Früchte und Beeren frei, ohne sie ganz preiszugeben. Kompakt UND geschmeidig und mit feiner Säure. Irgendwie nicht zu fassen und angenehm nervös machend wie guter Bordeaux.

Gruß, Kle
Burzuko
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Re: Beaujolais

Beitrag von Burzuko »

Hallo Carsten,

da hattest du einer meiner absoluten Lieblinge im Glas! Mir kommt er jedes mal irgendwie richtig "edel" vor... Zwar besitzt er nicht die Komplexität und Tiefgründigkeit seiner beiden "größeren" Lagenbrüder, so weist er jedoch im Kern einen echten Beaujolais-Charakter auf, mit allem was dazu gehört. Auch hier hat mich die Erfahrung gelehrt, die Trinktemperatur etwas runter zu fahren. Bei einer Flasche kam es mir so vor als würde mit zunehmender Temperatur der Alkohol (immerhin 13,5%) kurz durchblitzen. Bei einer weiteren, kürzlich genossenen Flasche hatte ich immer wieder Zimt wahrgenommen. Übrigens konnte ich an jenem Abend einen echten Bordeauxtrinker mit diesem Moulin-a-Vent überzeugen!
Ich kann dir nur dringend raten dran zu bleiben an den guten Beaujolais... :lol:

Bis bald,

Gruß
George
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Hallo zusammen,

dank meines Freundes Michael, der ein Herz für alte Weine hat, gibt es hin und wieder auch mal einen "gefährlich" alten Beaujolais ins Glas. Neulich stellte er einen 1962 Brouilly vom Maison Leroy auf den Tisch. Mir war gar nicht bewusst, dass Leroy auch mal im Beaujolais aktiv war. Der Wein war in der Nase hinüber, im Mund aber erstaunlich gut, süß, filigran, gut strukturiert.

Das gleiche Phänomen hatten wir jetzt auch bei dem 1949 Moulin-à-Vent "La Tour du Bief" Tète de Cuvée von der Union des Vignerons du Beaujolais, einer Winzergenossenschaft, die heute m.W. eher eine Marketing-Assoziation ist. Das "Tour du Bief" deutet darauf hin, dass der Wein aus einem Weinberg stammt, der heute zur Domaine de la Tour du Bief gehört, die früher von Georges Duboeuf betrieben wurde und vor kurzem von Vincent Girardin aus dem Burgund gekauft wurde. Auch dieser Wein war in der Nase hinüber, eigentlich etwas für den Spucknapf. Aber auch dieser Wein überzeugte vollends am Gaumen, und zwar mit süßer Frucht, einer wirklich guten Struktur, feiner Säure, einer delikaten Gourmandise. Die Flasche wurde leer.

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Beste Grüße, Stephan
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sorgenbrecher
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Re: Beaujolais

Beitrag von sorgenbrecher »

der 49er moulin-à-vent war der älteste gamay, den ich bisher getrunken habe und trotz der zunächst unangenehmen nase durchaus ein erlebnis. erstaunlich, wie frisch und noch immer strukturiert der wein im mund daher kam und wie er mit zunehmender belüftung eher besser wurde.

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20140910-B71_3858.jpg von wineguy.marko auf Flickr
Gruß, Marko.
m_arcon
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Re: Beaujolais

Beitrag von m_arcon »

Kle hat geschrieben:
octopussy hat geschrieben:
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Hallo Stephan,

danke für die intensive Beschreibung, die Lust macht, dranzubleiben am Thema Beaujolais.

Gruß, Kle

Ich wollte mir den Stoff schon seit geraumer Zeit mal in den Keller legen, aber nach dieser Beschreibung war ein Kauf definitiv fällig. Jetzt muss nur noch die richtige Gelegenheit kommen das Baby auch aufzuziehen ;)

Grüße
Marc
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Moin zusammen,

von meinem Freund N. mitgebracht, der den Wein von einer französischen Courtière mitgebracht bekommen hatte: Domaine Gaget - 2013 Morgon Côte du Py. Die Domaine kannte ich bislang nicht. Es gibt dort drei Morgons, einen Fleurie La Madone und noch ein paar weitere Weine. Immer wenn man denkt, man kennt sich jetzt so einigermaßen aus im Beaujolais, tauchen wie aus dem Nichts neue, talentierte Winzer auf. Die qualitative Entwicklung da ist einfach spitze. Dieser 2013 Côte du Py war - abgesehen davon, dass er noch etwas embryonal und unfertig wirkte - wirklich gut mit knackiger, herber Frucht, einer feinen Präzision und recht viel Stoff, Tannin und Säure, das sich aber in guter Harmonie befand. Ein Winzer, den es sich lohnt, im Auge zu behalten.

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Beste Grüße, Stephan
Ole
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Re: Beaujolais

Beitrag von Ole »

Was ich schon am anderen Ort geschrieben habe, was aber eigentlich hierher gehört: Wie sind die Aussichten auf den jahrgang 2014 im Beaujolais? Hab etwas herum gehört und bekam eine ziemlich einheitliche Antwort:

Die Ernte fand früher statt als gewöhnlich, nämlich Mitte September – und das bei gutem, vor allem trockenem Wetter; gesundes Traubengut wurde eingefahren, in ordentlicher Quantität, die im Gegensatz zu den letzten Jahren sich dem längerfristigen Durchschnitt nähert. Mit der Qualität der Trauben ist man auch durchaus zufrieden, so daß ein sehr guter Jahrgang möglich erscheint – nach Auskunft der Weingüter Clos de MEZ, D. Piron, Clos de la Roilette und Passot-Collonge. Dominique Piron sagte: Wenn der Wein nicht gut wird, liegt es jedenfalls nicht am Traubengut!
Ole
Ollie
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Re: Beaujolais

Beitrag von Ollie »

Kann man diese Aussage auch auf die noerdliche Rhone ausweiten? Oder weiss jemand etwas darueber?

Danke & Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.

Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.

"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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