Hallo zusammen,
gestern kam mal wieder unsere kleine Beaujolais-Runde zusammen. Thema waren ein paar ältere Moulin-à-Vents und ein Fleurie. Folgende Weine standen auf dem Tisch (alle offen):
1. Alain Coudert - 2000 Fleurie Clos de la Roilette Cuvée Tardive
2. Bernard Diochon - 2002 Moulin-à-Vent Vieilles Vignes
3. Château des Jacques - 2002 Moulin-à-Vent Grand Clos de Carquelin
4. Domaine de Vissoux - 2003 Moulin-à-Vent Rochegrès
5. Paul Janin - 2003 Moulin-à-Vent Domaine des Vignes du Tremblay
In Kurzform war ich überwiegend sehr angetan von den Weinen. Folgende Erkenntnisse ließen sich erzielen:
- Der Diochon, den ich erst vor einer Woche im Glas hatte, war jetzt viel besser als noch die Woche davor. Wunderbar nicht nur im Mund, sondern auch in der Nase. Toll gereift. Beide Flaschen kamen übrigens aus exzellenten Kellern. Aber in dem Alter lassen sich halt leichte Flaschenvarianzen nicht ausschließen.
- Den Clos de Carquelin fand ich auch sehr überzeugend. Witzig ist, dass George den Wein eher zu wuchtig fand, während er für meinen Geschmack sogar noch etwas fülliger hätte ausfallen können. Ich fand den Wein wunderbar fein ausziseliert. Die 100% Neuholz waren für mich nicht erkennbar.
- Der Coudert war auch sehr gut, vielleicht etwas weniger fein als die beiden 2002er, aber vor allem noch sehr, sehr lebendig und erstaunlich tanninstark für einen Beaujolais dieses Alters.
- Die beiden 2003er waren eher enttäuschend, der Janin war letztlich weit über den Zenit hinaus gereift und hatte seine Struktur verloren, der Vissoux war eigentlich nicht schlecht, gefiel mir persönlich von seiner Aromatik aber nur mittelmäßig.
- Erstaunlich finde ich, dass ich nunmehr schon bei drei 2003er Beaujolais (die beiden hier und der Desvignes Côte du Py Javernières) eine starke Wacholdernote wahrgenommen habe, die ich sonst bislang bei keinem anderen Beaujolais wahrgenommen habe. Ich bin allerdings gestern der einzige gewesen, der diese Noten als so stark empfunden hat. Wer weiß? Vielleicht unterliege ich da einer Illusion.
Es war jedenfalls mal wieder ein toller Abend mit spannenden gereiften Beaujolais.
Hier sind meine Notizen:
