Beaujolais

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innauen
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Re: Beaujolais

Beitrag von innauen »

und noch ei Beaujolais. Die Janins habe ich damals auf dem Weingut besucht und den Wein auch vor Ort verkostet. Er hat lange gebraucht, bis er zu sich gefunden hat. Später habe ich gelesen, dass die Janins noch eine Supercuvee abfüllen (generell eine Mode, die ich nicht sehr befürworte). Dem Clos du Tremblay fehlt es aber auch so nicht an Kraft. Eher im Gegenteil:

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Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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innauen
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Re: Beaujolais

Beitrag von innauen »

und der nächste:

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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

innauen hat geschrieben:und noch ei Beaujolais. Die Janins habe ich damals auf dem Weingut besucht und den Wein auch vor Ort verkostet. Er hat lange gebraucht, bis er zu sich gefunden hat. Später habe ich gelesen, dass die Janins noch eine Supercuvee abfüllen (generell eine Mode, die ich nicht sehr befürworte). Dem Clos du Tremblay fehlt es aber auch so nicht an Kraft. Eher im Gegenteil:
Danke für die Notiz. Wir hatten vor einer Weile bei Ole mal den 2005 Moulin-à-Vent "Cuvée Séduction" von Paul Janin, wobei ich nicht weiß, ob das die besagte "Supercuvée" ist. Bei dem Wein hatte ich noch nicht ganz das Gefühl, dass er bereits zu sich gefunden hat (und Zweifel, ob er jemals zu sich finden wird). Jedenfalls ist schön zu hören, dass man einige 2005er Beaujolais Crus jetzt offenbar so langsam antrinken kann.
Beste Grüße, Stephan
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Eher eine Enttäuschung zum jetzigen Zeitpunkt: Jean Foillard - Morgon 2010. Der "normale" Morgon von Jean Foillard kommt nur zum Teil von Schiefer- bzw. Basaltböden, es sind auch Parzellen mit Lehm- und Sandsteinböden dabei. Der Wein ist nicht wirklich schlecht, aber er wirkt aktuell zusammengepuzzelt und nicht harmonisch. Eine halbe Flasche ist jetzt im Kühlschrank und wird erst in ein paar Tagen ihrer Bestimmung zugeführt, mal schauen, ob Luft etwas bewirken kann (hoffentlich im positiven Sinne). Meine verbleibenden zwei Flaschen werde ich jedenfalls nicht so bald aufmachen.

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Beste Grüße, Stephan
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Sehr interessant: gestern wurden blind zwei Rotweine eingeschenkt, die ich für Spätburgunder hielt. Tatsächlich handelte es sich aber um einen Pinot Noir aus dem Burgund (Charlopin-Parizot 2002 Vosne-Romanée) und einen Beaujolais, nämlich den 2002 Moulin-à-Vent Vieilles Vignes von Bernard Diochon. Nun gut, man kann ja mal falsch liegen :oops:.

Den Wein fand ich in der Nase völlig unattraktiv mit seinen Fleisch- und Räucheraromen. Im Mund hingegen war er straff, mineralisch, etwas streng, aber wirklich schön. Jedenfalls ließ sich an dem Wein gut erkennen, dass gute Beaujolais mit längerer Reifung kein Problem haben.

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Beste Grüße, Stephan
Ralf Gundlach
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Re: Beaujolais

Beitrag von Ralf Gundlach »

Sie machen schon gruselige Etiketten, die Le Cellier de la Vieille Eglise aus Julienas, so gruselig, dass es fast schon wieder seinen Reiz hat, wobei ja minus mal minus plus ergibt, oder??, wichtiger: das Produzierte ist gut, der Ostbelgier hat mir drei Pullen von seinem Burgundtrip mitgebracht, der 2012er Beaujolais Blanc schmeckt eindeutig nach Chardonnay der frischen, lebendigen Art, mit einer leichten Nussnote, ganz leicht cremig, mit einer lebendigen Säure, ein ehrlicher, ungetunter Chardonnay für den Sommer, schmeckt nicht gerade nach fetten Böden, Granit?? Auf jeden Fall 85-86 Punkte

Gruß

Ralf
Ralf Gundlach
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Re: Beaujolais

Beitrag von Ralf Gundlach »

Der rote Julienas von den Le Cellier de la Vieille Eglise gefällt mir noch besser als der weiße, ein richtig schöner, unkomplizierter Roter, mit schönen Fruchtnoten, dicht und regelrecht "saftig", kein bischen banal, den könnte ich mir sogar in einem Coq au vin vorstellen, und da kommt nicht irgendwas rein....86 Punkte, ich weiß nicht genau, was der kostet, da müsste Markus zur Aufklärung beitragen..

Gruß

Ralf
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Hallo zusammen,

gestern kam mal wieder unsere kleine Beaujolais-Runde zusammen. Thema waren ein paar ältere Moulin-à-Vents und ein Fleurie. Folgende Weine standen auf dem Tisch (alle offen):

1. Alain Coudert - 2000 Fleurie Clos de la Roilette Cuvée Tardive
2. Bernard Diochon - 2002 Moulin-à-Vent Vieilles Vignes
3. Château des Jacques - 2002 Moulin-à-Vent Grand Clos de Carquelin
4. Domaine de Vissoux - 2003 Moulin-à-Vent Rochegrès
5. Paul Janin - 2003 Moulin-à-Vent Domaine des Vignes du Tremblay


In Kurzform war ich überwiegend sehr angetan von den Weinen. Folgende Erkenntnisse ließen sich erzielen:

- Der Diochon, den ich erst vor einer Woche im Glas hatte, war jetzt viel besser als noch die Woche davor. Wunderbar nicht nur im Mund, sondern auch in der Nase. Toll gereift. Beide Flaschen kamen übrigens aus exzellenten Kellern. Aber in dem Alter lassen sich halt leichte Flaschenvarianzen nicht ausschließen.
- Den Clos de Carquelin fand ich auch sehr überzeugend. Witzig ist, dass George den Wein eher zu wuchtig fand, während er für meinen Geschmack sogar noch etwas fülliger hätte ausfallen können. Ich fand den Wein wunderbar fein ausziseliert. Die 100% Neuholz waren für mich nicht erkennbar.
- Der Coudert war auch sehr gut, vielleicht etwas weniger fein als die beiden 2002er, aber vor allem noch sehr, sehr lebendig und erstaunlich tanninstark für einen Beaujolais dieses Alters.
- Die beiden 2003er waren eher enttäuschend, der Janin war letztlich weit über den Zenit hinaus gereift und hatte seine Struktur verloren, der Vissoux war eigentlich nicht schlecht, gefiel mir persönlich von seiner Aromatik aber nur mittelmäßig.
- Erstaunlich finde ich, dass ich nunmehr schon bei drei 2003er Beaujolais (die beiden hier und der Desvignes Côte du Py Javernières) eine starke Wacholdernote wahrgenommen habe, die ich sonst bislang bei keinem anderen Beaujolais wahrgenommen habe. Ich bin allerdings gestern der einzige gewesen, der diese Noten als so stark empfunden hat. Wer weiß? Vielleicht unterliege ich da einer Illusion.

Es war jedenfalls mal wieder ein toller Abend mit spannenden gereiften Beaujolais.

Hier sind meine Notizen:

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Beste Grüße, Stephan
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octopussy
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Re: Beaujolais

Beitrag von octopussy »

Château du Moulin-à-Vent - Moulin-à-Vent 2011 trinkt sich derzeit gut, aber scheint sich - für meinen Geschmack - ein bisschen ins Schneckenhaus zurückzuziehen. Er kommt von alten Reben aus den lieux-dits "La Rochelle", "des Thorins", "du Moulin-à-Vent" und "des Caves" auf dem Hügel und ist für mich ein wirklich schön typischer Moulin-à-Vent mit Granit-Charakter, dabei aber großer Aromenfülle. Ich würde ihn aber eher noch ein paar Jahre liegen lassen.

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Beste Grüße, Stephan
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innauen
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Re: Beaujolais

Beitrag von innauen »

Hallo,

habt Ihr eigentlich schon vertiefte Erfahrungen mit dem Jahrgang 2012 gemacht? Was sagen die Auguren?

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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