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Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 16:26
von Ollie
bergerOUS hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 07:33
Mir war gar nicht bewusst, das man als Otto-Normal-Verbraucher an den Primieur-Verkostungen teilnehmen kann.
Bist Du einfach auf gut Glück los gezogen, oder hast Du Dich vorab angemeldet?
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 10:10
Sakrileg! Ollie ist doch kein Otto-Normal-Verbraucher!
Nein, ich bin tatsächlich kein Otto-Normal-Verbraucher, sondern ein Ollie-Normal-Verbraucher.

Aber sogar mir

war es nur Dank der sehr ausdauernden Hilfe einiger sehr lieben Menschen aus dem Business möglich, Einlass in den en-primeur-Zirkus zu erlangen. (Es war ein ziemlicher Aufriss, mit Anmeldung und Akkreditierung usw. usf.)
Vielleicht nimmt mich Adrian ja nächstes Jahr als seinen Co mit, dann können wir direkt beim Bier über die Weine streiten, und ich bekomme sogar ein Honorar dafür.
Cheers,
Ollie
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 17:54
von Ollie
Bettane & Desseauve sind übrigens auch raus, falls die jemand liest:
https://www.mybettanedesseauve.fr/borde ... meur-2025/
Man kann auch das ganze Dossier als PDF herunterladen:
https://www.mybettanedesseauve.fr/wp-co ... egions.pdf
Cheers,
Ollie
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 18:12
von Bradetti
Ollie hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 16:07
Bradetti hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 12:34
Hallo Ollie,
danke auch von meiner Seite für die Verkostungsnotizen. Ohne jetzt auf einzelne Weine einzugehen:
Lohnt sich hier bei den 2025ern die SUB von der Qualität der Weine eher als bei den Vorgängerjahren? Wenn ich das richtig verstanden habe, sind hier Parallelen bezüglich Preis und Qualität zu 2019 sichtbar!?
Danke.
Jenseits der üblichen Überlegungen zu Sonderformaten und sehr knappen Weinen: Ob sich die Subskription
finanziell lohnt oder man die Weine nach dem kurz bevorstehenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft nicht vielleicht doch etwas günstiger bekommt (etwa für einen Laib Brot und Jodtabletten), kann ich dir leider nicht sagen.
Und dann kommt der unangenehme Teil der Antwort: Wie alt bist du? Ich meine das nur halblustig, denn viele der wirklich guten 2025er sind für die Strecke. Ein, vielleicht sogar zwei Jahrzehnte brauchen die Weine bestimmt auf Flasche, um ihre ganze Pracht zu entfalten. Ich glaube, es war Galloni, der in einer Notiz einen Wein für diejenigen empfohlen hat, "die die Aktuarstabellen auf ihrer Seite haben". Also
memento mori.
Cheers,
Ollie
Naja, bin noch (mittlerweile knapp) unter Fuffzig.
Ja bei knappen Weinen sollte man die Sub halt nutzen. Ich meinte generell das Preisniveau zur dargebotenen Qualität ( + Potential) der Weine. Da scheint das Verhältnis vom Jahrgang 2025 besser als 2022, 2023 und 2024 - aber vermutlich nicht als Pauschalisierung anwendbar....
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 19:21
von Fabian1855
Für mich (Mitte 40) spielen mittlerweile strategische Überlegungen nach dem Muster „werden die Weine bei Arrivage teurer sein?“ oder „bekomme ich diesen oder jenen Wein dann überhaupt noch?“ so gut wie gar keine Rolle mehr. Ehrlich gesagt, hat das letzte Jahrzehnt gezeigt, dass es weder bei Verfügbarkeit (Sondergrößen ausgenommen) noch beim Preis Schwierigkeiten bei späterer Beschaffung gibt. Habe bei Veepee vor ein paar Tagen Troplong 2021 für 77,90 € gekauft und GPL 2015 in der Magnum für 125 €. Viele gute Jahrgänge 16, 19, 20, 22 sind nach meinem Eindruck im Übermaß vorhanden. Bei den gegenwärtig zu besichtigenden Irrungen der Weltwirtschaft und einer rückläufigen Konsumentenschar wird die Tendenz vermutlich sogar zunehmend noch mehr gegen ein Future in Form von en primeur sprechen. Dessen eingedenk dürfte ich eigentlich gar nichts mehr subskribieren. So einfach ist es aber nicht, weil en primeur auch einen irrationalen Zauber hat, der zumindest bei mir so gut wie jedes Jahr (2024 ausgenommen) beständig funktioniert. Die ersten Verkostungsnotizen zu lesen, die Preise zu verfolgen und den konsekutiv erfolgenden Releases nachzuspüren, ist einfach ein Riesenspaß. Und seit ich die Diskussionen hier im Forum verfolge - und sehe, dass einige offenbar noch viel weinverrückter sind als ich (bitte als Kompliment verstehen) - ist das Vergnügen noch einmal größer geworden. Kurzum: Rational bin ich in Sachen Subskription eher verhalten, aber emotional doch stark verstrickt. Deswegen stehen auch dieses Jahr schon wieder einige Positionen auf dem Zettel. Dank Ollie ist er sogar noch ein bißchen umfangreicher als zuletzt…
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 21:14
von UlliB
Fabian1855 hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 19:21
Für mich spielen mittlerweile strategische Überlegungen nach dem Muster „werden die Weine bei Arrivage teurer sein?“ oder „bekomme ich diesen oder jenen Wein dann überhaupt noch?“ so gut wie gar keine Rolle mehr. Ehrlich gesagt, hat das letzte Jahrzehnt gezeigt, dass es weder bei Verfügbarkeit (Sondergrößen ausgenommen) noch beim Preis Schwierigkeiten bei späterer Beschaffung gibt. [...] Viele gute Jahrgänge 16, 19, 20, 22 sind nach meinem Eindruck im Übermaß vorhanden. Bei den gegenwärtig zu besichtigenden Irrungen der Weltwirtschaft und einer rückläufigen Konsumentenschar wird die Tendenz vermutlich sogar zunehmend noch mehr gegen ein Future in Form von en primeur sprechen.
Das sehe ich inzwischen genauso. Und es vergeht ja auch kaum eine Woche, in der man nicht irgendwelche Angebote für Weine aus zurückliegenden Jahren unter dem Primeurpreis bekommt.
Andererseits reuen mich die Weine, die ich
en primeur gekauft habe, auch nur dann, wenn sie nicht meinen Erwartungen entsprechen (was mit den Jahren und wachsender Erfahrung glücklicherweise immer seltener geworden ist). Wenn da irgend etwas zu niedrigeren Preisen im Handel auftaucht, als ich mal dafür bezahlt habe: ja mei, dann ist das eben so. Als ich den Kauf getätigt hatte, war das Geld weg, und es lohnt sich nie,
sunk money hinterherzutrauern.
Rational bin ich in Sachen Subskription eher verhalten, aber emotional doch stark verstrickt.
Das kenne ich nur allzu gut
Gruß
Ulli
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 22:45
von Schönibert
Fabian1855 hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 19:21
Für mich […] noch ein bißchen umfangreicher als zuletzt…
Guter Text Fabian, danke. Hat Spaß gemacht, den zu lesen. Bist du aus Frankfurt?
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 23:00
von Fabian1855
…nein, aus der bekannten Weinbaugemeinde Stuttgart
VG
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 00:50
von vanvelsen
Ollie hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 16:26
bergerOUS hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 07:33
Mir war gar nicht bewusst, das man als Otto-Normal-Verbraucher an den Primieur-Verkostungen teilnehmen kann.
Bist Du einfach auf gut Glück los gezogen, oder hast Du Dich vorab angemeldet?
amateur des vins hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 10:10
Sakrileg! Ollie ist doch kein Otto-Normal-Verbraucher!
Nein, ich bin tatsächlich kein Otto-Normal-Verbraucher, sondern ein Ollie-Normal-Verbraucher.

Aber sogar mir

war es nur Dank der sehr ausdauernden Hilfe einiger sehr lieben Menschen aus dem Business möglich, Einlass in den en-primeur-Zirkus zu erlangen. (Es war ein ziemlicher Aufriss, mit Anmeldung und Akkreditierung usw. usf.)
Vielleicht nimmt mich Adrian ja nächstes Jahr als seinen Co mit, dann können wir direkt beim Bier über die Weine streiten, und ich bekomme sogar ein Honorar dafür.
Cheers,
Ollie
Das würde mich freuen und ich bin sicher, dass wir gar nicht so viel zu streiten hätten... aber Achtung: Honorar ist auf Ruhm und Ehre begrenzt... Cheers, Adrian
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 07:45
von Chrysostomus
Ebenfalls vielen Dank, Ollie, für die ausführlichen Berichte und dass du dir die Zeit nimmst, uns an deinen Eindrücken teilhaben zu lassen.
Eigentlich wollte ich die Sub ja an mir spurlos vorbeigehen lassen und mich auf die Arrivage/meinen eigenen Gaumen verlassen, weil meist die Preise dann kaum steigen. Deine Berichte haben in mir aber wieder eine gewisse Leidenschaft entfacht, mich doch noch einmal mit einer Vorbestellung auseinander zu setzen. Vor allem die Beschreibung des Troplong Mondot hat mich, nachdem ich den 2019er schon großartig finde, sehr animiert, eine Bestellung raus zu geben, sollte der Preis passen. Auch La Conseillante klingt mehr als spannend, liegt aber höchstwahrscheinlich beim doppelten Preis des TM...we'll see!
Re: Bordeaux 2025
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 15:26
von Alba
Hallo und auch meinerseits ein großes Chapeau an Ollie !
- bei deinen Beschreibungen kann sich mancher Profi (und damit meine ich natürlich keinesfalls Adrian, deine Berichte sind ebenfalls Spitze) nur noch verstecken - Stichwort "wenig inspiriertes copy&paste" bzw. massenhafte Verwendung von Textbausteinen.
Habe gerade eine interessante Einschätzung von Hr Boxberger (falls nicht bekannt und bevor Rückfragen kommen- Extraprima) gesehen, er hält 2025 in Bordeaux für KEINEN großen Jahrgang - auch "warnt" er vor marktschreierischen Händler Kollegen die den Jahrgang als großen proklamieren, spannende Einschätzung und wert gelesen zu werden m.M. nach ...
Am Ende wird's bei mir wie auch schon 22, 23 sehr wenig (24 gar null) und da die üblichen Lieblinge;
LG
Manfred