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Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Verfasst: Do 13. Aug 2026, 21:36
von Nora
Neulich auf einer Verkostung mit 3 trockenen Rieslingen

Eva Fricke Riesling Kiedrich 2023

Expressive Nase; saftige Gelbfrucht, feine Kräuter; dicht und druckvoll am Gaumen; kalkig-cremige Textur; eine feine lebendige Säure, leichte Feuersteinnoten und ein ganz leichter phenolischer Griff mit einer feinen Bitternote bringen den Wein in eine tolle Balance. Wunderbar gebaut und präzise.

Ein ausgezeichnet gelungener Ortswein, der zugänglich, offen und trinkig ist und sowohl Anfänger als auch geübte Weintrinker begeistern kann. Jetzt trinken!

Koehler Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese 2022

Verhaltende Nase auch mit gelber Frucht und etwas Apfel, Kräutern und Holz, alles sehr versammelt und balanciert. Cremig, rund und verdichtet, wie aus einem Guss am Gaumen. Auch die Noten vom Fassausbau passen sich schon gut ein, die Säure ist dezent und reif.

Sehr eleganter und im Gegensatz zum Riesling von Fricke leiser Wein, der einiges an Aufmerksamkeit braucht, um seine Schönheit zu entdecken. Kann noch gelagert werden.

Wie das bei einer Spätlese in so einem warmen Jahr zu nur 11,5 % Alkohol kommt, ist mir allerdings ein Rätsel.

Frank John Riesling Buntsandstein 2023

Zunächst deutliche Kräuternoten und Hefe in der Nase, erdig-würzig; die Fruchtigkeit ist zunächst völlig dahinter versteckt, erst mit viel Luft und Schwenken etwas gelber Pfirsich.

Eine medizinale, leicht bittere Kräutrigkeit begegnet mir dann auch am Gaumen. Von der Struktur ist der Wein fast wie ein Rotwein gebaut, mit viel Fleischigkeit und einer kräftigen Tanninstruktur; dann auch nussige und holzige Noten. Gut unterstützende, runde Säure (BSA).

Anspruchsvoll und sehr komplex. Der wird noch ein zwei Jahre brauchen, um sich zu finden. Derzeit gut als Speisebegleiter für gebratenes und gegrilltes helles Fleisch oder auch Fisch einsetzbar.

VG Nora

Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Verfasst: Do 13. Aug 2026, 23:30
von Kle
Nora hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 21:36
Koehler Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese 2022

Verhaltende Nase auch mit gelber Frucht und etwas Apfel, Kräutern und Holz, alles sehr versammelt und balanciert. Cremig, rund und verdichtet, wie aus einem Guss am Gaumen. Auch die Noten vom Fassausbau passen sich schon gut ein, die Säure ist dezent und reif.

Sehr eleganter und im Gegensatz zum Riesling von Fricke leiser Wein, der einiges an Aufmerksamkeit braucht, um seine Schönheit zu entdecken. Kann noch gelagert werden.

Wie das bei einer Spätlese in so einem warmen Jahr zu nur 11,5 % Alkohol kommt, ist mir allerdings ein Rätsel.
die Beschreibung passt auch zur 17er Spätlese, die ich kürzlich probierte. Ein frischer Wein, wie in sich verschmolzen und ohne markante Alterungsnoten. Ich habe noch nie Koehler-Ruprecht in einem so großen Glas getrunken (deutlich größerer Boden als klassisches BDX-Glas), was ihm nach meinem Gefühl sehr gut tat. Nicht, weil es besondere Aromen herauskitzelte, sondern weil sie bedeutungsvoller wurden. Der Geschackssinn schien sich mit dem Glas zu weiten und das wie in sich geschlossene, leicht ölige Frucht-Kräuterelixier besser auf sich wirken lassen zu können. So genoss ich das Versammelte und Leise, wie du es auch beschreibst, mehr als sonst bei Koehler-Ruprecht.

Gruß, Kle

Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Verfasst: Fr 14. Aug 2026, 09:13
von Nora
Vielen Dank für die Rückmeldung, Kle!

Das war mein erster Koehler-Ruprecht Kallstadter Saumagen. Immer mal wieder hatte ich über diese Weine gelesen, es aber nie geschafft, sie zu probieren. Dieser erste Wein animiert mich nun, die Lücke weiter zu füllen.

Ein großes Glas scheint mir angemessen.

VG Nora

Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Verfasst: So 1. Nov 2026, 11:30
von maha
Ein paar kurze Eindrücke zur gestrigen Vinocentral Wein Messe in Darmstadt. Zu Gast waren insgesamt 35 Weingüter aus 7 Ländern

Besonders spannend fand ich folgende:
Bertram Baltes hatte eine bock starke Spätburgunder Kollektion am Start. Alle sehr funky mit einer feinen Reduktion, die ich so bei Rotwein noch nicht kannte. Hat mir super gefallen.
Tessa Maria Sprenger hatte ich eine Woche vorher schon bei La Boum Burgunder in Berlin verkostet und sie bestätigte meinen Eindruck noch mal. Hier hat mir besonders der Grauburgunder (ja aus der Rebsorte kann man auch Wein machen :lol: ) und der Müller gefallen.
Rudolf Mays Silvaner waren auf Top Niveau mit viel Tiefe und mächtig Zug
Griesels Schäumer haben uns auch (mal wieder) sehr überzeugt, auch schon im Basis Bereich.
Bei Kissinger fand ich den Sauvignon Blanc sehr gelungen.
Mein PGV Sieger des Tages kam allerdings aus der Maremma. Pepi Lignana hatte 4 Weine dabei, die ich alle grandios fand. Einen reinen Sangiovese für 12,90, den Poggio Colombi Cabernet Maremma Toscana, eine Cuvée aus 70% Cabernet Sauvignon, der Rest aus Cabernet Franc und etwas Petit Verdot. Für 14,90 ein absoluter no brainer und mein WOTD. Der Il Cucchetto Cabernet Sauvignon Maremma Toscana 2021, ohne Cabernet Franc wirkt er etwas "erwachsener" ohne dabei Bordeaux oder Super Tuscans imitieren zu wollen. Auch hier sind die 29,90 für die gebotene Qualität ein Witz. Der Weiße aus Vermentino überzeugt auch für schmale 12,90. Klare Kaufempfehlungen.
Zwei weitere Betriebe aus Italien konnten auch überzeugen.
Podere Le Ripi (Toscana etwas mehr pricy) und, sehr spannend, Gulfi aus Sizilien mit Weinen aus unterschiedlichen Höhenlagen rund um den Etna.
Es gab auch Weine die mich gar nicht abgeholt haben. Der Vertreter aus Dalmatien, Korta Katarina, sowie die englischen Schäumer von Oxney waren nichts für mich.

Alles in Allem wieder mal eine sehr gelungene Veranstaltung, super organisiert und man hatte ausreichend Zeit sich mit den Winzer*innen zu unterhalten.

Vielleicht hat Andreas aka der kleine Pirat, Herr S. oder Graves noch etwas zu ergänzen.

Gruß Marko

Re: Dies & Jenes - Proben querbeet

Verfasst: So 1. Nov 2026, 19:09
von Herr S.
maha hat geschrieben: ↑So 1. Nov 2026, 11:30 Ein paar kurze Eindrücke zur gestrigen Vinocentral Wein Messe in Darmstadt. Zu Gast waren insgesamt 35 Weingüter aus 7 Ländern

Besonders spannend fand ich folgende:
Bertram Baltes hatte eine bock starke Spätburgunder Kollektion am Start. Alle sehr funky mit einer feinen Reduktion, die ich so bei Rotwein noch nicht kannte. Hat mir super gefallen.
Tessa Maria Sprenger hatte ich eine Woche vorher schon bei La Boum Burgunder in Berlin verkostet und sie bestätigte meinen Eindruck noch mal. Hier hat mir besonders der Grauburgunder (ja aus der Rebsorte kann man auch Wein machen :lol: ) und der Müller gefallen.
Rudolf Mays Silvaner waren auf Top Niveau mit viel Tiefe und mächtig Zug
Griesels Schäumer haben uns auch (mal wieder) sehr überzeugt, auch schon im Basis Bereich.
Bei Kissinger fand ich den Sauvignon Blanc sehr gelungen.
Mein PGV Sieger des Tages kam allerdings aus der Maremma. Pepi Lignana hatte 4 Weine dabei, die ich alle grandios fand. Einen reinen Sangiovese für 12,90, den Poggio Colombi Cabernet Maremma Toscana, eine Cuvée aus 70% Cabernet Sauvignon, der Rest aus Cabernet Franc und etwas Petit Verdot. Für 14,90 ein absoluter no brainer und mein WOTD. Der Il Cucchetto Cabernet Sauvignon Maremma Toscana 2021, ohne Cabernet Franc wirkt er etwas "erwachsener" ohne dabei Bordeaux oder Super Tuscans imitieren zu wollen. Auch hier sind die 29,90 für die gebotene Qualität ein Witz. Der Weiße aus Vermentino überzeugt auch für schmale 12,90. Klare Kaufempfehlungen.
Zwei weitere Betriebe aus Italien konnten auch überzeugen.
Podere Le Ripi (Toscana etwas mehr pricy) und, sehr spannend, Gulfi aus Sizilien mit Weinen aus unterschiedlichen Höhenlagen rund um den Etna.
Es gab auch Weine die mich gar nicht abgeholt haben. Der Vertreter aus Dalmatien, Korta Katarina, sowie die englischen Schäumer von Oxney waren nichts für mich.

Alles in Allem wieder mal eine sehr gelungene Veranstaltung, super organisiert und man hatte ausreichend Zeit sich mit den Winzer*innen zu unterhalten.

Vielleicht hat Andreas aka der kleine Pirat, Herr S. oder Graves noch etwas zu ergänzen.

Gruß Marko
Moin,

dem habe ich wenig hinzuzufügen. Bertram-Baltes sehr stark und dabei niedrig im Alkohol (um und bei 11%) aber ohne irgendein Zeichen von Unreife. Ist es die pergolaartige Erziehungsform?!? Tessa Maria Sprenger fand ich auch klasse. JB Becker mit Rieslingen, die man im besten Sinne als traditionell bezeichnen kann, ich mag das (Stichwort Käse-Fondue-Vibes). Griesel eine Bank, ebenso wie Emrich-Schönleber, May, Saltaren Wines, Francois Villard und Adams Wein Chardonnay Lohpfad. Pepi Lignana hatte ich leider nicht (ein Dank geht raus an die DB :evil: ) dafür aber Marc Kreydenweiss, welcher es nicht nur schaffte, mit TM Sprengers Grauburgunder einen zweiten ebensolchen hinzustellen, der mich mehr als versöhnte mit dieser Rebsorte. Und auch sonst: Elsass at it‘s best und massig Käse-Fondue-Vibes!

In diesem Sinn,
Björn