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Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 13:22
von Weinzelmännchen
Gerade der Artikel von dai.org ist für mich sehr informativ. Die dort angeführten Winzer dürften auch nicht zu den Esotherikern gehören ;)

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 13:40
von Gerald
Hallo Birte,
sonst hält nacher noch jemand C6H8O7 für einen hochgiftigen Stoff.
ich nehme an, du meinst Hydroxydioxandicarbonsäure? Für eine Summenformel kann es ja mehrere bis fast unzählbar viele Isomere geben? http://de.wikipedia.org/wiki/Isomerie

Daniel, schon klar, aber dai.org ist doch - wenn ich das richtig verstanden habe - die Interessensvertretung der Unternehmen, die auch die Betoneier produzieren würden, oder? Ob man da wirklich Neutralität erwarten darf?

Bei einer Führung durch einen sehr großen österreichischen Weinbaubetrieb habe ich dieses Jahr jedenfalls gehört, dass man mit Betonbecken (nicht -eiern) wegen der Korrosion schlechte Erfahrungen gemacht hat, während solche mit gefliester Oberfläche kein Problem sind.

Grüße,
Gerald

Alas, wenn dir der Zusammenhang zwischen Sauerstoffdurchlässigkeit und Rostbildung in Stahlbeton zu kompliziert ist, bedaure ich das zutiefst, kann es aber auch nicht ändern ...

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 13:55
von Birte
Gerald hat geschrieben: Und auch bei der Sauerstoffdurchlässigkeit glaube ich eher dem LWG. Denn guter Beton darf ja gar nicht nennenswert sauerstoffdurchlässig sein, sonst würde damit das Eisen in Stahlbeton unweigerlich rosten (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Rost). Porenbeton hingegen wird hingegen nicht ausreichend flüssigkeitsdicht sein.
Das mit der Sauerstoffdurchlässikeit und dem "Eisen" ist nicht ganz richtig. Um die Bewehrung vor Korrosion zu schützen, muss die erforderliche Betondeckung je nach Umwelteinflüssen nach Tabelle ermittelt werden. Wäre der Beton sauerstoffundurchlässig, würde eine dünne Schicht genügen.

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 14:01
von Gerald
Wäre der Beton sauerstoffundurchlässig
na ja, 100% sauerstoffundurchlässig gibt es ohnehin nicht, irgendein Molekül kommt immer mal durch. Das ist so wie wenn jemand verlangt, dass in alkoholfreiem Bier 0,0 % Alkohol sein muss, statt irgendeinen Grenzwert zu nennen. Absolut 0 ist eben völlig undurchführbar.

Aber man kann ja ein bisschen überlegen: welche Wandstärke hat das Beton-Ei und welche Schichtdicke braucht Beton über dem Stahl? Und natürlich muss man bedenken, dass innerhalb des Beton-Ei sehr viel Wein auf den Sauerstoff wartet ...

Schön ist es auch in folgendem Link beschrieben:

http://www.baulinks.de/webplugin/2010/0778.php4

Also Säurebeständigkeit (die durch die Porosität gestört wird) und Gasdurchlässigkeit schließen sich gegenseitig aus. Also entweder muss man das Beton-Ei mit speziellem Beton (Nanoteilchen werden im Artikel genannt) herstellen, damit er säurefest, aber auch gasdicht ist. Oder eben aus einfachem Beton, bei dem das Gegenteil zutrifft.

Grüße,
Gerald

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 14:01
von Alas
Gerald hat geschrieben:Alas, wenn dir der Zusammenhang zwischen Sauerstoffdurchlässigkeit und Rostbildung in Stahlbeton zu kompliziert ist, bedaure ich das zutiefst, kann es aber auch nicht ändern ...
Ohne Armierung keine Rostbildung.

Ojeh. :lol: :lol:

Gruß

Alas

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 14:20
von Birte
Gerald, natürlich reden wir bei der Betondeckung von einem Wert zwischen 2,0 und 5,5 cm. Dann muss man noch bedenken, dass dieser Schutz bei einem Bauteil ein wenig länger halten muss, als ein Wein im Fass ist. Wenn man es allerdings schaffen würde, ein Betonei in 2,0cm auszubilden, die Stabilität des Ganzen durch ein äußeres Tragwerk gewährleisten würde und das Ganze in einen Keller mit Meeresklima stellt, hätte man ganz gute Karten. ;) Die Wiki Korrosion Links begeistern mich dennoch nur bedingt.

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 14:36
von sorgenbrecher
ich frage mich, was die theoretisierende diskussion darüber soll, wo es doch bereits eindeutige ergebnisse aus der praktischen untersuchung gibt. der von gerald eingangs verlinkte artikel ist diesbezüglich eindeutig und jetzt kann man gern (wie bei dem pestizid-thema und vielen anderen themen auch) für sich selbst entscheiden, ob man das risiko höherer belastung mit metallen für relevant hält, akzeptiert oder nicht, oder was auch immer damit für sich selbst macht. geradezu absurd wird es nur dann, wenn man einerseits schwefelfreie "naturweine" sucht und dann trotz der vorliegenden analyseergebnisse diese betoneier als inbegriff von naturbelassenheit propagiert....genau das sind sie eben nicht.

mich persönlich stört das nicht, solange der wein was taugt, aber mich stört auch kein schwefel und auch die botrytizide in den großen gewächsen nehme ich zugunsten des genusses hin.....und wenn daraus solch grandiose rieslinge wie bei breuer werden, dann stören mich nicht einmal reinzuchthefen..... ;) .....gegen dogma beim genuss !

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 15:55
von Birte
sorgenbrecher hat geschrieben:ich frage mich, was die theoretisierende diskussion darüber soll, wo es doch bereits eindeutige ergebnisse aus der praktischen untersuchung gibt. der von gerald eingangs verlinkte artikel ist diesbezüglich eindeutig
Je nachdem was für Material verwendet wird, halte ich die Geschichte mit dem Schwermetall nicht für eindeutig, das könnte bei Bentonit nochmal ein Thema werden. Das ist aber hier eigentlich vollkommen egal, da ich eine Sauerstoffzufuhr, wie mein Beispiel von eben zeigen sollte, für ausgeschlossen halte, sprich: "Das Ganze bringt einfach nix".
.....gegen dogma beim genuss !
Genau, aber gute Vin naturels schmecken einfach toll!Ich habe keine Angst, dass ich morgen von Pestizidrückständen im Wein krank werde, allerdings sollte man überlegen wie sich das mit anderen Belastungen summiert. Das Hauptargument für mich ist aber, dass ich die Vorstellung wie mit Pestiziden umgegangen wird, eklig finde und mich frage, ob bei dauerhaftem Umgang dieser Art mit der Natur unsere Enkel auch noch mit Vergnügen Wein trinken können.

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 15:57
von Birte
Ich gehe übrigens gleich Vin Naturel Nachschub kaufen. Es wird noch etwas Rotes geben.

Re: Vin naturel et la soirée sera belle

Verfasst: Fr 24. Aug 2012, 16:23
von sorgenbrecher
Birte hat geschrieben: Je nachdem was für Material verwendet wird, halte ich die Geschichte mit dem Schwermetall nicht für eindeutig, das könnte bei Bentonit nochmal ein Thema werden. Das ist aber hier eigentlich vollkommen egal, da ich eine Sauerstoffzufuhr, wie mein Beispiel von eben zeigen sollte, für ausgeschlossen halte, sprich: "Das Ganze bringt einfach nix".
ob das was bringt oder nicht, das weiß ich noch nicht einmal.

ja, das thema sauerstoffzufuhr ist m.e. vernachlässigbar, das thema schwermetalle bei beton ohne verkleidung meines erachtens zumindest in bezug auf säurereiche weißweine eindeutig ein negativer faktor (nicht umsonst führt man das "beton-ei" ja teilweise selbst ad absurdum, indem man es von innen mit lebensmittelechten materialien auskleidet.... :lol: )

scheinbar gibt es aber einen effekt im hinblick auf das thermische verhalten und ich kann mir auch vorstellen, dass dies eine rolle beim ausbau spielt.

im übrigen hat dazu martin kössler (der nun ja wahrlich nicht im ruf steht der konventionellen weinbereitung nach dem mund zu reden) einen durchaus interessanten und lesenswerten beitrag geschrieben: http://www.weinhalle.de/blog/2012/01/hi ... -beton-ei/