Nun sind ehemalige Radsportler sicherlich grosse Pasta-Experten, aber bei Beef Wellington auf Nudel(!)saucen(!!)begleitung zu rekurrieren, weil da Blaetterteig dabei ist, halte ich dann doch fuer etwas, nun, unkultiviert. Ist aber nur meine Meinung. Mein Entscheidungsbaum war folgender:
Die Sauce ist ein demi-glace, also gibt's Rotwein. Das Rind (medium-rare waere meine Wahl) ginge auch mit Pinot Noir, aber: Ich glaubte verstanden zu haben, dass die Schicht zwischen dem angebrateten Rind und dem Teig
foie gras sei (oder verwechsle ich da zwei Beitraege?). Gegen soviel Fett geht zwar die Saeure des Pinots, aber da braucht's schon einen Gevrey oder Vosne der Mehrhunderteuroklasse, um genug Fruchtsuesse mit Druck und Koerper hinterherzuschieben. Das Fleisch hat ja auch ziemlich viel Schmelz.
Cabernet-basierte Weine sind da etwas arg unfruchtig oder noch recht tanninstark und gehen mir persoenlich zu Yorkshire puds besser als zu Blaetterteig, aber
ymmv; lieber ist mir persoenlich gut abgehangener Pomerol, auch weil suesser und fuelliger und runder und weicher, oder eben
the next best thing zu Pompom: argentinischer Pluesch-Malbec der Oberklasse (die Franzosenmalbecs sind immer so streng). Alternativ einen gut abgehangenen, recht trocken schmeckenden, sehr koerperreichen und bereits nach Bratenaromen schmeckenden Monbazillac. Das greift (auch regional, so wie uebrigens der Malbec) die Leber auf, die trockene Botrytis-Herbe emuliert ganz zart das Tannin, ohne sich mit dem Blaetterteig zu kappeln (im Gegenteil, die Butter freut sich), und die ganze Combo ist herrlich
fin de siècle.
Andererseits ging es mir hauptsaechlich darum, das off-topic-Geschreibsel zu unterbrechen.
Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)