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Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 29. Jul 2026, 18:06
von Rieslingfan
EThC hat geschrieben: ↑Mi 29. Jul 2026, 16:07
...soweit ich weiß, konnte man die GGe ab ca. August 25 vorbestellen, subskribieren, wie auch immer, d.h. seit dem Zeitpunkt sind sie marktverfügbar. Wann sie ausgeliefert werden / wurden, ändert an der Marktverfügbarkeit nichts...
Das mit der Vorbestellung/Subskription ist korrekt. Marktverfügbarkeit bedeutet für mich aber, der Zeitpunkt ab dem ein Wein erhältlich, bzw. geliefert werden kann.
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 29. Jul 2026, 18:15
von EThC
...nee, Marktverfügbarkeit bedeutet, daß Du den Wein erwerben kannst (direkt oder per Subskription) oder Dir vorbestellen kannst, also ein Vertragsabschluß mit Weingut oder Händler möglich ist. In allen Fällen sinkt die Zahl der marktverfügbaren Weine entsprechend und die Marktverfügbarkeit -zumindest für den Primärmarkt- endet, wenn der verfügbare Flaschenbestand bei "0" angelangt ist. Völlig egal, ob das zu einem Zeitpunkt vor oder nach der Auslieferung der Fall ist...
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: So 9. Aug 2026, 11:07
von Gerald
Jetzt ist auch in Österreich geplant, insb. Rotwein zu destillieren, um die aufgrund sinkender Nachfrage nicht mehr verkäuflichen Mengen loszuwerden:
https://noe.orf.at/stories/3365929/
Aber vielleicht erledigen die aktuelle Hitze in Kombination mit extremer Trockenheit (bei uns im südlichen Weinviertel hat es dieses Jahr gerade einmal 175 mm geregnet, das ist nur die Hälfte der in unserer Region ohnehin schon geringen Menge) das Problem auf ihre Art ...
Grüße
Gerald
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: So 9. Aug 2026, 17:42
von UlliB
Gerald hat geschrieben: ↑So 9. Aug 2026, 11:07
Jetzt ist auch in Österreich geplant, insb. Rotwein zu destillieren, um die aufgrund sinkender Nachfrage nicht mehr verkäuflichen Mengen loszuwerden:
https://noe.orf.at/stories/3365929/
Ich musste ein wenig recherchieren, um das einordnen zu können. Im Mittel der letzten fünf Jahre wurden in Österreich jährlich 70 Millionen Liter Rotwein produziert. Wenn man jetzt 10 Milionen Liter Rotwein destillieren möchte, ist das ein Siebtel einer Jahresproduktion, also schon sehr viel.
Aber so kann es gehen. Vor zwanzig Jahren Rotweinboom, und das ÖWM hat versucht, Österreichsche Rotweine auf den Exportmärkten zu positionieren (ich erinnere mich gut; das Motto war: "Österreichische Rotweine sind jetzt Weltspitze"), aber richtig funktioniert hat das nie. Und im Inland trinken die Leute offensichtlich auch lieber Grünen Veltliner & Co.
Gruß
Ulli
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 13:06
von TOM
Aus der Pressemitteilung der HAWESKO-Gruppe passend zu dem Thema.
Die nehmen bewusst Umsatzrückgang in Kauf, um die Marge auf dem verbleibenden Umsatz zu verbessern.
...
Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei 274,8 Mio. Euro nach 285,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Rohertragsmarge von Europas führendem Wein- und Spirituosenhändler stieg auf 45,2 Prozent nach 43,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das operative EBIT beläuft sich auf 5,1 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro). Gestützt wurde das Ergebnis dabei durch die bewusste Abgabe unrentablen Umsatzes im B2B in Höhe von etwa fünf Millionen Euro und durch wirkende Effizienzprogramme.
...
Die Lage auf dem deutschen Weinmarkt bleibt angespannt. Die gestiegenen Energiepreise belasten die Transportkosten unmittelbar. Zugleich wirken höhere Mindestlöhne sowie steigende Maut- und CO₂-Abgaben kostentreibend. Auf der Nachfrageseite bleiben die gedämpfte Konsumstimmung, eine historisch hohe Sparneigung sowie der langfristige Trend zu sinkendem Alkoholkonsum wesentliche Faktoren für die weitere Geschäftsentwicklung. Dies spiegelt sich auch in einem geringeren durchschnittlichen Umsatz pro Einkauf wider.
...
Wenn Euch die Details interessieren:
Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni:
https://www.hawesko-holding.com/media/p ... chutzt.pdf
Presse:
https://www.hawesko-holding.com/presse/ ... -wirken-ge
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 15:16
von Sauternes
Ein Umsatzrückgang von 4% oder auch etwas darunter, ist jetzt nicht soviel, ob das in Zukunft noch mehr wird, wird sich zeigen.
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 16:10
von EThC
Sauternes hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 15:16
Ein Umsatzrückgang von 4% oder auch etwas darunter, ist jetzt nicht soviel, ob das in Zukunft noch mehr wird, wird sich zeigen.
...bei knappen Margen kann das schon reichen, um Liquiditätsprobleme zu bekommen...
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 17:33
von Sauternes
EThC hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 16:10
Sauternes hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 15:16
Ein Umsatzrückgang von 4% oder auch etwas darunter, ist jetzt nicht soviel, ob das in Zukunft noch mehr wird, wird sich zeigen.
...bei knappen Margen kann das schon reichen, um Liquiditätsprobleme zu bekommen...
Echt, ja? hätte ich jetzt nicht gedacht.
Je größer der Händler, oder die Gruppe, um so größer sind auch sämtliche Nebenkosten, Lagerhaltung, Personal und so weiter, da kommt einiges an Kosten zusammen, was alles durch den Weinverkauf gedeckt sein möchte, wenn man so drüber nachdenkt, kann einem schon etwas mulmig bei den Gedanken werden.
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 17:36
von TOM
Hmmm,
jetzt hat es mich doch gepackt und ich habe mal genauer in die Zahlen geschaut.
Der Free Cashflow ist wohl negativ, aber nicht so stark wie im letzten Jahr.
Interessant auch das operative Ergebnis: Bei 274 Mio Umsatz gerade mal 5 Mio.
Spannend: Sonstige Erträge: 7,8 Mio
Die sonstigen Erträge in Höhe von € 7,9 Mio. (Vorjahr: € 8,1 Mio.) enthalten zu großen Teilen umsatzabhängige Miet- und Pachterträge der Jacques‘-Partner.
Im Juni hatten die trotzdem 1 Eur Dividende je Aktie ausgeschüttet. Das muss dann wohl aus den Reserven der Vergangenheit kommen...
Ich denke, die haben noch etwas Puffer um durchzuhalten. Mal gespannt, wie die Zahlen am Jahresende und nächstes Jahr aussehen...
Re: Absatzrückgang Wein
Verfasst: Mi 12. Aug 2026, 18:07
von Rieslingfan
Wobei es hier ausschließlich um die Zahlen der HAWESKO-Gruppe geht und daher nicht als grundsätzlich repräsentativ für Weinproduzenten/Händler gewertet werden kann.