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Re: Nordrhone

Verfasst: Mo 21. Jan 2013, 18:44
von octopussy
argentum hat geschrieben: Wenn du mal Lust hast zu experimentieren, schau dich mal bei Yann Chave um, der hat einen sehr interessanten Crozes Le Rouvre...
Crôzes-Hermitage von Yann Chave (den einfachen ohne Lagenbezeichnung) fand ich aus 2009 vor ca. einem Jahr auch richtig gut. Völlig hin und weg war ich jetzt von dem 2010 Crôzes-Hermitage der Domaine Chasselvin, getrunken in einer Weinbar in Lyon. Der kostet - so habe ich im www gesehen - nur knapp über 10 Euro ab Hof, was für den Wein ein echt verdammt guter Kurs ist, finde ich. Von der Domaine hatte ich noch nie gehört, jetzt habe ich sie aber auf dem Zettel.

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Auch für gut befunden: 2011 Saint-Peray Les Figuiers vom Weißweinspezialisten Bernard Gripa, eine Cuvée aus 60% Roussanne und 40% Marsanne. Etwas mehr Kanten könnte er haben, aber die beiden Rebsorten sind ja auch nicht gerade für ihre prägnante Säure bekannt.

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Re: Nordrhone

Verfasst: Fr 15. Feb 2013, 11:15
von octopussy
Hallo zusammen,

sehr schön die letzten Tage trank sich der 2006 Saint Joseph "Clos de Cuminaille" von Pierre Gaillard. Es mag Einbildung sein, aber mir kommt es so vor, als hätten Rotweine von Granitböden (manche Beaujolais, manche Syrahs von der nördlichen Rhône) manchmal eine sehr direkte, unmittelbare und eher klar konturierte Art (als Gegensatz zu sinnlich, rund, eng mit einander verwoben). Jedenfalls musste ich bei dem Clos de Cuminaille unweigerlich an Architetktur im Bauhausstil denken (das geht mir bei Beaujolais manchmal auch so). Jedenfalls, und das ist das wichtigste, schmeckte der Wein ausgezeichnet, auch über drei Tage hinweg, ist vielleicht noch einen Hauch zu jung, war aber auch jetzt schon schön zu trinken.

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Re: Nordrhone

Verfasst: Sa 16. Feb 2013, 13:54
von weingollum33
Alain Paret, St. Joseph (blanc) Les Larmes du Pere 2006 (90 % Marsanne und 10 % Roussanne)

Der weiße St. Joseph von Alain Paret braucht immer ein paar Jahre, um das neue Holz zu integrieren! Feine Nase nach Heu und Blütenduft, am Gaumen feiner bis mittlerer Körper, das Holz nicht mehr wahrnehmbar, Blütenaromen, Mandeln, Würze und ansprechende Mineralik. Er hat eine gute Trinkreife erreicht und wird m.E. nicht mehr besser. Er wirkt etwas „barock“ und ist dennoch ein typischer südfranzösischer Weißwein, durchaus lang anhaltend und ansprechend elegant im Mund! Ein schöner Essensbegleiter. Gut bis sehr gut in Begleitung!!

Gruß Tobias

Re: Nordrhone

Verfasst: Mo 8. Jul 2013, 12:55
von Barrique-Haus
Domaine des Hauts Châssis - Les Châssis 2007

Ein wundervoller Syrah. Wahnsinnig elegant, genialer Stil, verführende Mineralität. Sehr eigenständig.

http://barriquehaus.de/2013/06/barrique ... ng-zum-37/

Re: Nordrhone

Verfasst: Mo 22. Jul 2013, 16:02
von Volker
auch wenn ich eigentlich bei den Temperaturen eher Rotwein meide, gab es den La Rosine 2006 von Ogier im Glas. Und der Wein funktioniert zumindest für mich auch oder gerade bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen.

Kein fetter Brummer aber alles andere als dünn. Von der Farbe her ein getrübtes dichtes Rot (nicht filtriert?) Geprägt wird der Wein durch einen klaren Säurenerv und eine deutliche Gerbstoffnote. Mit entsprechend Luft mag ich den Wein in der Nase. Einerseits mineralische Töne, Graphit aber auch Frucht Richtung Orange und Schwarzkirsche. Gegenüber der letzten Flasche vor ungefähr einem Jahr von der Säure her vielleicht ein klein wenig gesitteter aber dennoch am Gaumen mit seinem Gerbstoff und der Säure zupackend. Am Gaumen verliert sich dann die Orange und es geht eher in Richtung Casis, dunkle Beeren aber auch Speck.

Sicher ein Wein der polarisieren kann und den nicht jeder mögen wird aber für mich ein sehr guter Rotwein gerade bei wärmeren Temperaturen.

Volker

Re: Nordrhone

Verfasst: Sa 3. Aug 2013, 21:22
von sociando
hallo,

auf empfehlung von vor ort aus lyon mitgebracht:
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der wein macht grad viel spass!

best, martin

Re: Nordrhone

Verfasst: Sa 3. Aug 2013, 22:23
von Oberpfälzer
Hallo zusammen,

ich hatte gestern Abend einen 2003er Cornas Granit 30 von Stephane Ogier aufgezogen. Jahrgangstypisch recht schwer. Dennoch ein ausgezeichneter kühler, rassiger, vielschichtiger Syrah. Vermute, dass er jetzt am Anfang seiner optimalen Trinkreife ist. Hatte nur eine Probeflasche gekauft und im Keller gut versteckt "vergessen". Diese "Adresse" sollte ich mir merken.

Re: Nordrhone

Verfasst: So 4. Aug 2013, 12:45
von austria_traveller
Oberpfälzer hat geschrieben:einen 2003er Cornas Granit 30 von Stephane Ogier aufgezogen.
Servus,
Kommt der nicht von Vincent Paris ? Oder heißt der nur zufälligerweise gleich ?

Re: Nordrhone

Verfasst: Mi 4. Sep 2013, 10:00
von octopussy
Hallo zusammen,

Montagabend haben wir zusammen ein paar Weine von der Rhône und der Loire probiert, u.a. diese beiden Vertreter von der nördlichen Rhône:

Maison Chapoutier - 2008 Crôzes-Hermitages Les Meysonnieres

Der kommt aus eigenen Rebbeständen von Chapoutier und ist ein 100% Marsanne. Puh, blind hatte ich auf irgendeine weiße "Urlaubscuvée" aus der Provence getippt. Der Wein war einfach etwas simpel. So viele Marsanne/Roussanne Weine von der nördlichen Rhône habe ich noch nicht getrunken, aber - auch angesichts der jüngst mehrfach getrunkenen Roussannes aus der Savoie (Chignin-Bergeron) - formt sich bei mir das Bild, dass ich Roussanne von der Aromatik lieber mag.

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Dann hatten wir noch den hier:

André Perret - 2007 Saint Joseph "Les Grisières"

Zuerst fand ich den Wein wirklich total sch..., verholzt bis zum Anschlag, kalt, hart und abweisend. Dann kam er aber, und wie. Trotz einer immer noch präsenten Holznote sehr feingliedrig, schön pfeffrig-würzig mit klarer Beerenfrucht. Den hätte man eine Stunde dekantieren sollen, dann hätte er vielleicht von Anfang an gesungen:

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Noch vom Sommer kann ich zudem nachtragen:

Les Vins de Vienne - 2010 IGP Collines Rhodaniennes "Héluicum".

Das ist eine der Lagen, für die das Projekt "Les Vins de Viennes" von Francois Villard, Yves Cuilleron und Pierre Gaillard seinerzeit aus der Taufe gehoben wurde. Die Lage liegt nördlich von Vienne nahe Seyssuel. Bis zum 19. Jhd. waren die Weine aus Seyssuel wohl relativ beliebt, wurden aber nach der Zerstörung durch die Phylloxera zunächst nicht wieder bepflanzt. Das geschah bei diesem Weinberg erst 2001. Die Reben sind also noch jung. Der Wein hat mir aber ausnehmend gut gefallen mit schönem Syrah-Charakter. Schon in seiner Jugend ist er recht komplex.

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Re: Nordrhone

Verfasst: So 15. Sep 2013, 23:36
von Oberpfälzer
Hallo zusammen,

mit den schweren Übersee-Shiraz habe ich nicht selten so meine Probleme. Die Aromatik gefällt mir zwar sehr aber der hitzige Alkohol gepaart mit dem Extrakt ist nicht immer mein Ding. Da gefällt mir ein Nordrhone-Syrah meist besser. So ist auch dieser hier heute mein Ding:

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Vielleicht habe ich ihn einen Tick zu hoch bewertet. Ist mir heute aber auch egal, er schmeckt einfach ausgezeichnet, ist ernst genug und mit seinen 13 Prozent ist er sowas von "süffig". Das ist meine Art von kühlem, schlankem Syrah und ich vergesse die Kraftbolzen aus Australien, Chile usw.