Seite 11 von 11
Re: Maconnais
Verfasst: Mo 27. Okt 2025, 13:41
von EThC
...daß Macération carbonique auch in orange und mit Oxi-Frucht geht, wußte ich bislang auch noch nicht:
2020er Chardonnay – «La Carbonnode» – Vin de France, Domaine La Soufrandière – Bret Brothers, Burgund

Re: Maconnais
Verfasst: Sa 8. Nov 2025, 17:25
von Ralf Gundlach
Im Glas:
2023 Macon Solutré Roc des Boutires
Toller Chardonnay, der durch seine Eleganz, Feinheit und Ausgeglichenheit trotz des jugendlichen Alters glänzt. Mit feiner Frucht, Würze und ausgeprägter Mineralität. Trotz des „nur“ mittleren Körper sehr dicht. Das ist ein Macon genau nach meinem Geschmack. Ernsthaftigkeit paart sich hier mit Trinkfreude.
Für mich sind die Chardonnay aus der Gegend eh die spannendsten Weine dieser Rebsorte. Und Roc des Boutires, das von den Machern von Chateau Moulin a Vent geleitet wird scheint sehr ambitioniert zu sein. Gut, die Preise sind auch eher gehobener. Aber der hier ist seinen Preis definitiv wert.
92 Punkte. Kostet bei Vinoel 22,80 Euro.
Gruß
Ralf
Re: Maconnais
Verfasst: So 8. Feb 2026, 18:51
von Ostbelgier
Hallo zusammen,
diesen Knüller gab es zum Rebhuhn. Pierre Vessigaud: Charnay les Macon -Bois Marechal- 2022. Ein ganzes Stück abseits gelegen von den berühmten Pouilly Fuisse-Lagen des Monsieur Vessigaud, aber deshalb nicht schlecht. 25jährige Reben. Herrlicher Duft nach Aprikosen, deren Kernen, etwas Lakritz und einem Hauch Nelke. Das setzt sich am Gaumen fort, hier kommt noch weisser Pfeffer und für die Frische ein angenehmer Limettenton hinzu. Tolle Länge. Kunstück: Hier wird Volumen (13,5%) und Frische vereint. Toller Wein.
Viele Grüsse
Markus
Re: Maconnais
Verfasst: Sa 11. Apr 2026, 18:16
von Ostbelgier
Heute gab es etwas, das wir früher, wenn wir in der Gegend unterwegs waren, sehr gerne gegessen haben, nämlich Cassolette d' escargots. Dazu ein Wein, der mit seiner Säure und karger Mineralität hervorragend für Stein-Riesling-Trinker geeignet wäre. Domaine Cheveau: Macon Fuisse -les Grandes Bruyeres-. Ein Familiengut mit 20 ha gesamt. Dieser hier stammt von Böden mit Vulkangestein und Schiefer. Sehr blass, wenig Frucht in der Nase und am Gaumen. Knackige Säure, schafft ein Gleichgewicht zwischen Frische und Üppigkeit (13,5Vol). Blind probiert, könnte das ein Rheingauer Riesling von tieferen Böden sein. Sehr ungewöhnlich. 13,90 hat er gekostet.
Viele Grüße
Markus
Re: Maconnais
Verfasst: Mi 8. Jul 2026, 20:19
von Ralf Gundlach
Im Glas:
2021 Macon-Vergisson „Sur la Roche“ Domaine Saumaize-Michelin
Und der macht richtig Spaß. Tolle Kombination von Zitrus, knackigen Mirabellen ,dezenten Karamell und eindrucksvoller Mineralität. Einerseits zeigt der so eine leicht cremige Seite, die aber durch die Zitrusnoten in die frische Ecke abgeholt wird. Das alles präsentiert sich sehr komplex, mit viel Kraft und Tiefe, ohne ansatzweise in die Breite zu gehen. Inklusive langer Abgang. Das ist ein Chardonnay, wie ich ihn liebe. Ein Maconnais aus dem allerobersten Regal.
93 Punkte. Kostet bei Wein Kern 23,80 Euro.
Gruß
Ralf
Re: Maconnais
Verfasst: Fr 4. Sep 2026, 19:51
von Ralf Gundlach
Und weil es so schön war der Jahrgangsnachfolger:
2022 Macon Vergisson Sur la Roche Saumaize-Michelin
Erinnert stark an den 2021er. Die Mineralität ist noch heftiger. Kalkfelsenlutschen pur. Salzige Noten im Abgang. Der wirkt in dem Stadium noch nicht ganz auf dem Höhepunkt. Die Komplexität und Struktur scheint sich noch etwas auszubilden. Ich vermute mal, dass der auch eine längere Maischestandzeit hatte, denn der hat so einen leichten „Grip“.
Das ist schon richtig klasse. Der 2021er ist jetzt offener. Der hier braucht noch 2 Jahre, um sich zu harmonisieren. Macht aber auch jetzt schon Spaß. Und wir noch viel Jahre richtig Freude machen.
92+ Punkte.
Gruß
Ralf
Re: Maconnais
Verfasst: So 25. Okt 2026, 11:36
von Ostbelgier
Diesen hier hatte Ralf zum Treffen mitgebracht. Er war eher schwierig.
Eric Forest: Saint Veran Vielles Vignes Terre Noire 2020
Von über 100jährigen Reben. Aber irgendwie tue ich mich oft schwer mit Saint Veran, und Ralf sagte, es gehe ihm ebenso. Hier haben wir in der Nase Blüten, frische Kiwi und später sehr dezent Nüsse. Der Wein ist enorm konzentriert, hier stimmt der Begriff "innere Dichte" wirklich. Aber er kann vor lauter Kraft kaum laufen und bleibt deshalb etwas undefinierbar. Das ist kein schlechter Wein, sicher nicht. Aber ich glaube, hier hat der Winzer etwas zuviel gewollt. Schwierig.
Viele Grüße
Markus