jetzt bin ich ja doch ein wenig überrascht und fasse nochmal zusammen, was ich der Diskussion entnommen habe:
In eine Priorat 2008 Blindprobe wird neben diversen üblichen Verdächtigen auch ein aktueller Aldi-Aktions-Priorat verkostet. Dieser schließt die Blindprobe in zwei Verkostungsdurchgängen als klarer Sieger ab. Daraufhin wird der Wein aus einer Konterflasche offen nachverkostet (btw.: Wäre das auch passiert, wenn es sich beim Sieger um einen der üblichen Verdächtigen gehandelt hätte?) und kommt nicht einmal ansatzweise ans Ergebnis der Blindprobe heran. Diese Konterflasche wird dann ohne Weiteres als "Normalflasche" deklariert (Wäre es dann nicht sinnvoll gewesen, noch eine dritte oder in diesem außergewöhnlichen Fall sogar eine vierte Flasche hinzuzuziehen, um ein tatsächliches Urteil darüber fällen zu können?) und als "gut trinkbar", einige Posts später als "Blendwein" bezeichnet. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Das würde also bedeuten, dass 1. unter den vielen Tausend Flaschen des El Patio eine oder vielleicht wenige "Wunderflaschen" waren und dass 2. genau diese Wunderflasche ihren Weg in eine Priorat-Blindverkostung gefunden hat, wo sie dann alle anderen aus dem Feld geschlagen hat. Möglich ist das, aber nicht unbedingt wahrscheinlich.
Ich selbst hatte mir vorgestern - weil ja hier im Forum schon vor einigen Tagen auf ihn hingewiesen worden war - selbst eine Flasche des El Patio zugelegt und Freitagabend probiert. Ich fand den Wein sehr gut, an Nase und Gaumen sich im Verlaufe des Abends entwickelnd (zu Anfang etwas steinig, gefolgt von Rumtopf und Gewürznoten) und durchaus komplex - hätte ich punkten sollen, wäre wohl etwas um 87/100 herausgekommen, was für einen 5-Euro-Wein aller Ehren wert ist.
Ich habe dann am Samstag noch einige Flaschen nachgekauft (ohne die zwischenzeitliche DWF-Lektüre wären es sechs gewesen, so wurden es 12 aus verschiedenen Itzehoer Aldis
Wie kommt Aldi nun zu einem solchen Wein? Es ist sicherlich nur eine Hypothese, aber vielleicht sollte man sich in diesem Zusammenhang noch einmal an das Mesa-Projekt von Wein und Vinos denken, bei dem es ja auch um Weine renommierter Erzeuger ging. In Spanien scheinen derzeit eine ganze Reihe von Winzern wirtschaftlich am Stock zu gehen, und so werden viele, auch sehr gute Erzeuger sicherlich gezwungen sein, ihre Weine entweder als Massenware zu verkaufen oder darauf sitzen zu bleiben. Und bevor diese Betriebe dann vielleicht sogar pleite gehen müssten, finde ich die Aldi-Lösung immer noch die bessere Alternative.
Viele Grüße
Markus