Hallo Weinforum,
nach der allseits gut angekommenen Probe gereifter Bdx im Oktober 2003 habe
ich erneut in meinem Weinkeller gestöbert und noch einige verstaubte
Barolos/Barbarescos gefunden. Da die Anzahl der von mir identifizierten
Flaschen größer war, als die Flaschenzahl, die man sinnvollerweise an einem
Abend verkosten kann, habe ich Georg Bittner und Thomas Deck als
potentielle Liebhaber solcher Altweinschätze gebeten, sich einige Weine für
eine schöne Probe auszusuchen. Eigenartigerweise kam eine Vorschlagsliste
heraus, die sich überwiegend auf die Jahre 1978, 1982 und 1985
konzentrierte. Warum bloß? Auch die Namen hatte ich alle schon mal gehört:
Angelo Gaja, Bruno Giacosa, Giuseppe Mascarello, Vietti, Ceretto, Clerico,
di Montezemolo etc.
Nun denn: Gesagt, getan. Die Einladung erging frühzeitig. Angesagter
Probentermin 1.2.2004 um 14.00h in Oberhausen.
Der Andrang hielt sich, anders als bei der Bdx-Probe, in Grenzen, einige
frühzeitige Zusagen mussten dann kurzfristig absagen. Geblieben ist ein
Teilnehmerkreis von 9 Personen plus Zaungast auf dem Regiesessel.
Besonders gefreut habe ich mich über die weite Anreise von Caroline
Krafczyk, die mit Ihrem Freund Stefan extra 500km für diese Probe angereist
ist.
Das junge Weinforum-Mitglied war hochmotiviert und hat eben keinen Aufwand
für eine interessante Probe gescheut. Gar so viele Gelegenheiten wird es
wohl auch nicht mehr geben, so konzentriert reifere Barolos/Barbarescos zu
probieren. Nun ja, der Zufall spielt im Leben eben auch eine große Rolle.
Teilnehmer an der Probe, die zur WW-Probe 44 erklärt wurde, waren Georg
Bittner, Thomas Deck, Torsten Blanke, Thomas Slawinski, Georg Böning, Heiko
Reinartz, Caroline Krafczyk, Wera und Norbert Kreutzer. Freund Stefan übt e
Verkostungszurückhaltung und hatte eher beratende Funktion. Erst nach der
offiziellen Probe hat er Wein-vernichtend mitgewirkt.

Für die
hilfreiche Unterstützung bei den Aufräumarbeiten sagen Wera und ich an
dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
Ein herzliches Dankeschön auch an Georg Bittner, der die Hauptarbeit fü r
die Bereitung des Cassoulets, das wir nach der Probe genießen durften,
übernommen hatte. Aber auch die Käseplatte war vorzüglich. Von Bernhard
Stute (
www.stute-weinundsekt.de) auf dem Reifehöhepunkt zur
Verfügung gestellt.
Nun zu den Weinen. Offizieller Teil der Probe waren nur die Weine 1-12. Der
Einstiegswein (0) und alle Folgeweine waren reiner "Spaß an der Freud" und
gehörten nicht zum Arbeitsprogramm. Die Probe erfolgte in kleinen Flights
in verdeckter Form. Nach jedem Flight wurde aufgedeckt.
(0) 1980 Barolo Bussia Soprana
Poderi Aldo Conterno, Monforte Alc 13,5%
ziegelrote Farbe mit braunen Rändern (da sich die Farbe weitgehend
wiederholte, erwähne ich im weiteren Verlauf nur Farbabweichungen), in der
Nase reife Duft von Rauchtönen dominiert, Teer und Tabak wurden in der
Runde angesprochen, im Mund von eher schlanker Statur, wenig Frucht, Säur e
dominiert, wirkt auf mich etwas leer, im Abgang spüre ich noch Gerbstoffe,
ein Wein aus einem kleinen Jahrgang der bestimmt bessere Zeiten gesehen
hat, 79 NK Punkte
TD: Nase 90, Mund 81 Punkte. Insgesamt 83 Punkte
GB: ziegelrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase Teer, etwas Veilchen,
es fehlt etwas die Süße, etwas eindimensional, im Mund mittlere Fülle ,
präsente Säure, wenig Süße, erdig, Teer, nur noch etwas Tannin, mäßiger
Abgang, nicht groß aber noch gut zu trinken, 85 GBP
TB: helles Rot mit viel Orange-Anteil Nase: würzig, etwas Teer, Tabak,
Waldboden Gaumen: deutliche Säure, helle rote Frucht, Waldboden, Unterholz,
von der Säure dominiert, aber trotzdem schön zu trinken 86 P
CK: Farbe: ziegelrote Farbe mit einigen verschiedenen Orangetönen zum
Glasrand hin, viele "Tränen" laufen am Glasrand herab und läst mich auf
einen nicht zu kräftigen im Mund explodierenden Wein erwarten, Nase: etwas
medizinisch, Noten von Tabak und Teer, leichte Altersfirne, Duft nach altem
Leder und Holzpolitur, in der runde wurde auch von Waldboden gesprochen,
Gaumen: wie in der Nase vermittelt lassen sich Tabak, Holz und Bitterstoffe
auch im Gaumen nieder, ist jedoch sehr von der Säure dominiert, keine
Frucht zu erkennen, die Nase verspricht mehr als im Gaumen wiedergegeben
wird, (80CK Punkte)
GBö: noch gute, leicht alkoholische Nase, im Mund etwas modrig 85 p
TS: ziegelrote Farbe mit braunen Rändern, leicht trüb, Nase verhalten,
erdig, leichte Oxidationsnote, im Mund dominiert Säure, wirkt dünn und
gezehrt, ziemlich kurz. Insgesamt wirkt nur die Säure, hat seine beste
Zeit sicher hinter sich. 82 TSP
HR: die komplexe, recht typische Nase nach Liebstöckel, Waldboden,
Unterholz, Tabak und etwas Champignons verspricht mehr, als der doch etwas
dünne und mit Säurespitzen im Mund ausgestattete Wein halten kann, deshalb
nur 82 HRP
Flight 1
(1) 1985 Barbaresco "Masseria"
Vietti, Castiglione Falletto Alc
13,5%
Flasche Nr. 808 von insgesamt 4490 Flaschen
in der Nase Maggi, Liebstöckel, Fleischbrühe, im Mund von eher schlanker
Statur, deutliche Säure, Frucht ist gezehrt, Lakritz wird erwähnt und
könnte passen, aber auch Sauerkirschnoten, leicht oxydative Noten,
Gerbstoffe sind aber noch deutlich, insgesamt erheblich fester als der
1980er Barolo, 82 NK Punkte
TD: Sehr interessanter Wein. Im Vergleich zu (2) eher der Anthony Quinn. 88
Punkte.
GB: wesentlich dunkler in der Farbe als die Nummer (0), in der Nase Maggi,
Bratensaft, Veilchen, süß, im Mund etwas weniger Süße als nach der Nase zu
erwarten, immer noch Tannin, mittlerer Körper, guter Abgang, gut aber nicht
groß, 88 GBP
TB: Farbe wie 0, Nase: viel Bratensaft, Brühwürfel, Liebstöckel, Gaumen:
ganz bisschen Lakritz, Liebstöckel, wieder Unterholz, verhaltene Säure,
aber oxidative Frucht, daher für mich nur 84 P
CK: Farbe: zeigt sehr viele verschiedene Brauntönen aber klar in der Farbe
durch die Domfenster und Tränen erwarte ich einen komplexeren Wein, Nase:
klar hervorstechende Düfte von Bratensaft, Maggi, Liebstöckel wurde von der
runde wiedergegeben, ein wenig Sojaöl oder ähnlich wie ein
Leber-Balsamico-Sud in der Pfanne auch die Nase vermittelt einen dichten
Wein, Gaumen: Maggi, Brühwürfel, wenig Frucht, relativ viel Säure,
intensives Tannin, ist dichter als der Wein0 aber nicht so dicht wie die
Nase verspricht, die Runde spricht von oxidativen Ausbau, (82 CK Punkte )
GBö: Nase nach Liebstöckel und Braten, wenig Frucht, likörige Süß e,
überreif, nicht konzentriert, nicht lang 83 p
TS: etwas mehr rot in der Farbe, Maggi und Liebstöckel, deutlich oxidativ,
im Mund ausgesprochen unharmonisch, Säure und trockenes Tannin. 80 TSP
HR: auch ein Riechwein, aber diesmal auch im Mund recht dicht, nach hinten
heraus dominieren etwas Säure und Tannine, deshalb "nur" 84 HRP
(2) 1979 Barbaresco
Angelo Gaja, Barbaresco Alc 12,9%
Flasche Nr. 45420 von insgesamt 118.420 Flaschen
bildet im Glas viel Kirchenfenster aus, in der Nase wieder Liebstöckel,
auch Kirschlikör, reif wirkend, im Mund herbe Frucht, Frucht ist hier sehr
deutlich erkennbar, reife Tannine, liegt intensiv im Mund, recht lang,
deutliche Steigerung gegenüber den Vorgängern, 88 NK Punkte
TD: âhnlich wie (1), aber geradliniger, geschliffener, auch etwas länge r.
Eher der Cary Grant. 90 Punkte.
GB: in der Nase noch süßer als die Nummer (1), Tabak, Rauch, Unterholz, im
Mund wesentlich glatter, nicht so viel Säure, tanningeprägt, saftig, sehr
dicht, sehr langer Abgang, mehr Alkohol, harmonisch, schon sehr gut, 91 GBP
TB: Farbe wie O, sehr heller Rand Nase: verhalten, keine Frucht, viel
Waldboden, Pilze, etwas Liebstöckel. Gaumen: deutliche Süße, moderner Typ,
viel Rotfrucht, etwas alkoholisch, auch viel Säure, sehr lang. Moderner,
sehr guter Wein, aber nicht so interessant, trotzdem 88 P
CK: Farbe: braune Rosttöne aber klar in der Farbe, Nase: auch dieser Wein
hat Düfte von Maggi, Bratensaft, gebratene Kräuter wie Thymian, Heiko
meinte etwas von Pilzen, wirkt sehr alkoholreich, Gaumen: dichter, runder
und ausgewogener Wein im Vergleich zu den anderen, besitzt mehr Frucht,
erinnert an Kirschlikör, hat eine schöne Länge, die Tannine wirken im
hinteren Gaumenbereich sehr trocken, für mich ein Wein der Spaß macht zu
trinken, auf den man sich einstellen muss und einen Liebhaber braucht, (84
CK Punkte)
GBö: Nase wie zuvor, dazu etwas Frucht und etwas Alkohol, am Gaumen
dichter, mit Spiel von Süße und Säure, dezente Länge 87 p
TS: etwas heller in der Farbe, auch hier leichte Oxidationsnoten, liköri g
(Kirsche), wirkt im Mund deutlich besser, schöne Fülle, Frucht noch gut
vorhanden, ausgewogen, lediglich etwas alkoholstark, daher auch der
Likörton, eine deutliche Steigerung gegenüber 1 und 2, macht Spass. 87 TSP
HR: interessante Nase nach Kirschliqueur, Pilzen und Moos; im Mund etwas
frischere Furcht als die Vorgänger, etwas süß auf der Zungenspitze, auch
länger und präsenter, dieser Wein mach richtig Spaß, 88 HRP
(3) 1982 Barbaresco Riserva Santo Stefano di Neive
Bruno Giacosa, Neive Alc 14%
Flasche Nr. 4617 von insgesamt 13.800 Flaschen
in der Nase wieder sehr reif, Liebstöckel, im Wein sehr schlank, eleganter
als die Vorgänger, bei aller Reife gibt es aber noch Frucht, Teer und
Leder, Tannine sind noch deutlich, recht hoch in der Säure, angenehmer
Abgang, 86 NK Punkte, von diesem Wein aus diesem Top-Jahrgang hätte ich
mehr erwartet
TD: Fruchtiger (Kirsche), jünger, aber nicht besser als (1); 88 Punkte.
GB: in der Nase Zigarrenkiste, Walderdbeere, Kirsche, sehr süß, im Mund
kernig, nicht alt, Säure präsent, Tannin, schon dicht, gut aber nicht groß,
89 GBP
TB: Ziegelrot mit orangem Rand Nase: dicht, konzentriert, schwarzer Tee,
kompakt, sehr vielversprechend Gaumen: hält nicht, was die Nase verspricht
viel Säure, wenig rote Frucht, flache Struktur, relativ kurz, 85 P
CK: Farbe: dünnere Rottöne, Orange- Braun durchzogen, große Domfenster,
lässt mich einen dichten Wein erwarten, Geruch: erdig, feuchter Keller,
sehr alkoholreich, leichte Schwefelnote(?), Lebertran, Gaumen: oxidative
Note, wirkt jünger und spritziger als Wein 1+2 aber hat eine elegante
Struktur, starke Säure, explosiv im Gaumen, schöne Tannine , (86 CK Punkte)
GBö: Waldig und pilzig an der Nase, frischer als der Vorgänger, keine hohe
Intensität, säurebetonte Tannine 86 p
TS: etwas dunkler in der Farbe, verhaltene Nase, Kirscharomen, wirkt im
Mund noch jung bei dominierender Säure, wenig Frucht und recht kurz,
einfach. 84 TSP
HR: wirkt regelrecht frisch in der Frucht, auch noch viel Tannin; jedoch
etwas unharmonisch, ich bin nicht sicher, ob sich das noch harmonisiert,
schließlich hatte der Wein dazu schon 20 Jahre Zeit. 86 HRP
Flight 2 (Einzelwein)
(4) 1979 Barolo Monprivato
Giuseppe Mascarello Alc 14%
Flasche Nr. 5531 von insgesamt 8516 Flaschen
in der Nase reif, Teer, verbranntes Gummi, auch Waldboden wurde erwähnt,
wieder Liebstöckel, im Wein reife, schlanke Frucht, erneut Teer und Leder,
deutliche Säure, recht lang, aber eben nicht groß, 85 NK Punkte
TD: Intensiv und kompakt; angebrannte Kirschen (sehr gut); dicht; 90
Punkte.
GBP: in der Nase Teer, Kirsche, Rauch, fleischig, Süße fehlt, im Mund fest,
kernig, Säure präsent, Tannine immer noch vorhanden, sehr herber Charakter,
muss man mögen, traditionelle Machart, 89 GBP
TB: helles Rot, Nase: angesengtes Gummi (nicht negativ!), Maggi, etwas Tee,
rote Früchte, Gaumen: dicht, gewisse Fruchtsüße, mittlere Länge, recht viel
Teer, Säure und Tannin präsent, aber doch gut eingebunden, wieder Waldboden
ein Wein mit Spannung, sehr gut 88 P
CK: Farbe: ziegelrote Farbe mit Orangen-Rost-Tönen, die Domfenster wechseln
sich ab zwischen großen und kleinen, dies lässt mich ein etwas kompakteren
Wein erwarten, Nase: wieder die Noten von Maggi, Brühwürfel und
Liebstöckel, alkoholreicher Wein, Gaumen: sehr dicht und alkoholreich,
Bittertöne, hat eine oxidative Note, (83 CK Punkte)
GBö: Waldfrüchte in der Nase, Am Gaumen Süsse und verhaltene Frucht,
durchaus Länge bei geringerer Dichte 86 p
TS: Farbe wieder etwas dunkler, deutlich ocxidativ, markante Säure und
Tannin aber mit einer gewissen Harmonie, recht angenehm zu trinken. 86 TSP
HR: intensive Frucht und angesengtes Gummi in der Nase; im Mund sehr
dichte, dunkle Frucht, Waldboden und etwas Gummi, schön eindringlich und
deshalb 88 HRP
Flight 3
(5) 1978 Barolo "Monfalletto"
Paolo Cordero di Montezemolo Alc 13%
in der Nase fast jugendlich wirkend, Sauerkirsche, Zedernholz, Pilze wurden
in der Runde ebenfalls erwähnt, Lakritz, im Wein intensive, saftige Frucht,
lebendig, dicht, dezente Säure, sehr schön, feine Länge, hinten deutliche
Gerbstoffe, man merkt sofort die Klasse des Jahrgangs, mit diesem Wein kam
Leben in die Runde, der typische "Aha"-Effekt, 90 NK Punkte
TD: Fast so gut wie der Vorgänger; 89 Punkte.
GB: in der Nase vielschichtig, eher jung, noch Frucht, nur leichte
Sekundäraromen, im Mund Sauerkirsche, lebhafte Säure, mittlerer Körpe r,
sehr gute Struktur, langer Abgang, Gesamteindruck; noch sehr lebendig und
jung, hat noch Potential, 91 GBP
TB: klares Rot mit wenig Reifetönen, Nase: verhalten, aber ansprechende
Nase, frisch leichter Gummiton, Gaumen: viel Säure, jugendlicher Eindruck,
dominierend hier die Sauerkirsche, schlanke Statur, präsente Tannine, 87 P
CK: Farbe:Rubinrot, Nase: medizinische Not, Maggi lässt sich wieder
erkennen aber ist nicht dominant, Gaumen: lebendig und recht jugendlich,
ausgewogen zw. Säure und Frucht, hat Bittertöne nach Kakao und Espresso
gemischt, ausgewogene Tannine, ein schöner Wein, (89 CK Punkte)
GBö: Deutlich weniger optische Reifeerscheinungen, optisch dunkler und
dichter als die Vorgänger, wirkte auch in der Nase jünger mit Aromen von
Kirschen, Holz, Pilzen und Lakritz. Am Gaumen dominierten Kirscharomen.
Dichtester und jugendlichster Wein 89 p
TS: recht jugendliches rot mit orangefarbenen Rändern, dunkle, kirschige
Frucht, im Mund ebenfalls präsente Frucht, gut ausgewogenes Tannin und
Säure, recht dicht mit guter Länge, na also, es geht doch. Potential? 88+
TSP
HR: in der Nase die klassischen Noten in schöner Eleganz, dazu aber auch
etwas Animalik, die mich zu der Wortschöpfung "rhonesque" verleitet (dieser
Wein muss mir gefallen); im Mund kräftige Frucht, etwas Schokolade, leichte
Süße im Gleichgewicht mit der Säure; unglaublich jugendlich und lebendig
für
einen 25jährigen Wein, 90 HRP
(6) 1978 Barolo "Prapo"
Az. Agricola Bricco Rocche Ceretto, Castiglione Falletto Alc 13,5%
Flasche Nr. 4812 von 7056 Flaschen
in der Nase wieder reif, rauchige Noten, etwas Liebstöckel, durchwachsener
Speck, im Mund feine Frucht bei schöner Reife, Thomas Slawinski empfindet
ihn als alkoholisch, Kirschlikör kommt ins Gespräch, wenig Tannine, aber
auch dieser 78er ist dicht am Gaumen, sehr nachhaltig, gut, 85 NK Punkte
TD: Reifer als die letzten 4. Säure, Süße, Tannine, Frucht. Top. 90 Punkte.
GB: in der Nase wieder sehr reif, Süße, leicht rauchig, Tabak, Leder,
Unterholz, im Mund Süße an der Zungenspitze, weich, Säure gut eingebunden,
sehr voll, viel Alkohol, wenig Tannin, total harmonisch, Gesamteindruck:
Super, 93 GBP
TB: sehr helles Orange-Rot, Nase: hauch von Stall, wieder diese typische
Waldboden-Pilz-Liebstöckl-Aromatik, Gaumen: deutliche Säure, Hauch Lakritz,
mittlerer Körper, nicht sehr lang, 86 P
CK: Farbe: Rubinrot bis hin wieder zu den orangen Tönen am Glasrand, Nase:
wie der Vorgänger, Gaumen: sehr dicht, intensiv im Gaumen obwohl er aber
schlank wirkt, Bratensauce und Röstaromen lassen sich herausschmecken,
schöner Abgang, ( 90 CK Punkte)
GBö: Reiferer Wein mit alkoholischer Note in der Nase. Am Gaumen runde,
nicht
volle, dezente Süße auf einem flacheren Wein 86/87 p
TS: reife Farbe, ziegelrot, verhaltene alkoholische Nase, etwas Rauch, im
Mund alkoholstark, wahrscheinlich dadurch auch süßliche Noten, insgesamt
nicht schlecht, aber zu sehr vom Alkohol dominiert. 85 TSP
HR: auch dieser Wein gut, aber von allem etwas weniger, recht alkoholstark,
88 HRP
(7) 1978 Barolo "Rocche"
Vietti, Castiglione Falletto
Alc 14%
Flasche Nr. 2677 von insgesamt 7200 Flaschen
hier habe ich rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern notiert, in der
Nase Cassis, dunkle Noten, Teer, feine Reife in der Nase, im Mund aber kaum
gereift, kräftige Tannine, deutliche Säure, insgesamt noch sehr jugendlich
wirkend, dabei kraftvoll mit reichlich Gerbstoffen, sehr lang, sehr gut, 89
NK Punkte
TD: Jünger, aber nicht besser. 89 Punkte.
GB: in der Nase Cassis, Kirsche, Teer, Walnuss, im Mund fester Körper,
kräftige Säure, Süße fehlt etwas, Gesamteindruck: unglaublich jung für das
Alter
TB: Ziegelrot, Nase: dicht, untypisch, fast wie ein BDX, Gaumen:
Sauerkirsch, etwas Lösungsmittel, viel Säure, zwar keine Alterstöne, aber
doch ziemlich karg, 84 P
CK: Farbe: Rubinrot mit orangefarbenen Rändern, Nase: hab ich leider nichts
notiert, Gaumen: leicht metallisch, ist jugendlich geblieben, mittlerer
Abgang, sehr angenehm zu trinken, ( 89 CK Punkte)
GBö: Etwas blasser wie 5, in der Nase chemische Noten, auch Lösungsmittel,
neben Kirschen und Cassis. Früchte auch im Mund, für mich fehlende
Konzentration 87 p
TS: Farbe von mittlerer Reife, in der Nase etwas chemisches und wieder
Alkohol (14 %), im Geschmack Säure und Alkohol-dominant, für mich schwach
83 TSP
HR: Kirsche und frische Cassisfrucht (!), im mund jugendliche Frucht und
regelrecht saftig, aber nicht komplex oder charaktervoll; zu wenig für
einen Topwein, 86 HRP
Flight 4
(8) 1982 Barolo "Ciabot Mentin Ginestra"
Domenico Clerico, Monforte d'Alba Alc
14,5%
Flasche Nr. 3012 von insgesamt 6800 Flaschen
in der Nase sehr typisch mit Teer, Leder, Kräuter und Gewürzen, dabei feine
Reife, im Wein unglaublich frisch wirkend, konzentrierte Frucht, reife,
aber präsente Tannine, würziger, konzentrierter Abgang, sehr gut,
richtiggehend lecker, da kenne ich eine ganze Anzahl namhafter 82er Bdx,
die mehr Müdigkeit aufweisen, 91 NK Punkte
TD: Fruchtiger, kräftiger und intensiver als alle bisherigen. 93 Punkte.
GB: in der Nase Fleischbrühe, Maggi, Kirschlikör, noch nicht zu gereift, im
Mund große Fülle, Alkohol spürbar, süß und saftig, super Struktur, Tannine
immer noch präsent, Säure gut eingebunden, Gesamteindruck: groß,
harmonisch, evtl. in 5 Jahren noch besser, 94 GBP
TB: klares Rot, heller Rand, Nase: schon in der Nase die Säure, moderner
Typ, leicht Klebstoff, rote Früchte, Gaumen: die Säure kleistert Gaumen und
Zunge zu, wieder ziemlich karg, wo ist die Frucht?, trotzdem hat der Wein
Spannung, 86 P
CK: Farbe: Rubinrot mit orangefarbenen Rändern, Nase: Aromen von Kräute rn
und Gewürzen aber nicht genau definierbar, Gaumen: Leberaroma, sehr
alkoholreich, schöne Tannine, macht den Gaumen erst voll und hinterläss t
dann eine Vielzahl von Aromen, der Wein teilt mit jedem Schluck mehr mit,
(90 CK Punkte)
GBö: Schöner dunkler Wein, zurückhaltende Nase, dicht und komplex, bleibt
länger am Gaumen, etwas alkoholisch 89 p
TS: recht jugendliche Farbe, verhalten in der Nase, dezent fruchtig, im
Mund gut strukturiert, voller Körper, noch präsente Frucht und Tannin, was
aber nicht dominiert, auch hier deutlich Alkohol (14,5 %), der aber nicht
so dominiert, macht insgesamt einen jugendlichen, recht stoffigen
Eindruck, Highlight der Probe 89 TSP
HR: dieser Wein hat wieder Charakter, konzentrierte Frucht, Kräuter, sehr
eindringlich; immer noch Potential, 90 HRP
(9) 1982 Barolo "Bussia"
Vietti, Castiglione Falletto Alc
13,5%
Flasche Nr. 4793 von insgesamt 9090 Flaschen
in der Nase wieder diese oxydativen, reifen Noten von Liebstöckel, Maggi,
Puuh!, im Wein reif und doch tanninbezogen, viel Säure, vergleichsweise
schwach, 80 NK Punkte
TD: Erinnert an (1). 89 Punkte.
GB: in der Nase Nüsse, Teer, wenig Frucht, im Mund eher schlankere Machart,
aber schon sehr dicht, Lakritz, langer Abgang, jetzt trinken, 89 GBP
TB: rot mit hellem Rand, Nase: Liebstöckl, Waldboden, Gummi, oxidative
Frucht, Gaumen: pouuh, diese Säure! Kantiges Tannin, im Abgang nix als
diese Kargheit, max. 83 P
CK: dieser Wein lässt wieder die Aromen von Maggi, Liebstöckel erkennen,
auch Nüsse sind zu finden, wirkt Körperreich aber flacht durch die
Faszination seines Vorgängers ab, ( 85 CK Punkte)
GBö: Oxydative Nase, im Geschmack dünn, säure- und tanninbetont, fehlende
Frucht 80 p
TS: was ein Abstieg, sehr reife Farbe, starke Oxidationsnoten, im Mund
Säure, leicht grünes Tannin mit starker Adstringenz, unangenehm, in
Ehrfurcht vor dem Alter 82 TSP (ehrlicher < 80)
HR: leicht oxidativ, Liebstöckel und Nüsse; im Mund zwiespältig:
eindringlich, noch viel Tannin und hohe Säure, aber schon sehr sekundär e,
leicht oxidative Frucht, am Ende seiner Entwicklung, 84 HRP
(10) 1982 Barolo "Rocche"
Vietti, Castiglione Falletto Alc 14,5%
Flasche Nr. 5279 von insgesamt 5694 Flaschen
in der Nase feine Reife, Teer, Leder, aber kein Liebstöckel, im Wein
kräftige, feste Frucht, Leder- und Rauchnoten, fast jugendlich wirkend,
schöne Länge, reife Tannine, unauffällige Säure, toll, 91 NK Punkte
TD: Intensives Bratensatzaroma; kompakt. Etwas jünger als (9), sehr stark;
erinnert an (4). 92 Punkte.
GB: in der Nase wieder sehr viel Süße, fleischig, Liebstöckel, Teer,
Veilchen, im Mund wieder süßer als der Vorgänger, weich, harmonisch,
ausgewogen, schöner Abgang, Gesamteindruck: harmonisch, saftig, lecker, 92
GBP
TB: Nase: sehr schön, dicht und deutliche Frucht, Gaumen: rote Fruchte,
verhaltene Säure, das Tannin im Abgang leider etwas austrocknend
wirkend, aber schöner Wein, 86 P
CK: hier hab ich leider nicht soviel notiert außer, das er mit einer meiner
Favoriten war und in Klammern 90 Punkte stehen
GBö: Dunkel, alkoholisch dominierter Geruch, oxydativ am Gaumen, 84 p
TS: Nase leicht oxidativ, alkoholisch (14,5 %), im Mund kaum Frucht, leicht
oxidativ, auch hier adstringente Tannine, etwas, aber auch nur etwas besser
als 9, 84 TSP
HR: schöne Reife, aber nur mittlere Frucht, noch recht viel Tannin; recht
lang und eindrücklich, aber auch alkoholstark; hat Charakter, 88 HRP
(11) 1985 Barolo "Rocche"
Vietti, Castiglione Falletto
Flasche Nr. 3841 von insgesamt 6020 Flaschen
deutlich Kork
TD> Sehr reintöniger Kork. Der Korkton kommt locker auf 90 Punkte. Kein
bisschen muffig, nur korkig. Ein Kork ohne Fehl und Tadel.
GB: Kork
TB: massiver Kork
TS: deutlich Kork
HR: Kork
(11a) 1979 Barolo Riserva "La Serra"
Giacomo Voerzio, La Morra Alc 13%
spontaner Ersatzwein für den Korker, in der Nase reife Noten, wieder Teer
und Leder, im Wein erstaunlich fest, kräftige, herbe Frucht, hat Säure, hat
Tannine, wirkt für einen 79er (gutes aber kein Top-Jahr) erstaunlich
jugendlich, gute Länge, sehr schön, 89 NK Punkte
TD: Fast glatt, aber intensiv und lang. Entwickelt sich im Glas. Wie sagen
Seiwert und Co: Es gibt keine schlechten Jahrgänge... 89 Punkte.
GB: in der Nase wenig Frucht, nur Sekundäraromen, im Mund konzentriert,
dicht, Säure und Tannine präsent, eher schlank, 88 GBP
TB: klares Rot, wenig Aufhellungen, Nase: komplette und auch komplexe Nase,
Säure sticht ausnahmsweise nicht hervor, Gaumen: schöne Struktur, feine
Säure, reife Tannine, langer Abgang, eleganter Wein, ausgezeichnet, 88 P
GBö: : recht flache Nase, lebt durch Säure und Tannine, insgesamt recht
flach, 82 p
TS: verhaltene Nase, Kirsche, etwas rauchig, im Mund leicht alkoholisch,
Säure und Tannin unausgewogen, wirkt dünn, kurz, insgesamt nichtssagend, 81
TSP
HR: frische, konzentrierte Kirschfrucht, präsente Säure, feines Tannin; der
Wein wird konträr gesehen, ich liege mit 85 HRP wohl in der Mitte
Flight 5 (Einzelwein, hier ging es nur darum ein Beispiel eines jüngeren
Weins aus einem sehr guten Jahr vorzustellen)
(12) 1995 Barolo Riserva Il Cardinale
Az.Agr. Villa Lanata,Cossano Belbo Alc 13,5%
in der Nase kaum gereift, dunkle, tanninlastige Nase, dezente Frucht,
Waldboden, im Wein feine Intensität, Gerbstoffe sind präsent, gute Länge,
sehr schön, 89 NK Punkte
TD: Dicht, fruchtig, jung, aber nicht sperrig; 90 Punkte.
GB: in der Nase sehr jung, allerdings fehlt die große Süße, Tabak, Cassis,
etwas Holz, im Mund immer noch viel Tannin, Säure, eher schlank
TB: sattes Rot mit hellem Rand, Nase: etwas laktische Noten, minimal
Klebstoff
Gaumen: rohes Fleisch, noch viel Tannin im Abgang, zu wenig Luft?, die
Notizen werden spärlich, nur noch die Punkte: 87 P
GBö: tiefes dunkles Rot, intensive, schöne Nase, verschlossen am Gaumen,
tanninreicher Wein, evtl. zu jung, 86 p
TS: recht jugendlich, intensive fruchtige Nase, im Mund präsentes aber
recht weiches Tannin, dunkle Frucht mit süßlichen Nuancen. zu jung aber
ganz nett 86, TSP
HR: unkonzentriert: 84-85 HRP
Alle weiteren Weine dienten nur der Lust an der Freud.
(13) 1982 Darmagi Cabernet Sauvignon
Angelo Gaja, Barbaresco Alc
12,5%
rubinrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase wunderbar gereifte Noten,
dunkle Beerenfrüchte, im Mund fast jugendliche Frucht, voller Saft, es
fehlt vielleicht etwas Schmelz und Charme, dennoch dicht am Gaumen, viel
Gerbsäure hatte ich noch notiert, 89-90 NK Punkte
TD: Typischer CS. Einerseits groß, andererseits schlank. Sehr guter Wein,
den die Welt nicht braucht. 89 Punkte. Für CS fahr ich nicht ins Piemont.
TB: Nase: würzig, Rauch, Tabak, grüne Paprika, schlank in der Nase, Gaumen:
auch am Gaumen eher schlank, aber sehr gut, elegant, Tabak, typisch C.S. 87
P
GBö: noch dunkler, jedoch verhaltene Aromatik an Nase und Gaumen 85 p
TS: recht jugendliche Farbe, verhaltene vegetabile Nase, Paprika, wirkt im
Mund recht jugendlich bei deutlichem Tannin, Körper schlank, mittlere
Länge, ganz nett, aber für mich nicht typisch CS und viel zu teuer, 84 TSP
HR: wahnsinnig frische Cabernetfrucht (Cassis, Paprika), voll, aber es
fehlt mir an Charakter; dieser Wein hat sicherlich Fans, mich lässt er
relativ kalt (87 HRP)
(14) 2000 Weinolsheimer Kehr Riesling Eiswein 0,375l
Gutabfüllung Weingut Manz. Weinolsheim Alc 7,5%
in der Farbe bereits oxydativ, bernsteinfarben, im Mund ein hochsüßer Wein
dem es aber an Eiswein-Charakter mangelt, schlechte Flasche?, auch hier
meine ich oxydative Noten zu verspüren, aufgrund der hohen Süße sicherlich
noch gut zu trinken, aber es fehlen mir Lebendigkeit und Frische, so darf
er vielleicht in 10 Jahren schmecken, 83 NK Punkte
TD: Ich bin kein Süßwein-Experte, aber Wertungen unter 90 Punkten sind
skandalös. 92 Punkte.
TB: merkwürdige Farbe für einen jungen Eiswein, keine gute Struktur, flach,
klar, viel Frucht, aber der Wein sagt mir nicht viel, obgleich er zum
ausgezeichneten Käse gut passt.
CK: Farbe: Lachsfarben sehr ungewöhnlich, Gaumen: vollsüßer Wein, ich finde
ihn zu dem ausgezeichneten Käse sehr passend mich erstaunt nur der
Jahrgang, da er älter wirkt
GBö: überraschende Farbe, fast dunkelrosa, zum Käse ein großes Vergnügen,
durch den Käsegenuss nicht objektive 89 p
TS: überraschende Farbe, lachs- bis rotgold, ich dachte an einen dunklen
WH, nicht unbedingt eisweintypisch, eher BA, weil die Säure doch sehr
verhalten ist, wirkt etwas matt, machte aber zum Käse doch Spaß, 85 TSP
(15) 2001 Forster Pechstein Riesling Spätlese trocken
Gutsabfüllung Weingut DR. von Bassermann-Jordan Alc 12,5%
der Wein machte einen merkwürdig blassen, schalen Eindruck, eine schlechte
Flasche wird vermutet, ausgetrunken wurde er trotzdem, keine Bewertung
TD: Flaschenfehler (ich hatte 1 Tag vorher den Bruder vom Langenmorgen).
Blöd, dass ich den Dönnhoff verpasst habe. Vor Norbert ist auch kein
Top-Wein sicher. Ich war aber auch so mit einem geringfügig erhöhten
Alkoholwert belastet.
CK: Ich denke nicht das der Wein schlecht war, sondern eher den
vorhergehenden Aromen und den damit belegten Zungen nicht wiederstehen
konnte, ich fand ihn gut
HR: so schlecht war er nicht, aber ich tippe auch auf schwache Flasche: 86
HRP
(16) 2001 Deidesheimer Grainhübel Riesling Spätlese trocken Großes
Gewächs
Gutsabfüllung Weingut Georg Siben Erben, Deidesheim
Alc 13%
hellgelbe Farbe, feine aber dezent gereifte Nase, im Wein frisch und
saftig, gute Struktur, viel Saft, harmonisch eingebundene Säure, leicht
strahlende Frucht, dieser Wein weist eine gewisse Klasse auf ohne
überragend zu sein (soweit man das nach einer Barolo-Probe noch beurteilen
kann), schöner Nachhall, 88 NK Punkte
HR: der hat schon etwas mehr Format, aber für ein GG nicht genug: 88 HRP
(17) 2001 Grüner Veltliner Privat Kremstal
Erzeugerabfüllung Weingut Martin Nigl, Senftenberg
Alc 14%
strohgelbe Farbe, in der Nase intensive, feinreife Würze, ich meine das
Pfefferl zu spüren, wird nicht von allen bestätigt, im Wein mineralisch,
intensiv würzig, kraftvoll, sehr dicht, schöne Länge, sehr guter Wein, das
ich am Ende des Abends bei einem GV zu einem solchen Ergebnis komme, ist
schon erstaunlich, 89 NK Punkte
CK: ein Wein der mich an gerösteten Sesam erinnert hat, prägnante Säure,
riecht etwas nach Katzenpipi und jungem Gemüse (Möhren und Erbsen)
HR: extrem dicht und cremig; ich hätte nie auf GV getippt (der Barolo??),
vor allem nehme ich die Würzigkeit und das Pfefferl nicht wahr; so habe ich
den Wein nicht in Erinnerung; toll, aber nicht das, was ich im GV suche
(90+HRP)
(18) 2001 Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese trocken
Erzeugerabfüllung Weingut Hermann Dönnhoff, Oberhausen/Nahe
Alc 12,5%
hellgelbe Farbe, in der Nase noble, ausdrucksvolle Riesling-Frucht, nach
all diesen Weinen kann man sich immer noch in einen Wein verlieben,
Eleganz, Frucht, lebendige Säure, feiner Nachhall, toll, einfach Klasse,
zum Reinsetzen, 92+ NK Punkte
CK: ein ausgezeichneter Riesling mit einer klaren Struktur,der viel mehr
als nur Freude macht
HR: leider, leider verpasst...
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Fazit Norbert Kreutzer: Wieder einmal erfüllt es mich mit Wehmut, wie all
die teuren Schätze, die man in den 80er Jahren aufwendig (es gab noch kein
Internet, wenig Weinhändler in der Nähe und auch nicht all zu viele
Fachzeitschriften) besorgt hat und das auch noch ohne über die
ausreichenden finanziellen Mittel zu verfügen, an einem Tag dahinschwinden.
Bei Barolos/ Barbarescos vermutlich unwiederbringlich. Alte Bdx zu
beschaffen, dürfte vergleichsweise einfach sein. Man beachte die geringe
Gesamtflaschenproduktion bei einigen Weinen. Diese Probe hat m.E. wunderbar
dokumentiert, wie eigenständig Barolos der traditionellen Machart waren. Da
war noch nix mit Barrique-Ausbau. Und dennoch wirkten einzelne Weine
frischer als so mancher Bdx aus dem gleichen Jahr. Ich denke, das dürfte
für alle Beteiligten eine Lernerfahrung gewesen sein, von der man noch eine
Weile zehren kann und das obwohl wir heute doch schon ziemlich verwöhnt
sind.
Fazit Thomas Deck: Barolo ist zurecht mein 4.-wichtigstes Thema. Leider
kann ich aus Kapazitätsgründen nur ca. 4 Flaschen/Jahr kaufen. Daher war
die Probe absolut genial. Das Cassoulet übrigens auch.
Fazit Georg Bittner:
Insgesamt eine hochwertige Probe, die in dieser Zusammensetzung kaum noch
ein zweites Mal zu realisieren sein dürfte. Einige deutliche Spitzen dabei,
denen eigentlich keine Ausfälle gegenüber stehen. Das gereifte Piemonteser
Nebbiolos hinsichtlich Fruchtpräsenz und Struktur ( Tannin/ Säure) nicht
unbedingt jedermanns Gaumen ansprechen, kann ich verstehen. Ich finde sie
großartig und eine höchst willkommene Abwechslung. Weine mit sehr hohem
Wiedererkennungswert und einer völlig eigenständigen Charakteristik. Wenn
jemand den vorherrschenden Mainstream beklagt, dann liegt er hier richtig.
Ich bin gespannt, ob die moderner gemachten Barolos und Barbarescos aus den
sehr guten Jahren vom Ende des letzten Jahrhunderts auch so reifen werden.
Antwort darauf in 20 Jahren
Fazit Torsten Blanke über gereifte Barolo/Barbaresco:
Es sind ohne Frage interessante Weine, die man so kaum in einem anderen
Gebiet findet. Außerordentlich langlebig, aber zu welchem Preis? Wenn nur
noch die massive Säure die Weine am Leben erhält, ist mir das zuwenig. Und
bei dem Preis fühle ich mich bestätigt, weiter BDX-Fan zu bleiben. Und ob
der Wein nun nach 15 Jahren oder meinetwegen auch nach 25 Jahren reif ist,
ist für mich mehr akademischer Natur.
Mal ne schöne Abwechslung, klar. Aber ein Fan werde ich wohl nicht, nicht
bei diesen Preisen. Allerdings ist so eine Probe insofern ein Problem, als
das so viele stark säurebetonte Weine überfordern. Einzeln genossen, wird
man diesem Weintyp eher gerecht.
Eine sehr lehrreiche Probe für mich. Das nächste mal esse ich nur die
Hälfte, dann geht's mir auch danach besser.....
Fazit Caroline Krafczyk: Für mich war es ein sehr lehrreicher Sonntag in
vielen Bereichen. Ich habe noch nie das Vergnügen gehabt, Weine mit solchen
Jahrgängen probieren zu dürfen. Somit habe ich in allen Bereichen wie
Farbe, Gaumen und Geschmack allein schon eine Menge gelernt, Gott sei dank.
Bemerkenswert fand ich, dass ein Teil der Weine mit einem solchem Alter so
jugendlich, lebendig und frisch wirkten, was ich nie erwartet hätte. Was
mir auch aufgefallen ist, das sich die Geschmacksnuancen von Maggi,
Liebstöckel und Bratensaft sehr oft wiederholt haben, fast schon
SORTENTYPISCH ( ich hoffe dies ist das richtige Wort dafür) könnte man
sagen.
Kommentar Georg Böning als Einleitung zu seiner mail:
In meiner ureigenen Bewertung versuche ich den im Moment der Verkostung f ür
mich feststellbaren Eindruck mit meiner eigenen Werteskala zu würdigen.
Dabei sind Punkte jenseits der 90 möglicherweise nicht so galoppierend
inflationär, wie diesseits bei vielen anderen Berufsverkostern gezogen
werden, denn diese sind (für mich)Weinen vorbehalten, die eine
"internationale Spitzenklasse" darstellen.
Ein entscheidendes Kriterium bei meiner Beurteilung von (insbesondere Rot-)
Weinen ist für mich Konzentration und Dichte. Da mir diese bei den meisten
gereiften Nebbiolos vom Sonntag fehlte, tat ich mich schwer ebendiese Weine
ebenso hoch zu bewerten wie manch anderer von Euch. Ein Satz wie: "Der hat
den Zeitraum von 25 (oder mehr) Jahren gut überstanden." nimmt ebenso wenig
Einfluss auf mein laienhaftes Urteil, wie die augurische Prophezeiung:
"Lass den Wein mal noch 8 Jahre reifen, ..." Auch derartige Versprechungen,
seitens des Weines, können nicht in meinen Richterspruch einfließen, auch
schon deshalb, da mir dafür nicht genug Kenntnis einer längerfristigen
Flaschenreife fehlt.
Nichtsdestotrotz sollte unser aller Bewertung einen Rückschluss auf den
immer noch guten Zustand der Weine und ein "ranking" untereinander
erlauben.
Gruß aus Oberhausen
Norbert