Martin Müllen
-
MichaelWagner
- Beiträge: 801
- Registriert: Mi 8. Aug 2012, 14:29
- Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
- Kontaktdaten:
Re: Martin Müllen
PremOx, SO2 und christoffel bringen mich zu der Frage: taucht das Phänomen eigentlich nur bei trockenen Weinen auf?
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
Re: Martin Müllen
Falls du das "Muellen-Phaenomen"
meinst: Nein, leider nein, das hatte ich auch bei restsuessen Weinen, da ist es mir sogar als erstes aufgefallen.
("Echte" PremOx ist nochmal 'ne andere Baustelle. Muellen damit in Verbindung zu bringen, waere fast schon verleumderisch; das ist ausdruecklich nicht meine Absicht.)
Christoffel ist aber kein Kind von Traurigkeit, was SO2 angeht, oder? Manchmal furzt's da einem aus dem Glas entgegen, dass es eine Pruemsche Pracht ist.
Cheers,
Ollie
("Echte" PremOx ist nochmal 'ne andere Baustelle. Muellen damit in Verbindung zu bringen, waere fast schon verleumderisch; das ist ausdruecklich nicht meine Absicht.)
Christoffel ist aber kein Kind von Traurigkeit, was SO2 angeht, oder? Manchmal furzt's da einem aus dem Glas entgegen, dass es eine Pruemsche Pracht ist.
Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
-
MichaelWagner
- Beiträge: 801
- Registriert: Mi 8. Aug 2012, 14:29
- Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
- Kontaktdaten:
Re: Martin Müllen
Ne, das wollte ich auch mit PremOx nicht sagen, aber worauf ich hinaus wollte haste ja verstanden Ollie 
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
Re: Martin Müllen
Jaja, schon klar, ich meinte ja nur, bevor sich einer aufregt, der ueber Facebook reinschneit und den Anfang verpasst hat. 
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
-
MichaelWagner
- Beiträge: 801
- Registriert: Mi 8. Aug 2012, 14:29
- Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
- Kontaktdaten:
Re: Martin Müllen
Die sind da bei FB ja auch alle bisserl PremOx 
wenns läuft, dann läufts. Aber bis es läuft, dauerts...
Re: Martin Müllen
Ist bei mir genauso wie bei Ollie: das Problem betrifft trockene und restsüße Weine gleichermaßen. Und mit PremOx hat es nichts zu tun.
Gruß
Ulli
Gruß
Ulli
-
Bernd Schulz
- Beiträge: 7514
- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Martin Müllen
So, im Dienste der Wissenschaft
habe ich jetzt einfach noch eine Flasche von dem fraglichen 2012er Hühnerberg Kabi trocken aufgerissen:

Ich erlebe hier einen expressiven Kabinett trocken, der in seiner Gewichtsklasse ganz oben mitspielt. Schlank, elegant, sehr lagentypisch und damit entprechend ausdruckstark - besser geht ein trockener Mosel-Kabi für meinen Geschmack eigentlich kaum noch.
Damit wird natürlich auch meine weiter oben geäußerte Theorie von der Verschlussphase hinfällig! Im Falle des Exemplars, das Ulli probiert hat, würde ich jetzt klar von einem Flaschenfehler (Korschleicher etc.) ausgehen.
Es bleibt die Frage, warum ich solch gravierenden Fehlern bei vielleicht dreißig oder vierzig Müllen-Flaschen aus den letzten Jahrgängen nicht ein einziges Mal (Hand aufs Herz: wirklich nicht einmal!) begegnet bin, während Ulli offenbar immer wieder auf sie stößt - jedenfalls so häufig, dass er von einer signifikanten Inkonsistenz spricht.
Ich verstehe das nicht!
Viele Grüße
Bernd

Ich erlebe hier einen expressiven Kabinett trocken, der in seiner Gewichtsklasse ganz oben mitspielt. Schlank, elegant, sehr lagentypisch und damit entprechend ausdruckstark - besser geht ein trockener Mosel-Kabi für meinen Geschmack eigentlich kaum noch.
Damit wird natürlich auch meine weiter oben geäußerte Theorie von der Verschlussphase hinfällig! Im Falle des Exemplars, das Ulli probiert hat, würde ich jetzt klar von einem Flaschenfehler (Korschleicher etc.) ausgehen.
Es bleibt die Frage, warum ich solch gravierenden Fehlern bei vielleicht dreißig oder vierzig Müllen-Flaschen aus den letzten Jahrgängen nicht ein einziges Mal (Hand aufs Herz: wirklich nicht einmal!) begegnet bin, während Ulli offenbar immer wieder auf sie stößt - jedenfalls so häufig, dass er von einer signifikanten Inkonsistenz spricht.
Ich verstehe das nicht!
Viele Grüße
Bernd
Re: Martin Müllen
Angeregt von obiger Diskussion habe ich erneut eine Flasche Hühnerberg Kabinett 2011 geöffnet. Meine Enttäuschung über die letzte war groß, weshalb ich den Stoßseufzer einst posten musste. Jetzt verblüffte mich, wie ähnlich Ulli den Hühnerberg Kabinett 2012 charakterisiert hat. Hier aber 2011 – nicht, wie ich nach Manfreds VKN gelobt hatte, stundenlang gelüftet, sondern sofort ins Glas.
Ich merkte sofort am intensiven, fast exotischen Fruchtduft, dass diese Flasche besser ist. Ein wenig glaubte ich auch, verfaulte Eier zu riechen und blieb alarmiert.
Beim Trinken wirkt die – apfelige – Frucht zuerst ebenfalls recht dominant. Dieser Eindruck lässt auf angenehme Weise nach. Mineralische Noten schieben sich in den Vordergrund und die Frage, ob sich dieser Wein wohl in Richtung Kargheit entwickeln wird. Es gibt leichte Bittertöne, die ich spontan als mineralisch-metallisch deute, dann als Grapefruit. Der Wein verändert sich schnell. Ich schmecke einen cremigen Schmelz und kann mich nicht entscheiden, ob er mehr feine Orangenschalen-Noten und Chutney transportiert oder Unergründliches, was seit Jahrtausenden unter Schieferplatten existiert.
Ich bin begeistert und verblüfft, dass der Wein nach relativ kurzer Zeit eine geradezu klassische Perfektion erreicht: Mit intensiven, aber sublimen und in mineralischer Fassade eingebunden Fruchtnoten.
Die sich mehr durchsetzende Frucht hat vielleicht im Vergleich zu Loire-Weißweinen – an die ich stellenweise erinnert werde – mit einem höheren Zuckergehalt zu tun. Stellenweise wünsche ich mir von Müllen mehr Entschiedenheit.
Seltsam ist, dass mir keine Säure besonders auffällt. In dieser Hinsicht erinnert er mich an einen Weißburgunder. Aber es ist ein bewundernswerter, zum Schwelgen bringender Kabinett, der, sobald ich glaube, dass er plakativ wird, auf eine unbefangene Weise mit neuen, schönen Eindrücken aufwartet. 90 Punke bekommt er von mir mindestens.
Gruß, Kle
Ich merkte sofort am intensiven, fast exotischen Fruchtduft, dass diese Flasche besser ist. Ein wenig glaubte ich auch, verfaulte Eier zu riechen und blieb alarmiert.
Beim Trinken wirkt die – apfelige – Frucht zuerst ebenfalls recht dominant. Dieser Eindruck lässt auf angenehme Weise nach. Mineralische Noten schieben sich in den Vordergrund und die Frage, ob sich dieser Wein wohl in Richtung Kargheit entwickeln wird. Es gibt leichte Bittertöne, die ich spontan als mineralisch-metallisch deute, dann als Grapefruit. Der Wein verändert sich schnell. Ich schmecke einen cremigen Schmelz und kann mich nicht entscheiden, ob er mehr feine Orangenschalen-Noten und Chutney transportiert oder Unergründliches, was seit Jahrtausenden unter Schieferplatten existiert.
Ich bin begeistert und verblüfft, dass der Wein nach relativ kurzer Zeit eine geradezu klassische Perfektion erreicht: Mit intensiven, aber sublimen und in mineralischer Fassade eingebunden Fruchtnoten.
Die sich mehr durchsetzende Frucht hat vielleicht im Vergleich zu Loire-Weißweinen – an die ich stellenweise erinnert werde – mit einem höheren Zuckergehalt zu tun. Stellenweise wünsche ich mir von Müllen mehr Entschiedenheit.
Seltsam ist, dass mir keine Säure besonders auffällt. In dieser Hinsicht erinnert er mich an einen Weißburgunder. Aber es ist ein bewundernswerter, zum Schwelgen bringender Kabinett, der, sobald ich glaube, dass er plakativ wird, auf eine unbefangene Weise mit neuen, schönen Eindrücken aufwartet. 90 Punke bekommt er von mir mindestens.
Gruß, Kle
Re: Martin Müllen
Neulich im Glas

Guter Wein, der jedoch mit seiner relativen Fülle den Jahrgang nicht verleugnen kann, ich hätte mir vielleicht etwas mehr Säure und Frische gewünscht, der Wein kommt mir verhältnismäßig entwickelt vor, aber wer weiß wie lange der beim Weinhändler im Regal stand...

Guter Wein, der jedoch mit seiner relativen Fülle den Jahrgang nicht verleugnen kann, ich hätte mir vielleicht etwas mehr Säure und Frische gewünscht, der Wein kommt mir verhältnismäßig entwickelt vor, aber wer weiß wie lange der beim Weinhändler im Regal stand...
Beste Grüße
Gaston
Gaston
-
Bernd Schulz
- Beiträge: 7514
- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Martin Müllen
Hallo Gaston,
meine VKN vom August des vergangenen Jahres deckt sich weitgehend mit deinen Eindrücken (wobei ich in der Bewertung etwas höher liege):

Viele Grüße
Bernd
meine VKN vom August des vergangenen Jahres deckt sich weitgehend mit deinen Eindrücken (wobei ich in der Bewertung etwas höher liege):

Ich glaube nicht, dass es in diesem Fall an der Stehzeit im Regal gelegen hat. Der Wein war für Müllensche Verhältnisse schon sehr früh sehr zugänglich. Dass er entsprechend schneller reift, scheint mir folgerichtig.der Wein kommt mir verhältnismäßig entwickelt vor, aber wer weiß wie lange der beim Weinhändler im Regal stand...
Viele Grüße
Bernd