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Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

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thvins

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Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragMo 3. Feb 2014, 00:32

Im Januar gab es eine große 2010er Prioratprobe:

Die Weinliste:

Bellmunt del Priorat


Solà Classic – Solà Classic – PG 2

El Molar

Agnès de Cervera – Lytos – PG 2

Portal del Priorat – Somni – PG 4
Portal del Priorat – Tros del Clos – PG 5

Falset

Mas Martinet – Martinet Bru – PG 2
Mas Martinet – Clos Martinet – PG 4
Mas Martinet – Els Escurcons – PG 4
Mas Martinet – Cami Pesseroles – PG 4

Gratallops

Alvaro Palacios – Camins del Priorat – PG 1

Celler Balaguer I Cabre – Lluna Vella – PG 2
Celler Balaguer I Cabre – Cèrcol Daurat – PG 4

Celler Ripoll Sans – Artai Vi de Vila de Gratallops – PG 2

Celler Cecilio – Cecilio Negre – PG 1

Blai Ferré I Just – Billo – PG 2

Clos Mogador – Manyetes – PG 4
Clos Mogador – Clos Mogador – PG 4

La Vilella Alta

Bodega Mas Alta – Artigas – PG 2
Bodegas Mas Alta – Cirerets – PG 3
Bodegaa Mas Alta – La Basseta – PG 4
Bodegas Mas Alta – La Creu Alta – PG 5

Poboleda

Hidalgo Albert – 1270 a Vuit Fina – PG ?

Celler Jordi Domenech – Petit Clos Penat – PG 1-2

Mas d´ en Blei – Blei – PG 2?


Porrera

Familia Nin Ortiz – Planetes de Nin – PG 3

Celler Cal Pla – Mas d´ en Compte – PG 2-3

Steve Colombé – Els Bigotis del Gat – PG 2

Celler Ardèvol – Anjoli – PG 1
Celler Ardèvol – Terra d´Hom – PG 3

Celler Castellet – Ferral – PG 2
Celler Castellet – Empit – PG 2

Germans Duran – Trosset de Porrera – PG 4

Celler de l´ Encastell – Marge – PG 2
Celler de l´ Encastell – Roquers de Porrera – PG 3
Celler de l´ Encastell – Roquers de Samsó – PG 4

Vall Llach – Embruix de Vall Llach – PG 2

Torroja del Priorat

Combier, Fischer, Gerin (Trio Infernal) – Riu – PG 1-2

Celler Aixalà Alcait – Pardelasses – PG 2

Montsant

Ficaria Vins – Èlia – PG 2
Ficaria Vins – Pater – PG 3

Vermunver – Genesi Varietal Samso – PG ?

Terra Alta

Edetària – Via Edetàna – PG 1-2
Edetària – Edetària Selecciò – PG 2-3

Inzwischen sind alle Flaschen zwei mal von mir nachverkostet worden und das Protokoll an die Mitverkoster zur Ergänzung gesendet...

Für alle Neugierigen hier schon mal mein komplettes Probenfazit:

Eine extrem gut sortierte Zusammenstellung an Weinen mit etlichen großen, aber auch vielen unbekannten und recht jungen Namen nährte bei mir die Hoffnung auf eine für den Jahrgangsüberblick sehr repräsentative Probe.

Was dürfen wir, was müssen wir vom Jahrgang 2010 erwarten? Als die 2010er in der Breite auf der Fira 2012 erstmals vorgestellt wurden, war mein Eindruck, es könne hier um einen Jahrgang 2006+ gehen, in der Linie der kühleren Jahrgänge. Besser als 2002 und 2008 schien gesetzt, aber auch besser als 2006? Stilistisch auf jeden Fall nicht an 2007 und 2009 anschließend... - so viel war klar.
Erste intensivere Proben von 2010er Weinen zeigte, dass hier Zeit vonnöten ist, um wirklich Spaß mit den Weinen zu haben.

Entsprechend habe ich alle Weine diesmal bereits mehr als 24 Stunden vor Probenbeginn doppelt dekantiert.

Die ersten Blindprobenrunde (Tag 1 und Tag 2) fiel für mich sehr ernüchternd aus, Erinnerungen an die „Arbeitsproben“ mit dem jungen Jahrgang 2005 kamen auf. Viele Weine sind in der ersten Runde verschlossen, unharmonisch und wenig tief und komplex gewesen. Zwar gab es dennoch mehr Trinkspaß als mit den knochigen jungen 2005ern, aber auf recht niedrigem Level. Die meisten der Weine gingen blind als gut trinkbare Basisweine durch das Rennen – wo waren bloß die vielen guten Namen versteckt?

Auch wenn das Niveau sich in der zweiten Blindrunde (Tag 3 und 4) bei vielen Weinen deutlich hob, so blieben die Masse der Bewertungen recht verhalten. Für das, was an Namen auf dem Tisch stand, viel zu wenig Weine, die sich als „Groß“ offenbart haben, ganz wenig „Weltklasse“ - völlig konträres Bild zur 2009er Euphorie-Probe vom Oktober 2013...

Entsprechend häufig lange Gesichter beim Aufdecken der Weine... Zwar nicht so eine Riesenenttäuschung wie damals beim Clos Mogador 2005 im ähnlichen Stadium, aber viel erstaunlich niedrige Bewertungen bei Weinen, die sich besser hätten repräsentieren müssen...
Dafür viele einfache Weine (die ich zum Teil auch bereits in meine Selektion aufgenommen habe), die bewiesen, dass sie ihr Geld wert sind...

Aber auch hier etliche Weine, die sich auch im anschließenden Langzeittest bewiesen... Bei 42 Weinen am Set zieht sich das Nachverkosten natürlich hin, wenn dann nur pro Abend ein paar der Weine rückverkostet werden sollten, weil das normale Leben wieder die Oberhand gewinnen musste. Aufgrund der inzwischen zum Teil enormen Sprünge wurde mir dennoch nicht bang um die Weine – und so musste nichts, wirklich gar nichts als „drüber“ weg gegossen werden. Im Gegenteil, selbst unter meinen Besten 6 gab es am Tag 17 noch freudige Überraschungen.

Viele der Großen haben sich als Spätstarter geoutet, einige als Zu-Spät-Starter. Wer aber in den ersten Runden zu langsam läuft, dem schwinden die Hoffnungen auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung. Das ist nun mal so. Und damit wirft die Verkostung der 2010er mehr Fragen auf, als es sie beantwortet. Fakt ist, viele dieser Weine habe ich zur Fira besser gesehen – in so fern gibt es starke Parallelen zum Jahrgang 2005 – auch bei den 2010ern gibt es recht intensive Verschlußphasen, muss der Freak lange Geduld haben, um die Großen auf der Höhe zu erleben, auf der sie sein müßten.

Zum Glück kann man sich bis dahin mit extrem vielen exzellenten 2010er Basisweinen trösten. Hier haben etliche Weine schnell gezeigt, was sie bieten – nämlich wirklich eine Art 2006+ oder vielleicht kein + aber eine Wiederholung. Bei den Großen dagegen darf ein + zu 2006 deutlich angezweifelt werden. Der große Vorteil, des 2006ers war, dass es kaum Verschluß gab. Bei den 2010ern ist hier strikt Warten angesagt, will man ähnlichen Spaß haben.
Im Normalfall wird niemand ernsthaft seine 2010er jetzt 2 Wochen vor dem Genuss öffnen wollen. Bei mir war das der Vielzahl der offenen Flaschen geschuldet, aber es war auch eine grandiose Erfahrung, die ich mit vielen Weinen in der letzten Runde machen durfte...

Einige der Weine haben sich beängstigend zickig gezeigt, zum Teil Flaschen, die sich wenige Wochen zuvor ganz anders und deutlich besser gezeigt haben, wie z.B. der Pater oder der Roquers de Samsó - das wirft natürlich einiges an Fragen auf. Flaschenfehler waren nicht erkennbar – es waren einfach “Formtiefs“ - ein ähnliches Formtief hatte im letzten Jahr der 2010er Planetes de Nin, der sich ähnlich schlecht präsentiert hatte damals – das hatte letztlich dem Winzer keine Ruhe gelassen und so gab es dieses Jahr eine Konterflasche – und siehe da – der Wein hat sich eindeutig rehabilitieren können... Hoffen wir auf diese Rehabilitation auch bei den vielen Weinen, die dieses Mal mehr oder weniger enttäuschend waren.

Und freuen wir uns an denen, die überzeugen konnten. Davon gab es mehr als genug, auch wenn sie zumeist aus dem Basissegment stammen – natürlich findet man diese zumeist nicht auf dem Treppchen oder unter den Topp 10, aber wer liest und vergleicht, dem erschließen sich auch jetzt schon suchenswerte Weine.

Am Ende aber ist 2010 weithin schwieriger als zunächst vermutet. 2006 in der Breite zu übertreffen, das bezweifle ich derzeit dann doch stark. In der Basis vielleicht, aber nicht unter den Spitzen. Große 2010er kaufen sollte derjenige, der Zeit zum Warten mitbringt – oder man wählt die paar, die jetzt schon zu überzeugen wußten. Große Weine zum Schneller trinken nachkaufen – da rate ich zu den älteren noch am Markt befindlichen Weinen. Sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Aber auch sonst ist 2010 kein Jahrgang für jedermann, das zeigen die zum Teil konträren Sichtweisen meiner prioraterfahrenen Mitverkoster. Ich persönlich habe Weine gelobt, die schlanker als sonst wirken, die von Kühle und Frische getragen waren und habe nicht selten da abgewertet, wo mir in der Disharmonie der Jugend vordergründige Schwere oder spürbarer Alkohol mißfielen.
Wer dagegen mehr „Bumms“, vollen Körper und Wucht sucht, der bleibt dann weit unter meiner Begeisterung. Das nackte Schielen auf Punkte scheint jedenfalls in diesem Jahr noch weniger hilfreich als sonst, wenn mehr Konsens am Tisch herrscht. Die Beschreibung im Einzelnen sollte neugierig machen oder signalisieren, trotz der Punkte die Finger davon zu lassen, wenn es um stilistische Vorlieben oder Nichtlieben geht...


Ab morgen gibt es dann auf meinem Blog auch die Notizen zu den einzelnen Weinen. Wenn gewünscht, dann stelle ich auch hier noch mein Ranking ein. Ansonsten findet ihr das dann auch auf meinem Blog.
Beste Grüße

Torsten

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kreutzer

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 11:30

Hallo Weinforum,

nachdem Torsten Hammer sein Probenfazit schon eingestellt hat, hier mein persönliches Fazit. Meine Probennotizen fließen in das von Torsten herauszugebende Gesamtprotokoll ein.

Probenfazit Norbert Kreutzer:

Was hatte ich mich auf den Probenvergleich des Jahres 2010 gefreut.

Bei der gemeinsamen Priorat-Tour mit Torsten Hammer hatten wir Gelegenheit, über einige Fassproben erste Eindrücke dieses Jahrgangs zu bekommen. Zumindest bei den Fassproben (u.a. ein Carignan-Fass, dass in den Trosset de Porrera 2010 eingeflossen ist, war ich regelrecht begeistert. Diese begeisternde, mineralisch geprägte, salzig angelegte Tiefe und Frische. Aber, eine Fassprobe ist eben nicht der fertige Wein. Es kommen mehrere Fässer zusammen und es wird bisweilen cuvetiert. Ein reiner Carignan (Samso) schmeckt nun mal anders als ein mit Grenache verschnittener Carignan. Hinzu kommt noch (je nach Erzeuger) der mehr oder minder starke Einfluss des Barrique. Unterschiedliche Holzarten. Unterschiedliche Toasting-Stärken.

Nun, Fazit der Probe war für mich, dass einige der aufgrund von Vorjahres-Erfahrungen hoch eingeschätzten Weinen enttäuschten. Das kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Der von mir mitgebrachte Clos Mogador ist beispielsweise am ersten Probentag einige hundert Kilometer durch die Gegend kutschiert worden. Vielleicht benötigen diese Jungweine dann doch den massiven Lufteinfluss durch das Dekantieren in einer größeren Karaffe über mehr als 24 Stunden. Das war bei der Vielzahl von Weinen aus technischen Gründen unmöglich. Die kleinen Karaffen reichen vielleicht nicht. Vielleicht gab es auch einfach nur schlechte Flaschen. Oder warum haben der 2010 Roquers de Samso und der 2010 Trosset de Porrera bei einer einige Wochen zuvor von mir durchgeführten Vergleichsprobe (mit dem 1902 von Celler Mas Doix – siehe Beitrag hier im Forum) überzeugt und in Coswig nicht. An meinem persönlichen Geschmack oder meinen Vorlieben allein kann es ja wohl nicht liegen, da ich sowohl in Oberhausen als auch in Coswig blind verkostet habe. Einziger Unterschied: in Oberhausen war die Weinauswahl etwas übersichtlicher.

Andererseits gab es aber auch Weine, die mich wirklich überzeugten. Darunter die Weine der Bodegas Mas Alta (vielleicht mit Ausnahme des La Basseta). Selbst der ungemein teure La Creu Alta ist sein Geld Wert. Ein Tip ist der 2010er Artigas. Weitere Kaufempfehlungen: 2010 Petit Clos Penat, 2010 Cami Pesseroles, 2010 Ferral, 2010 Tros del Clos, 2010 „1270 Avuit-Fina“, 2010 Els Bigotis del Gat und nicht zuletzt der 2010 Terra d’hom. Für wenig Geld hat auch der 2010er Camins del Priorat von Alvaro Palacios überzeugt. Vielleicht kein Langläufer aber relativ kurzfristig mit Genuß zu trinken.

Entsetzt war ich über mein eigenes Urteil über die Weine der mir auch persönlich bekannten Winzer des Clos Mogador, Roquers de Samso, Roquers de Porrera, Trosset de Porrera und des Pater. In den Jahren zuvor (2007, 2008 und 2009) ist der Roquers de Samso bei mir immer an Platz 1 gesetzt worden. Wohl gemerkt: blind. Diesmal nicht.

Nun habe ich mittlerweile begriffen. Viele Prioratos sind Langläufer. Der 2000er Clos Mogador ist jetzt gerade richtig. Über andere Beispiele kann man in diesem Forum nachlesen. Ich vertraue darauf, dass viele der Weine unserer Probe erst in vielen Jahren aufmachen. Trotzdem gab es auch eine Vielzahl von Weinen, die ich als eher fehlerhaft gesehen habe. Das ist mir in den Vergleichsproben früherer Jahre nicht so häufig passiert.

Unfassbar empfinde ich es aber, wenn ich Weinfehler feststelle und mein geschätzter Weinfreund Torsten Hammer nicht. Unterschiede von mehr 10 Punkten sind ja doch sehr extrem. (Anmerkung: Unterschiede von 5 Punkten sind angesichts des unterschiedlich ausgelegten 100 Punkte Systems aber normal) Da hilft mir auch keine größere Konzentration auf den einzelnen Wein, wie von Torsten empfohlen. :) Der Wein wird für mich dadurch auch nicht besser. Mit Schaudern denke ich zum Beispiel an den 2010er Embruix von Vall Llach. Glücklicherweise waren Torsten und ich uns ja bei der Nummer 1 einig. Geht doch............ :lol:

Letztlich wird dem geneigten oder nachhaltig interessierten Leser nichts anderes übrig bleiben, als sich Musterflaschen der kontrovers bewerteten Weine zu beschaffen und sich anschließend ein eigenes Urteil zu bilden. Auch das kann spannend sein. Unter dem Strich dürften aber die gemeinsam positiv bewerteten Weine eine Hilfestellung für eigene Einkäufe geben. Aber bitte unbedingt berücksichtigen: die wenigsten jungen Prioratos kann man einfach aufreißen und sofort trinken. Sie brauchen sehr viel Luft. Möglichst 24 Stunden zuvor und mehr. Selbst den meisten 2001ern würde ich diese Luft geben. Viele Bordeaux vertragen das nicht.

Leider macht diese Notwendigkeit der langen Belüftung den Priorato wohl für die meisten Restaurants eher uninteressant. Welcher Kunde will schon am Vortag einen Wein bestellen und dekantieren lassen? Aber man kann auch im Restaurant einen Priorato zum Essen bestellen. Noch im Januar konnte ich im Sylter Restaurant von Jörg Müller einen 2001er Mas Doix V.V. genießen. Hier reichten 1,5 Stunden Dekantierzeit. Toller Wein und im Vergleich zu den meisten Bordeaux und Burgundern, die man auf der Weinkarte von Jörg Müller findet, auch noch bezahlbar. Den hat der Weinterminator wohl übersehen. :)
Aber in welchem Restaurant findet man schon solch alte Prioratos?

Gruß aus Oberhausen
Norbert
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hendrik

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 11:51

Clos Mogador 2010, heute so "lecker"das meine halbe stock schon geschigte ist :mrgreen:
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thvins

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 11:57

Hallo Norbert,

nachdem auch Reinhard gestern abend schon sein Protokoll zurück geschickt hat, habe ich nun begonnen, die Sachen schon mal zusammen zu fassen. Auch meinen ersten Blogbeitrag über meine Platz 42 bis 39 (incl. des von dir als grob fehlerhaft gesehenen Embruix - für mich war er es nicht, er ist einfach nicht besser... leider) habe ich schon durch eure Notizen ergänzt und in den folgenden stehen eure dann gleich mit zu lesen...

Ja, es war diesmal außerordentlich konträr... :lol: Wenn es mir z.B. zu alkoholisch war, war es für andere grad richtig, wenn es für mich entspannend frisch mit leichtem Körper war, war es für dich fad und langweilig. Wenn es nicht nach 0 / 8 / 15 roch, riefst du gleich Fehler...

Fakt aber ist, dass viele 2010er große Namen derzeit ähnlich tief schlafen, wie wir es zuletzt mit den 2005ern in dem Stadium erlebt hatten - und der 2005er Clos Mogador war seinerzeit noch grauenvoller. Und damals hatte René Barbier (Chris, Klaus-Peter und ich hatten ihn wenige Tage später zur Fira drauf angesprochen) nur mit den Schultern gezuckt und gesagt: "ihr habt Recht Jungs, der Wein ist momentan nicht trinkbar" Auch das muss man verkraften können... :mrgreen:

Damals war der Wein nicht durch die Lande gefahren worden - und das Re-importieren des Flaschenrestes ins Priorat war auch nicht hilfreich. Der 2010er hat immerhin ab der 3. Runde ein bisschen was mehr gezeigt, wenn auch nicht volles Rohr. Aber das war bei etlichen anderen leider genau so.

Also freut euch auf spannende Weinprotokolle auf meinem Blog zu den 2010ern...

Teil 1 (ergänzt): http://www.torsten-hammer-priorat-guide ... er/?p=6216
Beste Grüße

Torsten

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kreutzer

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 12:31

[quote="thvins"]

Wenn es nicht nach 0 / 8 / 15 roch, riefst du gleich Fehler...

Hallo Torsten,

den Unterschied zwischen 08/15 und Fehler kann ich gerade noch erkennen. Einige Facetten, die Du positiv beschrieben hast, eher nicht.
Alles was bei mir Brechreiz verursacht, gehört in die Kategorie Weinfehler. Ein wirklich guter Wein tut mir das nicht an. Da hilft alles Schönreden nicht. :roll:

Gruß
Norbert
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thvins

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 19:24

Die Notizen zu den Plätzen 38 bis 30 sind jetzt auf meinem Blog nachlesbar -

darunter Konsensweine bei aller Enttäuschung wie Clos Mogador oder Manyetes oder gut für kleines Geld wie Camins del Priorat, aber auch Weine, wo die Meinungen weit auseinandergingen wie beim Clos Martinet (der aber dennoch bei unterschiedlichen Sichtweisen leider niemanden so recht begeistern wollte.)

http://www.torsten-hammer-priorat-guide ... er/?p=6226
und der nachfolgende Beitrag...
Beste Grüße

Torsten

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Jürgen

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 19:47

Meine 2010er Prioratos rühre ich bestimmt für viele Jahre nimmer an. Ein 2009er und 2010er Clos Mogador machte mir im letzten Jahr überhaupt keine Freude. Ich sehe es ähnlich wie Norbert. Jüngere Prioratweine (aus der ersten Reihe) als aus dem Jahr 2001 lasse ich zu. Höchstens in einer Probenrunde mache ich mal welche auf, um mich bestätigt zu fühlen, daß ich sie doch besser zugelassen hätte.
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Werner1892

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 21:00

Thorsten, ich habe in deinem Blog gesehen das du die Weine über volle 10 Tage getrunken hast. Wie wurden die denn zwischenzeitlich gelagert? Wurde da zu Anfang ein Teil in der Flasche gelassen oder von der Karaffe zurück gefüllt?
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thvins

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 22:04

Hallo Werner,

die Weine wurden alle am 15.01. doppelt dekantiert. Am 16. bzw. 17.01. als die Weine das erste Mal dran waren, wurde ca. ein Drittel der Flasche in eine Minikaraffe gefüllt und daraus in die Gläser zur ersten Runde. Aus den nachfolgenden Runden wurde aus den Flaschen eingeschenkt. Der Korken kommt nach dem Doppelt dekantieren wieder auf die Flasche.

Aufgrunddessen, das es diesmal so viele Weine waren, mussten die Besten für die 4. Runde bis Tag 17 (!) warten. Und einige darunter haben da dann noch mal verblüffen können.

Manchmal in anderen Proben musste ich auch einfachere Weine in der letzten Runde als unbewertbar einstufen und weggießen. Bei den 2010ern jetzt mußte ich das mit keinem Wein tun! Im Gegenteil. Ich schließe aus diesen Langzeit - Tests natürlich auch ein wenig auf die Entwicklung der einzelnen Weine. Letztlich ist das für mich auch ein Lernprozeß gewesen, sich zu trauen, dies zu machen. Das liegt natürlich auch an den zum Teil vielen Weinen, die für solche Proben anstehen. Inzwischen aber hab ich keine Angst mehr davor... als privater Konsument würd ich das sicher eher nicht machen. Dennoch rate ich schon mal auch meinen Prioratkunden, mehrere Flaschen zugleich auf zu machen und diese über mehrre Tage zu verfolgen. Und man kann ja über viele Weine aus dem Priorat inzwischen bei mir nachlesen, ob das geht oder ob der Wein besser doch schneller getrunken werden muss.
Beste Grüße

Torsten

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Werner1892

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Re: Priorat und Montsant 2010 - ein Jahr für Geduldige

BeitragDi 4. Feb 2014, 23:08

Danke für deine Antwort, Thorsten.

Allerdings verwundert mich der Ablauf dann doch. Wenn selbst beim ersten flight zwischen manchen Weinen wieder ein Tag lag, sind ja die Grundvoraussetzungen doch schon sehr unterschiedlich :?: Die Weine vom 17ten wurden dann bereits vor 2 Tagen doppelt dekantiert.
Hattet ihr nicht die Befürchtung, dass sich da einiges total verschließen wird?

Bei 17 Tagen kann ich mir, zumal anfangs doppelt dekantiert wurde, selbst bei Weltklasse Weinen absolut keinen Genuss mehr vorstellen. Selbst 10 Tage sind schon sehr "ungewöhnlich", zumal offen ist, ob die Weine wenigstens kalt gelagert wurden zwischen den Tagen.

Nichts für ungut.
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