Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
kreutzer
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VKN vom 2.4.2005: 1965er Eiswein und mehr

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

kürzlich hatte ich Gelegenheit, bei Freunden einige interessante Weine zu probieren.

Nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen vom 2.4.2005:

(1) 1965 Niersteiner Hipping Riesling Cabinet Eiswein 0,375l
Originalabfüllung Weingut Braun

Goldgelbe Farbe, in der Nase Kaffee, Karamell, erinnert auch etwas an einen alten Sherry, im Wein überreife, süße Frucht, Noten von Rosinen, auch hier eine Sherry-Note, daneben zeigt der Wein immer noch eine kräftige Säure-Mitte, im sehr langen Abgang wieder Kaffee-Noten, immer noch ein sehr interessanter Wein aus diesem miserablen Jahr, was es nicht alles gibt, 83 NK Punkte

(2) 2004 Schlossböckelheimer Riesling QbA trocken Alc 12%
Gutsabfüllung Weingut Schäfer-Fröhlich, Bockenau

Blassgelbe Farbe, moussiert im Glas, vermutlich zugesetzte Kohlensäure, in der Nase leicht, frisch, duftig und blumig, Wiesenblumen, etwas Apfel, im Mund leichter Körper, erweckt eher den Eindruck eines Perlweines, saubere, frische, mir etwas zu aromatische Riesling-Frucht, insgesamt sehr leichtgewichtig mit erfrischender Säure, ein schnell zu konsumierender Sommerwein der nicht ganz meinem Gusto entspricht, 78 NK Punkte

(3) 2003 Sauvignon Blanc Rueda Alc 13,5%
Bodegas Cerrosol S.A., Santivste

Zitronengelbe Farbe, ebenfalls leicht moussierend, in der Nase frische, lebendige, klassische Sauvignon-Frucht, viele grüne Noten, Stachelbeere, Rhabarber, im Wein leichter Körper, hier erweckt die sortentypische Frucht den Eindruck von Kraft, der Alkohol ist deutlich, hinten zeigt sich eine leichte Bitternote, aber insgesamt erfrischend mit angenehmer Säure und passabler Länge, 82 NK Punkte

(4) 2004 Qvinterra Riesling Kabinett trocken Alc 13%
Gutsabfüllung Weingut Kühling-Gillot, Bodenheim
http://www.kuehling-gillot.de

hellgelbe Farbe, im Glas moussierend (ich konnte keine Kohlensäure-Patrone am Glas entdecken :;-) ), in der Nase sehr frische Frucht mit Hang zur Dropsigkeit, Eisbonbon, im Wein leichter Körper, frische, sehr jugendliche Frucht, lebendige Säure, ein Leichtgewicht, auch im Mund Hang zur Dropsigkeit, sie ist das dominierende Element, passable Länge, der Eindruck eines kohlensäureversetzten Weines bleibt, 81 NK Punkte

(5) 2003 Weissburgunder „Weisshaus“ Praedium Südtirol Alc 13%
Erzeugerabfüllung Kellerei Schreckbichl, Birlan

Hellgelbe Farbe, in der Nase extrem weinige Frucht, etwas Birne, etwas Alkohol, die Frucht ist mir nicht klar genug, im Wein leichter bis mittlerer Körper, neutrale, leicht alkoholisch wirkende Frucht, neigt zur Breite, vom Fruchtbild konnte man einen deutschen Wein sehr schnell ausschließen, wirkt etwas bieder und grobschlächtig, unauffällige Säure, passable Länge, einfach nicht fein genug, für dieses Weingut erschreckend schwach, 79 NK Punkte

(6) 1973 Roxheimer Sonnenberg Scheurebe Eiswein Beerenauslese 0,375l
Erzeugerabfüllung Winzerhof Anton Franz Schaller, Roxheim

Bernsteinfarben, in der Nase hochreife aber immer noch feine Frucht, Nusstöne, Haselnusslikör, im Wein mittlerer Körper, die ehrwürdig gereifte Frucht hat eine sehr schöne Firne entwickelt, die auch hier leicht likörartige Nusstöne verströmt, erscheint mir zwar nicht sortentypisch, finde ich aber toll, schöne Säure, in der Weinmitte habe ich wieder die Assoziation, dass leichte Töne von chloriertem Wasser mitschwingen, langer Abgang, sehr guter Wein eines mir gänzlich unbekannten Weingutes, 86 NK Punkte

(7) 1969 Nuits-Saint-Georges 1er Cru 0,375l Alc 12,5%
Pinot Noir
J. Faiveley, Négociant-Éléveur à Nuits-Saint-Georges

Helles Kirschrot in der Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase wunderschön gereifte Frucht, erstaunlich fest aber auch mit ätherischen Schwingungen, Rumtopf, Pflaume in Armagnac, eingelegte Früchte, im Wein mittlerer Körper, schlanke, fast noch jugendlich wirkende Frucht mit toller Intensität, fein, nobel und intensiv, gut integrierte Säure die allenfalls im hinteren Bereich etwas spitz wirkt, Tannine völlig abgeschmolzen, aber die Fruchtsüße ist immer noch da, langer, den Gaumen belegender Abgang mit Schokolade-Noten, erstaunlich und (wer es übersehen hat) aus einer „halben“ Flasche, 89 NK Punkte

(8) 1981 Chianti Classico Alc 12,5%
95% Sangiovese, 5% Cabernet Sauvignon
Castello dei Rampolla

Rubinrote Farbe mit leicht braunem Rand, in der Nase gereift mit Rauchnoten, wirkt etwas staubig, Mitverkoster erwähnten gekochten Sellerie bzw. Maggi (was ich nicht nachvollziehen konnte), im Mund mittlerer Körper, reife Frucht, etwas Leder, Tabak, recht hoch in der Säure, gute Länge, für einen 24 Jahre alten Chianti aus diesem nicht gerade überragenden Jahrgang erstaunlich, diese Positiv-Überraschungen hatte ich bei meiner Altwein-Toskana-Probe vor einigen Monaten ja auch, 84 NK Punkte

(9) 2000 Prahova Valley Feteasca Neagra Special Reserve Alc 13,5%
100% der autochtonen Rebsorte Feteasca Neagra
Full Bodied Barrel Matured
Prahova Winecellars S.A., Deale Mare Region, Rumänien

Rubinrote Farbe, in der Nase eine betont beerige, aber auch äußerst ungewohnte Frucht, erinnert entfernt an Kirschlikör, zeigt eine leichte Süße, etwas Holz, auch etwas Pflaume, im Wein mittlerer Körper, noch jugendliche Frucht mit ungewohntem Geschmacksbild, hat aber auch eine recht präsente Säure, belegt den Gaumen, gute Länge, 83 NK Punkte ,dennoch empfinde ich den Wein als schwierig

(10) 1986 Château Maucaillou Moulis
Cabernet Sauvignon

Kirschrote Frucht, in der Nase jugendliche, beerige Frucht mit leichter Holznote, im Wein mittlerer Körper, jugendlich wirkende Frucht von dunkelroten Beeren, Waldboden, unfertige Tannine, kräftige Säure, kein Schmelz, keinen rechten Tiefgang, aber noch jung wirkend, passable Länge, 85 NK Punkte

(11) 1996 Almaviva Chile Alc 13,5%
Rebsorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Baronne Philippe de Rothschild / Vina Concha y Toro (Joint Venture)

Rubinrote Farbe, in der Nase dunkle, dezent rauchige Frucht, Teer, ein Hauch Stall, im Mund mittlerer Körper, recht dichte, konzentrierte Frucht, leichte Bitternote, noch jugendlich wirkende Tannine, präsente Säure, mich stört auch ein leicht chemisch wirkender Ton, derzeit wirkt der Wein hart und unzugänglich, recht lange Abgang, 87+ NK (Potential) Punkte

(12) 1990 Pavillon Rouge Margaux
75% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot, 5% Petit Verdot und Cabernet Franc

rubinrote Farbe, in der Nase dunkelrote Früchte, Waldboden, auch nicht ganz frei von chemisch wirkenden Untertönen, im Wein mittlerer Körper, in der Frucht mit einem leicht süßlichen Charme ausgestattet, präsente Säure, wirkt noch jugendlich und unfertig mit eckigen, sperrigen Tannin, langer Abgang, aber er bleibt in diesem Zustand doch hinter den Erwartungen zurück, 88+ NK Punkte

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 1.11.2003: Abendessen im Krautkrämer

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

ein schönes Abendessen im Hotel Krautkrämer in Hiltrup bei Münster bot Gelegenheit einige Weine als Essensbegleiter zu verkosten. Nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen vom 1.11.2003 :

2001 Diel de Diel (Weißweincuvée mit u.a. Weissburgunder)
Gutsabfüllung Schlossgut Diel, Burg Layen Alc 12%

dieser Wein wurde glasweise als Begrüßungswein ausgeschenkt. Dazu kann ich bei aller Leichtigkeit und Frische nur sagen, gut, daß wir nicht eine ganze Flasche trinken mussten. Wenig beeindruckend. Hinten mit eigenwilligen Bitternoten. Vielleicht 74 NK Punkte.

1996 Monsheimer Silberberg Rieslaner Spätlese
Gutsabfüllung Weingut Keller, Flörsheim-Dalsheim Alc 12%

eine glasweise Empfehlung vom Chefkoch Uwe Aust als Begleiter zur Trilogie von Gänsestopfleber, die ich mir selbst wohl so nicht ausgesucht hätte, der Wein präsentierte sich in der Nase mit Noten von Bienenwachs, Litschi und reifem Pfirsich, im Wein hat sich die Süße des Weins in eine reifere Form mit Sekundäraromen verwandelt die den Wein kaum noch süß erscheinen lassen, daneben hat er vor allem eine erstaunlich intensive Säure, mittlere Länge, aber gut, passt ausgezeichnet zu der verkosteten Speise, die in ihren Variationen mit einem Kumquats-Chutney oder Balsamicopflaumen ganz neue Geschmackserfahrungen vermittelte, 87 NK Punkte

2002 Birkweiler Rosenberg Grauburgunder Spätlese trocken
Gutsabfüllung Weingut Gies-Düppel

auch diesen Wein hätte ich mir nicht als Begleiter zu einem Fischgang (Ragout vom Hummer und Jakobsmuschel auf Schwarzmuscheln) ausgesucht, den Überredungskünsten von Uwe Aust nachgebend musste ich dies keineswegs bereuen, ein Grauburgunder vom Feinsten

in der Nase sehr frisch, feinwürzig, klar, """reintönig""", im Wein vor allem saftige Frische, die Würze der Rebsorte deutet sich nur hinten am Gaumen mit vornehmer Zurückhaltung an (womit meine grössten Sorgen beseitigt waren), in keinster Weise breit, steht insgesamt gut in der Säure, der Wein ist lebhaft, anregend und fordert ständig dazu auf "Nachzuschenken", mittlerer Körper, ordentliche Länge, sehr gut, 88 NK Punkte

1978 Cote Rotie Les Jumelles
Paul Jaboulet Ainé, Tain l'Hermitage

nachdem sowohl ein 1988er Brunello von Constanti und ein 81er Leoville Las Cases ausverkauft waren haben wir es zunächst mit dem obigen Wein als Begleiter zu einem Medaillon vom Rinderfilet und Ochsenschwanz auf Stielmus mit Kartoffelravioli probiert.

Leider hat dieser Wein bereits das Zeitliche gesegnet, ausgezehrt, fragil, zerfallend aber sonst vor allem präsente Säure, nicht weiter getrunken. Nach dieser Enttäuschung mussten wir dann doch etwas tiefer in die Tasche greifen und haben uns für feinen etwas jüngeren Wein entschieden:

1998 Cote Rotie La Mouline
Guigal Alc 13%

schwarzrote Farbe ohne irgendwelche braunen Ränder, in der Nase intensive, warme Noten, dunkle Früchte, Brombeere, Süßkirsche, wirkt erstaunlich rund, ohne jede Ecken und Kanten, im Wein setzt sich das fort, intensive, sehr üppige, runde, warm-weiche Aromatik, dunkle Kirsche, viel Frucht, Säure ist aber auch präsent, wirkt trotz seine runden, offenen Art recht dicht, sehr lang, sehr gut, 93 NK Punkte, für eine höhere Bepunktung würde ich noch mehr innere Tiefe und Komplexität benötigen, eigenartigerweise ist er mir für einen 98er zu offen, zu zugänglich, zu vordergründig rund, es ist einfach nicht die Rundheit, die ein großer Rotwein über langsame Reifung entwickeln kann, es fällt mir schwer, das besser zu beschreiben, vermutlich hätte man einfach vergleichsweise einen 85er La Mouline im Glas haben müssen :-), zu dem oben beschriebenen Gericht fast etwas dominant

Für die noch ausstehende Süßspeise (Crème brûlée mit Himbeersorbet) wurde kurzerhand eine halbe Flasche eines Weines aus der Schwarz-Ära ausgesucht:

1998 Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese
Gutsabfüllung Weingut Müller-Catoir Alc 10%

goldgelbe Farbe, in der Nase intensiv aromatisch bei feiner Reife, tolles edelsüßes Honigaroma, konzentriert, lang, immer noch frisch wirkend, Beerenauslesequalität, sehr gut, 91 NK Punkte

Ein rundum gelungener Abend. Unser herzlicher Dank an Uwe Aust und sein Team.

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 4.12.2004: Languedoc 2001 in Düsseldorf

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

am 4.12.2004 veranstalteten die Düsseldorfer Weinfreaks in Düsseldorf-Flingern eine Probe von Languedoc-Weinen aus dem Jahre 2001. Die Probe fand wiederum in den bewährten Räumlichkeiten von Hartwig Fricke’s „LaVinesse“ (Tel.-Nr. 0211/2304408, Fax: 0211/2304441) statt. Ein herzliches Danke an dieser Stelle an Hartwig für die herzliche Rundumbetreuung, das traumhafte Languedoc-Huhn eingeschlossen. Schade, daß die anderen Teilnehmer auch etwas haben wollten. Ich hätte es glatt alleine essen können.;-) Vertraute Musik von Ben Webster, Art Pepper, Lucky Thompson sowie Maceo Parker gaben der gesamten Veranstaltung ein besonderes Background-Feeling.;-)

Languedoc scheint jedenfalls ein beliebtes Weinthema zu sein. In Windeseile war die Probe ausgebucht. Eine Reihe von Weinen sind bei Hartwig Fricke im LaVinesse erhältlich. Ein Großteil der Weine könnten bei Tino Seiwert’s Pinard de Picard erhältlich sein.

Teilgenommen haben u.a. (nicht alle Teilnehmer sind mir namentlich bekannt geworden)

Barbara Becker
Wera Kreutzer
Anja Eickelberg
Darius-Jean Namdjou
Heiko Reinartz
Klaus Lang
Marcus Hasenbeck
Frank Stehr
Werner Elflein
Hartwig Fricke
Thomas Kill
Jörg Feller
Detlef von der Stück
Norbert Kreutzer

Nachfolgend für Interessierte mein subjektives Protokoll über diese Probe. Wie üblich gab es in der Wahrnehmung enorme Abweichungen unter den Probenteilnehmern, die, soweit hier nicht mitprotokolliert, hoffentlich direkt ihren Weg ins Forum finden, denn was der Eine glaubt, muss der Andere noch lange nicht so sehen. Warum sollte es bei den Amateuren anders sein als bei den Profis.;-)

Zum Einstieg wurden von mir und Heiko außerhalb der offiziellen Probe zwei leicht gereifte Languedoc-Weine eingebracht, die aufzeigen sollten, dass das Languedoc auch Reifepotenzial besitzt.

(0a) 1982 Mas de Daumas Gassac Vin de Pays de l’Herault
V. Guibert de la Vaissière, Propriétaire à Aniane

Hier handelt es sich nach meiner Erinnerung um den ersten Jahrgang dieses Weinguts, der auf dem deutschen Markt erhältlich war. Er wurde seinerzeit als erster Landwein bezeichnet, der es mit der Qualität eines Lafite-Rothschild aufnehmen kann. Leider habe ich die alten Prospekte nicht mehr gefunden. Zumindest wurde er in die Nähe gerückt. Nach dem Rückenetikett handelt es sich um eine Cuvée aus 75% Cabernet Sauvignon sowie 20% (keine Ahnung wo die restlichen 5% bleiben) Malbec, Merlot und Cabernet Franc.

Norbert Kreutzer (NK): Tiefes rubinrot mit leicht braunem Rand in der Farbe, in der Nase finde ich sehr ausdrucksvolle Noten von Kirschlikör, feine Fruchtsüße, irgendwie weckte der Wein mit seiner Aromatik weihnachtliche Gefühle ;-), für einen 82er Languedoc noch erstaunlich kraftvoll, im Mund mittlerer Körper, die immer noch erkennbare Frucht ist von einem reichlichen, wenn auch mürben Tannin-Gerüst umnebelt, die Säure ist ebenfalls recht präsent, mittlere Länge, der Wein bekommt schon für seine unglaubliche Reife-Entwicklung einen Zusatzpunkt, 88 NK Punkte (allerdings präsentiert sich nicht jeder Folgejahrgang so schön)

Klaus Lang (KL): Wahrscheinlich deutlich älter als er in der Nase und im Mund wirkt, denn er wurde ja von Norbert eingebracht ;-) , recht streng wirkend, noch kräftige Tanninstruktur KLP 82-84

Anja Eickelberg & Darius-Jean Namdjou (AEDJN): Sehr schön gereifter Wein, höchstens leicht über dem Höhepunkt, in der sehr komplexen Nase vor allem Kirsche und Liköraromen, im Mund ein eleganter Wein von mittlerem Körper, mehr Tannine als die übrigen Weine der Probe, komplexe Aromen, die mit der Nase korrespondieren, hinzu kommt Pflaume, gute Länge, ein gelungener Einstieg in das Thema

Werner Elflein (WE): Überreifer Duft nach Brombeere und Trockenkräutern, noch immer lebendig, sehr präsentes Tannin, nicht ganz harmonisch. (81)

Heiko Reinartz (HR): sehr schöne, sehr expressive Nase, gereifte Cassisfrucht, Brombeermarmelade, ein hauch Kirschliqueur, Leder, Liebstöckel; nur noch zurückhaltende Frucht, dafür viel Kräuter und Liebstöckel sowie spürbarer Alkohol, für das spürbare Alter immer noch recht faszinierend; diesen Wein meine ich zu erkennen und notiere richtig „Mas de Daumas Gassac aus den 80ern“: jawoll, so was tut der Languedocfan-Seele gut! 88 HP

(0b) 1996 Domaine Font Caude Montpeyroux Coteaux du Languedoc Alc 13%
Alain Chabanon, Propriétaire à Montpeyroux
Heiko meint eine Cuvée aus 50% Syrah und 50% Grenache

NK: kirschrote Farbe, in der Nase finde ich eine durchaus angenehme Frucht von dunkelroten Beeren, aber eher leichtgewichtig, es fehlt an Tiefe und Ausdruck, was nach dem Vorgänger besonders auffällt, im Mund leichter bis mittlerer Körper, schöne, beerige Frucht, verhaltene Tannine, mangels ausreichender innerer Struktur fällt die Säure deutlich auf, füllt den Mund mit Frucht und Säure aber gut aus, passable Länge, 83 NK Punkte

KL: Schöner Wein, lang, Ausdruck und hat noch Kraft, austrocknende Tannine KLP 87

AEDJN: Bei diesem Wein sahen wir eine weniger komplexe Nase, die von dem Aroma der inneren Schale einer Walnuss sowie Holz und Veilchen geprägt wurde, im Mund deutlich weniger elegant als (0a), hat eine synthetische und künstliche Art, sehr gute Länge

WE: Noch gut intakte Frucht. Prägnante Säure, tanninstark, sehr lang, etwas bitter im Abgang. (84)

HR: damals nur geringfügig billiger als der L’Esprit Waldbeeren- und Kirschfrucht, wenig Reifetöne für das (mir hier bekannte) Alter; sehr reife, süße Frucht, die eher auf einen größeren Jahrgang hindeutet, keine Riesenkonzentration, aber dafür viel Eleganz, die so typisch für die Weine von Alain Chabanon ist, sehr eindringlich und sehr lang; steht immer noch wie eine Eins! 89 HP

(1) 2001 Mas de Chimères Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
Guilherm Dardé, Vigneron à Octon
Preis : 9,95 Bezugsquelle : info@lavinesse.de

NK: rubinrote Farbe, in der Nase stelle ich eine dropsig-aromatische Frucht fest, auch etwas Bittermandel, wirkt für mich vordergründig, fast aufgesetzt, im Wein leichter Körper, betont fruchtig, Tannine stelle ich nur irgendwo ganz hinten fest, für mich hat der Wein zu wenig Struktur, viel Säure, knapper Wein, 80 NK Punkte

KL : Recht intensiver Wein, fruchtig, aber insgesamt zu viel des Guten, Kraftvoll, recht alkoholisch wirkend KLP 82-83

AEDJN: Die Nase zeigte Verwandschaft zu (0b), wirkte uneinheitlich, der Geschmack korrespondierend, säurelastig, auch dieser Wein wirkte etwas synthetisch, dazu alkoholisch bei mittlerer Länge

WE: Bittermandel (Marzipan), etwas Amarena-Kirsche, von der Grenache dominiert, leicht metallisch wirkend, alkoholstark, lässt Eleganz vermissen. (82)

HR : süße Grenache-Frucht, spürbarer Alkohol; süße Kirschfrucht, schmeckt nach Grenache und Carignan, etwas marmeladig, ordentlicher Druck und Länge, etwas vordergründiger Alkohol; erinnert an guten Côtes du Rhône aus dem Gebiet von Châteauneuf; 86 HP

(2) 2001 Terre Megère Clapas Grés de Montpellier Coteaux du Languedoc Alc 13,5%
Cuvée aus Mourvèdre, Grenache, Syrah
Michel Moreau, Propriétaire à Courmonsec
Preis : EUR 12,50

NK : tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase dichte, dunkelbeerige Frucht, auch Tabak, und, leider, etwas Stall, wirkt ansonsten kraftvoll und dicht, im Wein mittlerer Körper, dichte, saftige Frucht, dabei sehr beerig mit gut eingebundener Holznote, auch die Säure ist gut eingebunden, zeigt hinten sogar etwas Schmelz und Fruchtsüße, Wera stellt Noten von Bitterschokolade und Kakao fest, gute Länge, 88+ NK Punkte

KL : Deutlich stärker als Wein 1, eleganter, schöne Frucht und Tannine, in der Nase leichte Stalltöne, deutlich zu jung, lang und sehr ansprechend KLP 87

AEDJN: Hier war in der Nase Kraut neben Holz und Röstnoten zu spüren, im Mund gute Komplexität, Aromen korrespondierend zur Nase, wirkte zu jung, mittlere Länge

WE: Intensiver Mokkaduft, der die vorhandene Frucht überdeckt, leichter Jogurttouch, exzellente Länge. (87)

HR: Mokkageprägte Barriquetöne; eine leichte Sauerkrautnote; wieder viel Mokka und Bitterschokolade; pikante, aber gut eingebundene Säure (viel Syrah?), sehr druckvoll; sehr gut, mir aber auch (zu) eingängig, fast kommerziell; trotzdem 89+ HP

(3) 2001 Réserve du Château Mansenoble Corbières Alc 13,5%
Cuvée aus Syrah, Grenache, Mourvèdre, Carignan
Guido Jansègres
Preis : EUR 12,90

NK : tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase dominiert zunächst eine intensive Rauchnote, dahinter reife Schwarzkirsche, Mon Chérie, im Wein mittlerer Körper, recht konzentrierte, saftige Frucht bei guter Tannin-Struktur die aber nicht im Vordergrund steht, hat auch Fruchtsüße, Säure eher unauffällig, schöne Länge, sehr gut, 87 NK Punkte

KL : Weich, Kirsche, etwas eindimensional, aber mit Länge und Intensität, aber zu viel der Kirsche, etwas aufgesetzt wirkend KLP 85-86

AEDJN: In der Nase künstlich wirkend, hinzu kamen bittere Noten, im Mund Kirsche und Bitternoten, deutliche Säure

WE: Duft nach Piemontkirsche und Mokka, sehr reife Frucht, es fehlt an Tiefe. (84)

HR: schöne Kirsch- und Waldbeerenfrucht mit einer Spur Holz ; eindringliche, etwas süße Frucht, große Fruchttiefe, aber auch ein wenig „wilder“ Charakter (Leder, Animalik); sehr komplett, sehr lang; gefällig und doch charaktervoll, ein Wein gleichermaßen „für Anfänger und Fortgeschrittene“; ein guter, alter Bekannter seit dem 95er, wie immer sehr gut: 90 HP

(4) 2001 Primo Palatum La Livinière Minervois Alc 14%
Xavier Copel
Cuvée aus Syrah und Carignan
Preis : EUR 19,00

NK : rubinrote Farbe, in der Nase vollreife, beerige Frucht, Kirsche, durchaus angenehm, im Mund mittlerer Körper, intensive, beerige, auch etwas bissige Frucht, Syrah ist deutlich, eine feine Holznote ist nicht zu übersehen, Säure gut eingebunden, der Wein hat einen gewissen Charme, hat Schmelz, hat Länge, die Mehrheit am Tisch meint „der Wein wirkt gemacht“, Antwort: ja, aber recht gut gemacht, 87 NK Punkte

KL : Wenig aufgeschrieben, außer deutliche wenn auch recht schwache Stallaromen KLP 85

AEDJN: Dieser Wein wirkte deutlich « gemacht », in der Nase Brühwürfel und Bohnenkraut, Geschmack korrespondierend, gute Länge, ohne Eleganz und völlig international

WE: : Everybody’s Darling, ansprechend, nicht sehr tief. (81)

HR: klassische Syrahfrucht mit Räucherspeck, Holzkohle und viel Mokka und Kakao ; im Mund schmeichlerische Syrahfrucht, Kraft und Dichte, wieder viel Barriquenoten aus starkem Toasting; sehr gut gemacht, jedoch kommt einiges der Komplexität vom Holz; 90 HP

(5) 2001 Cuvée des Castelmaure No. 3 Corbières Alc 14%
Cuvée aus Syrah, Grenache, Mourvèdre, Carignan
SCV Castelmaure à Embres & Castelmaure
Tardieu-Laurent
Preis : EUR 21,40

NK : rubinrote Farbe, in der Nase stelle ich eine relativ strenge, animalische Frucht fest, sticht etwas in der Nase, im Wein mittlerer Körper, auch hier wieder eine bissige, animalische, recht feste Frucht, kräftige Säure bei jugendlicher Tannin-Struktur, der Wein ist weder dicht noch komplex, übt aber trotzdem einen gewissen Reiz aus, zeigt keine Fruchtsüße, setzt sich aber am Gaumen fest, Hartwig erwähnt „typische Schiefer-Aromatik“, könnte stimmen, er zeigt in der Tat solch mineralischen Schimmer, 89+ NK Punkte

KL : Deutlich Stall, sehr eigenwilliger Wein mit starker Intensität, tolle Säure, sehr interessanter Wein, bleibt sehr lange präsent KLP 89++

AEDJN: Dieser Wein stellte gegenüber dem Vorgänger eine deutliche Verbesserung dar. In der komplexen Nase Noten von Gemüse und Ketchup, dabei eine leicht stechende Komponente, im Mund korrespondierend, zeigte einen eigenständigen Charakter

WE: Malziger, vegetabiler Duft nach Curryketchup, wahrnehmbare flüchtige Säure. (78)

HR: etwas wildes, typischer Schieferbuquet, starkes Toasting, auffällig etwas grünes Gemüse (Tomaten); sehr eigenständige, etwas « scharfe » Frucht, aber auch wieder etwas gemüsig; sehr gut und sehr interessant , wahrscheinlich noch etwas Potential; 90(+) HP

(6) 2001 Limbardie Tradition Vin de Pays de l’Herault Alc 14%
100% Merlot
Henri Boukandoura et Madeleine Hutin, Cessenon
Preis : EUR 12,50

NK : tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase stelle ich eine dunkle, schwere Frucht fest, sehr reife Schwarzkirsche, Räucherspeck, sehr konzentriert, auch im Wein kraftvoller Körper, dichte, konzentrierte, schwere Frucht, Kirschlikör, Kräuterlikör, Jägermeister, reichlich Tannine, aber angenehme Säure-Struktur, vielleicht etwas alkoholisch wirkend, gute Länge, 87+ NK Punkte

KL : Fruchtsüße, Kraft und Power, ziemlich dicker Stoff, Kräuterlikör-Würze. Für meinen Geschmack deutlich zu fett und dick, überkonzentriert KLP 85-87+

AEDJN: Hier in der Nase Speck, Walnuss und Veilchen, etwas flüchtige Säure, im Mund korrespondierend bei mittlerer Länge, leicht unausgeglichen

WE: Wieder etwas flüchtige Säure. Beeindruckende Frucht mit Tiefe, kräuterige Würze, präsente Säure, aber auch etwas breit. (82)

HR : füllige, klassische Merlotfrucht, aber auch eine Spur Brett-Aromatik, Garriguekräuter ; sehr süße, füllige Merlotfrucht, viel Kräuter, rund und konzentriert, guter Druck und sehr gute Länge; hervorragend gemacht, vielleicht eine Spur zu (extrakt)süß; 90 HP

(7) 2001 Domaine d’Aupilhac Montpeyroux Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
Cuvée aus Mourvèdre, Syrah, Carignan, Grenache, Cinsault
Sylvain Fadet, Montpeyroux
Preis : EUR 13,00

NK : rubinrote Farbe, in der Nase leichte Brettaromatik, wirkt wild, im Wein leichter bis mittlerer Körper, saftige, feste Frucht von hellroten Beeren, hat Biss, moderate Tannine, präsente Säure, wenig Fruchtsüße, aufgrund seiner wilden Aromatik durchaus interessant, gute Länge, allerdings favorisiere ich doch einen anderen Stil von Rotwein, 86 NK Punkte

KL : Barrall-Nase, Fruchtsüße, wild, animalisch, Brett-Aromatik, aber sehr guter ausdrucksvoller Wein, schöne Länge. Gefällt mir ausgesprochen gut. KLP 88-89+

AEDJN: Fehlerhafte Nase, im Mund moussierend

WE: Moussiert und hat damit offensichtlich ein mikrobiologisches Problem. Fehlerhaft. (-)

HR: sehr eigenständige Nase, auf schmalem Grad zum Brettanomyces-Fehler ; auch im Mund Brett-nahe wilde Stilisitk ; komplex und sehr lang ; mein Tip: Barral, egal, sehr sehr guter Wein, nix für „Languedoc-Anfänger“; 91+? HP

(8) 2001 Domaine Saint-Antonin Cuvée Magnoux Faugères Alc 14%
Frédéric Albaret, Vignerons

NK: rubinrote Farbe mit lila Rändern, in der Nase Veilchen und Rauchnoten, im Wein mittlerer Körper, kühle, glatte Frucht mit einer nicht besonders attraktiven Aromatik, Veilchen fällt mir auch hier ein, sehr tanninlastig, wirkt kantig, raue Holznote, passable Länge, 85 NK Punkte

KL : Sehr ähnliche Nase wie Nr. 7, insgesamt aber etwas zurückhaltender als der Vorgänger, gut aber leicht abfallend KLP 86+

AEDJN: In der Nase dunkle Früchte, Veilchen und Kräuter, im Mund korrespondierende Aromen guter Komplexität, noch sehr jung wirkend

WE: Komplexe süße Kirschfrucht, leichte Überreife, wärmender Alkohol, gut eingebundene Barriquenote. (86)

HR : schöne, sehr klare Frucht; dicht, wenn auch nicht extrem extrahiert, viel Tannin; nicht viel notiert, aber diesem Wein traue ich mit etwas Reife viel Eleganz zu; 91 HP

(9) 2001 Domaine de Montpezat Prestige Vin de Pays d’Oc Alc 14,5%
Cuvée aus Cabernet Sauvignon & Syrah)
Christophe Blanc, Vignerons à Pezenas
Preis : EUR 14,90

NK : rubinrote Farbe, in der Nase klare, saubere, beerige Frucht, Heidelbeere, anregend und animierend, im Wein leichter bis mittlerer Körper, herrlich intensive, saftige Frucht, ist auch mit reichlich Tanninen gesegnet, gut strukturiert, gut eingebundene Säure, schöne Länge, der Wein überzeugt bereits durch seine tolle Nase, 89 NK Punkte

KL : Wieder ein ganz eigenständiger Wein, tolle Nase, mit einer schönen Eleganz, tolle Tannine und Säure, lang, toller Wein KLP 90-91+

AEDJN: Hier dominierte in der Nase vor allem Heidelbeere, die sich im Geschmack wiederholte, im Mund mittlere Komplexität bei guter Länge, auch dieser Wein wirkte zu jung

WE: Tiefer Duft nach Heidelbeere und Cassis. Deutliche Überreife. (87)

HR: Heidelbeersaft und Cassis; auch im Mund recht exotische Frucht, Heidelbeersaft und etwas Banane; noch sehr jung, etwas „bewegt“; ein Wein, den ich (wegen der Cabernet) richtig geraten habe, kann vielleicht noch etwas zulegen, wird wohl nie wirklich sehr gut: 88 HP

(10) 2001 La Sauvageonne Puech de glen Coteaux du Languedoc Alc 14%
Gavin Crisfield (90% Syrah, 10% Grenache)
Preis: EUR 24,90

NK : rubinrote Farbe, in der Nase kommt er mir wild-aromatisch vor, Wera stellt « weissen Pfeffer » fest, im Mund gut konzentriert, feste, tanningeschwängerte Frucht, beerig und durchgehend animalisch, zeigt Struktur, gute Säure, belegt den Gaumen, schöne Länge, 88+ NK Punkte

KL : Auch ne wilde Nase, deutlich glatter als die vorherigen Weine, daher etwas uninteressanter, leicht Paprika grün im Abgang KLP 87-88

AEDJN: In der Nase animalische Noten, zusätzlich weißer Pfeffer, im Mund Paprika, Peperoni, bei mittlerer Länge

WE: Animalische Nase mit Kirschsaftaromen, Peperoni und Chili, elegant, lang. (88)

HR: : extrem dichte Frucht, Moschus und wilde Noten ; extrem dicht gestrickt, eigenständige, „wilde“ Aromatik; Tannine kleiden momentan (noch) etwas nass-pappig den Mund aus; wahrscheinlich mal hervorragend, der Pappton macht aber eine Spur Sorge; 90?+ HP

(11) 2001 Saint Daumary L’Asphodèle Pic Saint Loup Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
Julien Chapel, Vignerons à Valflaunes
Preis : EUR 18,50 Bezugsquelle : info@lavinesse.de

NK: rubinrote Farbe, in der Nase saubere, dunkelbeerige Frucht mit leichter Rauchnote, vielleicht eine Spur zu alkoholisch, im Wein mittlerer Körper, sehr intensive, konzentrierte Frucht, nahezu durchdringend intensiv, feine Holznote, schöne Fruchtsüße, gut eingebundene Säure, lang, sehr gut, Kaufreflex ist angesprungen, der Wein ist bei Hartwig Fricke noch zu bekommen, lohnt sich, 92+ NK Punkte

KL : „Saubere Nase“, sehr intensiver und eindrucksvoller Wein, Komplexität, eindeutig viel zu jung, sehr eleganter Typus KLP 91+

AEDJN: Verhaltene Nase mit Walnuss sowie flüchtiger Säure, im Mund Röstaromen sowie Nuss, gute Länge, etwas säurelastig

WE: Sehr konzentrierter Kirschduft, hohe Extraktsüße, kühle Frucht, sehr elegant, eigenständig, sehr gute Länge. (89+)

HR: konzentrierte Frucht, Pic-St-Loup-Terroir, eine Spur Bittermandel ; süße, cremig-dichte Frucht, pikante Säurenote, Barriquetöne aus starkem Toasting, sehr, sehr lang; Pic St.-Loup richtig erkannt, das ist eindeutig eine der besten Weine dieses von der Natur verwöhnten Terroirs; 91+ HP

(12) 2001 Domaine Lacroix-Vanel Clos Mélanié Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
Cuvée aus Syrah, Grenache, Cinsault
Jean-Pierre Vanel, Caux
Preis : EUR 14,00

NK : rubinrote Farbe, in der Nase sehr kühle Frucht, sehr verhalten, feststellbar sind dunkelrote Beeren, Würze, im Wein recht konzentriert, dichte Frucht, dunkelrote Beeren, etwas Rauch, dichter, aber durchaus zugänglicher Tannin-Teppich, gut eingebundene Säure, kommt mir insgesamt noch etwas verschlossen vor, gute Länge, 89+ NK Punkte

KL : Deutlich zugänglicher, glatter, recht dick und von einfacherer Statur KLP 86-87

AEDJN: In der Nase Lebkuchen und Joghurt, im Mund korrespondierend, wirkt etwas alkoholisch, gute Länge, zu jung

WE: In der Nase hellfruchtige und feine Erdbeernoten, am Gaumen enttäuschend, deutliche Überreife. (81)

HR: nicht viel notiert, außer einem interessanten, aber gewöhnungsbedürftigen Holzkohleton; 87 HP

(13) 2001 Domaine de Montcalmès Coteaux du Languedoc Alc 13,5%
GAEC des Bruyères Hautes à Puéchabon

NK : kirschrote Farbe, in der Nase überraschen Typ « deutscher Spätburgunder », rund, etwas Kirsche, im Wein leichter bis mittlerer Körper, saftige, runde, charmante Frucht, hat Charme, Tannine sind vorhanden, spielen sich aber nicht in den Vordergrund, es wirkt alles seidig und weich mit kaum feststellbarer Säure, dabei recht lang, jetzt ohne Einschränkung zu genießen, sehr gut, 89 NK Punkte

KL : Völlig andere Nase, ganz interessanter, eleganter Stil, auch Länge KLP 89-90+

AEDJN: Ein Wein mit einer völlig anderen Charakteristik, erinnerte an deutsche Spätburgunder, in der Nase dominierten Röstaromen, im Mund ein mittlerer Körper, Aromen von Gewürzen und frischem Spinat, der Wein strahlte Leichtigkeit und Eleganz aus

WE: Wirkt wie ein Pinot noir, obwohl zu 85% aus Syrah bestehend. (88+)

HR: sehr duftig, burgundisch-opulent und doch verspielt in der Nase; im Mund leichter als alle Vorgänger, aber doch komplex, burgunidvh finessenreich und dabei sehr harmonisch; erinnert an Burgunder, z. B. von der „rechten“ Côte von Savigny-les-Beaune; eine echte Entdeckung, Prototyp für das „neue“ Languedoc: 91 HP

(14) 2001 Château de Valflaunès Un Peu de Toi Pic Saint Loup Coteaux du Languedoc
Alc 14,5%
Fabien Reboul, Vignerons à Valflaunès

NK : kirschrote Farbe, in der Nase kraftvolle, dunkle Frucht von dunkelroten Beeren, aber er hat auch etwas Ungewöhnliches, Chemisches, das mir nicht so gefällt, im Wein mittlerer Körper, opulente, konzentrierte Frucht die auf mich süß und aufgesetzt wirkt obwohl er staubtrocken sein sollte, soll Extraktsüße sein, wenig Tannine, wenig Säure, lang aber sehr, sehr schwierig, nicht unbedingt mein Wein, für Liebhaber, 85 NK Punkte

KL : Extrakt pur, Süß !!, Bonbon, ganz schwierig zu bewerten KLP 80-90 ??? alles drin

AEDJN: Hier in der Nase Holz, Kräuter sowie Röstaromen, gute Komplexität, im Mund Brausepulver, Wein wirkt süßlastig, was durch die kaum ausgeprägten Tannine unterstützt wird, Aroma von Mokka, mittlere Länge

WE: Oxydativer Duft, harmonische Tannine, opulente Frucht, mächtige Extraktsüße, im Geschmack halbtrocken. (86)

HR : wenig notiert : sehr süße, sehr « schwarze » Frucht, pikante Säure, weich, dabei sehr konzentriert, mit Potential; wird mal eine großer Vertreter vom Pic: 90+ HP

(15) 2001 Domaine Leon Barral « Jadis » Faugères Alc 14%
Cuvée aus hauptsächlich Syrah & Carignan sowie wenig Grenache & Cinsault
Didier Barral, Leufleric
Preis : EUR 22,00 Bezugsquelle : info@lavinesse.de

NK: tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase deutlich Stall, auch wenn es mir schwerfällt: gerade noch in akzeptabler Form, dominiert aber alles, Wera bemerkt „Bratensoße“, im Wein saftige, konzentrierte Frucht, Kirsche, sehr beerig, auch wilde, animalische Noten sind zu finden, die kräftige Säure wird etwas von der Tannin-Struktur abgefedert, auch im Abgang von der wilden Frucht geprägt, relativ lang, 86 NK Punkte (deutliche Abwertung durch Stall)

KL : Klasse ! , Intensität, Länge…. , recht zurückhaltende Stallnoten, kräftige Tannine KLP 89-90+

AEDJN: In der Nase Graphit und dunkle Beeren, gute Komplexität, im Mund korrespondierend, gute Länge

WE: Leicht animalischer Duft. Fast vollständige Verweigerung primärer Fruchtaromen. Sehr mineralisch. (89+)

HR: würzige, sehr animalische Nase; im Mund immens konzentriert, aber auch schon rund, süße, komplexe Frucht, wilde, ungestüm-animalische Aromatik, große Länge; sehr eigen, hochkomplex, aber auf ganz dünnem Draht zwischen genial und Brett-Fehler, nothing for weicheiers, ich mag ihn: 92+ HP

(16) 2001 l’Esprit de Font Caude Montpeyroux Coteaux du Languedoc Alc 14%
Alain Chabanon, Vignerons à Lagamas
Cuvée aus 40 % Syrah, 40 % Mourvèdre, 20 % Grenache
Preis : EUR 29,50 Bezugsquelle : Mövenpick-Weinland

NK: Tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase noble, kühle und doch ausdrucksvolle Frucht, dunkle Beeren, etwas Rauch, Tabak, im Wein dichter Körper, kraftvolle und doch elegante Frucht, hervorragende Tannin-Struktur, dicht und doch zugänglich, gut eingebundene Säure, beeindruckende Länge, trotz der Jugend harmonisch, toll, groß, Kaufreflex, unbedingt zu empfehlen, 93+ NK Punkte

KL : Ab hier werden meine Notizen etwas spärlicher. Das Huhn war zu gut, zu viel gegessen und die Spannung war ob der Völle weg. Deutlich eleganter als die Nr. 15, ohne die wilde Aromatik aber mit großer Klasse und viel Ausdruck. KLP 90-92+

AEDJN: An diesem Abend der Wein, der uns am Meisten überzeugen konnte. Die Nase von guter Komplexität mit dunklen Beeren und Kräutern, im Mund elegant mit Aromen von Mokka, Kräutern und Schokolade, langer Abgang, wirkte sehr jung mit hohem Potential

WE: Ebenfalls wenig primärfruchtige Noten, mineralisch, hervorragende Balance. (90-92)

HR: elegante, komplexe rot-schwarze Frucht ; auch im Mund komplex und dicht, dabei herrlich klar und schon schön strukturiert, gar elegant; wieder ein Top-Beispiel für den genialen Stil von Chabanon, der mit die komplettesten und elegantesten Weine des Languedoc macht: 94 HP

(17) 2001 Grange des Pères Rouge Vin de Pays de l’Herault Alc 14%
Domaine de la Grange des Pères, Laurent Vaillé
Cuvée aus Syrah, Mourvèdre, Cabernet Sauvigon
Preis : EUR 49,00 Bezugsquelle : info@lavinesse.de

NK: Kirschrote Farbe, in der Nase reife, konzentrierte Fruchtsüße, dunkelrote Beeren, Würze, von nobler Eleganz und doch etwas robuster als der l’Esprit de Font Caude, im Wein dichter Körper, intensive, konzentrierte Fruchtsüße, mundfüllend, gut eingebundene Tannine + Säure, unendlich lang, teuer aber ohne Zweifel hervorragend, braucht sicher mehr Zeit um sich noch besser zu präsentieren, 91+ NK Punkte

KL : Bei diesem habe ich nur die Punkte notiert : KLP 90

AEDJN: Die Nase wurde vor allem von Kräuterwürze dominiert, im Mund korrespondierend, nicht so elegant wie der Vorgänger, auch nicht mit derselben Länge, säurelastig, noch zu jung

WE: Parfümiert wirkender Duft, etwas schwerfällig, viel Holz, aber unbestreitbar mit sehr gutem Potenzial. (91)

HR: wenig notiert, außer: erinnert an sehr guten Côte Rôtie (mehr Säure als die meisten Vorgänger), elegant trotz aller Kraft; hervorragend mit viel Potential: 95+ HP

(18) 2001 Roc d’Anglade Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
Cuvée aus 60% Syrah, 20% Grenache, 20% Carignan
Pedreno et Rostaing, Vignerons à Langlede
Preis : EUR 29,00

NK : rubinrote Farbe, in der Nase dunkelbeerige, etwas säurebetonte Frucht, Wera : Kirschlikör mit schwarzem Tee, im Wein opulente, warme Frucht, schiebt den Alkohol etwas zu sehr in den Vordergrund, reife Holznote, gute Tannin-Struktur, legt den Gaumen aus, viel Holzwürze im Abgang, Lakritze, lang, 90+ NK Punkte

KL : Toller Wein, Früchte, kräftige Tannine, Länge… KLP 92+

Hier eine komplexe Nase nach dunklen Beeren und Kräutern, im Mund korrespondierend, sehr starke Säure, die sich kaum noch einbinden dürfte, noch deutlich zu jung, langer Abgang, etwas satt machend

WE : Sehr konzentriert, opulente Frucht, alkoholstark, fast zu viel des Guten, Terroirwein durch und durch. (92+)

HR: starke Frucht mit viel Holznoten aus starkem Toasting; immense Power und Kraft, dafür aber weniger Eleganz als der Vorgänger, deshalb etwas schwächer: 93+ HP

(19) 2001 Clos des Truffiers Coteaux du Languedoc Alc 14,5%
100% Syrah
Château de la Negly
Preis : EUR 89,00 Robert Parker hat ihm 98+ Punkte gegeben

NK: tiefes rubinrot in der Farbe, in der Nase große Opulenz, ausladende, üppige Frucht, dabei nobel wirkend, im Wein hochkonzentriert, opulent, üppig, legt den Gaumen völlig aus, dunkelrote Beeren, viel Kräuterwürze, Veilchen, Lakritze, reichlich Tannine, gut eingebundene Säure, unendlich lang, sicher ein großer Wein, viel zu teuer, auch wenn ich ihm 95+ NK Punkte zubillige, würde ich Weine wie den l’Esprit de Font Caude oder den Saint Daumary l’Asphodèle auch unabhängig vom Preis vorziehen, der Wein macht einfach satt, und ihn auf eine Stufe zu stellen mit großen Bdx oder Ch9 fällt mir einfach schwer, trotzdem ist der Wein bemerkenswert

KL : Konzentrationsmonster, Dick, zu dick !!, Sicher ein phantastisches Konzentrat mit Ausdruck, wahnsinnige Länge, aber einfach viel zu viel des Guten und der Opulenz. Trotzdem gestehe ich ihm 93-94+ KLP zu, aber kaufen würde ich mir den freiwillig nicht.

AEDJN: Bei aller gegebenen Klasse konnten wir nicht so recht Gefallen an diesem Wein finden. Dazu wirkte er einfach zu üppig und satt machend. In der komplexen Nase Vanille, Röstaromen und dunkle Früchte, im Mund korrespondierend, die Aromakomponenten müssen ihre Harmonie noch finden, deutlich zu jung, ausgesprochen langer Abgang

WE: Duft nach Räucherspeck, deutliche Röstaromen, brillante Frucht, trotz aller Fülle unglaublich elegant, enorm vielschichtig, endlose Länge. (98)

HR: in allem extrem: extrem fett, extrem konzentriert, extrem starker, getoasteter Barriqueeindruck, extrem lang; bei solchen Weinen verstehe ich, warum Parker vorgeworfen wird, solche Weine hoch zu bepunkten; für mich auch ein Riese von Wein, aber nicht über dem Grange des Pères, der für mich persönlich der gelungenere Wein ist: 95+ HP

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Fazit Norbert Kreutzer: diese Probe ermöglichte aufgrund des breitgefächerten Angebotes einen hervorragenden Einblick in die Möglichkeiten des Languedoc. Es gab für mich Entdeckungen wie den l’Esprit de Font Caude und den Saint Daumary L’Asphodèle, Bestätigungen der Qualität eines Roc D’Anglade und eines Grange de Pères aber auch die Erkenntnis, dass hochkonzentrierte Weine wie der Clos de Truffiers nicht alles sind. Einen Komplettausfall gab es nicht zu verzeichnen. Auch keinen Korker. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen innerhalb der Runde empfinde ich mittlerweile als völlig normal. Besonders erfreulich die Reifefähigkeit des 82er Mas de Daumas Gassac. 20 Jahre im eigenen Keller gereift und immer noch mit Genuss zu trinken. Es ist/war ja nun mal kein Bdx. Erkenntnis: es lohnt sich, auch einmal einen Blick auf Languedoc-Weine zu werfen.

Fazit Klaus Lang: Sicher mal wieder eine hochinteressante Probe, sehr anstrengend mit diesen Alkoholbomben ( Schnitt dürfte bei 14,5% Alk. gelegen haben). Mir sagt eindeutig der elegantere Typus des Languedoc-Weines zu. Auch mit den animalischen Weinen wie Barrall komme ich persönlich sehr gut zurecht. Richtig eigenständige Weine sind allerdings auch nicht wirklich viele zu finden, aber es gibt sie!! Für mich die besten und interessantesten Weine des Abends: Roc d`Anglade (18), Font Caude L`Esprit (16), St.Daumary `Aspholdele` (11), Montpezat Cuvee Prestige (9).
Wenn man dann noch das Preisgefüge betrachtet ( ca.10 – 80.-€) sind die Unterschiede und das Preis-Leistungsverhältnis natürlich gewaltig.
Was dann jeder einzelne wirklich gerne trinkt und nicht nur bepunktet, ist dann noch eine ganz andere Sache.
Der Riesling danach war jedenfalls schon fast eine Erlösung von der Tanningewalt.

Fazit Anja Eickelberg & Darius-Jean Namdjou: Für uns war es die erste größere Verkostung französischer Weine. Mit dem speziellen, tanninarmen Stil der Languedoc-Weine müssen wir uns wohl noch anfreunden. Hier war ein Thema gegeben, bei dem wir die Klasse einer guten Zahl der Weine anerkennen konnten, ohne dass Sie uns persönlich im besonderen Maße hätten gefallen können. Viele Weine waren sicher noch zu jung, um jetzt schon echte Freude bereiten zu können. Rühmliche Ausnahme für uns vor allem der l’Esprit de Font Caude, der, obwohl relativ teuer, sein Geld wirklich Wert ist. Unser Dank geht an Hartwig für das köstliche Essen.

Fazit Werner Elflein: Eine spannende Verkostung mit einer repräsentativen Auswahl hochklassiger Weine! Negly, dem man gelegentlich nachsagt, sehr kommerzielle Weine zu erzeugen, hat mich mit dem „Clos des Truffiers“ überzeugt. Dies ist definitiv keine „Journalistenfüllung“, sondern ein eindrucksvoller Vertreter der Gattung „Terroirweine“.

Fazit Heiko Reinartz: Eine tolle Probe mit vielen alten Bekannten aus dem aktuellen Topjahrgang, aber auch einigen Entdeckungen, die ich noch nicht kannte, allen voran Montcalmès und Grange des Pères. Insgesamt ein sehr hohes Niveau, wobei die Punkte nicht immer meine persönlichen Präferenzen widerspiegeln, sondern den Versuch objektiver Bewertung darstellen: Ich bin kein Fan der „geleckten“ Weine, sondern der eigenständigen, manchmal extremen und schwer zu verstehenden Tropfen wie d’Aupilhac, Puech de Glen und Léon Barral, aber auch der eleganten Weine, die nicht mehr wie früher das Höchstmaß an Extraktion suchen wie Montcalmès und Grange des Péres. Viele im Languedoc scheinen mir hier dazuzulernen. Die Region bleibt spannend, auch wenn sie nicht mehr meine einzige Liebe ist und leider auch im Preis mittlerweile „konkurrenzfähig“ ist.

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Zutaten für das Languedoc-Huhn:

Entbeinte Keulen, gefüllt mit Ziegenfrischkäse-Farce, angereichert mit Sardellen, Knoblauch, Thymian und Rosmarin. Geschmorter Fenchel, Basmatireis.

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Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 5.2.2005: Kunterbuntes

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen während eines Abends bei Freunden vom 5.2.2005:

Alle Weine wurden verdeckt eingeschenkt. Es war auch nicht bekannt, welche Weine überhaupt angestellt werden. Es gab kein Motto. Die Weine wurden im Verlaufe eines gemeinsamen Abendessens getrunken.

(1) 1994 Schweicher Annaberg Riesling Auslese 0,5l Alc 10%
Gutsabfüllung Weingut Heinz Schmitt, Leiwen

Goldgelbe Farbe, in der Nase gereifte, interessante Frucht, Zitrus, Melone, Honig, im Mund mittlerer Körper, die reife, süße Frucht wirkt vielschichtig und ist mit einem schönen, lebendigen Süße-Säure-Spiel ausgestattet, mittlere Länge, mit zunehmender Temperatur im Glas entwickelt sich hinten ein leichter Bitterton, nicht das was ich üblicherweise mag, aber schon sehr gut, 85 NK Punkte

(2) 2003 Weissburgunder trocken Südsteiermark Alc 12,5%
Erzeugerabfüllung Weingut Rebenhof, Dr. Aubel, Erich & Walter Polz, Ratsch

Blassgelbe Farbe, der Wein moussiert im Glas, in der Nase saubere, sehr leichte Frucht, Zitrusnoten, etwas Birne, aber ausgesprochen einfach, im Mund leichter Körper, wenig Substanz, dafür trägt der dann aber den Alkohol zu sehr im Vordergrund, Frucht wirkt etwas grün mit Bittertönen im hinteren Bereich, vermutlich unreifes Traubengut, Säure präsentiert sich unharmonisch, knapper Abgang, 77 NK Punkte

(3) 2003 Grüner Veltliner Heiligenstein Kamptal Alc 12,5%
Erzeugerabfüllung Weingut Hirsch

Zitronengelbe Farbe, in der Nase frische, nahezu parfümierte Frucht, Zitrus, süße Blüten, im Wein leichter Körper, frische, saubere Frucht mit kerniger Säure, aber ein Leichtgewicht, wenig Struktur, lebt jetzt von seiner Frische und sollte jung getrunken werden, passable Länge, aber auch hier stören mich die parfümartigen Noten, 82 NK Punkte

(4) 2002 Kallstadter Steinacker Steinacker Weissburgunder Spätlese trocken Alc 13,5%
Gutsabfüllung Weingut Benderhof, Familie Bender-Haaß, Kallstadt

Kräftiges Gelb in der Farbe, in der Nase kommt mir ein prachtvolles, ausdrucksvolles Bukett, Birne, etwas Pfeffer (deshalb habe ich auf GV getippt), recht komplex, im Wein mittlerer Körper, kraftvolle, saftige Frucht, dabei von einer herzhaften Säure belebt, kein 2003er, soviel ist sicher, kleidet den Gaumen aus und ist ein deutlicher Qualitätssprung gegenüber den Vorgängern, lang, 87-88 NK Punkte (oh je, einen Benderhof nicht erkannt und dann noch nach Österreich gesteckt ;-) )

(5) 2003 Loibner Hochstrasser Grüner Veltliner Federspiel trocken Wachau Alc 12,5%
Erzeugerabfüllung Weingut Alzinger, Unterloiben

Grüngelbe Farbe, in der Nase unschöne, etwas muffige Frucht (da der Wein einen Kunststoffkorken hatte, konnte es kein Kork sein) erinnert mich an einen WischiWaschi-Orvieto, wie es sie in einer italienischen Pizzeria/Restaurant durchschnittlicher Qualität häufig gibt, im Wein leichter Körper, einfache, nichtssagende Frucht, aber frisch, mit deutlicher Säure, wirkt aber etwas diffus, enttäuschend, kurzer Abgang, 78 NK Punkte

(6) 2003 Riesling Urgestein trocken Kamptal Alc 12,5%
Schloss Gobelsburg, Langenlois

Hellgelbe Farbe, in der Nase ausgesprochen blumig-aromatisch, süße Blüten, dabei sehr frisch, im Wein leichter bis mittlerer Körper, sehr aromatische Frucht, mir schon wieder zu vordergründig, aufdringlich, leichte Bitternote, passable Säure, mittlere Länge, 82 NK Punkte, Anmerkung: der Rest der Runde (Wera mal ausgenommen) findet den Wein toll, habe ich bei Schloss Gobelsburg auch schon erlebt, aber dieser war es nicht

(7) 2003 Morillon Steirische Klassik trocken Südsteiermark Alc 13%
Abfüller: Weingut Alois Gross, Ratsch

Hellgelbe Farbe, in der Nase frische, pikante Frucht, verströmt einen Hauch Exotik, tropische Früchte, im Wein leichter Körper, frische, saubere, leicht buttrige und durchaus feste Frucht, hat Biss, schöne Säure, zeigt Ansätze von Ausdruck und Struktur, gute Länge, 85 NK Punkte

(8) 1975 Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Beerenauslese Eiswein 0,375l
Erzeugerabfüllung Verwaltung der Staatlichen Weinbaudomänen,
Niederhausen-Schloßböckelheim

Bernsteinfarben, in der Nase hochreife, edelsüße Frucht, Honig, viel reife Pflaume, zeigt aber auch schon Petrolnoten, insgesamt für meinen Geschmack zu reif und breit, legt aber den Gaumen aus, lang, 85 NK Punkte (nach Offenlegung: welch ein Jammer, solch ein Juwel und dann so lange lagern zu lassen und ihm das natürliche Süße-Säure-Spiel zu klauen, das Wort Säure kam mir gar nicht in den Sinn, für Liebhaber derartig reifer, edelsüßer Weine vermutlich ein größeres Erlebnis als ich es heute für mich empfinden konnte

(9) 1994 Cabernet Sauvignon Ninth Island Tasmania Alc 13%
Pipers Brook, Tasmania

Kirschrote Farbe, in der Nase schwarze Johannisbeere, Pflaume, wirkt noch jugendlich, im Wein eher leichter Körper, schlank, leicht wilde und dabei pfeffrige Frucht, wirkt etwas künstlich und dabei säurebetont, die Säure verleiht dem eigentlich reifen Wein eine gewisse Frische, grobe Gerbstoffe, insgesamt nicht harmonisch, uninteressant, knapper Abgang, 79 NK Punkte

(10) 1994 Château Angelus Saint-Emilion Grand Cru Classé Alc 13%
DE Bouard de Laforest et Fils, Propriétaires à Saint-Emilion

Rubinrote Farbe, in der Nase nur dezent gereifte Frucht von dunkelroten Beeren,, dabei etwas staubig wirkend, im Wein leichter bis mittlerer Körper, die Frucht wirkt etwas grün, fast unreif, Holznote erkennbar, kantige, trocknende Gerbstoffe, hohe, fast adstringierende Säure, kein Tiefgang, kein Schmelz, wirkt sehr verschlossen, passable Länge, 83 NK Punkte, offensichtlich kann ich mit diesem Bdx-Jahrgang nichts anfangen

(11) 1988 Château La Fleur de Gay Pomerol Alc 12,5%

rubinrote Farbe mit leicht braunem Rand, in der Nase zeigt sich eine noch etwas verschlossene Frucht, rote Beeren, Kräuter, im Wein mittlerer Körper, auch hier erscheint die Frucht noch etwas verschlossen, Kaffee ist eine Assoziation, zeigt aber trotz der Säure mehr Charme als der 94er, Gerbstoffe wirken etwas gereifter, zeigt in Andeutungen so etwas wie Fruchtsüße, aber groß ist er auch nicht, angenehme Länge, 86 NK Punkte

(12) 1988 Sassicaia Alc 12,5%
Tenuta San Guido

Rubinrote Farbe mit leicht braunem Rand, in der Nase fast jugendlich wirkende, rotbeerige Frucht, die Holznote ist sehr schön integriert, im Wein mittlerer Körper, schöne, saftig-beerige Frucht mit guter Konzentration, kräftige, entwicklungsfähige Gerbstoff-Struktur, gut eingebundene, aber jederzeit präsente Säure, gute Länge, endlich ein sehr schöner Wein, der letzte Wein war auch der Sieger des Abends, 90 NK Punkte

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 6.12.2003: Domaine Mounie, Cloudy Bay und mehr

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

am 6.12.2003 hatten Wera und ich Gelegenheit mit zwei lieben Freunden einige Flaschen aufzuziehen.

Nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen dieses Abends:

(1) 2002 Weissburgunder Spätlese trocken St. Lamprecht Nr. 10/03
Gutsabfüllung Weingut Bergdolt St. Lamprecht, Neustadt-Duttweiler Alc 13%
Preis: EUR 9,20 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

hellgelbe Farbe, in der Nase klar, reintönig mit schöner Frucht, Noten von Aprikose aber auch Zitrone, im Wein frische, saubere Frucht bei mittlerem Körper, eine schöne Säure macht den Wein regelrecht lebendig, man hat den Eindruck ständig neue weiße Früchte zu erkennen, vom Apfel, über Pfirsich, Aprikose bis hin zur Birne, herrlich, dabei auch etwas Cremiges aufzeigend, dicht am Gaumen, sehr schöne, von Säure geprägte Länge, 90 NK Punkte

(2) 2002 Saar-Riesling QbA
Abfüller: van Volxem, Roman Niewodniczanski Alc 11,5%
Preis: ca. EUR 7,50 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

hellgelbe Farbe, in der Nase saubere, klare Riesling-Frucht mit Pfirsich-Noten und einer gewissen Mineralität, im Mund dann ein frischer, sehr reintöniger Riesling mit deutlicher Mineralik, klarer Frucht, Pfirsich und Birne, sehr reizvoll, schöne Säure kommt durch, aber, leider ein aber, der Wein ist deutlich von Restsüße geprägt, für den, der das mag, sicher ein toller Wein, wie der Wein sich präsentieren wird, wenn die Süße nicht mehr im Vordergrund steht, weiß ich nicht, ich fürchte, er wird dann auch seine Frische verloren haben, mit diesem Zuckerschwanz liegt der Wein mir jedenfalls nicht und bekommt Punktabzüge , trotzdem ist er im Bereich 85 NK Punkte anzusiedeln, der Wein hat übrigens auch eine schöne Länge, allerdings mit einer Menge deutlicher Süße

(3) 2002 Riesling Kalkmergel QbA trocken
Abfüller: Klaus Schneider, Ellerstadt Alc 13,5%
Preis: EUR 11,00 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

hellgelbe Farbe, i der Nase pikante Frucht, sauber, klar reintönig, frisch, mit Pfirsich-Note, er besitzt auch einen Hauch Mineralität und ist insgesamt von der typischen Opulenz der Rieslinge von der Mittelhaardt geprägt, im Mund klare, saubere Frucht, deutlich von Mineralität geprägt, stramme Säure bei mittlerem Körper, der Wein hat einen gewissen Biss der im Gaumen zieht, ich mag das, vielleicht aber nicht jedermanns Sache, feiner Nachhall, ein sehr schöner Wein, 87 NK Punkte

(4) 2002 Riesling Privat trocken Kremstal
Erzeugerabfüllung Josef & Gisela Nigl, Senftenberg Alc 13,5%
Preis: EUR 24,00 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

hellgelbe Farbe, fantastische Nase, edle Riesling-Aromatik, deutlich von Mineralität geprägt, die Fruchtaromatik wirkt etwas strenger als bei deutschen Rieslingen, Wera hatte (blind vorgesetzt) eine komische Assoziation: Spargelwasser, nun denn, ich liebe auch Spargel, der weist, wenn er gut ist, auch Mineralität auf, im Wein von kraftvoller Eleganz, Mineralität dominiert, eine Menge Druck am Gaumen, deutlich ein österreichischer Riesling mit schöner Säure, dieser 2002er Nigl Riesling Privat trägt maßgeblich dazu bei, dass ich mehr und mehr neben meinen geliebten deutschen Rieslingen auch österreichische Rieslinge mag, sehr lang, toll, 94+ NK Punkte, ich habe anschließend im Falstaff-Weinguide geblättert, da wird von einer Nase mit toller Tropikfrucht und Maracuja-Exotik gesprochen, auch wenn ich diese Wahrnehmung nicht nachvollziehen kann so bleibt es doch ein Riesling mit charaktervollem Bukett das ich doch eher in einen Pfirsich-Kontext stellen würde, ein Wein an dem man nicht vorbeigehen sollte

(5) 2002 Dürnsteiner Kellerberg Grüner Veltliner Smaragd trocken Wachau
Erzeugerabfüllung Weingut Hermann Böhmer, Dürnstein Alc 13,5%
Preis: EUR 14,90 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

kräftiges Gelb in der Farbe, in der Nase eine Mischung von frisch aufgeschnittenem Apfel und Tabak, sehr interessant, im Mund würziger Stoff, das typische Pfefferl ist deutlich zu erkennen, für einen typischen Riesling-Trinker ist das Geschmacksbild gewöhnungsbedürftig aber trinkbar, mineralische Noten, Druck und sehr lang, Säure spiel bei diesem Wein keine große Rolle, gut, 87 NK Punkte

(6) 2002 Grüner Veltliner Aurum trocken Donauland
Erzeugerabfüllung Weingut Josef Ehmoser, Tiefenthal Alc 14%
Preis: EUR 16,50 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

kräftiges Gelb in der Farbe, in der Nase ausdrucksvoll, feinwürzig, die dem Falstaff entnommene Beschreibung "zartes Bisquit" past perfekt (wäre ich selbst nicht drauf gekommen), die teilweise Vergärung in Holzfässern (Barrique) ist derart perfekt eingebunden, dass ich erst über die Etikettenbeschreibung auf der Rückseite sicher war, ich hätte es auch als für den GV typisch akzeptiert, im Mund dann ein kraftvoller, dichter Wein, der auch zu einem Kürbis-Gehacktes-Auflauf (mit Zugabe von Möhren und gerösteten Kürbiskernen abgewandelt) einen idealen Kontrapunkt bot und jederzeit bestehen konnte, als aggressiver Nichtraucher Tabak im Mund zu erkennen ist vielleicht schwierig, könnte aber sein, der Wein ist ohne Zweifel komplex und wirkt im derzeitigen Zustand besonders ausdrucksstark, trotz Holzeinsatz zugegebenermaßen ein großer Wein, 95+ NK Punkte

(7) 2002 Cloudy Bay Sauvignon Blanc Marlborough Neuseeland
Cloudy Bay Vineyards Ltd., Blenheim Alc 13,5%
Preis: EUR 23,90 Quelle: Thomas Kierdorf, VinoGrande http://www.vino-grande.de

hellgelbe Farbe, man setzt das Glas an die Nase und dann springt einen nach der Probe all der Rieslinge + GV plötzlich diese unglaublich starke, anregende schwarze Johannisbeer-Aromatik an, keineswegs mit der beim Scheu bekannten Aromatik zu verwechseln, kraftvoll, dunkel, charaktervoll, muss eigentlich jeder Weinliebhaber einmal probiert haben (auch wenn er die Aromatik nicht mag), der Wein lässt einen einfach nicht unberührt, Wera stellte vor allem grüne Paprika fest, trotz heftiger Diskussion kamen wir da nicht auf einen Nenner, das ist schon ein Hinweis darauf, dass dieser Wein allein von der Nase her alles andere als langweilig ist, im Mund von intensiver, fruchtgeprägter Präsenz, dicht und lang am Gaumen, wieder schwarze Johannisbeere, feine Säure, vielleicht auch Frische, sehr, sehr lang, ein unglaublicher Nektar den ich trotz des hohen Preises nicht missen möchte, hat mit üblichen SB allerdings "Nullkommanix" zu tun, 93 NK Punkte, in Ruhe zu Hause verkostet ist diese deutliche Aufwertung gegenüber der jüngsten Kurzverkostung zwingend erforderlich

(8) 1998 Feilbingerter Königsgarten Riesling Eiswein 0,375l
Erzeugerabfüllung Weingut Lötzbeyer, Feilbingert Alc 7%
Goldener Preis der DLG
Preis: seinerzeit DM 85,00 Quelle: Weingut

goldgelbe Farbe, i der Nase reife, edelsüße Aromatik, Nusstöne, Karamel, vielleicht Mango, Ananas, etwas Honig, alles etwas zurückgenommen, im Wein sehr reife, sehr süße, edelsüße, konzentrierte Frucht, hinten viel Säure, die jetzt aber auch nach vorne kommt, der Mund wird intensiv ausgelegt, ein edelsüßer Wein dem es für meinen persönlichen Geschmack als Eiswein aufgrund der Reife jetzt etwas an Finesse und Spiel mangelt, diese Komponenten waren in der Jugend so anregend und präsent und haben zur Kaufentscheidung beigetragen, aber immer noch ein Maul voll Wein, ein schöner Tropfen, 91 NK Punkte

(9) 2001 Domaine Mounié Symphonie Cotes du Roussillon Villages
Héléne et Claude Rigaill, Propriètaire à Tautavel Alc 14,5%
Preis: EUR 14,00 Quelle: Stute Wein & Sekt aus Duisburg (http://www.stute-weinundsekt.de) oder über e-mail: info@stute-weinundsekt.de

schwarzrote, fast tintige Farbe mit violetten Rändern, sehr viel Kirchenfenster ausbildend, in der Nase wirkt alles schwer und dunkel, Brombeere, Holunder, allerdings noch etwas zurückgenommen, im Mund herrlich dichte, kompakte Struktur, wieder diese dunkle Beerenaromatik, aber völlig eingepackt in eine dichte, extraktreiche Struktur unterstützt durch ein dichtes Tanningerüst, jedoch ohne aufgesetztes Holz, Holz ist perfekt eingebunden, der Wein kann vor Kraft kaum laufen, fast von likörartiger Textur, am Anfang seiner Entwicklung, ein Wein mit viel Potential, den ich in 5-10 Jahren gerne wieder trinken möchte, sehr, sehr lang, 93+ NK Punkte, die erst kürzlich vergebenen 91 NK Punkte erscheinen mir bei konzentrierter Verkostung und nach 24-stündiger Belüftung zu niedrig, sensationelles PLV

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 7.1.2004: Mal etwas Unschönes

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen vom 7.1.2004 :

Hier weitere Ergebnisse meines Versuches auf den Spuren von Herrn Krieger mit seinem Buch über die Terrassenmosel zu wandern:

1999er Koberner Weißenberg Riesling Auslese trocken
Erzeugerabfüllung Weingüter Dötsch-Haupt, Kobern-Gondorf Alc 12,5%

strohgelbe Farbe, in der Nase Ansätze von Reife, leicht süßlich, etwas diffus, laktische, nicht ganz saubere Noten, im Wein unangenehme, vegetative Noten und ein furchtbarer Bitterton, darüber hinaus flach, ohne jeden Ausdruck, ohne Charakter, ein fader Wein mit fehlerhaften Komponenten, kurz, ungenießbar, dem Ausguss zugeführt, 65 NK Punkte

1999 Koberner Schloßberg Riesling Sekt b.A. brut - Traditionelle Flaschengärung
Vereinigte Weingüter Dötsch-Haupt, Kobern-Gondorf Alc 11%

strohgelbe Farbe, schwache Perlage, in der Nase wieder eigenwillig, nicht sauber, laktische Noten, im Sekt nicht ganz so fehlerhaft wie der Wein, aber auch hier stört uns eine Bitternote, hinten Ansätze von Cremigkeit, leider auch nicht zu empfehlen, 72 NK Punkte

1982 Château Livran Médoc 1st Bourgeois Growth
R. et Y. Godfrin, Administrateur Alc 12%

rubinrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase Schokolade, Tabak, süße Gewürze, Ansätze von Reife, im Wein eher leichter Körper, reife Frucht, dezente Säure, leichte Süße, geschmackliche Noten von schwarzem Tee, Lakritz, Teer, angenehme Länge, immer noch ein ordentlicher Wein , aber auch nicht mehr, 81 NK Punkte

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 7.2.2004: 93er Künstler und mehr in Oberhausen

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

nachdem ich vor einigen Wochen zufällig in einem Feinkostladen eine 1993er trockene Auslese von Franz Künstler und einen 1994er Wachenheimer Goldbächel von Dr. Bürklin-Wolf entdeckt hatte, habe ich mich auch als überzeugter Primärfrucht-Trinker spontan dazu entschlossen, diese nicht ganz preiswerten Pretiosen zusammen mit zwei weiteren Altweinen einzupacken und einige Weinfreunde mit hoffentlich größerem Verständnis für Altweine, als ich es aufbringen kann, zu einer Probe einzuladen. Das Ganze wurde durch einige vergessene Weine aus meinem eigenen Keller und durch Mitbringsel der Gäste ergänzt und schon ging es los.

Die Probe fand am 7.2.2004 in Anwesenheit von Thomas Deck, Georg Bittner und Jörg Heisig in unserem Wohnzimmer (mittlerweile ständiger Verkostungsraum) statt.

Zum geeigneten Zeitpunkt wurden einige Weinreste mit einem Saumagen aus der Herstellung von Metzger Mach in Kallstadt auf Kompatibilität überprüft. Saumagen, selbstgemachter Kartoffelpüree und Sauerkraut passten dann auch stilecht zumindest zum Saumagen von Koehler-Ruprecht. Einige Weine wurden allerdings auch etwas niedergeknüppelt. Jungweine gehen doch eine bessere Verbindung ein.

Nun ein paar Worte zu den Weinen:

(1) 1990 Hattenheimer Engelmannsberg Riesling Spätlese trocken
Erzeugerabfüllung Weingut August Eser, Oestrich-Winkel Alc 11,5%

Goldgelbe Farbe, in der Nase dezente Firne aber auch noch Frucht, Mirabelle, im hinteren Bereich wirkt er noch klar und rein wie ein Gebirgsbach der sich einem ruhenden Gewässer zugesellt, im Wein mit leichtem Körper ausgestattet, die verständlichen Reifenoten werden aber von lebendigen Säurespitzen durchzogen, der Wein entwickelt sogar eine leichte Cremigkeit, hinten bleibt ein Eindruck von reifer Orange, feiner Abgang, noch erstaunlich gut, diesen Wein habe ich nun bestimmt seit 91 oder 92 im Keller, nach dem die noch auf dem Weingut begeisternde Klarheit und Frische bereits 6 Monate nach dem Heimtransport verloren gegangen ist, man hat viele Jahre ständig nach anderen, jüngeren Weinen gegriffen, hier gibt es einmal ein recht erfreuliches Exemplar eines gereiften Weines, der bestimmt nicht für lange Reifung gedacht war, 84 NK Punkte

GB: Goldgelbe Farbe. Leichte Süße in der reintönigen Nase, die außerdem gelbe Früchte (unter anderem Mirabellen) und einen Hauch Milchschokolade freigibt. Von Petrol nichts zu spüren. Am Gaumen schlank aber nicht dünn, mit präsenter Säure und kaum Restzucker. Der Wein wirkt immer noch frisch und in keinster Weise müde. Insgesamt schön gereift und noch mit Genuss zu trinken. 86 GBP

JH: gereift, nasser Waldboden, etwas Süße, gelbe Früchte, Kräuter-Würze, schlank, leicht wässerig, filigran, etwas Frucht, ein gereifter Trinkwein, 86P.

TD: Älterer Riesling (merkt man an der Frucht); etwas Mineralik (oder ist es Petrol?), deutlicher Reifeton; 85 Punkte.


(2) 2001 Deidesheimer Kieselberg Riesling Kabinett trocken
Gutsabfüllung Weingut Dr. Bassermann-Jordan, Deidesheim Alc 11,5%

Dieser Wein ist von Thomas Deck einen Tag zuvor aufgezogen worden, verkostet wurde also ein Flaschenrest am 2. Tag, Gehörte nicht zum Programm.

hellgelbe Farbe, in der Nase viel Frucht, Apfelnoten, aber auch leichte Strahlkraft, Jörg empfindet ihn als dropsig, Assoziation von Apfelbonbon, im Wein schlanke Struktur, Säure ist deutlich, der Wein weist eine gewisse Finesse auf, hat aber einen recht kurzen Abgang, 85 NK Punkte

GB: Jugendlich frisches Bukett mit Anklängen an grünen Apfel und Birne, sowie dezenten mineralischen Untertönen. Nicht sehr vielschichtig. Im Mund mit moderater Säure und von mittlerem Gewicht. Guter Abgang. Der Wein hat keinerlei Mängel und ist jetzt gut zu trinken, allerdings fehlen ihm irgendwie ein paar spannende Facetten, die ihn aus der Menge herausheben würden. Dennoch zum Solotrinken jeder Zeit zu empfehlen. 85 GBP

JH: dropsig, aufdringliche, künstlicher grüner Apfel, etwas Süße, dezente Säure, gefälliger Stil, Saufwein 84P.

TD: Der Wein hat mich am ersten Tag aufgrund seiner Erdigkeit, seiner Struktur und seiner dennoch klar erkennbaren Frucht fast ein bisschen begeistert, 88 Punkte. Am Tag danach hat er etwas nachgelassen, 86 Punkte.
Der Wein wurde übrigens blind nicht klar als Riesling erkannt, man schwankte zwischen Riesling, Weiß- und Grauburgunder. Wer immer behauptet, man könne Chardonnay und Riesling nicht vergleichen, weil sie zu unterschiedlich seien: Er wird in einer geschickt gemachten Blindprobe hoffnungslos auf die Nase fallen. Nicht dass ich selbst besser wäre...


(3) 1992 Ürziger Würzgarten Riesling Auslese trocken
Erzeugerabfüllung Weingut Peter Nicolay, Bernkastel Alc 11,5%

hellgelbe Farbe, in der Nase deutliche Reifenoten, im Mund deutlich firn, schlanke Struktur, Säure noch erkennbar, leichte Bitternote, dem Wein fehlt es etwas an Substanz um den bescheidenen 11,5% Alkohol Paroli zu bieten, schlichtweg mager und dünn und deutlich zu alt (obwohl man es an der Farbe überhaupt nicht erkennen kann), 79 NK Punkte

GB: Helles Gelb. Noch durchaus fruchtiges, von einem süßen Eindruck geprägtes Bukett mit Anklängen an Ananas, Mango und Karamell. Auch hier kein klassischer Petrolton, obwohl der Wein deutlich gereift ist. Im Geschmack allerdings deutlich gereift und ein wenig morbide. Leichte Bittertöne und eine dominierende Säure bei mangelndem Druck machen wenig Freude. Der Wein ist noch nicht tot, aber man sollte sich schon einmal ein Paar schöne Särge anschauen :-)
Liegt wohl auch daran, dass es sich hierbei eher um eine Auslese handelt, die ihren Namen nur äußerst knapp verdient hat. Aufgrund des sehr spannenden und einnehmenden Buketts noch wohlwollende 80 Punkte. So was muss man nicht im Ausguss versenken, sondern eventuell mit passendem Essen kombinieren. Saumagen mit Sauerkraut gehören definitiv nicht dazu, sondern gaben dem eher zierlichen Gesellen den Rest.

JH: fortgeschrittene Reife, Baumrinde, erdige Noten, etwas muffig (kein Kork), Bitterkeit, etwas Frucht, sehr schlank und wässerig, dezente Säure, 81P.

TD: Etwas Frucht, etwas Firne, kein Druck; als Essensbegleiter vermutlich noch brauchbar; 80 Punkte.


(4) 1994 Riesling Fronholz
Domaine Ostertag, Vignerons à Epfig Alc 12%

goldgelbe Farbe, in der Nase sofort eine intensive Sauerkraut-Note, Sauerkraut lose im Fass das noch gewaschen werden muss, Milchsäure-Note, im Wein sehr schlank und sehr säurebetont, meine Frau Wera empfindet das als Säure die wehtut, sensorisch deutlich trocken, Alkohol ist merkbar, der Wein zeigt eine leichte Bitternote, ansonsten von Reifenoten geprägt, absolut nicht mein Ding, auch in der Kombination mit dem Saumagen kann ich dem Wein keine besonderen Qualitäten abgewinnen, mit Respekt vor dem Alter vielleicht 81 NK Punkte

GB: Eher mittleres Gelb. In der Nase zuerst ein eklatanter Sauerkrautton, der sich allerdings nach einigen Minuten im Glas deutlich auf dem Rückzug befand. Es kamen würzige Noten und ein leichter Ton von Orangenschale und Quittenmarmelade zum Vorschein. Danach auch Anklänge an gegartes Hühnerfleisch (ja, lacht nur, er roch trotzdem etwas wie eine leckere Brühe vom Suppenhuhn). Insgesamt sehr ansprechend. Am Gaumen knochentrocken bei mittlerer Fülle und akzeptablem Abgang. Hier hätten dem Wein meines Erachtens ein paar Gramm mehr Restzucker zu etwas größerer Harmonie verholfen. Insgesamt ein etwas gewöhnungsbedürftiger Wein von einem Elsässer Erzeuger, der offensichtlich nicht des übermäßigen Einsatz von Süße verdächtigt werden kann. 84 GBP

JH: Sauerkraut , der Ton tritt nach ein paar Minuten in den Hintergrund. Graubrot. Trocken, schlank, spürbare Säure, nicht sehr nachhaltig, 82P.

TD: In der Nase Würze, Sauerkraut und noch mehr, gefällt mir gut. Im Mund sehr trocken, mit Säure, insgesamt eher schlank; 84 Punkte.


(5) 1994 Wachenheimer Goldbächel Riesling Spätlese trocken
Gutsabfüllung Weingut Dr. Bürklin-Wolf, Wachenheim Alc 12%

strohgelbe Farbe, in der Nase erscheint mit der Wein trotz der deutlichen Reife noch interessant und mit einer gewissen Komplexität ausgestattet, ich meine fast noch einen Hauch Süße festzustellen, kandierte Früchte, Orangeat, werden in der Runde angesprochen, im Wein mittlerer Körper mit reifer Frucht und schöner Säure-Mitte, das Geschmacksbild ist noch sehr sauber, keinerlei Petrolton. ich meine man kann ihn fast noch komplex nennen, recht langer aber reifer Abgang, 85 NK Punkte

GB: Helles Goldgelb. Deutliche Süße im Bukett. Orangeat, Kokosmilch, Weihnachtsgewürz, dezente Mineralik. Gereift, aber durchaus noch mit fruchtigem Eindruck und erfreulich vielschichtig. Im Mund mit harmonischem Gesamteindruck und ohne jeglichen störenden Töne. Druck am Gaumen, Alkohol spürbar aber keineswegs störend, langer Abgang. Jetzt perfekt zu trinken 91 GBP.

JH: dezente Reife, Waldboden, erdig, Baumrinde, verhaltene Frucht. Harmonisch trocken, frische Säure, Zitrusfrüchte, mittlerer Körper, sehr nachhaltig. 89P.

TD: Trockenfrüchte, kandierte Orangenschalen. Viel voller, fruchtiger und länger als die Bisherigen, Top-Wein. 90 Punkte.


(6) 1995 Puligny-Montrachet Les Folatières Puligny-Montrachet 1er Cru Classé
Louis Jadot, Négociant-Éleveur à Beaune Alc 13,5%

goldgelbe Farbe, in der Nase komplex, aber leider deutlich von Holz geprägt, Vanillenoten, aufgrund des Reifezustandes sicher recht gut eingebunden, im Wein vollmundig, opulent aber für mich einfach zu deutlich von Holz geprägt (bin nun einmal Holz-Gegner bei Weißweinen) sehr lang, in der Runde wird von Feuerstein, Rauch, Speck gesprochen, kann ich nicht nachvollziehen, ich nehme nur Holz wahr, in Respekt vor dem Körper und der Komplexität noch 84 NK Punkte, für Holzfreaks sicher erheblich mehr, trotzdem würde ich mir solch einen Wein für meinen privaten Konsum nicht kaufen wollen

GB: Helles Goldgelb. Deutlicher Ton von Feuerstein. Holz bereits gut integriert und nur dezent im Hintergrund spürbar. Rauchige Noten, dazu Mandarinenschale und nach leichter Erwärmung Haselnuss und gemahlener Kaffee. Am Gaumen mit viel Druck, dabei sehr trocken und durchaus mit Säure. Harmonischer Gesamteindruck. Die mineralischen Noten setzen sich durch. Sehr langer Abgang. Typischer Vertreter seiner Appellation, der
vorzugsweise zum Essen genossen werden sollte. Jetzt Trinken, sollte nicht mehr wesentlich besser werden. 92 GBP

JH: Feuerstein, etwas Holz, Vanille, komplex und cremige Art, Kaffee, Mokka, leichtes Stechen in der Nase ? Am Gaumen ? Vanille, butterig, Holz, Rauch, dichte Struktur, 88P. Es stellt sich mir die Frage: Wer hat an diesem Wein mehr Anteile, der Winzer oder Küfer?

TD: Mineralik pur (Feuerstein), intensiv und sehr lang, so sind große weiße Burgunder. 92 Punkte. Wer das nicht mag, braucht für den Rest seines Lebens keine weißen Burgunder mehr zu kaufen, er spart damit viel Geld und treibt nicht unnötig die Preise hoch.


(7) 1996 Puligny-Montrachet La Garenne Puligny-Montrachet 1er Cru Classé
Marquis de Mac Mahon, Duc de Magenta, Propriètaire à la L'Abbaye de Morgeot Alc 13%

leider deutlich Kork, hinter dem Kork erkenne ich deutlich weniger Substanz, weniger Holz als beim Jadot und deutlich mehr Säure

TD: Hinter dem Kork fruchtbetonter als der Jadot, hätte Norbert vielleicht eher gefallen. Ich hatte den Wein schon mal vor einem Jahr und gab damals 89 Punkte. So langsam nervt das mit den Korkweinen, es bringt auch nichts, wenn der Wein ersetzt wird, der Abend ist
beeinträchtigt.

(8) 1996 Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken "R"
Erzeugerabfüllung Weingut Koehler-Ruprecht, Bernd Philippi, Kallstadt Alc 13%

strohgelbe Farbe, in der Nase einerseits sehr komplex, andererseits nehme ich einen leichten Stinker wahr, er hat Kraft, wirkt voluminös, aber ich kann nichts zuordnen, mit sehr viel Bewegung des Glases zeigt er Mineralität und Strahlkraft, wird eindeutig besser, Jörg erwähnt Aprikose, Georg Ananas, im Mund erstaunlich schlank, etwas grüne, spitze Säure, mir fehlt es etwas an Harmonie, auch an Druck, aber dieser Wein hat absolut keine Alterstöne, man glaubt nicht an einen 96er, der Abgang ist nur mittelstark ausgeprägt, insgesamt bin ich etwas enttäuscht, vielleicht auch ratlos, daher (86-87 NK Punkte) in Klammern, leider blieb zum Nachprobieren nach längerer Belüftung nichts übrig

GB: Strohgelb. Süßliches Bukett mit Ananas und weiteren eher tropischen Früchten. Unterlegt von sehr viel Würze und deutlichen mineralischen Anklängen. Am Gaumen mit präsenter Säure, die jedoch durch sehr viel Körper gut abgefedert wird. Spürbarer Alkohol, der sich jedoch gut ins Geschmacksbild integriert. Der Wein scheint irgendwie eine innere Spannung zu haben, die ihn unheimlich vital erscheinen lässt. Sehr langer Abgang. Insgesamt noch sehr jung erscheinend und wahrscheinlich noch mit Verbesserungspotenzial. 90 GBP

JH: sehr mineralisch, Aprikose, cremig, erinnert mich in der Nase ein wenig an Weine aus dem Röttgen. Würzig am Gaumen, wieder sehr mineralisch, große Struktur, gelbe Früchte, sehr lang. Mein Wein des Abends, 93P.

TD: Intensiv, eindringlich, vielschichtig, auch mineralisch; Säure vielleicht etwas zu dominant, aber dennoch ein großartiger Wein; 90 Punkte.


(9) 1993 Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken
Gutsabfüllung Weingut Franz Künstler, Hochheim Alc 12%

hellgelbe Farbe, in der Nase doch deutliche Reifenoten, weist aber eine gewisse Üppigkeit auf und wirkt recht komplex, ich habe aber auch eine leichte Assoziation zu einem Streicholzkopf, Schwefel?, Wera nimmt in der Nase reife Ananas wahr, Georg Mango, im Wein erstaunlich schlank strukturiert, ich hätte mehr Volumen erwartet, präsente aber reife Säure, für einen 93er aber noch sehr lebendig, ich nehme den Wein nicht als überragend (was man sich sicher erhofft hatte) wahr, meine aber, dass er durchaus 87-88 NK Punkte wert ist, was bei einem Jungweintrinker schon eine Menge aussagt

GB: Strohgelb. Im noch sehr fruchtigen und opulenten Bukett dominieren gelbe Äpfel, Mango und weitere, nicht genauer zu identifizierenden Fruchtnoten, Untermalt ist das Ganze von deutlicher Mineralik und einem Ton, der in die Gewürzrichtung geht, von mir allerdings partout nicht mit Namen genannt werden kann. Insgesamt sehr tiefgründig. Am Gaumen sehr konzentriert und mit viel Druck. Voluminös und trotzdem von einer erfrischenden Natur. Äußerst harmonisch. Sehr langer Abgang. Steht im Mund und im leeren Glas. Insgesamt erstaunlich jung. Könnte sich bei weiterer guter Lagerung durchaus noch verbessern. 91 GBP

JH: leicht gereift, verhaltende Frucht, zurückhaltend in der Nase, l. pikante Säure, deutliche Mineralität, l. Reifenoten, filigraner Stil, mittlerer Körper, etwas kürzer als der Vorgänger. 88P.

TD: Im direkten Vergleich zum Saumagen zunächst 2 Punkte schwächer, d.h. ähnlich, aber weniger elegant. Später wurde das alles prägnanter, die Frucht ging in Richtung gelber, reifer Apfel, am Ende ebenfalls 90 Punkte.


(10) 2001 Riesling Spätlese trocken "Mauer-Wein"
Gutsabfüllung Weingut Schloss Neuweier, Baden-Baden-Neuweier Alc 12,5%

hellgelbe Farbe, in der Nase grüne, frische Noten, nach den reifen Weinen sehr jugendlich wirkend, im Wein fehlt es etwas an Struktur, er hat sehr viel grüne, etwas spitze Säure, deutlich trocken, sehr geradlinig, Jörg, der den Wein eingebracht hat, erwähnt das "Mineralische", was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht nachvollziehen kann, das Geschmacksbild ist aber absolut sauber, reintönig und eindeutig Riesling, er hat eine passable Länge und gefällt mir in seiner direkten Art sehr gut, 85-86 NK Punkte

GB: Noch sehr junger Eindruck in der Nase. Weinbergspfirsich, dezente
Mineralik. Es fehlt ein wenig die Süße. Im Mund sehr trocken, erdige Note, mittlere Statur. Durchaus frisch, aber irgendwie etwas freudlos. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Wein etwas unter seinen Vorgängern leidet, die die Messlatte sehr hoch legten und im Grunde genommen nicht in der gleichen Liga spielen. Eventuell würde der Wein in einem anderen Kontext besser da stehen, denn eine gewisse Qualität ist zweifelsohne vorhanden. 82 GBP

JH: zunächst zurückhaltend, brauchte Luft, Pfirsich, sehr mineralisch, trocken (4g/L), sehr deutliche Mineralität, knackige Säure, puristischer Wein, 87P.

TD: Pfirsich. Durchaus mit Länge, aber weniger Biss als die Vorherigen; 86 Punkte.


(11) 2001 Durbacher Plauelrain Chardonnay Spätlese trocken
Gutsabfüllung Weingut Andreas Laible, Durbach Alc 13%

hellgelbe Farbe, in der Nase recht ausdrucksvolle Aromen, wieder ein Wein der Strahlkraft hat, im Wein kraftvoll, mit Volumen, ausdrucksvoll, viel Saft, das es kein Riesling ist kann man klar erkennen, vielleicht etwas zu deutlich im Alkohol, sehr langer Abgang, sehr gut, 88 NK Punkte

GB: Sehr fruchtbetontes und frisches Bukett mit Ananas und Zitrusnoten.
Animiert zum Trinken. Im Mund von mittlerem Körper, dabei sehr dicht und elegant. Eine schöne Säurestruktur macht den Wein saftig und verleitet zum dauernden Nachprobieren. Der Alkohol ist so gut wie nicht zu spüren. In der Stilistik von einem Burgunder meilenweit entfernt und gerade deswegen im jetzigen Stadium erheblich besser zu trinken. Mehr davon! 90 GBP

JH: sehr fruchtige Nase, Zitrone, Birne, etwas vordergründig, Bitterton, mineralisch, gefällig, cremige Art, nicht ganz trocken, nachhaltig, 86P.

TD: Noch mehr Pfirsich; mehr Restsüße und mehr Körper als der "Mauer-Wein". Sehr guter Wein (89 Punkte), den ich mir nicht kaufen würde. Kann aber sein, dass ich das in 3 Jahren anders sehen würde. Beim Chardonnay sagt mir aber Johners Stil mehr zu.


(12) 1994 Ayler Kupp Riesling Spätlese Faß 6
Erzeugerabfüllung Weingut Peter Lauer, Ayl Alc 8,5%

strohgelbe Farbe, in der Nase reif, firn, im Wein von Säure geprägt, Petrolnoten sind erstmals deutlich, das es ein restsüßer Wein ist, kann man zwar feststellen, aber es ist zu wenig um dem Wein mehr Klasse zu geben, dennoch entwickelt er eine leichte Cremigkeit, auch im Abgang deutliche Reife, 82 NK Punkte

GB: Farbe: Nicht notiert. Mein erster Geruchseindruck ist ein gut gemachter
Christstollen :-) Orangeat und Zitronat mit ein paar Rosinen und einer gewissen Würze. Dem ist eigentlich auch einer Weile nicht so viel hinzu zu fügen. Etwas seltsam, aber durchaus ansprechend. Im Mund eine frische Säure und deutliche Zitrusnoten. Schlank aber dicht und mit gutem Abgang. Ein Wein zum solo trinken; und das mit Vergnügen. Nicht mehr jung, aber auf keinen Fall zu alt. 89 GBP

JH: sehr gereift, Benzin, Tankstelle, noch etwas Süße, schlank, kurz, etwas Mineralität, deutlich über dem Höhepunkt. 79P.

TD: Petrol (aber leicht und angenehm), Reife; süß, aber nicht plump; leichte Joghurt-Töne (Fruchtjoghurt, positiv); 89 Punkte.


(13) 1990 Erdener Treppchen Riesling Auslese Fuder 5/90
Erzeugerabfüllung Weingut Alfred Merkelbach, Ürzig Alc 8,5%
Großer Preis der DLG 1992

strohgelbe Farbe, in der Nase deutliche Reife-Noten, auch hier ist erkennbar das es sich um einen restsüßen Wein handelt, dennoch fehlt es an einer vernünftigen Struktur, Süße nicht wirklich ausreichend, er wirkt irgendwie breit, nimmt aber den Gaumen noch in Beschlag und hat eine gute Länge, aber solche Weine muß man mögen, 83 NK Punkte

GB: Goldgelb. Deutlich süße Nase mit Tabak und erstmals definitiven Petroltönen. Außerdem schwarze Johannisbeeren und erdige Noten! Am Gaumen von mittlerem Gewicht mit prägnanter Säure und moderater Süße. Nicht mehr frisch, aber durchaus noch lebendig. War vor ein paar Jahren eventuell besser, gefallen tut er mir auch jetzt noch. 86 Punkte

JH: ähnlich wie der Kupp, wirkte auf mich ein wenig jünger, ansonsten nicht
viel bietend, gefällige süße, schlanke Frucht. Gammel oder Moder passt schon ganz gut. 80P.

TD: Ähnlich wie der Vorgänger, vielleicht etwas feiner, aber auch älter. 89 Punkte.


Und weil er gerade so rumstand, noch ein reifer Bdx

(14) 1983 Château Grand Barrail Lamarzelle Figeac Saint-Emilion Grand Cru Classé
Association Ed. Carrère, Propriètaire à Saint-Emilion

rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase Tabak, Fruchtaromen, Pflaume, im Wein feste Frucht, feine Reife, schöne Tanninstruktur, ein sehr schön gereifter Bdx mit guter Länge, 84 NK Punkte, dem Wein ist auch am 2. Tag noch nicht die Luft ausgegangen obwohl nicht mehr allzuviel in der Karaffe war, da hatte ich schon andere Kaliber, die am zweiten Tag einen deutlichen Luftton hatten

GB: In der Nase eine schöne Süße mit anklängen an getrocknete Pflaumen und Tabak. Im Mund eigentlich sehr harmonisch, wenn man von einer etwas zu starken Säure absieht. Macht durchaus Freude, auch wenn es sich nicht um einen großen Wein handelt. Da hat man in dem Alter schon größere Namen auf der Bahre liegen sehen. 82 GBP

JH: Pflaumen und Tabak in der Nase passt, am Gaumen für mich nicht mit Genuss zu trinken. Daher auch keine Wertung.

TD: Rauch, Tabak, Asche, asiatische Pilze; war vor 10 Jahren besser;
83 Punkte.


Fazit Georg Bittner zum Saumagen: Kallstadter Saumagen 2003, Metzger Mach
Sehr schönes Exemplar dieses total unterschätzten Gerichtes. Dreieinhalb konsumierte dicke Scheiben sagen mehr als tausend Worte. da muss ich auch mal Nachschub besorgen.

Fazit Georg Bittner zur Probe: Auch wenn punktemäßig der Jadot zurzeit um einen Hauch vorne liegt: ich könnte mir vorstellen, dass er über kurz oder lang vom Künstler und Köhler Ruprecht eingeholt oder überholt wird. Beide haben meines Erachtens noch Reserven und stellen gereiften Riesling in Topform dar. Die Traubensorte hat es also durchaus drauf, auch im trockenen Bereich gut zu altern. Allerdings dürfte diese Aussage wohl uneingeschränkt nur für die Topweine der Topwinzer gelten, der Rest sollte wohl eher jung konsumiert werden.

Fazit Jörg Heisig zum Saumagen: Der Saumagen hat auch mich überzeugt. Ein dickes Lob und Dankeschön an Wera für die Zubereitung.

Fazit Jörg Heisig zur Probe: Auch wenn wir mit diesem Thema nur die Oberfläche ankratzen konnte, haben doch die Weine gezeigt das deutsche trockene Rieslinge durchaus über die Güte verfügen um 10 Jahre zu überstehen. Es war schon beeindruckend wie "frisch" sich der 13 Jahre alte Engelsberg präsentierte und zutrauen würde ich es dem 96er "R" von Koehler-Ruprecht allemal. Enttäuscht haben mich die Vertreter aus MSR, die durch die Bank nicht über genügend Struktur verfügten um der Reife Paroli bieten zu können. Einige kürzlich getrunkene restsüße Auslesen aus diesem Gebiet bewiesen jedoch eindrucksvoll das unsere
Drei nicht die Regeln sind. Provokante Frage an meine Mitstreiter – was hat uns der Jadot nun gezeigt? Das ein Puligny-Montrachet gut reifen kann oder das der Barriqueeinsatz eine mögliche Reife und Rebsorte problemlos verdecken kann?

Antwort NK auf die provokante Frage: Barrique bleibt Barrique. Bei freiem Zugang zur Flasche würden den glatt auch Biber saufen. Den meisten Barrique-ausgebauten Weißweinen ist es ja schon fast egal, welche Rebsorte im Hintergrund steht. Schmecken kann man eh nur Holz. Kleine Unterschiede im Hinblick auf Substanz und Säure sind denkbar. Den Holzgeschmack wird man aber nicht mehr los und damit das ganze individuelle Potential einer weißen Traube zum Teufel. Jedenfalls besteht die Möglichkeit, dass der Holzgeschmack noch da ist und jedwede Frucht, wenn sie einmal im Hintergrund war, ist verschwunden. Dafür gibt es bei Barrique-ausgebauten Rotweinen deutscher Herkunft genügend Beispiele.

Fazit Thomas Deck: Die wenigen deutschen trockenen "älteren" Rieslinge, die noch nicht überaltert sind, können qualitativ mit anderen großen Weißweinen mithalten. Sie sind aber für die meisten Weintrinker anstrengender als große weiße Burgunder, womit sich die mangelnde Nachfrage nach solchen Weinen erklären lässt. Das wird sich langsam ändern, weil wir v.a. aus 2001 viel zu viel gekauft haben. Wir werden die Weine zwangsläufig länger reifen lassen und uns so an die spezielle Typizität nach und nach gewöhnen. Die Ausländer werden uns trotzdem nicht verstehen.

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 9.6.2004: Rhone in Bochum

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

es begab sich am 09. Juni 2004. Andreas Ansat auf seiner Reise quer durch
die Republik machte Station in Bochum. Grund und Anlass diesen Besuch mit
einer entsprechenden Probe zu begehen. Mehrfach hin und mehrfach zurück
gemailt kam dann irgendwann das Angebot neben dem Besuch auch noch eine
Vieille Julienne Präsentation durchzuführen. Es bedurfte keiner Sekunde des
Überlegens dieses Angebot mit Freude anzunehmen. Schnell war der
entsprechende Interessentenkreis zusammen, der Livingroom Bochum HYPERLINK
"http://www.livingroom-bochum.de"www.livingroom-bochum.de stellte uns
gewohnt grosszügig Räumlichkeit, Gläser, Kühlung und Personal und so ging es
dann nur noch um die Weinauswahl des zweiten Teils der Probe. Der erste Teil
war ausschliesslich den Weinen der Domaine de la Vieille
Julienne vorbehalten und beim zweiten Teil sollten diejenigen die
entsprechendes im Keller hatten damit zum Gelingen der Probe beitragen. F ür
einen Teil wurde ganz in klassischer Genussscheinmanier ein Weinpool
gegründet (aufgelöst und ausgetrunken dann am 09. Juni).

So begaben sich dann Christine Othmer, Harald Goehlich, Norbert Kreutzer,
Thomas Slawinski, Georg Boening, Georg Bittner, Peter Stobbe, Irmgard und
Bernd Pettrup, Uwe Aust, Tino Seiwert, Andreas Ansat und meiner einer auf in
den Kampf mit rund 27 Weinen.

Stimmen zu den Weinen einiger Teilnehmer im einzelnen (zu den ersten Weinen
haben sich Norbert und Georg ja schon im Forum geäussert, daher hier nur
noch einige kleine Anmerkung meinerseits):

Teil 1 Vieille Julienne Probe

1.) 2003 VJ Vin de Pays Les Fief Rosé
schöner klarer, frischer Rose mit einfachem Trinkvergnügen und als Begleiter
eines Grillabends bestens geeignet

Uwe Aust: 86

2.) 2003 VJ Cotes du Rhone blanc
für mich das erste mal, dass ich weissen CdR von Vieille Julienne probierte.
Eine mehr als positive Überraschung war dieser weisse aus Clairette und
Marsanne. Klar, eindringlich, konzentriert und von präsenter gelber Frucht
dominiert, zeigte er sich schon jetzt charmant unkompliziert und
hervorragend zu trinken. So macht auch weisser CdR richtig spass (85-86)

Uwe Aust: 84

3.) 2000 VJ Vin des Pays Les Fief
Sehr charmanter und wenig komplizierter Südfranzose aus Cabernet-Sauvignon,
Syrah und Merlot. (83-84)

Uwe Aust: 82

<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office"
/>4.) 2001 VJ Vin des Pays Classipue
Die zweite VdP Linie mit 50% C-S und 50% Syrah. Wirkt strukturierter als
sein Vorgänger. Lebt sicherlich auch vom Jahrgang. Ganz klare rote Noten und
eine sehr gute Frucht. Tolles Ergebnis für einen VDP (87-88)

Uwe Aust: 86

5.) 2002 VJ Cotes du Rhone
Einer der besseren 2002er Cotes du Rhone. Sicherlich typisch für den
Jahrgang mit seiner etwas härteren Art aber ausreichend Frucht und
Kräuterkomponenten für einen klassischen CdR (84-85)

Uwe Aust: 83

6.) 2002 VJ Châteauneuf-du-Pape
Ebenfalls sehr klassisch mit seiner etwas kernigeren Art und den typischen
Kirschenoten die von kräutrigen Komponenten begleitet werden. Kompakt und
ausreichend strukturiert wird er in den nächsten 5 bis 8 Jahren vergnüglich
unkomplizierten Trinkgenuss bieten. Für den Jahrgang mehr als
erstaunlich (87+)

Uwe Aust: 87

7.) 2001 VJ Cotes du Rhone Vieilles Vignes
Sicherlich einer der besten Cotes du Rhone 2001. Ganz typisch dunkle Noten
und rote Frucht von Kirschen, charmant, dicht und strukturiert. Der macht
über die nächsten Jahre noch viel Vergnügen. (88-90)

Uwe Aust: 89

8.) 1999 VJ Chateauneuf du Pape
Wunderschöner Chateauneuf mit seinen süssen Kirscharomen und seiner jetzt
charmant, samtigen Art. Von guter Struktur und ausreichend Körper für mehr
als ein Jahrzehnt. (90-91)

Uwe Aust: 91

9.) 2001 VJ Chateauneuf du Pape
Präsentiert sich ein stück dichter und körperreicher als sein Vorgänger.
Konzentrierter in der roten Fruchtgewürzmischung, dezente Noten von Tabak
und Schoko. (91-92+)

Uwe Aust: 92

10.) 2001 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes
Welch ein gewaltiger Sprung. Ein riesiges Volumen, enorme Konzentration und
Kraft, grosse schwarze Noten von Kaffee, Schoko, Mokka und roten und
schwarzen Beeren. Tief, lang anhaltend und mit einem seidig dichten Kleid.
Ein riesen Wein! (97+)

Uwe Aust: 97-98+

Das Menue (Carpaccio vom Hirschrücken mit Pfifferlingen; Rinderfilet auf
getrüffeltem Risotto an Balsamico-Rosmarinjus und buntem Gemüse der Saison
und eine Auswahl an französischen Rohmilchkäsen) des Livingroom unterbrach
zwar erst etwas später unsere Probe, aber ab hier beginnt die Zählung der
Weine wieder von neuem und daher dieser kleine Einschub.

Weiter gings mit dem zweiten Teil der Probe, bei dem Christine Othmer,
Harald Goehlich, Georg Bittner, Thomas Slawinski und Bernd Pettrup den
Weinpool bildeten und die anderen Spender bei ihren jeweiligen Weinen
genannt werden.


1.) 1981 Guigal Cote Rotie La Landonne (von Norbert Kreutzer)

sehr reife Noten, Tabak, Leder, Kaffee, präsente Säure, erstaunliche Kraft
für diesen Jahrgang der nördlichen Rhone, richtig gut (88-89)

Uwe Aust:
Gereifter Syrah in der Nase. Speck und Raucharomen. Zerfällt recht schnell.
Aufziehen und in großen Schlücken trinken. Besser als die 84 PP.
88 UA Punkte

Georg Bittner:
Erheblicher Bodensatz, nicht klar. In der Nase getrocknete Pflaumen,
Räucherspeck, Teer, Gewürze. Leichter Hauch von flüchtiger Säure. Mittlerer
bis voller Körper mit einem Touch süßer Frucht und angenehm präsent er Säure.
Im Nachgeschmack tauchen die bereits im Bouquet erkennbaren Rauchnosen
wieder auf. Nach einigen Minuten beginnt die Nase Auflösungserscheinungen zu
zeigen. Trotzdem ist der Wein in einem so guten Zustand, wie man ihn bei
diesem eher mittelmäßigen Jahrgang nicht unbedingt erwarten konnte.
89 GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase deutlich gereift,
Waldboden, Pilze, Räucherspeck, würzige Noten, im Mund mittlerer Körper,
reife Frucht, hat immer noch Schmelz, im Vergleich zu dem Ende letzten
Jahres getrunkenen La Mouline 81 eine etwas zu hohe Säure, hat aber eine
schöne Länge, im Mund gibt es aber zunehmend morbide Ansätze, er zerfällt
nach einiger Zeit im Glas, anfangs 89 NK Punkte, später nur noch 87 NK
Punkte, dennoch ein in Würde gereifter Wein aus einem nicht besonders großen
Jahr, aber deutlich besser als die ihm von RP zugebilligten 84 Punkte


2.) 1994 J L Chave Hermitage (von Uwe Aust)

stark erdige Noten, dunkle Aromen, Pfeffer, Kraft, Volumen, schwarze
Kirschen (90-91+)

Uwe Aust:
Deutliche Spur von reifer Syrahfrucht. Elegant und doch Kraftvoll. Wird wohl
bei weiterer Lagerung noch besser werden.
91+ UA Punkte

Georg Bittner:
Intensive Nase von dunklen Beerenfrüchten, Rauch und Gewürzen. Nicht mehr
gänzlich jung, aber noch weit von seiner Reife entfernt. Mittel- bis
schwergewichtig und mit exzellenter Konzentration. Würzige Beerenfrucht.
Guter Biß durch schöne Säurestruktur und feines Tannin. Kraftvoll und
trotzdem elegant und mit einem langen Abgang. So stelle ich mir Weine von
der nördlichen Rhône vor. Schon jetzt gut zu trinken.
93 Punkte.

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit aufhellenden Rändern, in der Nase für einen 94er
Hermitage erstaunlich reif, sehr offen, eher leichtgewichtig, im Wein ein
schöner, eher mittelgewichtiger Stoff, reif, sauber, aber in der Mitte sehr
viel Säurespitzen, ihm mangelt es an jeglichem Charme, aber das geht auch im
Hermitage besser, schön, aber nicht groß, ordentliche Länge, 88 NK Punkte


3.) 1998 Guigal Cote Rotie Chateau d'Ampuis (Pool)

ganz tiefes schwarz, Fleisch, Leder, Kaffee und Kakaonoten, schwarz-rote
Frucht, riesen Körper und Konzentration, sehr gut eingebundenes Holz, riesen
Wein ... den könnte ich, wenn ich könnte, täglich trinken (95-96)

Uwe Aust:
Obwohl er sich recht verschlossen präsentierte, wie immer ein Gedicht.
Natürlich kann man Ihm vorwerfen das er zu international ist. Aber ein Wein
mit seiner Konzentration und Power, bei gleicher Finesse und Eleganz,
erweckt ein Wohlgefühl in mir ( von Kopf bis Fuß).
93 + UA Punkte

Georg Bittner:
Im Bouquet zeigt der Wein eine schöne, noch sehr jugendliche Beerenaromatik
(Cassis), rohes Fleisch und leicht erdige Nuancen. Das neue Holz ist noch
nicht hundertprozentig eingebunden, stört aber nicht. Am Gaumen sehr gute
Konzentration und mit schöner Struktur. Gut eingebundene Tannine und sehr
präsenter Säure. Sehr langer Abgang. Der Wein sollte mit zunehmender Reife
noch erheblich an Komplexität und Harmonie dazu gewinnen. Zur Zeit ist er
definitiv zu jung und wirkt auch ein wenig verschlossen.
92+ GBP

Norbert Kreutzer:
Kirschrote Farbe, in der Nase springt einem sofort eine eindringliche,
ausdrucksvolle, sehr aromatische Frucht entgegen, tiefe, reife Beerenfrucht,
etwas Holz, im Wein mit intensiver, saftiger Frucht ausgestattet, große
Länge, viel Schmelz, seidige Tannine, den Kritikpunkt "internationaler Stil"
kann ich aber auch nachvollziehen, dennoch großer Wein der lange im Mund
bleibt, noch zu jung, 94 NK Punkte


4.) 1990 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee Laurence (von Georg
Boening)

dominierende kräuterwürzige Noten, tiefe Aromen von schwarzen und roten
Früchten, dezente Portaromatik ... leider nicht in der Form wie die zuletzt
auf dem Weingut getrunkene Flasche, was aber auch nicht weiter verwunderlich
ist, da diese Flasche zu den letzten Abfüllungen in der Mitte der 90er Jahre
gehörte (91-92+)

Uwe Aust:
Toller CdP. Präsentierte sich in Top Verfassung. Reichlich Port - Töne und
sehr harmonisch.
93 UA Punkte

Georg Bittner:
In der Nase gereift erscheinend. Süßkirschen, Schokolade, Leder und ein
mineralischer Unterton. Im Mund dann mit viel Druck, exzellenter
Konzentration und einer die Süße ausbalancierenden Säure. Schmeckt nach
Kirsche und Schokolade. Sehr langer Abgang. Zu einem Riesenwein fehlt wohl
ein wenig Komplexität, aber der Wein ist jetzt perfekt zu trinken und
einfach schweinedelikat 
90 GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit leicht braunen Rändern, in der Nase bereits erste
oxidative Noten, hat aber immer noch Struktur, im Wein mittlerer Körper,
reife Tannine, recht hoch in der Säure, Frucht ist deutlich aber bereits
sehr reif, dem Wein fehlt es aber an Schmelz bzw. Charme, macht derzeit
einen eher robusten Eindruck, aber in Würde gereift, hat noch eine passable
Länge, 89 NK Punkte


5.) 1990 Clos des Papes Magnum Chateauneuf du Pape (von Uwe Bende)

ganz gross, sehr überschwängliche rote und schwarze Frucht von Kirsche
dominiert, Volumen, Kraft, Struktur, Länge, Dichte und Komplexität wie es
einen wundervollen in ehren gereiften Chateauneuf ausmacht, der ist einfach
nur "schweinelecker" (95-97)

Uwe Aust:
Ei,jeijei !!!! Finde keine Tasten oder Worte. Herr Bende zur nächsten
Magnumvorstellung reserviere ich hiermit im voraus.
97 UA Punkte ..... [Anmerkung des Autors: Reservierung ist vermerkt!]

Georg Bittner:
Vielschichtige und expansive Nase nach süßen roten Früchten, Schokolade,
rohem Wildfleisch und Gewürzen. Mit einer Superkonzentration, enormen Druck
am Gaumen und trotzdem in totaler Harmonie durch die schöne Säure, die die
natürliche Süße sehr gut ausbalanciert. Endloser Abgang. Absolut großartig.
95 GBP

Norbert Kreutzer:
rubinrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase reife Frucht, Noten von
Waldboden und Pilzen, im Wein mit kräftigem Körper ausgestattet, intensiver,
fleischiger Stoff, tolle Gerbstoffstruktur, fest, reife Tannine, gut
eingebundene Säure, harmonisch entwickelt, sehr lang, toller Wein, 95 NK
Punkte


6.) 1995 Domaine de Marcoux Chateauneuf du Pape Vieilles Vignes (Pool)

gehört ganz sicher zu den Besten 95er Chateauneuf, sogar einen Hauch vor 95
Centenaire; schon jetzt mit ausgeprägter Reife, wundervoll konzentriert,
lang anhaltend, harmonisch und mit gewaltiger Struktur, ein riesen Wein mit
Potenzial zu noch mehr (96-97+)

Uwe Aust:
Habe diesen Wein schon mehrmals probiert, aber noch nie so gut. Rückt immer
näher an den '98 oder '00 heran.
96 UA Punkte

Georg Bittner:
Sehr reife rote und schwarze Früchte, delikate Brombeermarmelade, Lakritz
und irgendwie orientalische Gewürze. Exzellente Konzentration und immense
Kraft und trotzdem von unglaublicher Finesse. Das Tannin ist bestens
integriert, kaum Ecken und Kanten und trotzdem nicht strukturlos. Superber
Nachgeschmack nach süßer Frucht. Jetzt schon absolut wundervoll zu trinken
und trotzdem wahrscheinlich von erheblicher Lebensdauer.
96 GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe mit aufhellenden Rändern, in der Nase hervorragende
Reifeentwicklung, dunkelrote Beerenfrucht, dabei nobel, elegant, im Wein mit
intensivem, dichten Körper ausgestattet, ein saftiger, wunderschön gereifter
Stoff mit dichter aber weicher Tanninstruktur, Säure kaum merkbar,
unheimlich filigraner, eleganter Stoff, sehr lang, großer Wein, 95-96 NK
Punkte


7.) 1995 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Reserve (von
Andreas Ansat)

Ich muss gestehen, dass ich den 95er Reserve nicht so gewaltig dicht,
konzentriert, charmant und körperreich erwartet hatte. Er besticht durch
seine unheimlich ausgewogen kraftvolle Art, seine vielschichtigen tiefen und
lang anhaltenden Frucht- und Kräuteraromen. Spielt für mich allemal in der
Liga von Centenaire und Marcoux VV aus dem selben Jahr. (94-96)

Uwe Aust:
ganz hervorragend. Erheblich besser als erwartet. Wirkt sehr jugendlich und
ist erst in 5 - 8 Jahren auf Ihren Zenit. Nicht mit 2000 oder 2001
zuvergleichen, ein anderer Still, trotzdem richtig gut. vergebe stolze 94 UA
Punkte

Georg Bittner:
Profunde Nase nach dunklen Beeren, Schokolade, Marzipan und Gewürzen. Sehr
gute Konzentration, eher mittelgewichtig mit relativ hoher Säure. Sehr
schöner, fruchtbetonter Abgang. Besticht eher durch Harmonie und Eleganz als
durch reine Kraft. Könnte durch weitere Lagerung noch komplexer werden.
89 GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase schön gereift, Noten von Waldboden, Pilzen,
Kräuter, im Wein sehr feine, schlanke, elegante Frucht, eher mittlerer
Körper, Säure erscheint mir hinten etwas hoch, fast spitz, dem Wein mangelt
es etwas an Dichte, zumindest im Vergleich am heutigen Abend, schöner Wein
aber nicht ganz groß, 89 NK Punkte


8.) 1996 Henri Bonneau Chateauneuf du Pape (von Uwe Bende)

es korkte im Wald und im Bonneau ... C'est la vie .. das gehört halt nun mal
dazu wenn man ordentlich verschlossenen Wein haben möchte ... zahlen und
fröhlich sein und weiter gings


9.)1999 Domaine Clos du Caillou Chateauneuf du Pape Reserve (Pool)

tolles Konzentrat, riesiger dunkler Körper aber noch deutlich verschlossen
in der Frucht, trotzdem deutete er schon jetzt an was wir an grosser Frucht
noch erwarten können (95+)

Uwe Aust:
Nicht so stark wie erwartet. Andere fanden Ihn super. Das Potenzial auf 96
UA Punkte hat er.
91 + UA Punkte

Georg Bittner:
Sehr jung wirkende Nase nach Cassis, Brombeeren und Lakritz. Mit vollem
Körper, sehr guter Konzentration und Struktur. Süße und Säue stehen etwas
nebeneinander. Die Tannine sollten sich mit einiger Lagerung etwas
abmildern. Langer Abgang. Scheint sich insgesamt in einem eher
verschlossenen und unharmonischen Stadium zu befinden. Ganz sicher zu jung
und eventuell mit viel Luft nach oben.
88+ GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase etwas eigenwillig, leichte Sauerkraut-Note?, im
Wein aber intensive, saftige Frucht, konzentriert, noch jugendliche
Tanninstruktur, gut eingebundene Säure, gute Länge, 92+ NK Punkte (mit einer
schöner Nase wäre er noch höher zu punkten)


10.) 1999 Chateau Beaucastel Chateauneuf du Pape Hommage A Jacques Perrin
(Pool)

die erste Flasche korkte, glücklicherweise konnten wir noch kurzfristig
Ersatz besorgen der es dann auch in sich hatte: gewaltig konzentriert, tief
und lang anhaltende schwarz-rote Frucht, ganz dicht und gewaltig, sicherlich
noch deutlich zu jung und nur einen Hauch von 2000 und 2001 (die ich beide
in der Liga um die 98-100 sehe) entfernt, dennoch ein riesen Wein, ein
grosses Konzentrat (97+)

Uwe Aust:
Meine erste " Hommage ", verdammt viel Stoff. 20 Jahre mindestens im Keller
vergessen. Wird mal vielleicht 98 UA bekommen.
94 + UA Punkte

Georg Bittner:
In einer Blindprobe hätte ich den Wein eventuell für den besten Bandolwein
meines Lebens gehalten. Der hohe Anteil an Mourvèdre kommt deutlich durch.
In der vielschichtigen Nase Brombeeren, Kirschen, Leder, Wildfleisch, Teer
und Trüffeln. Beeindruckende Konzentration, sensationelle Struktur durch
Unmengen bestens integrierter Tannine, eine dezente Süße und sehr präsente
aber nicht aggressive Säure. Unglaublich guter Abgang. Total eigenständige
Interpretation von Ch9, einfach mit Klasse. Spektakulärer Abgang Sollte
Jahrzehnte halten und dabei immer besser werden.
96 GBP

Norbert Kreutzer:
Tiefrote dunkle Farbe, in der Nase dichte, konzentrierte Frucht, das
berühmte Beaucastel-Stinkerl (Mourvèdre-dominiert) kann ich bei diesem Wein
nicht feststellen, im Wein ein sehr konzentrierter, dichter, noch etwas
jugendlicher, unfertiger Tropfen mit einer kompakten Tanninstruktur, einer
gut eingewobenen Säure, auf mich wirkt der Wein derzeit etwas verschlossen,
weist eine gute Länge auf, groß, 95+ NK Punkte


11.) 2000 Chateau Rayas Chateauneuf du Pape (Pool)

in der Farbe sehr hell, von seinen Aromen aber dennoch sehr vielschichtig
und auch Gaumen ein grosses Spektrum von süssen Kräutern, exotischen und
roten Früchten, schwarze Aromen von Tabak und Kaffee, nicht so konzentriert
und dicht wie seine Vorgänger, von etwas leichterem Stil ... ganz sicher
nicht der stärkste Rayas aber wie ich finde ein sehr guter Vertreter,
wenngleich doch ein wenig enttäuschend für diesen Jahrgang (91-92+)

Uwe Aust:
Ich gehöre zur Fraktion: Schade. !!! Hätte mich so gefreut, wenn dieser Wein
seinen Namen gerecht geworden wäre.( '85, 89, 90, und 96 Rayas schon
mehrfach getrunken). Eine riesige Enttäuschung.
82 UA Punkte

Georg Bittner:
Von einer erheblichen Süße geprägte Grenachenase nach Kirschmarmelade,
Walderdbeeren und Gewürzen. Sehr körperreich und nahezu süß am Gaumen; mit
wenig Säure und einer samtigen Textur. Zu einer wirklich überzeugenden
Struktur fehlt es mir etwas an Säure und Tannin. Außerdem müsste die
Konzentration noch besser sein. Sehr guter Abgang. Absolut verführerisch zum
jetzt trinken, aber die Aussichten bezüglich guter Alterung erscheinen mir
etwas zweifelhaft.
Zweifelsohne ein sehr guter Wein, aber in Hinsicht auf die Reputation des
Winzers und des Jahrgangs ein wenig enttäuschend.
90 GBP

Norbert Kreutzer:
Ziegelrote Farbe mit braunen Rändern, in der Nase leichtgewichtig, für den
Jahrgang eine untypisch frühe Reifeentwicklung, hat Noten von
Beerenkonfitüre, im Wein mittlerer Körper, überraschend schlank, dennoch
weist er eine gewisse Intensität auf, aber aus meiner Sicht mangelt es ihm
an Tiefe und Dichte, hat keine Zukunft versprechende Tanninstruktur, kommt
mir derzeit eher wie ein konzentrierter Fruchtsaft vor, gute Länge, für
einen Rayas eher enttäuschend, Insbesondere im Vergleich zu dem grandiosen
85er, ich kann mir nicht vorstellen, daß er sich die nächsten 15 Jahre
positiver entwickelt, 89 NK Punkte

12.) 2000 Domaine du Pegau Chateauneuf du Pape Cuvee da Capo (von Peter
Stobbe)

für mich die bislang beste Probe des 2000er Da Capo (das Prozedere des
Umfüllens in eine neutrale Flasche und wieder zurück und dann rund drei bis
vier Stunden stehen lassen hat sich bei allen Weinen [ab Jahrgang 1999]
positiv bemerkbar gemacht); ein wuchtig konzentrierter Wein mit
vielschichtigen Aromen von Kirschlikör bis zu schwarzen Portnoten, grossem
Körper und Volumen, Dichte und langem Abgang (98+)

Uwe Aust:
Aus 5 Fässern probiert und jetzt das zweitemal aus der Flasche. Den
Fassproben 98+ UA gegeben. Diese Flasche habe ich erheblich besser gesehen
als den ersten Da Capo
97+ UA Punkte

Georg Bittner:
Äußerst beeindruckende, fast portweinähnliche Nase nach Kirschwasser,
dunklen Beeren, Lakritze, Garriguekräutern und Gewürzen. Von geradezu öliger
Viskosität und mit unglaublicher Konzentration. Das zweifelsohne reichlich
vorhandene Tannin verschwindet völlig hinter den Lagen von süßer Frucht.
Äußerst langer, leicht alkoholgeprägter Abgang. Wie Vintage Port aus Ch9,
ganz unglaublich. Nicht gerade mein Lieblingsstil, aber trotzdem
95 GBP

Norbert Kreutzer:
Tiefrote Farbe, in der Nase jugendliche, saubere, ausdrucksvolle Frucht,
tiefdunkle Beeren, Holunder, Brombeere, hat Würze, nicht so verschlossen wie
erwartet, im Wein sehr dicht, die Tannine stehen derzeit sehr im
Vordergrund, was mich aber überhaupt nicht stört, hinten ist aber die Frucht
erkennbar, großes Potential, der Wein vermittelt derzeit eine dem Portwein
vergleichbare Struktur, sehr lang, groß, viel zu jung aufgezogen, Potential,
97+ NK Punkte


13.) 2001 Les Cailloux Chateauneuf du Pape Cuvee Centenaire (von Tino
Seiwert)

präsentierte sich wie viele andere Weine des Abends von grosser
Konzentration, tiefe und gewaltiger Länge. Erstaunlich bei einem solchen
Konzentrat aus Chateauneuf ist die doch spürbare Säure. Dennoch ein grosser
Wein der sich ganz sicher hervorragend entwickeln wird (95-97+)

Uwe Aust:
Nase ins Glas gehalten. Sofort erkannt. "Centenaire". Im Moment zwei Element
die mich an diesen Traumwein stören, welche aber mit Lagerung sich
ausgleichen müssten. Das Säureschwänzle und ein wenig fehlendes Fett. Dann
98+ UA Punkte
94+ UA Pukte

Georg Bittner:
Intensives Bouquet nach getrockneten Pflaumen, Himbeeren und Gewürzen mit
mineralischem Unterton. Neues Holz ist nicht zu erkennen. Sehr dicht und mit
vollem Körper. Sehr tanninreich und mit erheblicher Säure. Nicht ganz
harmonisch. Exzellenter, würziger Abgang. Der Wein sollte von einer langen
Lagerung außerordentlich profitieren, denn alle Komponenten sind vorhanden.
92 + GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase dichte, konzentrierte Frucht, tiefe
Beerenaromatik, fast likörartig, im Wein saftige, konzentrierte Frucht,
leichte Rauchnoten, sehr intensiv, sehr dicht, gute Tanninstruktur, aber
auch präsente Säure, sehr lang, großer Wein, 98+ NK Punkte


14.) 2001 Vignobles Jean Royer Chateauneuf du Pape Hommage a mon Pere (von
Tino Seiwert)

keine Notizen, keine Punkte; dennoch ein hervorragender Wein wenngleich auch
nicht ganz in der Liga einiger seiner Vorgänger

Uwe Aust:
Nicht in dieser Runde getrunken wäre er ein" Großer Wein". Mir zu oxidativ
ausgebaut.
92 + UA Punkte

Georg Bittner:
Bereits sehr offene Nase nach Süßkirschen, Brombeeren, animalischen Noten
und Gewürzen. Sehr voller Körper mit viel Druck am Gaumen; mit exzellenter
Konzentration und einem schönen Biß, der durch einen relativ hohen
Tanningehalt und eine schöne Säure bedingt wird. Langer Abgang. Traditionell
gemachter Chateauneuf, sehr gelungen.
92 GBP

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase von hoher Intensität, ich vermisse etwas die
vor einigen Wochen festgestellte, komplexe Aromatik, die mich unter an
Lebkuchen und weihnachtliche Gewürze erinnerte, scheint sich etwas
verschlossen zu haben, im Wein dichte, konzentrierte, reife Beerenfrucht,
Kräuter und Würze, dabei sehr jugendlich, ein massiver Wein mit toller
Tanninstruktur, Säure ist vorhanden kommt aber nicht durch den Körper durch,
Holz ist wahrnehmbar aber nicht im Vordergrund, großer Wein, toll, 95+ NK
Punkte


15.) 2001 Tardieu Laurent Chateauneuf du Pape Cuvee Speciale (von Uwe Aust)

besonders interessant ist, das das Lesegut dieses Weines von Royer stammt.
Einzig die Ausbaumethode war eine andere.

Uwe Aust:
neben Rayas der kontroverseste Wein des Abend. Ich fand Ihn super ( die
Flasche kam aus meinem Keller.) und an diesen Wein glaube ich. Dichte
Struktur, der Holzton für mich hervorragend ( dieser Wein ist kein
Biberwein). Nur lagern muß er wirklich. Freue mich auf die nächsten
Flaschen. Wer genau so denkt ist natürlich eingeladen. [Anmerkung des
Autors: Ich muss meine Denke noch mal überprüfen, fühle mich daher
eingeladen ;-)]
96 + UA Punkte

Georg Bittner:
Moderner Stil mit reichlich neuem Holz. Kirschen, Schokolade, Kakao, Kokos
in der Nase. Die Barriquenoten sind viel zu dominant. Am Gaumen sehr voll
und mit exzellenter Konzentration. Samtige Textur. Der Geschmack wird wieder
vom neuen Holz geprägt. Langer Abgang. Mag sein, dass sich der massive
Holzeinsatz irgendwann „auswächst", oder sogar auszahlt. Zur Zeit wirkt der
Wein wie mit einem Barriquefass vergewaltigt. 89 GBPunkte, da es Tardieu
Laurent nicht gelungen ist, die sehr gute Qualität des Ausgangsmaterials zu
ruinieren.

Norbert Kreutzer:
Rubinrote Farbe, in der Nase intensive, konzentrierte Beerenfrucht, noch
sehr jugendlich, im Wein ein konzentrierter, hochklassiger Stoff voller
Saft, hervorragend seidige Tanninstruktur, gut eingebundene Säure, sehr,
sehr lang, möglicherweise durch den Holzeinsatz begründet, ich kann
allerdings keinesfalls finden, daß der Holzeinsatz im Vordergrund steht,
dazu ist der Wein zu konzentriert, für mich ein toller Wein, 98+ NK Punkte


16.) 2001 Domaine de la Vieille Julienne Chateauneuf du Pape Cuvee Reserve
(von Andreas Ansat)

ach, was soll ich über diesen Wein nur schreiben???? ... gewaltig, riesig,
enorm, füllig, hedonistisch, vielschichtig, verführerisch, einnehmend,
betörend, reich, konzentriertes Konzentrat; einfach ein unglaublicher Wein,
den der geneigte Weinliebhaber wenigstens einmal jugendlich probiert haben
sollte .. bei diesem Wein verliert man sich, man wird gefangen von dem
Volumen, dem Extraktreichtum, der Fülle, der Tiefe, der Vielschichtigkeit,
dem Charme und dem nicht enden wollenden Abgang ... Robert Parker hat es für
meinen Geschmack auf den Punkt gebracht in dem er schrieb: "Jean-Paul Daumen
(only 43 years old) is at the top of his game ... and we are all the
beneficiaries" .. so ist es!!!! ... Punkte??? ... ja, so viel wie geht:
(100+!!) .. ich kann Jean-Paul Daumen nur beglückwünschen zu diesem
unglaublichen Wein den er dem geneigten Weintrinker zur Verfügung stellt und
mich bedanken, dass ich das Glück hatte davon probieren zu dürfen .. wäre
ich der Winzer, würde ich davon nicht eine Flasche verkaufen ;-)

Uwe Aust:
Mindestens 100 UA Punkte ! Für alle die weniger geben : Über Geschmack läßt
sich streiten, über diesen Wein nicht !!!
10000000000000000000000000000000000000000000000000 +++++++++++++ UA Punkte

Georg Bittner:
Spektakuläre, bereits sehr offene Nase nach schwarzen Kirschen, Brombeeren,
Nougat, Kräutern und Gewürzen. Voller Körper, enorme Dichte und trotzdem mit
einer durch und durch harmonischen Struktur. Tannine und Säure sind bestens
eingebunden, die Frucht rein und unverfälscht. Absolut elegant. Welch ein
Unterschied zu Tardieu Laurent. Großartiger und endloser Abgang. Kann das
eigentlich mit längerer Lagerung noch besser werden? Wahrscheinlich ja!
97 + GBP ... [Anmerkung des Autors: Besser nicht, es wird anders!]

Norbert Kreutzer:
Cuvée aus Trauben von überwiegend 100 Jahre alten Grenache-Reben und wenig
Syrah. Schwarzrote Farbe, in der Nase hochkonzentriert, wahnsinnige Frucht
von dunkelrote Beeren, dicht und konzentriert, im Wein ein absolut großer ,
konzentrierter Stoff, kein Holz gesehen, perfekte Harmonie, grandios, 99+ NK
Punkte (100 wenn er diese Klasse auch ins Alter übertragen kann), ein
Erlebnis, daß man nicht so schnell vergißt

Christine Othmer schrieb in einer Mail an mich:
So einen herrlichen Wein wie die Vieille Julienne habe ich noch nie zuvor
getrunken, und schon das hätte den Aufwand gerechtfertigt. [Anmerkung des
Autors: Wie wahr!]


Fazit Norbert Kreutzer:
Da kann man einfach nur sagen: Gigantisch. Unvergeßlich. Wirklich große
Klasse. Ganz wichtig: kein Wein hat mich durch Stallaromen/Brett negativ
beeinflußt. Damit hatte ich bei früheren Rhône-Proben häufiger ein Problem.
Dank an Uwe für die Organisation dieses einzigartigen Events. Besonders
schade, daß es mir noch immer nicht gelungen ist, die Klasse von Henri
Bonneau festzustellen.

Fazit Georg Bittner:
Denkwürdige Probe, welche die gesamte stilistische Spannbreite dieses doch
relativ kleinen Gebietes aufgezeigt hat. Einige klare Weltklasseweine und
ohne einen Ausfall, was will man mehr.

An dieser Stelle gilt mein erster und besonderer Dank Andreas Ansat und
Jean-Paul Daumen. Andreas dafür das er den Weg über Bochum gemacht hat und
uns diese wundervollen Weine der Domaine de la Vieille Julienne
präsentierte. Jean-Paul Daumen dafür das er Andreas eingestellt hat, ihn
durch die Republik hat ziehen lassen und das er solch unglaubliche Weine
produziert. Auch Tino Seiwert gilt mein Dank für seine lange Anreise, seine
gekonnt fundierten Statements zu den einzelnen Weinen und seine diese Probe
bereichernde Art. Dem Livingroom Bochum wie schon fast gewohnt für die
grosszügige Aufnahme unserer Gruppe und allen Teilnehmern die zum Gelingen
dieser für mich wahrhaft genialen Probe beigetragen haben.
Ich hoffe derart konzentriert "schweineleckere" Weine werden wir noch so
manches mal in so entspannter Atmosphäre geniessen können.

In diesem Sinne einen herzlichen Gruß besonders an alle Rhoneliebhaber und
die die es werden wollen

Uwe Bende

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
Beiträge: 364
Registriert: Mo 22. Nov 2010, 15:40
Wohnort: Oberhausen

VKN vom 4.8.2004: Ein Balkon-Abend

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

nachfolgend für Interessierte meine Verkostungsnotizen vom 4.8.2004 über einige Weine die wir anlässlich eines spontan arrangierten Balkon-Abends zusammen mit Weinforums-Kollegen Jörg Heisig in der Füllmenge reduziert haben:

(1) 2002 Tauber-Edition QbA Alc 12%
Cuvée aus Silvaner & Riesling
Gutsabfüllung Weingut Familie Hofmann, Röttingen
Preis: EUR 9,20 weingut.a.hofmann@t-online.de

Hellgelbe Farbe, in der Nase kommt einem die saftige Frucht einer frischem Blumenwiese entgegen, anregend und animierend, im Wein mittlerer Körper, hier wurde mit Ertragsbeschränkung gearbeitet, recht konzentrierte, saftige Frucht, schöne Säure, zarter Schmelz, sauber und reintönig, ein wunderbarer Terrassen-Wein den man trotz „Cuvée“ nicht unterschätzen sollte, sehr gut, 85 NK Punkte

(2) 2002 Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling Kabinett trocken Alc 11,5%
Gutsabfüllung Weingut Emrich-Schönleber, Monzingen
Preis: EUR 7,00 http://www.emrich-schoenleber.com
Hellgelbe Farbe, in der Nase ein brillanter, reintöniger Riesling mit glasklarer Frucht und mit noblem Ausdruck, man merkt sofort die Klasse des Weinguts, im Mund mit leichtem bis mittleren Körper, straffe, saftige Frucht, herrliche, gut eingebundene Säure, liegt schön am Gaumen, bleibt aber durch und durch ein Kabinett, mittlere Länge, sehr gut, der Wein fasziniert auch am nächsten Tag ohne jeden Abstrich, sehr gut, 87 NK Punkte

(3) 2001 Bacharacher Posten Riesling QbA trocken Großes Gewächs Alc 13,5%
Gutsabfüllung Weingut Friedrich Bastian, Bacharach
Preis: EUR 14,50 Tel: 06743-1208

Hellgelbe Farbe, in der Nase begegnet mir eine mit Spannung geladene Riesling-Frucht mit mineralischen Noten, erste Ansätze von Reife, ein Hauch Pfirsich, im Mund mittlerer Körper, intensive, saftige Frucht, Mineralität ist schmeckbar, reife, kräftige Säure, Ansätze von Strahlkraft, ein ausdrucksstarker Riesling mit einer guten, leicht schmelzigen Länge, sehr gut, 89 NK Punkte

(4) 2002 Kallstadter Saumagen Riesling Kabinett trocken Alc 12%
Gutsabfüllung Weingut Benderhof, Familie Bender-Haaß, Kallstadt
Goldene Kammerpreismünze
Preis: EUR 4,80 Tel: 06322-1520

Hellgelbe Farbe, in der Nase ausdrucksvolle Riesling-Frucht mit feiner Intensität und schöner Pfirsich-Aromatik, im Mund leichter bis mittlerer Körper, pikante, ausdrucksvolle Frucht, Pfirsich, mit mineralischen Tupfern, bleibt aber Kabinett, schöne, präsente Säure, der Wein spiegelt das Bild der Region in typischer Weise wieder, pikante Frucht auch im Abgang, sehr gut, tolles PLV, 85 NK Punkte

(5) 2002 Escherndorfer Lump Riesling Spätlese trocken Alc 12,5%
Gutsabfüllung Weingut Horst Sauer, Escherndorf
Preis: EUR 10,20 mail@weingut-horst-sauer.de
(von Jörg eingebracht)
hellgelbe Farbe, in der Nase mineralisch geprägte, etwas verhaltene Riesling-Frucht, aber im Laufe der Zeit immer kraftvoller werdend, frisch und saftig mit Noten von Aprikose, im Wein mittlerer Körper, herrlich saftige, intensive Frucht und deutlich mineralischer Ausprägung, spannungsgeladen, sehr präsente, animierende Säure, der Wein füllt den Gaumen aus, recht lang mit feinem Schmelz, groß, 92 NK Punkte

(6) 1999 Hochheimer Stielweg Riesling Spätlese halbtrocken Alc 11%
Erzeugerabfüllung Weingut Franz Künstler, Hochheim
http://www.weingut-kuenstler.de

zitronengelbe Farbe, iu der Nase deutliche Ansätze von Reife, reife Ananas, Pfirsich, mineralische Noten, im Mund ein saftiger aber leider auch nicht ganz trockener Riesling, die Restsüße (nicht Fisch, nicht Fleisch) stört mich doch etwas, mittlerer Körper, harmonisch eingebundene Säure, rotz aller Reifeansätze präsent er sich aber (halbtrockenen Charakter außer Acht lassend) derzeit perfekt, mit Ausdruck und guter Länge, sehr gut, 87 NK Punkte

(7) 2001 Durbacher Plauelrain Riesling Spätlese trocken „Achat“ Alc 13%
Gutsabfüllung Weingut Andreas Laible, Durbach
Preis: EUR 15,00 weingut.laible@t-online.de
(von Jörg eingebracht)

was für eine Granate, hellgelbe Farbe, in der Nase sofort als hochklassiger Riesling erkennbar, mit straffer, leicht strahlender Frucht, Pfirsich, Mineralik, im Mund ein Wein mit intensivem, druckvollen Körper, saftiger, strahlender Frucht, hier fällt mir wieder die „vibrierende Strahlkraft“ ein, der Wein erzeugt ein „Flirren“ im Gaumen, hervorragend eingebundene Säure, ein Wein voller Harmonie, Klasse und viel Spannung, lang, groß, 96 NK Punkte

Gruß aus Oberhausen
Norbert
kreutzer
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VKN vom 19.6.2004: Mittelmosel in Düsseldorf

Beitrag von kreutzer »

Hallo Weinforum,

am 19.6.2004 war es denn nun endlich soweit. Teil 2 der Mittelmosel-Tour. Wieder kompetent von Werner Elflein zusammengestellt und mit interessanten zusätzlichen Informationen zu den verschiedenen Lagen versehen.
Besonders erfreulich war die Teilnahme von zwei kompetenten Personen, die sich nun wirklich auskennen müssen.
Anne Eifel vom Weingut Eifel-Pfeiffer und Christian Spohr vom Weingut Spohr aus Rheinhessen (Message in a Bottle) haben keinen Aufwand gescheut und sind den weiten Weg angereist, um unsere Probe zu bereichern.

Veranstaltungsort wie immer im die Weinhandlung LaVinesse in Düsseldorf. Hartwig Fricke hat uns dankenswerterweise wieder mal Räumlichkeiten und Gläser zur Verfügung gestellt. Teilnehmer der Probe waren neben Anne Eifel und Christian Spohr, Nicola Blanchard, Anja Eickelberg, Darius-Jean Namdjou, Hartwig Fricke, Werner Elflein, Christian "Weinnase" Segers, Frank Stehr, Alexander Prangenberg, Heiko Reinartz sowie Norbert Kreutzer.
Einige Teilnehmer haben sicherlich mit sich gekämpft, ob sie dem zum gleichen Zeitpunkt stattfindenden EM-Länderspiel Deutschland-Lettland den Vorzug geben sollten. Letztlich hat die Liebe zum Wein gesiegt. Spannender als das 0:0 Länderspiel war die Probe allemal. Kork oder Nicht-Kork war die ständige Frage, die sich wie ein Krimi bis zum explosiven Höhepunkt entwickelte. Eine halbstündige Verwechslungskomödie bei der am Ende so manch einer bei der paarweisen Vergleichprobe den gleichen Wein im Glas hatte. Ob Korkwein, ob Konterflasche zum Korkwein oder ob Vergleichspartner (Nicht-Kork) wusste so manch einer nicht mehr genau. Ich habe lange nach dem geeigneten Wort dafür gesucht. Geeignet schien mir das Wort "Chaos". Aber es war bestimmt spannender als das Fußballspiel, bei dem das Ergebnis am Ende unverändert gleich blieb. Bei der beständigen Korkdiskussion war ich mir da nicht so sicher.

Nach einiger Verzögerung, aber rechtzeitig vor Anpfiff des Fußballspiels, ging die Probe nach dem Eintreffen "fast" aller Teilnehmer los. Selbst der Nachzügler wurde fair behandelt und erhielt noch ein paar Tröpfchen der ersten beiden Weine.

Nachfolgend fürs Protokoll oder auch für die streitbare Auseinandersetzung (mit Werner bin ich eh nur in einem Punkt einer Meinung: es gibt keine spannendere, chamäleonhafte Weißwein-Rebsorte als den Riesling) einige subjektive Notizen meinerseits, die durchaus diametral gegensätzlich zu der Wahrnehmung anderer Verkostungsteilnehmer, und erst recht zu der Wahrnehmung der verantwortlichen Jury für die zuständige Landesweinprämierung, sein können. Man möge mir diese persönliche Schwäche nachsehen, dass ich beständig meinen persönlichen, unmaßgeblichen Geschmack in die Wertung einfließen lasse. Auf einen persönlichen DISCLAIMER, wie von anderen Schutzbedürftigen eingeführt, verzichte ich aber trotzdem. Wenn ich die Bewertungen Revue passieren lasse, komme ich mir ohnehin schon ziemlich angepasst vor.

Soviel sei vorweg genommen. Trotz des unvernünftig hohen Anteils von fruchtsüßen Weinen, bei dem sich meine Frau Wera hartnäckig weigert überhaupt teilzunehmen, muss selbst der Trocken-Freak (meiner einer) respektieren, dass hier einige ausnehmend gute, fruchtsüße Weine angestellt wurden. Wenn hartnäckig an einem hochgesteckten Ziel gearbeitet wird, mir fällt so schnell nur das 2002er Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling Spätlese "Rutsch" von Emrich-Schönleber ein (zwar nicht von der Mosel aber selbst bei mir über 90 Punkte), dann ist das Ziel von hochklassigen Weinen auch im fruchtsüßen Weinen durchaus zu erreichen. :-))))))) Das bedeutet: Scherz!!! Ich musste mir am Samstag schon wieder vorhalten lassen, dass keiner meinen Humor versteht. Darum dieser unmissverständliche Hinweis.

Die Weine:


TROCKENE RIESLINGE
==================



(1a) 1990 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese trocken
A. P.Nr. 3529042 8 91
Grans-Fassian, Leiwen
10,5% vol. alc.

strohgelbe Farbe, in der Nase reif, intensive Firnetöne, aber angenehm, deutet eine füllige, fast üppige Struktur, aber auch auf Säure hin, ich nehme auch eine leicht staubige Note und etwas Zitrus wahr, im Mund im Verhältnis zur Nase erstaunlich schlank mit recht spitzer Säure, weist noch eine gute Länge auf, 82 NK Punkte

(1b) 1988 Leiwener Laurentiuslay Riesling Auslese trocken
A. P. Nr. 3529042 15 89
Grans-Fassian, Leiwen
10,5% vol. alc.

goldgelbe Farbe, in der Nase reife, etwas wackelig wirkende Frucht, leicht florale Noten, erweckt den Eindruck als ob er im fruchtsüßen Bereich liegt, insgesamt nicht überzeigend, im Mund leichter bis mittlerer Körper, Frucht erscheint mir irgendwie zerfallen, dafür steht die Säure in der Mitte wie eine Eins, recht lang, 79 NK Punkte


(2a) 2001 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese trocken
A. P. Nr. 2607073 2 02
Clüsserath-Weiler, Trittenheim
11,5% vol. alc.

strohgelbe Farbe, in der Nase reif wirkende, recht aromatische Frucht, dezent mineralisch, recht schlank, im Mund paart sich eine leichte Pfirsich-Frucht mit Grapefruit und mit mineralischen Noten, sowie einer kräftigen Säure-Mitte, vermittelt den Eindruck von verwendetem vollreifen Traubengut, gute Länge, sehr gut, 85 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
88/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: "Sehr dicht gewirkter, rassiger
Duft von Kräutern, Mineralien, Zitrusfrüchten und etwas Pfirsich.
Glasklare, feinsaftige Frucht mit griffiger mineralischer Würze, feine,
reife Säure, gute Präsenz am Gaumen, zarte Honignote im Hintergrund,
beste Balance, gute Länge. Bis 2005."


(2b) 2001 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese trocken **
A. P. Nr. 2607073 4 02
Clüsserath-Weiler, Trittenheim
12% vol. alc.

wurde nach einiger Diskussion aufgrund vermuteten Korks aus der Wertung genommen

Die Stimmen der Anderen
83/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: „Immer noch von der Hefe
geprägter Duft von Mineralien, Zitrusfrüchten und Äpfeln mit feiner
Würze. Recht saftige Frucht mit präsenter mineralischer Würze, sehr
weiche Säure, am Gaumen fast etwas tabakig, nachhaltig, würziger Abgang.
Nicht ganz so konturiert, wie ich es mir wünschen würde. Eine Spur mehr
Säurefrische täte ihm gut. Bis 2004.“


(3) 2001 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese trocken *
A. P. Nr. 2607085 5 02
Eifel-Pfeiffer, Trittenheim
12,0% vol. alc.
Goldene Kammerpreismünze

zitronengelbe Farbe, in der Nase verhaltene Frucht, deutet eine cremige Textur an, etwas Pfirsich, im Mund ein sehr schöner, schlanker Riesling mit pikanter, leicht cremiger Textur, feiner Mineralität, belegt den Gaume ohne wirklich dicht zu sein, gut eingebundene Säure mit hochschnellenden Säurespitzen am hinteren Ende, der schöne Abgang wird von der pikanten Frucht und der Säure begleitet, sehr gut, immer noch Entwicklungspotenzial, 87+ NK Punkte, nach Angaben von Anne Eifel teilweise spontanvergoren


(4) 2002 Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese trocken
A. P. Nr. 2607269 9 03
Ansgar Clüsserath, Trittenheim
12,5% vol. alc.

strohgelbe Farbe, in der Nase pikante, ausdrucksvolle Frucht, Orange, im Mund mittlerer Körper, volle, saftige Frucht, sehr fest, sehr direkt, gut eingebundene Säure die aus meiner subjektiven Sicht noch etwas verspielter, lebendiger hätte sein dürfen, der Wein hat Struktur, wirkt fast fett, sehr lang, sehr gut, 88+ NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
86/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: "Intensiver, noch
hefig-würziger Duft nach Bratäpfeln, Pfirsichen und Aprikosen mit feiner
Mineralik. Klar und saftig im Mund, lebendige, sehr feine Säure, am
Gaumen viel Mineralität, aber auch noch deutlich hefige Noten,
nachhaltig, relativ kräftig, guter Abgang. Bis 2007."; 87/100
Gault-Millau WeinGuide 2004

(5) 2002 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese trocken *
A. P. Nr. 2607076 7 03
Franz-Josef Eifel, Trittenheim
12,5% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase kommt mir eine spannend wirkende, ausdrucksvolle Frucht entgegen, pikant, Pfirsich, feine Mineralität, im Mund mittlerer Körper, lebendige, pikante Pfirsich-Frucht mit mineralischen Tupfern, anregende, rassige Säure, wunderbares Geschmacksbild, Klasse, auch cremig am Gaumen, pikanter, lebendiger, aber auch langer Abgang, 89+ NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
84/100 Gault-Millau WeinGuide 2004

(6) 2002 (Trittenheimer Apotheke) "Eminenz" Riesling trocken "Alte Reben"
A. P. Nr. 2607282 6 03
Clüsserath-Eifel, Trittenheim
13,0% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase leicht wilde Frucht, meine Vermutung der Spontanvergärung wurde in der Runde bestritten, im Mund mittlerer Körper, unruhige, quirlige, lebendige Frucht, etwas Pfirsich, es dominiert das Wilde, der Wein hat Ausdruck, Struktur, hinten Säurespitzen, sind aber nicht im Vordergrund, noch jugendlich, gute Länge, 88+ NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
85/100 Gault-Millau WeinGuide 2004




HALBTROCKENE UND FEINHERBE RIESLINGE
========================= ===========

(7) 2002 Klüsserather Bruderschaft Riesling Spätlese "Alte Reben"
A. P. Nr. 3522092 8 03
Kirsten, Klüsserath
12,5% vol. alc.

kräftiges Gelb in der Farbe, in der Nase etwas eindimensional mit breit wirkenden Fruchtaromen ausgestattet, fast fett, meine Tischnachbarin meint Honig, dicht, im Mund kraftvoll, üppige, breite, mineralisch geprägte Frucht, reifer Pfirsich, Honig, aber auch deutlich mineralisch, Säure wirkt sehr zurückgenommen, der Wein wirkt nicht ganz trocken, was er dann ja auch nicht war, sehr lang, der Wein polarisiert, 88+ NK Punkte sind wesentlich von der mineralischen Struktur beeinflusst und geben der Hoffnung Ausdruck, dass der Wein irgendwann so schmeckt wie er jetzt bepunktet wurde

Die Stimmen der Anderen
87/100 Gault-Millau WeinGuide 2004


(8a) 2002 Mehringer Zellerberg Riesling Spätlese "S"
A. P. Nr. 2607073 17 03
Clüsserath-Weiler, Trittenheim
11,5% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase wieder eine unruhige, etwas wilde Frucht, vermittelt damit einen gewissen Spannungsgrad, im Mund ein kraftvoller, ausdrucksvoller Riesling voller Saft und Kraft, mit Struktur, einer gewissen Cremigkeit, gut eingebundene Säure, leider nicht ganz trocken, sehr lang, sehr intensiv, 88+ NK (Potenzial-)Punkte

Die Stimmen der Anderen
87/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: "Mineralischer Pfirsichduft mit
Zitrus- und Apfelnoten. Im Mund saftig, zartsüß und sehr mineralisch,
lebendige, integrierte Säure, gute Struktur, wirkt jung, fruchtiger und
mineralisch-würziger Abgang. Bis 2007."; 87/100 Gault Millau WeinGuide 2004


(8b) 2003 Mehringer Zellerberg "Felsenterrasse" Riesling Spätlese halbtrocken
A. P. Nr. 3549073 13 04
Römerhof, Riol
12,5% vol. alc.

strohgelbe Farbe, in der Nase kommt mir eine ungewöhnliche Note entgegen, die Frucht wird von einer deutlichen Spülmittelnote, Pril, begleitet, hat etwas chemisches, im Mund sehr intensive Frucht, hat etwas Künstliches, erinnert hier - nicht nur mich - an Gummibärchen, nicht von Haribo sondern eher aus dem Bärenland, vielleicht mit Apfelgeschmack, der Wein weist eine gewisse Struktur auf, hat Säure, eine gewisse Länge, da aber völlig untypisch in seiner Aromatik bzw. unangenehm in der Nase, allenfalls 80 NK Punkte, dieses Weingut macht so tolle Sekte, von diesem Wein bin ich etwas entsetzt


(9) 2001 Leiwener Laurentiuslay Riesling Spätlese
A. P. Nr. 3529290 16 02
St. Urbans-Hof, Leiwen
11,0% vol. alc.

zitronengelbe Farbe, in der Nase ein Stinker, ein Böckser, Spontanvergoren, sehr intensiv aber meine spontane Reaktion: keine Liebesbeziehung möglich, schwierig, mit viel Wirbeln im Glas wird es etwas besser, verschwindet aber nicht ganz, im Mund cremig, schmeckbare Süße, sehr intensiv, mit eigenständigem Charakter, Mineralität, wilde, quirlige Frucht, hinten bricht die Frucht aber plötzlich ab, recht lang, natürlich noch sehr jung, mich stört derzeit sowohl die schmeckbare Süße als auch die Nase, vermutlich erst in ein paar Jahren zu genießen, derzeit nicht mein Wein, 83 NK Punkte, siehe auch Einleitung oben, Potenzial-Einschätzung ist mir in diesem Fall nicht möglich, ausweichender Hinweis: siehe Marcus Hofschuster

Die Stimmen der Anderen
91/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: „Rassiger und komplexer Duft
von Kräutern, Mineralien, Zitrusfrüchten, Pfirsíchen und grünen Äpfeln.
Glasklare, feinsaftige Frucht mit sehr schöner Süße, ausgesprochen
lebendige Säure, straff gewirkt und sehr nachhaltig am Gaumen, komplex,
festes, mineralisches Rückgrat, viel Stoff und große Tiefe, packend,
noch viel zu jung, langer, vielschichtiger Nachhall. 2003-2012.“; 86/100
Gault-Millau WeinGuide 2003


FRUCHTSÜßE RIESLINGE
====================


(10) 2002 Trittenheimer Altärchen Riesling Kabinett
A. P. Nr. 2607085 10 03
Eifel-Pfeiffer, Trittenheim
8,0% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase sehr ausdrucksstark, hat Pfirsich-Noten, wirkt fein und elegant, im Wein leichter bis mittlerer Körper, verhaltene Süße, dabei schönes Süße-Säure-Spiel, die Säure vermittelt Leben, saubere, klare Pfirsich-Frucht, mineralische Noten, in der Mitte fehlt es mir etwas an Struktur und Festigkeit, ist ja aber auch nur ein Kabinett, auch aus meiner subjektiven Sicht sehr gut, 87 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
84/100 Gault-Millau WeinGuide 2004


(11) 2002 Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese
A. P. Nr. 3529127 13 03
Carl Loewen, Leiwen
8,5% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase unterschwellig explosionswillige Frucht, hat aber Mühe auszubrechen, Noten von Birne, im Wein recht schlank, aber mit mineralisch durchzogener Frucht, sauber und frisch, schönes Süße-Säure-Spiel, weist einen gewissen Biss auf, am Gaumen bleiben Süße, mineralische Noten und Säure, sehr gut, 87 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
88/100 Gault-Millau WeinGuide 2004


(12a) 2001 Pölicher Held Riesling Spätlese
A. P. Nr. 3522092 9 02
Kirsten, Klüsserath
8,0% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase finde ich eine sehr spannende, eindringliche, ausdrucksvolle Frucht, die hier einsetzende Böckser-Diskussion kann ich nicht nachvollziehen, für mich hat die Nase Klasse, im Mund mittlerer Körper, volle, saftige, feste Frucht, kräftige, rassige Säure sowie schönes Süße-Säurespiel, mit deutlich mineralischen Noten, lang, sehr gut, 88+ NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
87/100 Gault-Millau WeinGuide 2003


(12b) 2001 Klüsserather Bruderschaft Riesling Spätlese "Herzstück"
A. P. Nr. 3522092 10 02
Kirsten, Klüsserath
8,0% vol. alc.

zitronengelbe Farbe, in der Nase jugendliche, sehr spannende Riesling-Frucht, Pfirsich-Note, Mineralik, dabei auch leicht wilde Frucht, Spontanvergärung?, im Mund ein lebendiger Wein mit erfrischender Pfirsich-Frucht, wieder schönes Süße-Säure-Spiel, noch sehr jung, Säure bleibt intensiv im hinteren Bereich, auch die Mineralik bleibt am Gaumen, sehr lang, sehr gut, 89+ NK Punkte


(12c) 2001 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese ** "Fass 22"
A. P. Nr. 2607073 12 02
Clüsserath-Weiler, Trittenheim
8,0% vol. alc.

KORK!!

Die Stimmen der Anderen
89/100 Gault-Millau WeinGuide 2003


(13) 2003 Mehringer Blattenberg Riesling Spätlese Goldkapsel
A. P. Nr. 3546051 9 04
Kanzlerhof, Pölich
8,5% vol. alc.

zitronengelbe Farbe, expressive, intensive Frucht, Pfirsich-Mineralik, Mango, Ananas, dabei fein wirkend, im Mund ausdrucksvolle, mineralische Frucht, sehr frisch mit exotischen Früchten, Banane ist dabei (2003!), angenehmes Süße-Säure-Spiel, pikanter, langer, exotisch-lebendiger Abgang, sehr gut, 85+ NK Punkte


(14a) 2002 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese
A. P. Nr. 3529153 9 03
Josef Rosch, Leiwen
8,5% vol. alc.

zitronengelbe Farbe, in der Nase verhaltene, angenehme Frucht, im Mund saftige, pikante, saubere Frucht, klar und brillant, Zitrus, wieder Süße-Säure-Spiel, hat Biss, vielleicht steht die Säure etwas zu sehr im Vordergrund, gute Länge, 87 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
87/100 Gault Millau WeinGuide 2004


(14b) 2002 Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese
A. P. Nr. 2607085 11 03
Eifel-Pfeiffer, Trittenheim
8,0% vol. alc.

erste Flasche soll Kork gehabt haben, dann ellenlange Diskussion ob man nun erneut den Korker, den Konterwein oder 14a im Glas hätte. Nun denn:

hellgelbe Farbe, in der Nase kommt mir eine etwas einfache, nichtsdestotrotz typische Riesling-Frucht entgegen, ein wenig Pfirsich ist wahrzunehmen, wirkt sauber, im Wein mittlerer Körper, ein eher schlanker, eleganter Riesling mit lebendiger Säure, präsenter Säure und einer moderaten Länge, 86+ NK Punkte, auch dieser Wein scheint zu polarisieren, da andere Probenteilnehmer den Wein deutlich stärker, da mineralisch, gesehen haben, also siehe Einleitung


(15a) 2002 Longuicher Maximiner Herrenberg
Riesling Spätlese *
A. P. Nr. 2533033 6 03
Clüsserath-Hilt, Trittenheim
7,5% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase eine etwas verhaltene Frucht, im Wein mittlerer Körper, dann der Hammer, eine ungewöhnliche, sehr deutliche Karamel-Note im hinteren Bereich, Anja hat das bereits in der Nase wahrgenommen, schöne Säure, gute Länge, für mich aufgrund der Aromen etwas exotisch, aber letztlich doch gut, 84 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
84/100 Marcus Hofschuster, Wein-Plus.de: "Noch Ziemlich unentwickelter
Duft von grünen Äpfeln, Pfirsichen, Kräutern und Mineralien. Saftige,
süße Frucht mit Kräuternoten und griffiger Mineralik, sehr weiche Säure,
recht nachhaltig am Gaumen, fruchtiger, leicht pflanzlicher und
mineralischer Abgang. Bis 2007."


(15b) 1999 Longuicher Maximiner Herrenberg Riesling Auslese
A. P. Nr. 3533117 1 00
(Versteigerung des Bernkasteler Rings)
Carl Schmitt-Wagner, Longuich
8,0% vol. alc.

KORK!!!!


(16a) 2002 Trittenheimer Altärchen Riesling Auslese *
A. P. Nr. 2607085 14 03
Eifel-Pfeiffer, Trittenheim
8,0% vol. alc.

kräftiges Gelb in der Farbe, in der Nase üppige, intensive, honigsüße Aromen, im Wein konzentrierte, mundfüllende, pikante Fruchtsüße, hat Eiswein-Charakter, spitze aggressive, lebendige Säure, pikant, Honigaromen, Rosinen, sehr lang, sehr gut, 87 NK Punkte, laut Anne Eifel wurde in der Tat ein hoher Anteil Eiswein hinzugefügt

Die Stimmen der Anderen
85/100 Gault-Millau WeinGuide 2004


(16b) 2002 Leiwener Laurentiuslay Riesling Auslese
A. P. Nr. 3529127 14 03
Carl Loewen, Leiwen
8,0% vol. alc.

blassgelbe Farbe, in der Nase eigenwillige, blasse, dumpfe Frucht, im Wein setzt sich das fort, hohe Säure, passt nicht zum Körper, es fehlt daher Harmonie, Frucht weist exotische Noten auf, in der Runde wurde Mango und Papaya erwähnt, für mich enttäuschend, 79 NK Punkte

Die Stimmen der Anderen
89/100 Gault-Millau WeinGuide 2004


(17) 1997 Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese Goldkapsel
A. P. Nr. 3529042 13 98
Grans-Fassian, Leiwen
8,0% vol. alc.

hellgelbe Farbe, in der Nase bereits recht reif wirkend, mit laktischen Noten, grüner Paprika, im Mund ist Süße zwar noch erkennbar, Frucht bleibt aber blass, entspricht definitiv nicht einer Goldkapsel, Säurestruktur ist auch erkennbar, enttäuschend, da Flaschenfehler zu vermuten ist, keine Wertung

Die Stimmen der Anderen
16/20 Gault Millau WeinGuide 1999


(18) 2002 Trittenheimer Apotheke Riesling Beerenauslese *
A. P. Nr. 2607282 14 03
Clüsserath-Eifel, Trittenheim
11,0% vol. alc

zitronengelbe Farbe, in der Nase verhaltene Frucht, verhaltene Süße, definitiv kein BAL-Charakter, im Mund schlank, langweilige Süße, bescheidene Säure, wirkt daher eher breit, ist aber durchaus mineralisch, liegt noch eine Weile im Gaumen, dennoch enttäuschend, da strahlt nichts, kein Spaßfaktor, keine Aussage, belanglos, 84 NK Punkte, was schon gutwillig ist

Die Stimmen der Anderen
85/100 Marcus Hofschuster, Wein-plus.de: „Verhaltener, relativ straffer
Zitrus-Aprikosenduft. Süße Frucht mit leichten Dörrobstnoten, feine
Säure, am Gaumen etwas Honig, nicht allzu tief und präsent, aber sehr
harmonisch, guter Abgang. Bis 2010.“


Gruß aus Oberhausen
Norbert
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