Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

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pivu
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von pivu »

Herr S. hat geschrieben:Die Falstaff-Berwertungen sind durchaus interessant.
same procedure as every year, 3 Verkoster - 4 Meinungen, zumindest bei denen, die nicht voneinander abschreiben.

Ich glaube, dass meine vor Wiesbaden angestellte Prognose gleichermaßen als Fazit gelten kann. Wobei manche Pfälzer mit der hohen Reife wohl doch nicht zurecht kamen.

Dennoch bleiben einige der dort gestellten Fragen offen, also nochmals, mit dem Versuch, sie zu beantworten OHNE ein 11er GG noch im Glas gehabt zu haben:
  • "welche Entwicklungen (wenn überhaupt) gibt es" - nicht wirklich Neues, die Besten werden noch stilsicherer (z.B. Kühling-Gillot, von Winning)
    "wo und bei wem"
    "stilistische Veränderungen"
    "wie zeigt sich der Jahrgang punkto Säure und Spannung i. Vgl. zu 09" - hier vermisse ich auch noch eine Abgrenzung zu 09, wie anders ist der Jahrgang wirklich, oder beruhen die Unterschiede auf der verbesserten Arbeit in den Betrieben?
    "Kann der Rheingau seine Talfahrt bremsen, etc." - punktuell ja, das Gesamtbild bleibt negativ, eine klare Identität gibt es nicht
    "Und eine Grundsatzfrage: gibt es bisherige GG, die im Zuge der 4-Stufigkeit zu EG deklassiert werden" - wird das propagierte 4-stufige Modell überhaupt gelebt, wenn ja wie?
Ich werde jedenfalls in Eberbach versuchen, Antworten für mich zu finden und die Fragen auch stellen.

Ciao
Peter
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Birte
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von Birte »

Herr S. hat geschrieben: Die Falstaff-Berwertungen sind durchaus interessant.
Könnte es vielleicht sein, dass die Falstaff Verkoster viel stärker nach momentaner Zugänglichkeit bewerten, was natürlich auch seine Berechtigung hat, und die Verkoster hier stärker Wert auf das mögliche Potential eines Weines legen?
Neuppy
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von Neuppy »

pivu hat geschrieben:
Herr S. hat geschrieben:Die Falstaff-Berwertungen sind durchaus interessant.
same procedure as every year, 3 Verkoster - 4 Meinungen, zumindest bei denen, die nicht voneinander abschreiben.

Ich glaube, dass meine vor Wiesbaden angestellte Prognose gleichermaßen als Fazit gelten kann. Wobei manche Pfälzer mit der hohen Reife wohl doch nicht zurecht kamen.

Dennoch bleiben einige der dort gestellten Fragen offen, also nochmals, mit dem Versuch, sie zu beantworten OHNE ein 11er GG noch im Glas gehabt zu haben:
  • "welche Entwicklungen (wenn überhaupt) gibt es" - nicht wirklich Neues, die Besten werden noch stilsicherer (z.B. Kühling-Gillot, von Winning)
    "wo und bei wem"
    "stilistische Veränderungen"
    "wie zeigt sich der Jahrgang punkto Säure und Spannung i. Vgl. zu 09" - hier vermisse ich auch noch eine Abgrenzung zu 09, wie anders ist der Jahrgang wirklich, oder beruhen die Unterschiede auf der verbesserten Arbeit in den Betrieben?
    "Kann der Rheingau seine Talfahrt bremsen, etc." - punktuell ja, das Gesamtbild bleibt negativ, eine klare Identität gibt es nicht
    "Und eine Grundsatzfrage: gibt es bisherige GG, die im Zuge der 4-Stufigkeit zu EG deklassiert werden" - wird das propagierte 4-stufige Modell überhaupt gelebt, wenn ja wie?
Ich werde jedenfalls in Eberbach versuchen, Antworten für mich zu finden und die Fragen auch stellen.

Ciao
Peter
Hallo Peter,

zur Vierstufigkeit des VDP-Systems: Ich dachte dieses gilt erst ab dem Jahrgang 2012.

Grüße Peter
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pivu
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von pivu »

Neuppy hat geschrieben:
pivu hat geschrieben:
  • "Und eine Grundsatzfrage: gibt es bisherige GG, die im Zuge der 4-Stufigkeit zu EG deklassiert werden" - wird das propagierte 4-stufige Modell überhaupt gelebt, wenn ja wie?
zur Vierstufigkeit des VDP-Systems: Ich dachte dieses gilt erst ab dem Jahrgang 2012.
schon klar, aber was passiert? Da müssen ja schon jetzt Überlegungen getroffen werden.

- werden bestimmte GG'e zu EG'en deklassiert?
- werden alle GG'e zu EG'en und zeitgleich einige wenige zu GG'en befördert?
- werden alle GG'e zu EG'en und GG bleibt neuen Teilparzellen à la Brunnenhäuschen vorbehalten?

Das Ganze beinhaltet natürlich einiges an (wein)politischen Sprengstoff ... Zumal ja spätestens beim GG keine Ausfälle mehr toleriert werden dürfen und diese theoretisch sämtliche EG'e überragen müssten.

Ciao
Peter
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sorgenbrecher
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von sorgenbrecher »

ich bin mir fast sicher, dass fast alle gg auch in zukunft gg bleiben werden....

was mir bei den bewertungen auffällt sind die über fast alle verkoster durchgängig sehr hohen bewertungen für wittmann, obwohl man aus den anderen bewertungen der profis durchaus sehr unterschiedliche präferenzen herauslesen kann. trifft wittmann einen rieslingstil, der extrem konsensfähig auf extrem hohem niveau ist ?

ansonsten nervt mich das weitgehend weichgespülte in den verkostungen des falstaff.....warum verwende ich punkte (ich brauche sie eh nicht...), wenn sich gefühlt sowieso 90% der weine im bereich zwischen 90-92 punkten bewegen ?
Gruß, Marko.
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Herr S.
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von Herr S. »

Hallo zusammen,
Könnte es vielleicht sein, dass die Falstaff Verkoster viel stärker nach momentaner Zugänglichkeit bewerten
Kann schon sein. Ich sehe mich am Freitag wieder vor Weinen, denen ich im Hier und Jetzt maximal 91 Punkte zugestehen kann, die aber das Potential für wesentlich mehr besitzen. Bei den Weinen von Mosbacher geht mir das häufig so, die sind meistens sowas von zugenagelt.
Den Morstein von Wittmann hatte ich übrigens - aus 2 Tage offener Flasche - letzten Samstag im Weingut im Glas als ich meine GG abgeholt habe (Morstein und Brunnenhäuschen). Das ist schon ein tolles Zeug, alle Anlagen für einen großen Wein sind vorhanden aber momentan steht jede Komponente für sich alleine. Klar, langer Abgang usw aber großes Trinkvergnügen ist das nicht. Der Wein würde bei mir 91 Punkte mit dem extra-dicken "Plus" bekommen, sprich 3,4 oder 5 Punkte mehr sind da mit beginnender Reife definitiv noch drin.

Viele Grüße,
Björn
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Neuppy
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von Neuppy »

sorgenbrecher hat geschrieben:ich bin mir fast sicher, dass fast alle gg auch in zukunft gg bleiben werden....

was mir bei den bewertungen auffällt sind die über fast alle verkoster durchgängig sehr hohen bewertungen für wittmann, obwohl man aus den anderen bewertungen der profis durchaus sehr unterschiedliche präferenzen herauslesen kann. trifft wittmann einen rieslingstil, der extrem konsensfähig auf extrem hohem niveau ist ?

ansonsten nervt mich das weitgehend weichgespülte in den verkostungen des falstaff.....warum verwende ich punkte (ich brauche sie eh nicht...), wenn sich gefühlt sowieso 90% der weine im bereich zwischen 90-92 punkten bewegen ?
Hallo,

ich glaube auch nicht, daß jetzt eine große Welle von Abstufungen der Lagen beginnen wird. Eher glaube ich, daß einzelne bisher nicht GG Lagen zu EG Lagen befördert werden. Der Deutsche Weinatlas hat das ja schon eine entsprechende Unterteilung in privilegierte und besonders privilegierte Lagen vorgenommen. Das könnte ich mir gut vorstellen. Insbesondere wird man sich da auch schnell einig.
Bei der Abstufung ist so etwas ja immer sehr schwierig. Da kämen für mich überdies auch nur zu große Lagen in Betracht, obgleich schon heute da ja nur Teile eine Grosses Gewächs erzeugen dürfen.

Dieses Jahr hat der Falstaff doch sogar mal sehr tief gepunktet. Das goldene Loch vom Schloss Neuweier zum Beispiel nur 84 Punkte. Man kann doch verstehen, daß ein Gros der Wein über 90 Punkte liegt. Der Aufwand der betrieben wird und die Durchschnittsqualität geben das einfach her. Vielmehr stört mich, dass die Differenzierung nach oben nicht möglich ist, da wieder bei 95 Punkten abgebrochen wird. Ich habe zwar noch keine GG auf der Flasche aus 2011 verkosten können, wenn aber selbst das Orakel aus Erlangen dieses Jahr bereit ist mehr als einmal über die 95 Punktemarke zu benoten, dann muss im Jahrgang doch wohl etwas mehr drin sein als 95+.
Dies wird vor allem im Vergleich zur Bewertung der österreichischen Wein deutlich, bei denen regelmäßig 97 Punkte und mehr vergeben werden. Hier ist der Falstaff einfach nicht konsequent.

Grüße Peter
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pivu
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von pivu »

Neuppy hat geschrieben:... über die 95 Punktemarke zu benoten, dann muss im Jahrgang doch wohl etwas mehr drin sein als 95+.
Dies wird vor allem im Vergleich zur Bewertung der österreichischen Wein deutlich, bei denen regelmäßig 97 Punkte und mehr vergeben werden. Hier ist der Falstaff einfach nicht konsequent.
im Gegenteil, man könnte meinen, er ist sehr konsequent. Wo käme man auch hin, wenn deutsche Rieslinge die Wachauer Granden übertrumpfen würden, Skandal, die Zeitschrift würde abgesetzt etc....

Bin ja gespannt, ob im Weinwisser identische Bewertungen sein werden. Erinnert Euch an Bürklins 'Kirchenstück' vor 2 Jahren ...

Ciao
Peter
BerlinKitchen
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von BerlinKitchen »

Man muß hier nochmals differenzieren. Es stimmt natürlich, daß FALSTAFF generell sehr großzügig bewertet, insbesondere für österr. Weine. In diesem Fall stammen die Bewertungen für die Riesling GGs allein von Stephan Reinhardt. Und man muß das mal klar festhalten, Stephan Reinhardt ist momentan der beste Riesling Verkoster unter den Wein-Journalisten in Deutschland.


Grüße,
Martin Zwick
Zuletzt geändert von BerlinKitchen am Di 4. Sep 2012, 12:38, insgesamt 3-mal geändert.
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
Ollie
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Re: Vorpremiere GGs 2011 in Wiesbaden

Beitrag von Ollie »

Und man muß das mal klar festhalten, Stephan Reinhardt ist momentan der beste Riesling Verkoster unter den Wein-Journalisten.
Woran machst du das denn fest?

Cheers,
Ollie

PS: Auch Peter Moser bewertet die GGs.
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.

Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.

"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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