Halte ich für eine totale Fehleinschätzung. Ber BW ist mit Glück im Sommer trinkreif. Der vV ging trinkreif auf den Markt. Der BW hat mehr Säure, nicht nur gefühlt auch von den Werten. Der BW kam als hefige Limo auf den Markt und ist jetzt in einer harten Eisblock Phase. Da es sich um einen Gutsriesling handelt, ist das im positiven Sinn Mut zum Risiko. Hier hat man glücklicherweise noch die Möglichkeit in einer niedrigen Preisstufe, die Entwicklung eines Weins zu beobachten.Daher, wenn es denn unbedingt Punkte sein müssen, würde ich den Saar-Riesling aufgrund des aus meiner Sicht größeren vorhandenen Potentials einer flacheren (somit länger dauernden) Reifekurve geringfügig höher bewerten (85 und 87, um mal Zahlen zu nennen) - und den B-W dann den Sommer über mit Vergnügen austrinken![]()
Abendrot in Apricot
Re: Abendrot in Apricot
Re: Abendrot in Apricot
Das er nicht rassig war, verstehe ich nicht. Die Uhu Note hat Bernd gerochen. Ich konnte es zwar nachvollziehen, habe es aber eher in die Ecke Löwenzahn und Brennessel geschoben. Ich denke also nicht, dass Du etwas anderes im Glas hattest als ich, sondern es einfach aufgrund persönlicher Vorlieben anders einordnest.Rassig war der bei mir ganz und gar nicht. Und die mich störende Uhu-Note hat sonst auch niemand moniert
-
joern_ribu
- Beiträge: 214
- Registriert: Mo 16. Jan 2012, 11:13
Re: Abendrot in Apricot
Prima, da haben wir also Dissenz und somit was zum DiskutierenHalte ich für eine totale Fehleinschätzung. Ber BW ist mit Glück im Sommer trinkreif. Der vV ging trinkreif auf den Markt. Der BW hat mehr Säure, nicht nur gefühlt auch von den Werten. Der BW kam als hefige Limo auf den Markt und ist jetzt in einer harten Eisblock Phase. Da es sich um einen Gutsriesling handelt, ist das im positiven Sinn Mut zum Risiko. Hier hat man glücklicherweise noch die Möglichkeit in einer niedrigen Preisstufe, die Entwicklung eines Weins zu beobachten.
Und was die Entwicklungsmöglichkeiten der beiden Weine angeht, gehen unsere Meinungen wohl wirklich arg auseinander. Was den van Volxem anbelangt: Ja, der ist trinkreif, vom ersten Schluck an. Aber, im Gegensatz zu Deiner Wahrnehmung, hat er sich bei mir (und Andreas) durchaus noch im Glas verändert, er war am zweiten Tag besser (harmonischer, komplexer, vielfältiger). Das spricht aus mMn für seine Entwicklungsmöglichkeiten, er hat auch jede Menge "Stoff", Extrakt (wie auch immer man es am besten bezeichnet, man sehe sich nur die "Kirchenfenster" im Glas an), was sich im Laufe der Zeit geschmacksbildend wandeln wird. Ich habe die analytischen Werte nicht, und auch wenn mir persönlich die Säure etwas zu dezent ist - so säurearm, dass er sich die nächsten 2-3 Jahre nicht mehr positiv entwickeln wird, ist er sicher nicht. Also Trinkreife jetzt: Zustimmung. Bei Dir hört es sicher aber an, als wäre damit die Entwicklung bereits abgeschlossen. Da widerspreche ich gerne - auch aufgrund der positiven Erfahrung mit dem 2009er. Ich werde gerne zwei Flaschen vom 2011er aufheben, um sie in ca. 2 Jahren nochmal zu testen.
Beim Bürklin-Wolf kann ich nur aus der Momentaufnahme heraus urteilen, da mag ich dann auch etwas daneben liegen, was die Einschätzung der Entwicklung angeht. Aber ich finde ihn nicht so verschlossen, wie mir dein "Eisblock"-Vergleich suggeriert. Der zeigte bei mir die typische junge Riesling-Nase, nicht überbordend oder opulent, aber so wie es sich für einen jungen Pfälzer Riesling der Basisklasse gehört - nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger. Genauso am Gaumen: klar, geradlinig, säurebetont, relativ wenig Pfirsich und andere Fruchtnoten zeigend, dafür mehr Frische (Zitrus, Lemon?) im Vordergrund. Ein prima Basiswein aus meiner Sicht, animierend, hat Lust aufs zweite Glas gemacht. Aber zeigt er mit zunehmender Reife deutlich mehr Facetten? Da bin ich einfach etwas skeptisch. Was kommt noch nach, wenn die Frische und Spritzigkeit zurückgeht? Kann gut sein, dass ich da falsch liege, mit solcher Art Prognosen habe ich noch wenig Erfahrung. Ich denke aber, dass der Gutsriesling in zwei Jahren auch noch gut trinkbar sein wird, aber von seiner Frische und Jugendlichkeit verloren haben wird und dann hinter einem komplexer gereiften van Volxem zurückfallen dürfte. Wäre ja bei einem Wein, der gut 20% günstiger ist, auch keine Schande.
-----------------------------------------------------------------
Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht
Jörn
Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht
Jörn
-
joern_ribu
- Beiträge: 214
- Registriert: Mo 16. Jan 2012, 11:13
Re: Abendrot in Apricot
Werde gleich nächsten Dienstag beim Uma Wine Dinner in Berlin mit Weinen ausschliesslich von Bürklin-Wolf Gelegenheit haben, mehr von Bürklin-Wolf zu probieren. Bin gerade nach der Diskussion hier und der Probe des Gutsrieslings sehr gespannt....reizt mich dieses Weingut 2011 sehr.
-----------------------------------------------------------------
Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht
Jörn
Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht
Jörn
Re: Abendrot in Apricot
Von einer abgeschlossenen Entwicklung habe ich nicht gesprochen, aber die Veränderung wird geringer sein als beim BW, der noch überhaupt nicht fertig ist. Rückschlüsse von 2009 auf 2011 zu ziehen, halte ich für sehr riskant. Der vV hat sich stark verändert. Was die Säure des vV betrifft, wäre ich sehr vorsichtig. Die intensive Mineralität lässt einem nicht so sehr auf die Säure achten. Trinkt man den Wein und achtet bewusst auf die Säure, merkt man das die ein wenig schwach auf der Brust ist.Also Trinkreife jetzt: Zustimmung. Bei Dir hört es sicher aber an, als wäre damit die Entwicklung bereits abgeschlossen. Da widerspreche ich gerne - auch aufgrund der positiven Erfahrung mit dem 2009er. Ich werde gerne zwei Flaschen vom 2011er aufheben, um sie in ca. 2 Jahren nochmal zu testen.
Natürlich fließt meine Erfahrung vom März mit ein. ABER, kann es nicht sein, dass Du die Kühle, die er im Mund hat mit Frische verbindest? Der Wein ist von der Heftigkeit im Mund in Kombination mit der Nase, die oftmals so weg war, dass ich es nicht vom Mineralwasser unterscheiden konnte, ja ich habe die Augen zugemacht, eindeutig in einer Verschlussphase. Ich mache mich sonst gerne über solche Aussagen lustig, aber in diesem Fall bin ich mir so sicher, dass ich das bis zum bitteren Ende verteidige.Der zeigte bei mir die typische junge Riesling-Nase, nicht überbordend oder opulent, aber so wie es sich für einen jungen Pfälzer Riesling der Basisklasse gehört - nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger.
Re: Abendrot in Apricot
Hallo zusammen,
von der Säurewahrnehmung abgesehen, bin ich näher bei Jörn, mein Bürklin-Wolf wirkte nicht sonderlich verschlossen. Aber vielleicht besorge ich mir nochmal zwei Flaschen, verkoste die eine demnächst nach und lege die zweite zurück.
Grundsätzlich ist mein Eindruck, dass Bürklin-Wölfe recht langlebig sein können. Aber das gründet sich vor allem auf einige reife Exemplare der höheren Liga.
Grüße, Christopher
von der Säurewahrnehmung abgesehen, bin ich näher bei Jörn, mein Bürklin-Wolf wirkte nicht sonderlich verschlossen. Aber vielleicht besorge ich mir nochmal zwei Flaschen, verkoste die eine demnächst nach und lege die zweite zurück.
Grundsätzlich ist mein Eindruck, dass Bürklin-Wölfe recht langlebig sein können. Aber das gründet sich vor allem auf einige reife Exemplare der höheren Liga.
Grüße, Christopher
-
Bernd Schulz
- Beiträge: 7632
- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Abendrot in Apricot
Dass der Van Volxem noch zulegen kann, glaube ich schon. Im Moment wirken die primären Aromen zwar nicht übertrieben kitschig, aber schon noch ziemlich laut; wenn sich das gelegt hat, wird der Wein vermutlich in sich stimmiger schmecken.
. Solange es genug Alternativen mit einer konsumentenfreundlicheren Preispolitik gibt - und davon gibt es in Relation zu meinen Keller- und Leberkapazitäten mehr als genug! -, überlasse ich die Bürklin-Wolf-Rieslinge gerne anderen. Wobei ich zugeben muss, dass speziell der Gutsriesling mit dem Sonderangebotspreis vom Kaufhof in einem vernünftigen Rahmen lag - aber nachkaufen muss ich den Wein trotzdem nicht.
Beste Grüße
Bernd
Mit Blick auf die Preisliste reizt mich Bürklin-Wolf überhaupt nicht, denn ich warte nämlich immer noch vergeblich darauf, dass sich endlich ein Goldesel zu mir verirrt!Auf jeden Fall reizt es mich, die höheren Qualitätsstufen von BW zu probieren, da ist sicher Spannendes dabei. Mit ein bisschen Abstand und der Wittmann Erfahrung von gestern reizt mich dieses Weingut 2011 sehr.
Beste Grüße
Bernd
Re: Abendrot in Apricot
Kaufen werde ich bis auf einen, den ich gestern empfohlen bekam, auch nichts. Aber ich werde die Weine sicher noch auf einer öffentlichen Probe testen und dann meine Kaufempfehlungen weiter geben. Ich beeinflusse gerne die Keller anderer Menschen.Mit Blick auf die Preisliste reizt mich Bürklin-Wolf überhaupt nicht, denn ich warte nämlich immer noch vergeblich darauf, dass sich endlich ein Goldesel zu mir verirrt!
-
Bernd Schulz
- Beiträge: 7632
- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Abendrot in Apricot
Meine VKN zum Bürklin-Wolf habe ich jetzt endlich in die Datenbank übertragen:

Zwar habe ich einfach mal Pünktchen (zu meiner eigenen Orientierung) hingeschrieben, aber genau weíß ich immer noch nicht, was ich von dem Wein halten soll. Keine Ahnung, wohin da die Reise innerhalb der nächsten zwei Jahre gehen wird!
Beim Diskutieren sollten wir nicht vergessen, dass es um ausgesprochen junges und damit sehr schwer beurteilbares Zeugs geht. Einige der von mir bevorzugten Rieslingwinzer haben ihre 2011er aus gutem Grund überhaupt noch nicht im Verkauf...
Viele Grüße
Bernd

Zwar habe ich einfach mal Pünktchen (zu meiner eigenen Orientierung) hingeschrieben, aber genau weíß ich immer noch nicht, was ich von dem Wein halten soll. Keine Ahnung, wohin da die Reise innerhalb der nächsten zwei Jahre gehen wird!
Beim Diskutieren sollten wir nicht vergessen, dass es um ausgesprochen junges und damit sehr schwer beurteilbares Zeugs geht. Einige der von mir bevorzugten Rieslingwinzer haben ihre 2011er aus gutem Grund überhaupt noch nicht im Verkauf...
Viele Grüße
Bernd
Re: Abendrot in Apricot
Das ist natürlich richtig, wobei das auf den BW noch viel mehr zutrifft. Allerdings besteht darin für mich auch der Spaß an der Sache. Ich habe mich gestern noch in Siegburg darüber unterhalten, was so am meisten bei der 2011er Probe gekauft wurde. Hat mich nicht überrascht, ein Wein, wo man relativ sicher sein kann, dass er voll da ist.Beim Diskutieren sollten wir nicht vergessen, dass es um ausgesprochen junges und damit sehr schwer beurteilbares Zeugs geht. Einige der von mir bevorzugten Rieslingwinzer haben ihre 2011er aus gutem Grund überhaupt noch nicht im Verkauf...