Bordeaux 2009

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Lars Dragl
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von Lars Dragl »

Hallo Ingo!

Bitte nicht als Klugsch...erei verstehen, sondern als Interesse: Wie riecht denn Graphit? Nachdem ich früher Schreiner war, ist mir der Geruch von Zedernholz sehr gut bekannt (ist in der Verarbeitung nochmal krasser als Bleistift spitzen), aber Graphit? Das riecht doch nicht? Was meinst du damit?

Herzliche Grüße

Lars
amateur des vins
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von amateur des vins »

Ich glaube, das hatten wir schon:
Wie riecht "mineralisch" (Schiefer, Kalkstein, Granit, ...)?

Ich habe die Bleistiftassoziation auch öfter, wohl wissend, daß...
Besten Gruß, Karsten
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EThC
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von EThC »

...Graphit hat schon einen Geruch, zumindest in feinst gemahlen als Festschmierstoff...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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dylan
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von dylan »

Ingo hat geschrieben: ↑So 1. Nov 2026, 16:22 Haut Bailly 2009. Direkt nach dem Öffnen sehr verhaltenes Bouquet, Korkschleicher stand schon im Verdacht. Auch am Gaumen (erwartungsgemäß) direkt nach dem ersten Einschenken Stille. Die Flasche brauchte Zeit! Nach ca 3 Std. ging die Post ab. Dunkle Beeren, Himbeere, wohldosiertes Holz, süße Gewürze, ein Pfauenrad an Aromen. Reife dunkle Beeren tapezieren den Gaumen aus, dazu gesellen sich Graphit, süße Tannine und eine runde Säure. Man leert das Glas, der Wein verdunstet fast und man will immer Nachschenken. Der Wein befindet sich mMn in einer erste Frühtrinkphase, ist aber bereits jetzt eines meiner Highlights des Jahres. 97 P.
Hallo Ingo,

den Wein hatten wir am Samstag im Rahmen einer größeren Verkostung (21 Weine aus 09) ebenfalls im Glas.
Im Vergleich zu manch anderen Kraftmeiern wirkte er gearadezu fein und elegant. Neben seinen Flightpartnern Smith-Haut Lafitte
und Clinet kam er fast schüchtern und zart daher, wusste aber dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) in der Runde mit einer Durchschnittswertung von 96 P und einem ehrenvollen 13. Platz im Gesamtranking durchaus zu überzeugen.

Grüße

dylan
Zaccetti
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von Zaccetti »

dylan hat geschrieben: ↑Mo 2. Nov 2026, 12:09 wusste aber dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) in der Runde mit einer Durchschnittswertung von 96 P und einem ehrenvollen 13. Platz im Gesamtranking durchaus zu überzeugen.
Was waren den da für Granaten dabei wenn man mit 96 Punkte "nur" 13. von 21. wird? :shock: Gibs da noch einen kleinen Bericht dazu von dir? Würde mich sehr interessieren
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harti
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von harti »

Zaccetti hat geschrieben: ↑Di 3. Nov 2026, 09:17
dylan hat geschrieben: ↑Mo 2. Nov 2026, 12:09 wusste aber dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) in der Runde mit einer Durchschnittswertung von 96 P und einem ehrenvollen 13. Platz im Gesamtranking durchaus zu überzeugen.
Was waren den da für Granaten dabei wenn man mit 96 Punkte "nur" 13. von 21. wird? :shock: Gibs da noch einen kleinen Bericht dazu von dir? Würde mich sehr interessieren
Hallo Zaccetti,

dann fange ich mal an. Es handelt sich um eine Verkostung der in einem anderen Thread erwähnten Marburg-Runde, die einmal im Jahr für ein Wochenende zusammentrifft, um themenbezogene (Bdx-Proben) abzuhalten. Dieses Mal standen 2001 und 2009 zur Begutachtung an. Für die 2009er hatten wir in der Tat ein recht hochwertiges Line-Up. Verkostet wurde überwiegend in Dreier-Flights einfach blind, d.h. es war bekannt, welche Weine dabei sein würden, nicht aber die Reihenfolge.

1. Flight:

Gazin, Pomerol: Kräuter, dunkle Beeren, etwas Marzipan und Wachs; auch am Gaumen kräuterig, rund, charmant, schmeckt mir! (93 von mir, 94 im Schnitt, Median 94)
Clos Fourtet, St. Emilion: für mich der schwächste Wein des Abends, was aber auf einen mangelhaften Korken zurückzuführen sein könnte; Holunder, Süße; am Gaumen stumpf, Überreife-Noten, holzig, viel Alkohol, da kommt bei mir kein Spaß auf (88/93/93)
Canon, St. Emilion: süße Nase, dunkle Beeren; viel Holz, gute Struktur, saftig, recht süß am Gaumen, kräftiges Tannin (92/94,4/95)

Der erste Flight hat es bei mir immer etwas schwer, deswegen liegen meine Noten unterhalb jenen derGruppe (von insgesamt 13 Verkostern).

2. Flight:

Pontet Canet: Würze, Kräuter, noch recht verhaltene Nase; sehr schöne Struktur, saftig, Kirsche, tolles Potenzial, ein hervorragender Wein (98/96,5/96)
Figeac, St. Emilion: schmalzig, kaum Frucht; kräuterig, recht kernig, gute Länge, hat Dampf, aber weit von dem entfernt, was jüngere Figeacs bringen (94/94,3/94)
Lynch Bages: ähnelt dem Pontet Canet sehr, auch hier wirklich tolle Anlagen, ebenfalls einer meiner Lieblinge (98/96,5/97)

Das war schon mal richtig gut, auch wenn der Figeac in diese Runde nicht optimal passte.

Fortsetzung folgt
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harti
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Re: Bordeaux 2009

Beitrag von harti »

und weiter im Text:

3. Flight

Haut-Bailly, Pessac-Léognan: Dunkle Beeren, Cassisnote; saftig, schöne Struktur, eher dunkler Fassbrand, toller Wein, recht süß (96/95,8/97)
Smith Haut Lafitte, Pessac-Léognan: verhaltene Nase, schmalzig; moderner Ansatz, Karamell, sehr voll, enorme Länge, massives Tannin (95/96/95)
Clinet, Pomerol: Fleischbrühe, dunkle Beeren; saftig, voll, schwierig zu verkosten im Moment (94/95,5/95)

Von den drei Weinen würde ich nur den Haut-Bailly gern im Keller haben, das wird mal ein Klassiker. SHL ist mir zu modern und auf Konzentration getrimmt, bei Clinet bin ich mir unsicher, was mal daraus wird.

4. Flight

Haut-Brion, Pessac-Léognan: Dunkle Beeren, süße Nase, saftig, kräftiges Tannin, schöne Länge, tolle Struktur (96/96,8/97)
Châteaux Margaux: dunkle Beeren, Cassis, Pauillac?; Mocca, voll, rund, viel Druck, ganz großer Wein, aristokratisch (98/98,2/98)
Latour, Pauillac: leichter Muffton; viel Saft, kräftiges Tannin, hat Dampf, Walnuss nur in Andeutungen, typischer Pauillac; meine Bewertung abstrahiert vom mutmaßlichen Fehlton (98/97,4/97,5)

Haut-Brion habe ich wahrscheinlich zu konservativ bewertet, da wird noch viel mehr kommen. Margaux ist wie fast immer ein Hit, Latour fiel dagegen wieder mit unsauberen Noten auf. Ich würde mir wünschen, mal wieder einen wirklich fehlerfreien und dem Nimbus gerecht werdenden Wein ins Glas zu bekommen. Bei Latour ziehen wir leider sehr häufig Nieten!

Fortsetzung folgt.
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