Heute brauchte ich was wirklich Gutes:
2023 Auxey-Duresses „Les trés vieilles vignes“ Domaine Alain Gras
Die Nase ist schon sehr einladend. Am Gaumen ist das ein hocheleganter Burgunder mit ganz feinen, differenzieren Fruchtnoten bei mittlerem Körper. Der ruht komplett in sich und zeigt im Abgang eine wunderbare Länge. Wenn der noch etwas komplexer wäre dann hätte ich hier richtig großes Kino im Glas. Aber so ist das auch durchaus schon großes Kino. Der erinnert mich ob seiner Eleganz und Feinheit an den hervorragenden Monthelie von Douhairet-Porcheret. Das sind genau die Weine, weshalb ich mittlerweile das Burgund so schätze.
93-94 Punkte. Hat knapp unter 40 Euro gekostet.
Gruß
Ralf
Burgund rot 2023
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OnlineRalf Gundlach
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Re: Burgund rot 2023
was über De Villaine 2023 Rully 1er Cru rouge 'Champs Cloux' abrufbar war, ließ einen eher fülligen Wein erwarten, so dass ich über seine Feingliedrigkeit staunte. Mitgenießern ging es zum Teil ganz anders, d.h. kritisiert wurden zu Anfang Schwere und dass der Wein wenig zum Trinken animiere - also ganz anders als bei mir. Mir schienen Frucht, Säure, zartes Holz, Tannin wie nach einem gewandten Drehbuch aufzutreten und ich war nur besorgt, dass der Wein sich in einer hübschen Finesse erschöpft. Dann aber lösten sich schwirrend Eindrücke vom „Grundbau“, der nun unwichtig wurde. Zuerst war da nur eine recht profane, aber schon vom Gegenständlichen wegziehende Kaffeenote. Dann aber schwärmten fast bei jedem Schluck kleine aromatische Sensationen aus, die Champs Cloux für mich zu einem sehr schönen und auch tiefgründigen Erlebnis machen.(Auch allgemein wurde der Wein nun höher eingeschätzt.)
Später verflachte der Wein, wurde eindimensionaler. Nach Stunden wieder eine reizvolle Dichte, ohne die Sensationen vom Beginn.
Später verflachte der Wein, wurde eindimensionaler. Nach Stunden wieder eine reizvolle Dichte, ohne die Sensationen vom Beginn.
"Gewiss sind Berkeley und Kant nicht so großzügig wie Ayer - sie behaupten nicht, dass wir sagen können, was wir wollen, solange wir nur mit der sinnlichen Mannigfaltigkeit Schritt halten."
John Austin über Alfred Ayer (Übers. Eva Cassirer)
John Austin über Alfred Ayer (Übers. Eva Cassirer)
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Ostbelgier
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Re: Burgund rot 2023
Hallo zusammen,
ein Chorey les Beaune ist niemals ein komplexer und komplizierter Wein. Er wächst jenseits der Route Nationale im flachen Land, aber gibt sich der Winzer etwas Mühe damit, kommt etwas sehr schönes heraus wie dieser
Georges Roy et Fils: Chorey les Beaune 2023
Sehr trinkanimierend, jeder Schluck macht Lust auf den Nächsten. Feine Griottes, etwas feines Leder, sehr sanftes Tannin, gute Länge. Das ist im positiven Sinne süffig und animierend und kostet nicht einmal die Welt.
Viele Grüße
Markus
ein Chorey les Beaune ist niemals ein komplexer und komplizierter Wein. Er wächst jenseits der Route Nationale im flachen Land, aber gibt sich der Winzer etwas Mühe damit, kommt etwas sehr schönes heraus wie dieser
Georges Roy et Fils: Chorey les Beaune 2023
Sehr trinkanimierend, jeder Schluck macht Lust auf den Nächsten. Feine Griottes, etwas feines Leder, sehr sanftes Tannin, gute Länge. Das ist im positiven Sinne süffig und animierend und kostet nicht einmal die Welt.
Viele Grüße
Markus
Re: Burgund rot 2023
Nicole Lamarche, 2023 Bourgogne rouge, 13% vol.
Die Basis einer Top-Produzentin aus Vosne-Romanée. Klassisch wirkende Nase mir roter Frucht, Kirsche, auch ein Touch Himbeere, dazu ein Hauch etwas Dunkleres, vielleicht Brombeere, eine Spur Würze und Leder, duftig und sehr animierend. Am Gaumen setzen sich die Fruchteindrücke in frischer und charmanter Art fort, wieder dezente Würze, aromatisch klar als Pinot erkennbar, gute, präzise Säure, auch ein Hauch Mineralik, mittlerer Körper und mittlere Konzentration, hat gewisse Eleganz, extrem trinkanimierend, jetzt schon äusserst zugänglich, sehr guter Basis-Bourgogne. (90-91 P.)
Natürlch haben wir es hier weder mit einem besonders tiefen oder komplexen Wein zu tun, aber die Terroir- und Rebsortentypizität macht das in Kombination mit seiner harmonisch-trinkanimierenden Art zu einem hervorragenden Vertreter seine Klasse. Ein Wein zum jetzt trinken. Grosse Zufriedenheit!
Die Basis einer Top-Produzentin aus Vosne-Romanée. Klassisch wirkende Nase mir roter Frucht, Kirsche, auch ein Touch Himbeere, dazu ein Hauch etwas Dunkleres, vielleicht Brombeere, eine Spur Würze und Leder, duftig und sehr animierend. Am Gaumen setzen sich die Fruchteindrücke in frischer und charmanter Art fort, wieder dezente Würze, aromatisch klar als Pinot erkennbar, gute, präzise Säure, auch ein Hauch Mineralik, mittlerer Körper und mittlere Konzentration, hat gewisse Eleganz, extrem trinkanimierend, jetzt schon äusserst zugänglich, sehr guter Basis-Bourgogne. (90-91 P.)
Natürlch haben wir es hier weder mit einem besonders tiefen oder komplexen Wein zu tun, aber die Terroir- und Rebsortentypizität macht das in Kombination mit seiner harmonisch-trinkanimierenden Art zu einem hervorragenden Vertreter seine Klasse. Ein Wein zum jetzt trinken. Grosse Zufriedenheit!
Beste Grüße
Gaston
Gaston
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Ostbelgier
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- Wohnort: Raeren, Belgien
Re: Burgund rot 2023
Hallo zusammen,
-Gaston: Verrätst Du, wo Du den Wein gefunden hast ? Ich kannte Weine, die ihr Vater gemacht hat, habe mich bislang aber noch nicht getraut, Weine der Tochter zu probieren.
Heute zum Hasenrücken gab es eine Überraschung:
Famille Guerin: Maranges sur le Bois 2023
Da hatte ich eine ziemliche Frucht-Wuchtbrumme erwartet, und dann kam es ganz anders. Überraschend helle Farbe, feiner, beinahe nobler Duft, viel Mineralik, Cassis, feines Leder. Ebenso am Gaumen, da kommt noch eine erfrischende Erdbeernote hinzu. Wirklich fabelhafte Länge. Ein sehr schöner, feiner Wein, der im Fachhandel genau 18,60 gekostet hat. Tolles PLV.
Viele Grüße
Markus
-Gaston: Verrätst Du, wo Du den Wein gefunden hast ? Ich kannte Weine, die ihr Vater gemacht hat, habe mich bislang aber noch nicht getraut, Weine der Tochter zu probieren.
Heute zum Hasenrücken gab es eine Überraschung:
Famille Guerin: Maranges sur le Bois 2023
Da hatte ich eine ziemliche Frucht-Wuchtbrumme erwartet, und dann kam es ganz anders. Überraschend helle Farbe, feiner, beinahe nobler Duft, viel Mineralik, Cassis, feines Leder. Ebenso am Gaumen, da kommt noch eine erfrischende Erdbeernote hinzu. Wirklich fabelhafte Länge. Ein sehr schöner, feiner Wein, der im Fachhandel genau 18,60 gekostet hat. Tolles PLV.
Viele Grüße
Markus
Re: Burgund rot 2023
Auch auf die Gefahr hin, kein Like zu bekommen, versuche ich es mal mit dem nächsten Wein.
Vor ca. 20 Jahren probierte ich einige Rotweine der Domaine de Villaine, die ich als rustikal und ruppig in Erinnerung habe. Danach liefen sie mir nicht mehr über den Weg.
Deshalb freute ich mich jetzt, dass ich dank der Initiative von Kle mal wieder einen Wein dieser Domaine ins Glas bekam, den ich über 3 Tage verfolgte.
Der
Domaine de Villaine Rully 1er Cru Les Cloux 2023 rouge
zeigt sich ganz anders, als die Weine aus meiner Erinnerung, statt kantig und rustikal, sehr weich und zugänglich.
In der Nase extrem jugendlich noch voll auf der weichen, vollsaftigen Primärfrucht gepaart mit Rosenblättern und Veilchen.
Die Üppigkeit der Frucht spiegelt sich auch am kräftigen Gaumen wider. Ich frage mich, ob dahinter mehr versteckt ist. Ich finde noch ein paar dezente kräutrige und würzige Anklänge. Mir fehlt aber insgesamt eine gewisse Tiefe und Vielschichtigkeit. Wenn ich den Wein in den Mund nehme und ihn hin- und herbewege, ist da einfach nicht viel, fast ein wenig Leere. Aber, und das mag jetzt im Widerspruch zur bemängelten vertikalen Komplexität stehen, er hat eine gewisse (horizontale) Länge, bleibt lange hinten im Rachen stehen und zieht nach. Das liegt zum einen an dem ganz feinen Tannin und zum anderen an der schönen Säure, die nicht spitz, sondern reif ist und den Wein deutlich strukturiert. Beide Elemente heben die Schwerfälligkeit der vordergründigen Primärfruchtigkeit auf und der Wein wirkt hinten frischer und zeigt einen schönen Abgang. Der Alkohol ist trotz des recht warmen Jahres völlig unauffällig.
Der Wein gefällt, hat durchaus Trinkfluss, aber wird nach gewisser Zeit etwas langweilig, weil zu eindimensional. Ob sich hier mit mehr Lagerung noch etwas verbessert, kann ich nicht beurteilen. Für mich wäre der aufgerufene Preis derzeit zu hoch.
Ein spannendes Experiment für mich, vielen Dank Kle!
VG Nora
Vor ca. 20 Jahren probierte ich einige Rotweine der Domaine de Villaine, die ich als rustikal und ruppig in Erinnerung habe. Danach liefen sie mir nicht mehr über den Weg.
Deshalb freute ich mich jetzt, dass ich dank der Initiative von Kle mal wieder einen Wein dieser Domaine ins Glas bekam, den ich über 3 Tage verfolgte.
Der
Domaine de Villaine Rully 1er Cru Les Cloux 2023 rouge
zeigt sich ganz anders, als die Weine aus meiner Erinnerung, statt kantig und rustikal, sehr weich und zugänglich.
In der Nase extrem jugendlich noch voll auf der weichen, vollsaftigen Primärfrucht gepaart mit Rosenblättern und Veilchen.
Die Üppigkeit der Frucht spiegelt sich auch am kräftigen Gaumen wider. Ich frage mich, ob dahinter mehr versteckt ist. Ich finde noch ein paar dezente kräutrige und würzige Anklänge. Mir fehlt aber insgesamt eine gewisse Tiefe und Vielschichtigkeit. Wenn ich den Wein in den Mund nehme und ihn hin- und herbewege, ist da einfach nicht viel, fast ein wenig Leere. Aber, und das mag jetzt im Widerspruch zur bemängelten vertikalen Komplexität stehen, er hat eine gewisse (horizontale) Länge, bleibt lange hinten im Rachen stehen und zieht nach. Das liegt zum einen an dem ganz feinen Tannin und zum anderen an der schönen Säure, die nicht spitz, sondern reif ist und den Wein deutlich strukturiert. Beide Elemente heben die Schwerfälligkeit der vordergründigen Primärfruchtigkeit auf und der Wein wirkt hinten frischer und zeigt einen schönen Abgang. Der Alkohol ist trotz des recht warmen Jahres völlig unauffällig.
Der Wein gefällt, hat durchaus Trinkfluss, aber wird nach gewisser Zeit etwas langweilig, weil zu eindimensional. Ob sich hier mit mehr Lagerung noch etwas verbessert, kann ich nicht beurteilen. Für mich wäre der aufgerufene Preis derzeit zu hoch.
Ein spannendes Experiment für mich, vielen Dank Kle!
VG Nora
Re: Burgund rot 2023
Vielen Dank, Nora für deine Beschreibung! Eigentlich gibt es nur einen Gegensatz zu meinen Eindrücken: Richtig langweilig wurde der Wein für mich nicht, da zu rätselhaft.
Der „Cloux“ sollte nicht verwechselt werden mit dem „Champs Cloux“. Erster wächst anscheinend in höheren Lagen und ich konnte beide im Paket sehr günstig bei einem Hamburger Weinhändler erwerben. Obwohl ich da häufiger an Verkostungen teilnehme, ist mir Burgund fremd geblieben, weshalb ich mir von Expertinnen wie Nora Hilfe verspreche.
Anders als der Champs Cloux hat mich der Cloux auf den ersten Schluck enttäuscht. Primäfruchtig, flauschig-kräftig, Substanz ohne richtige Tiefe. Ich vermisse die Burgunder- Tugenden des kürzlich probierten Forey. Eine Weile hatte ich den Verdacht, meine Flasche sei fehlerhaft/verschlossen, da eindeutig zu flache Aromatik. Das gibt sich allmählich und nach Noras Anregung habe ich auf die Säure geachtet und fand sie auch gekonnt.
Nach einem Tag recht dichte Frucht, eher Kirsche als Waldbeeren, dazu konzentrierte Würze eng mit tanninigen Eindrücken. Mitunter die Frucht schön plastisch und elegant. Aber der Wein scheint fokussiert auf wenige Eindrücke, ist irgendwie weder lang noch kurz, weder flach noch tiefgründig. Die recht kompakten Aromen suggerieren, mit mehr Reife würde er vielleicht mehr Komplexität „entpacken“: Später der Fruchteindruck (etwas Himbeere?) leichter und nach vorne pelziges, kräftiges Tannin. Es gibt genug Leben in dem Wein, um immer wieder mit neuen Eindrücken sich selbst zu kontern. So fasziniert er auch als leicht bitteres Beerenkonzentrat mit Zug und weicheren Obertönen, darunter dunkel-waldigen Noten. Aber hinter all den anregenden Phänomenen gab es kein echtes Anzeichen für einen tieferen Raum.
Gruß, Kle
Der „Cloux“ sollte nicht verwechselt werden mit dem „Champs Cloux“. Erster wächst anscheinend in höheren Lagen und ich konnte beide im Paket sehr günstig bei einem Hamburger Weinhändler erwerben. Obwohl ich da häufiger an Verkostungen teilnehme, ist mir Burgund fremd geblieben, weshalb ich mir von Expertinnen wie Nora Hilfe verspreche.
Anders als der Champs Cloux hat mich der Cloux auf den ersten Schluck enttäuscht. Primäfruchtig, flauschig-kräftig, Substanz ohne richtige Tiefe. Ich vermisse die Burgunder- Tugenden des kürzlich probierten Forey. Eine Weile hatte ich den Verdacht, meine Flasche sei fehlerhaft/verschlossen, da eindeutig zu flache Aromatik. Das gibt sich allmählich und nach Noras Anregung habe ich auf die Säure geachtet und fand sie auch gekonnt.
Nach einem Tag recht dichte Frucht, eher Kirsche als Waldbeeren, dazu konzentrierte Würze eng mit tanninigen Eindrücken. Mitunter die Frucht schön plastisch und elegant. Aber der Wein scheint fokussiert auf wenige Eindrücke, ist irgendwie weder lang noch kurz, weder flach noch tiefgründig. Die recht kompakten Aromen suggerieren, mit mehr Reife würde er vielleicht mehr Komplexität „entpacken“: Später der Fruchteindruck (etwas Himbeere?) leichter und nach vorne pelziges, kräftiges Tannin. Es gibt genug Leben in dem Wein, um immer wieder mit neuen Eindrücken sich selbst zu kontern. So fasziniert er auch als leicht bitteres Beerenkonzentrat mit Zug und weicheren Obertönen, darunter dunkel-waldigen Noten. Aber hinter all den anregenden Phänomenen gab es kein echtes Anzeichen für einen tieferen Raum.
Gruß, Kle
"Gewiss sind Berkeley und Kant nicht so großzügig wie Ayer - sie behaupten nicht, dass wir sagen können, was wir wollen, solange wir nur mit der sinnlichen Mannigfaltigkeit Schritt halten."
John Austin über Alfred Ayer (Übers. Eva Cassirer)
John Austin über Alfred Ayer (Übers. Eva Cassirer)