Ich denke schon: Grundsätzlich taugt heute ein 4-5 Euro Wein nix, wenn er 8 Euro kostet und was taugt, ist das schon eine erfreuliche Sache. Nun kaufen wir alle nicht mehr Weine im Supermarkt, sondern bei unseren bevorzugten Winzern, Händlern. Meine Erfahrung ist die: Es gibt naturgemäss eine Relation zwischen Preis und Qualität. Mit Ausnahmen in beiden Richtungen, natürlich. Wenn man nicht mehr auf jeden Euro achten muss (wie ich glücklicherweise /bin Normalverdiener/), dann erlahmt ein wenig die Suche nach dem "besten Wein zum niedrigsten Preis" - will sagen: der Preis spielt natürlich eine Rolle, aber keine absolute mehr. Deshalb leiste ich mir hin und wieder Ausflüge in höhere Preiskategorien (25/30+ €) und habe dort grossartige Erlebnisse wie auch herbe Enttäüschungen erlebt (Burgund
Das Alltagsbrot sind Weine von denen ich mit Sicherheit weiss, dass sie den abgerufenen Preis mehr als wert sind. Bestes Beispiel: Florian Weingart, wahrscheinlich mein Lieblingswinzer. Seine Weine kosten, wenn ich mich nicht irre, vom Gutswein bis zum Spätburgunder ungefähr zwischen 9 und 20 Euro, und ich weiss, egal welchen Wein ich bestelle, habe ich in jeder Kategorie ein Spitzenprodukt erworben. Es gibt ein paar von solchen Winzern, denen ich dehalb die Treue halte, aber natürlich will man auch Neues entdecken, und da riskiere ich gerne einige Euros, auf die Gefahr hin, mich zu verbrennen.
Lange rede kurzer Sinn, mit folgenden banalen Schlussfolgerungen:
- Es gibt eine Relation zwische Preis und Qualität, die nicht absolut ist, mit Ausnahmen nach oben und unten.
- Weine unter 5-6 Euro und Weine aus dem Supermarkt taugen in der Regel nichts.
- Auch teure Weine für 40, 50 Euro können schlecht sein (oder sagen wir: meinem Geschmack überhaupt nicht entsprechen)
- Ein richtig gelungener Riesling-Gutswein für 8 Euro kann mir genauso viel Freude bereiten wie ein Burgunder für 50 Euro.
- Das Potential des Budgets entscheidet über das Einkaufsverhaten, habe ich mehr zur Verfügung, riskiere ich auch mal blind Teureres.
- Im Laufe der "Weintrinker-Karriere" entwickelt man ein Gespür für ein Preis-Qualitäts-Verhältnis und fällt trotzdem regelmässig auf die Nase
- Neugier ist ein entscheidender Faktor, für mich ein wichtiges Motiv beim Wein. Ich habe meine Sicherheiten (Weingart), will aber trotzdem Neues entdecken, auch auf die Gefahr hin, enttäuscht zu werden.
- Und zur Ausgangsfrage: Ich mag gute, "billige" Weine, und freue mich, so etwas zu entdecken, aber es ist nicht meht der primäre "Jagdinstinkt". Und zu den Weinfreunden, die ausschliesslich Keller und sonsige "blue chips" konsumieren - da bin ich leidenschaftslos, sollen sie doch, wenn sie damit glücklich sind, fair enough. Bleibt uns mehr vom richtig guten Stoff zum guten Preis!
In diesem Sinne, liebe Grüsse an die Community!