Jahrgang 2026

Berichte, Erfahrungen, Prophezeiungen
Ursula
Beiträge: 224
Registriert: Di 11. Okt 2022, 14:19

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Ursula »

meine aktuelle ganz persönliche Einschätzung zum Stand der Weinernte in der Pfalz und in Rheinhessen :

Die Weinernte 2026 neigt sich ihrem Ende entgegen.So früh wie wohl nie zuvor.Einige Minimalschnittanlagen, die oft besonders unter Trockenstress
gelitten haben,quälen sich noch ihrer Erlösung entgegen.Massenware halt.

Weiße und rote Burgundersorten inkl.Silvaner konnten in bestem Gesundheitszustand eingebracht werden bei sehr willkommenen Öchslegraden von 8o bis z.T. deutlich über 90 Grad. Hervorragende Spätburgunder mit Alk.-werten um 13 Vol.% können erwartet werden, im Burgund dürften es nicht selten auch mal 15 Vol.% werden........

Die Rieslingernte in den beiden größten deutschen Anbaugebieten ist noch im vollen Gang. Viele Betriebe achten sehr darauf,daß ihre sonnenverwöhnten Trauben nicht allzuhoch im Zuckergehalt klettern, um gutbalancierte trockene Weine gewinnen zu können. 90 Öchslegrade sind heuer kein Problem, die Traubengesundheit ist nahezu perfekt,die Säurewerte von 9 bis 12 g/ l absolut akzeptabel.

Vereinzelt dürften auch edelsüße Qualitäten möglich sein, leicht eingeschrumpelte Beeren sieht man jetzt öfter mal, aber noch keinen sichtbaren Botrytispilz.

Könnte ein excellenter Jahrgang wie z.B. 2015 werden, da lehnen ich mich mal ( hoffentlich nicht zu ) weit aus dem Fenster.
Ein bezaubernder 2015 vom Wittmannschen Morstein beim Blindgriff in mein 2015er Regal dient mir gerade als Vorlage.

Gruß Ursus
Benutzeravatar
Rieslingfan
Beiträge: 942
Registriert: Mi 3. Aug 2022, 15:11
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Rieslingfan »

Vielen Dank für deine Einschätzung, wobei für mich in erster Linie die Qualität des Riesling von Bedeutung ist.
Gruß Markus
Benutzeravatar
Rieslingfan
Beiträge: 942
Registriert: Mi 3. Aug 2022, 15:11
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Rieslingfan »

Im persönlichen Newsletter schreibt Weingut Wittmann:
Guten Tag Herr ....

Vier intensive Wochen liegen hinter uns. Noch nie zuvor haben wir im Weingut so früh mit der Lese begonnen wie in diesem Jahr. Umso dankbarer sind wir, dass wir gesunde, reife und qualitativ hervorragende Trauben ernten durften. Bislang stehen alle Vorzeichen auf einen besonderen und starken Jahrgang 2026.
Gruß Markus
Benutzeravatar
Udo2009
Beiträge: 863
Registriert: Di 3. Jan 2023, 21:53
Wohnort: Schloß Holte-Stukenbrock

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Udo2009 »

So ein SChreiben bekommt man dieses Jahr von jedem Winzer....
Sauternes
Beiträge: 1445
Registriert: Di 31. Jan 2017, 11:40
Wohnort: zuhause

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Sauternes »

Udo2009 hat geschrieben: ↑Fr 25. Sep 2026, 17:17 So ein SChreiben bekommt man dieses Jahr von jedem Winzer....
:lol: , weil jeder Kunden braucht, die den Wein auch kaufen ;)
Benutzeravatar
Rieslingfan
Beiträge: 942
Registriert: Mi 3. Aug 2022, 15:11
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Rieslingfan »

Und du hast natürlich die Newsletter sämtlicher Winzer abonniert. ;)
Gruß Markus
Benutzeravatar
Gerald
Administrator
Beiträge: 7908
Registriert: Do 24. Jun 2010, 08:45
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: Wien

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Gerald »

Meist steht doch fast jedes Jahr so etwas immer wie "die diesjährige Ernte ist leider sehr klein, aber von hervorragender Qualität ausgefallen". Und kleingedruckt weiter unten "wir bitten um Verständnis, dass wir daher die Preise ganz moderat erhöhen müssen". ;)

Grüße
Gerald
Kermit
Beiträge: 23
Registriert: Mo 15. Dez 2014, 21:33

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Kermit »

Beim Beaujolais Primeur ist die Preissteigerung dieses Jahr happig. Da waren aber zusätzlich auch erhebliche Hagelschäden zuätzlich im Spiel, so dass die Lese wirklich schmal ausfiel.
Ich habe bisher nur einen Pfälzer Winzer "interviewt", der tatsächlich zufrieden war, zumal er einige zusätzliche Flächen in den Ertrag nehmen konnte, so dass die Gesamtmenge gleich geblieben ist. Sehr gesundes Lesegut, keine Probleme, kleinbeerig aber viel Extrakt. Der Betrieb ist aber auch sehr gesund und hat in den letzten Jahren eigentlich immer richtig agiert.
Wenn der Jahrgang so gut wie 2018 ausfällt, wird man auch über die Rieslinge nicht klagen können. Und für die Roten sieht es freilich noch besser aus.
Zu trocken ist halt ein weniger großes Problemm als zu nass. Ich rechne mit nur mit einer sehr moderaten Steigerung der Preise, weil des der Markt einfach nicht hergibt, außer im vielleicht im "Luxussegment".
Uwe
Zuletzt geändert von Kermit am So 4. Okt 2026, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 11172
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von EThC »

Kermit hat geschrieben: ↑So 4. Okt 2026, 19:53 Zu trocken ist halt ein weniger großes Problemm wie zu nass.
...für die Winzer vielleicht schon, für meinen Geschmack schaut's anders aus...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Bernd Schulz
Beiträge: 7769
Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55

Re: Jahrgang 2026

Beitrag von Bernd Schulz »

Der erste richtig trockene Jahrgang, den ich sehr bewusst mitbekommen habe, war der 2003er. Und der war in Deutschland - um es klar und deutlich zu sagen - eine von mir vorab in diesem Ausmaß nicht erwartete Katastrophe (seltene Ausnahmen wie diverse Rieslinge von Martin Müllen bestätigten die Regel).

Seither haben die Winzer aber im Umgang mit sehr trockenen und heißen Jahren wohl eine Menge dazugelernt. Und davon abgesehen finde ich die Kaffeesatzleserei, bevor sich die Weine eines Jahrgangs überhaupt einmal auf der Flasche befinden, zwar einigermaßen unterhaltsam, aber rein faktisch gesehen weitgehend wertlos bis teilweise sogar irreführend, wie man an den Beispielen 2003 und 2005 oder im umgekehrten Sinne 2008 (2003 und 2005 wurden im Vorfeld auf breiter Front als "Jahrhundertjahrgänge" gehandelt, während 2008 wegen zu geringer Oechslewerte als schwach gesehen wurde) erleben konnte.

Ein gewisses Spekulieren mag ja ganz lustig sein, aber besser ist es für meine Begriffe, zu warten, bis der Bär richtig erlegt ist, bevor man sich In ausführlicheren Diskussionen über die Qualität seines Fells ergeht. Etwas halbwegs Substanzhaltiges zum Jahrgang 2026 kann ich vielleicht im Sommer 2027 sagen - und etwas richtig Substanzhaltiges eher im Sommer 2028 oder 2029....

Herzliche Grüße

Bernd
Antworten

Zurück zu „Jahrgangsprognosen“