Burgund 2024

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Ostbelgier
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Re: Burgund 2024

Beitrag von Ostbelgier »

Hallo Steffen,

falls es Dich interessiert, möchte ich Dir gerne meine Meinung dazu sagen. Der Vergleich mit der Nordrhone drängt sich dann auf, wenn roter Burgunder zum falschen Zeitpunkt geöffnet werden, denn diese Weine sind doch gewissermassen Diven. Agnes Paquet ist eine zuverlässige Winzerin. Aber 2024 war ein sehr schwieriges Jahr für die Winzer dort. Die Weine sind oft in diesem embryonalen Stadium garstig. Wenn Du also jetzt schon rote 24er probieren möchtest, rate ich Dir unbedingt, sie mindestens 2 Stunden in einer Karaffe zu belüften.

Viele Grüße

Markus
final_scream
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Re: Burgund 2024

Beitrag von final_scream »

Vielen Dank, Markus, für die Hinweise.

Ich fand den Wein mitnichten schlecht, sondern nur ziemlich weit am Rande des erwarteten Aromen- und Geschmacksprofils. Das Aromen- und Geschmacksbild war auch am folgenden Tag im Wesentlichen unverändert, nur die Säure wirkte besser integriert. Auch wenn ich im Burgund noch nicht sattelfest bin, habe ich deutsche und neuseeländische Spätburgunder über das letzte Jahr in (für mich) größerer Zahl genießen können. Welche Varianz in der Traube steckt, ist mir also durchaus bekannt. Am letzten Sonntag fiel die Entscheidung für den Wein zum Gulasch dann zwischen dem Blauen Spätburgunder 2017 von Knipser (den ich bereits kannte) und dem 2024er Gewächs von Agnes Paquet. Ich bin überzeugt davon, dass sie eine gute und zuverlässige Winzerin ist. Einen schöne, moderne Kellerei hat sie an den Ortseingang von Meloisey gebaut. Aber vor dem Nachkauf ihrer Weine steht jetzt erstmal das Verkosten weiterer Positionen aus meinem Vorrat.

Ich habe während des letzten Jahres einiges von der Cote de Beaune zusammengekauft und nun musste ich einfach mal anfangen, etwas davon zu trinken. Als nächstes stehen 2 Weine aus Savigny-les-Beaune und Pernand-Vergelesses aus 2022 und 2023 von Jean-Baptiste Boudier an. Ich bin gespannt.
Gruß
Steffen


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Ostbelgier
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Re: Burgund 2024

Beitrag von Ostbelgier »

Hallo Steffen,

interessant, von Monsieur Boudier habe ich noch nie etwas gehört. Darf ich fragen, wie Du auf ihn gekommen bist ? Ein sehr zuverlässiger Betrieb in Pernand-Vergelesses ist Dubreuil-Fontaine. Du wirst sehen, dass sich 2022 und 2023 ganz anders präsentieren als die wirklich noch zu jungen 24er.
Es wäre schön, wenn Du berichtest.

Viele Grüße

Markus
final_scream
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Re: Burgund 2024

Beitrag von final_scream »

Das mit Jean-Baptiste Boudier ist eine längere Geschichte, die bei Feinkost Braunach in Würzburg beginnt, einige vor-Ort-Käufe an der Cote d'Or streift und dann in einem Online-Shop in Österreich endet und nebenbei vielleicht den Begriff des "Etikettenkäufers/-trinkers" neu konnotiert:

Station 1:
Im Mai stand ein Urlaub an, der sich vornehmlich um Thema Wein drehen sollte. Erste Station war der hervorragend sortierte Wein- und Feinkostladen Braunach in Würzburg. Dort sollte eigentlich nur mein Vorrat fränkischer Weine um Einzelflaschen mehrerer Weingüter ergänzt werden. Im Frankreich-Regal fielen mir die vom üblichen Burgunderstil leicht abweichenden Etiketten und die edle Ausstattung (rote bzw. grüne Wachskapsel) der Weine von Boudier auf, ohne dass ich mir den Winzernamen gemerkt oder auch nur über einen Kauf nachgedacht hätte..

Station 2:
Ein paar Tage später wollte ich dann unbedingt in und um Beaune herum Burgunderweine vor Ort kaufen. Superstarwinzer kann/will ich mir nicht leisten. Die großen Handelshäuser wollte ich bewusst meiden. Die gekauften Weine sollten Ortsweine (oder aufwärts) sein. Wer von den kleineren Namen gut oder weniger gut ist, wusste ich nicht. In Beaune gab es Einzelflaschenkäufe von Huber-Verdereau, Agnes Paquet, Antoine Olivier, Chapuis&Chapuis, Le Grappin, La Chaume des Lies. Irgendwie geriet ich später zur Domaine Caroline Frey und deren Verkaufsraum in dem herrlichen Schloss Corton und war von den neuen Etiketten der Domaine dermaßen angetan, dass ich nicht nur 2 Flaschen, sondern gleich einen ganzen 6er Karton unterschiedlicher Weine der Domaine kaufte. Ein paar Stunden später in der Cave Saint Aubin war es wieder eine spontane Entscheidung anhand der sympathischen Etiketten, die mich zum Kauf von 4 Flaschen der Domaine Gilles Bouton veranlasste.
Hier hätte das Thema Burgund erstmal erledigt sein können, denn es ging weiter zur Nordrhone.

Station 3:
Nach dem Urlaub verschaffte ich mir einen sehr intensiven Überblick über das Angebot diverser Wein-Onlineshops für die Regionen Burgund und Rhone. Dabei kam mir dann zufällig auch wieder die Domaine Jean-Baptiste Boudier unter, weil ich mich positiv an deren Etiketten erinnerte und die Etiketten mit den roten und grünen Farbakzenten hervorragend zu meinen Weinen der Domaines Frey und Bouton passen ;) . Aber auch, um mit relativ preiswerten Weinen (beim Shop Trinkvergnügen aus Österreich gab es im Juni eine Rabattaktion) Vergleichsweine zu den Appellationen Savigny-Les-Beaune und Aloxe-Corton von der Domaine Frey zu haben.
Der Text zum Winzer auf der Shop-Seite von Trinkvergügen (internationale Erfahrung; Wein anders machen, als noch der Vater; deshalb Gründung einer eigenen Domaine), die Erwähnung der Domaine Boudier in Jasper Morris' Buch Inside Burgundy und die mich sehr ansprechende Website der Domaine taten ihr übriges, hier unverkostet einen Blindkauf von 6 Flaschen zu wagen. Also: kaufentscheidend war ganz viel Intuition. Die erste geöffnete Flasche bewies aber, dass es kein Fehlkauf war :D .
Nachher stelle ich mal eine meine knappe VKN der ersten Flasche, die ich kurz nach dem Kauf getrunken hatte, in den "Burgund 2023" Thread ein.
Gruß
Steffen


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Ralf Gundlach
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Re: Burgund 2024

Beitrag von Ralf Gundlach »

Im Glas ein Mitbringsel aus Burgund:

2024 Pinot Beurot Domaine Thevenot le Brun

Das erste Mal, dass ich einen Pinot Beurot im Glas habe. Und ich finde den ganz spannend. Noten von Pomelo und Blutorange am Gaumen. Mit einem dezenten Schuss von der englischen Bittermarmelade. Eine feine Säure begleitet das Ganze. Hat auch Kraft, aber es geht nichts in die Breite. Nicht unbedingt besonders komplex. Aber die ganze Kombi an Aromen mitsamt der Säureanimation macht richtig Spaß und ist sowas von eigenständig und delikat.

91 Punkte. Kostet 19 Euro.

Gruß

Ralf
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Re: Burgund 2024

Beitrag von EThC »

...schön! Die Sorte hatte ich reinsortig noch nicht im Glas, nur als Cuvée. Liest sich so, als ob das nicht weit vom Trousseau entfernt ist, was das Ganze recht spannend für mich macht...
Viele Grüße
Erich

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Re: Burgund 2024

Beitrag von Udo2009 »

Hattest noch keinen reinsortigen Grauburgunder im Glas??

Siehe https://glossar.wein.plus/pinot-beurot
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UlliB
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Re: Burgund 2024

Beitrag von UlliB »

Udo2009 hat geschrieben: ↑Fr 25. Sep 2026, 17:19 Hattest noch keinen reinsortigen Grauburgunder im Glas??

Siehe https://glossar.wein.plus/pinot-beurot
Ja, richtig, Pinot Beurot ist das im Burgund üblicherweise verwendete Synonym für Pinot Gris/Grauburgunder.

Allerdings hatte ich in einem Parallelthread erwähnt, dass das elsässische Weingut Marcel Deiss bei seinen aus complantation hergestellten Weinen mehrfach Pinot Beurot neben Pinot Gris erwähnt, also sieht man da schon einen Unterschied zwischen beiden. Ich wollte da mal nachfragen, bin aber noch nicht dazu gekommen. Ich vermute aber, dass es sich um unterschiedliche Phänotypen der selben Rebsorte handelt.

In diese Richtung geht auch eine Bemerkung, die ich vor kurzem auf der Homepage des ebenfalls elsässischen Weinguts Zind-Humbrecht gefunden habe:
Pinot Gris is a complicated grape variety, very mutagenic. It is possible to find very different clones ranging from small berries to large bunches.
Gruß
Ulli
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Re: Burgund 2024

Beitrag von EThC »

Udo2009 hat geschrieben: ↑Fr 25. Sep 2026, 17:19 Hattest noch keinen reinsortigen Grauburgunder im Glas??

Siehe https://glossar.wein.plus/pinot-beurot
...auch beim Pinot gris gibt's wohl unterschiedliche Varietäten (wie beim Traminer auch), und aus der, die wegen ihrer dunkleren Schale anscheinend gerne mit dem Namen Pinot Beurot abgegrenzt wird, kann man fast rote Weine machen, wenn man entsprechende Maischestandzeiten zuläßt. Genetisch ist's aber dennoch Pinot gris. So wie beim Roter Traminer, der auch als Synonym des Gewürztraminers gilt, obwohl auch hier die Schale viel dunklere Weine zuläßt...
Viele Grüße
Erich

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