Weingut Keller

Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

hallo Forum,

nachdem ich in den vergangenen Wochen diverse Weine aus meiner Abteilung der " Geschenkten" probiert und gleich entsorgt habe, belohne ich mich heute nach diesen Anstrengungen mit dem

2019 Riesling von der Fels trocken mit 12,5 Vol% Alk, Pr.Nr.10/2o und 45er Naturkork Flor ND

Allein schon das Korkenziehen, das Anschauen des Korkens und die Bewunderung, daß so etwas ( Nachhaltiges ) in der Natur heranreift, ist schon ein Genußmoment. Und daß ein Winzer bereit ist, dafür rel. tief in die Tasche zu greifen : aller Respekt!
Zum Wein selbst : mittleres Gelb in Glas.
Etwas Rauch ( Humidor), intensiver aromatischer Duft.
Viel Saft, energiegeladene, mundwässernde Rieslingsäure, speicheltreibend, macht echt Spaß.Kann gerne noch lagern,aber im Jetztzustand gefällt er mir besonders gut.
Gerne konservative 91 P. für Kellers trockenen Basisriesling.

Gruß Ursus
Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

Nachtrag zum 2019 Riesling von der Fels :

nachdem ich gestern nach dem Öffnen nur einen Probierschluck genommen hatte ( der mich sehr überzeugt hat ), heute zum Frühschoppen mit meinen beiden Weinbrüdern die Flasche mit Genuß geleert.

Die beiden durchaus weinkundigen Mittrinker schätzten den ( von mir verdeckt servierten Wein ) als Großes Gewächs ein und zeigten sich
mehr als angetan.

Und wir haben beschlossen, bei der anstehenden VDP-Versteigerung Nahe im November auf die 6er GG-Kiste von Keller ( je 3xPettenthal und 3xSchubertslay ) mitzubieten.Das werden wir auch noch schaffen, hoffe ich wenigstens.

Gruß Ursus
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Jochen R.
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Jochen R. »

Aufgrund der Notizen von Pointless und Ursus konnte ich nicht widerstehen und habe mal wieder einen von der Fels 2021 aufgezogen.

In der mittelkräftig bis intensiven Nase viel Pfirsich, dazu helle Blüten und (ich meine) auch die weißen Gummibärchen von Pointless im Hintergrund (zu haben). Mit Luftzufuhr wird´s rauchig/tabakig.
Mittelgewichtig, am Gaumen eher zitrusfruchtig mit straffer Säure, dazu auch Pfirsich, mit Luft wird´s würzig, mittellanger Abgang.

Die Nase für mich phantastisch, am Gaumen sicher kein Ausbund an Komplexität - ein Jungspund der mit unverschämten Trinkfluss punktet. 91 P.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

in wenigen Tagen kommen die neuen GGs.Da heißt es Platz schaffen:

2022 Dalsheim oberer Hubacker, Riesling GG mit 12,5 Vol.% Alk.,Pr.Nr.26/23 und 49er Naturkork Flor ND

schon wieder ein Grund,ein GG aufzuziehen. Aber vor allem auch, weil wir diesen Weinberg, den Hubackerturm ,aus herausgesprengten Kalksteinfelsen gebaut, und den wunderschönen Ausblick auf die Rheinebene und den Odenwald so lieben.Natur pur, wenn die Falken aus ihrem Verschlag am Turm losfliegen und auf Mäusejagd gehen.

Zum Wein: helles Gelb im Glas
eine pure Kräuterwiese mit einer Spur vom feinem Tabakrauch.
Im Mund viel Schliff, die kellertypische Balance, klar,fest und kompakt.Ungemein frisch und jung, ein Spaßwein auf höchstem Niveau.
Der Abgang ist nicht übermäßig lang, aber würzig und macht Lust auf mehr.
Einziger Fehler : die Flasche ist viel zu schnell ausgetrunken. 94 verdiente Punkte.

Gruß Ursus
Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

2007 Riesling G-Max trocken mit 13Vol% Alk., Pr.Nr. 53/o8n und 49er Naturkork

mein zweiter G-Max in diesem Jahr nach dem 2016er bei Bellas Weinbar direkt auf dem Weingut im Frühjahr.

Strahlendes Gelb im Glas.
sehr würzg-intensive und finessenreiche Nase, ungemein dicht.
Keine Spur von Alter auf der Zunge, eine seidige Saftigkeit durchzieht den Mund,sehr ausgewogen ohne die Rieslingtypizität zu leugnen.Kein schmeckbarer RZ, aber doch ein extraktreicher Schmelz, der das gehaltvolle Mundgefühl und den hochfeinen und langanhaltenden Abgang ummantelt.

Ein Traum zum Träumen, dürfte auch nach weiteren 20 Jahren höchsten Genuß bieten.

Wenn ich nicht selbst diese Flasche seit nunmehr 18 Jahren eingelagert hätte ( bei 10 Grad ), könnte man fast meinen, der Wein sei irgendwann neu verkorkt worden.Der 49er Naturkork sieht aus wie neu. Beeindruckende Qualität, da wurde nicht am falschen Ende gespart.

Gruß Ursus
Chrysostomus
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Chrysostomus »

Es gab etwas zu feiern...warum also nicht auch einmal einen Riesling von Keller öffnen?

Riesling Hubacker GG 2013

Von Beginn an ist die Ananas die dominierende Frucht, im Hintergrund kommt Orangenschale dazu. Mit Luft macht der Wein richtig auf, wird komplexer und ruht dennoch förmlich in sich. Sehr ausgewogen, stimmig, am Gaumen noch lange anhaltend, ist der Abgang mit zarten Bitterstoffen unterlegt - das ist aber nicht störend, sondern rundet den trockenen Gesamteindruck ab. Die opulente Frucht würde in der Nase beinahe Restzucker vermuten lassen, zu schmecken ist subjektiv nichts davon (kenne aber die Analysewerte nicht).
Insgesamt scheint der Wein gerade im optimalen Trinkfenster zu sein (wobei mir für diese Beurteilung eigentlich die Erfahrung mit den Keller-Weinen fehlt) und lässt zum Glück die reifen bis überreifen Apfelnoten mancher GGs in diesem Alter vermissen.
Wenn man etwas bemängeln möchte, dann, dass der Wein fast zu ruhig und brav daher kommt. Es fehlt ein wenig die Spannung, die Mineralität und der Säurezug. Vielleicht ist das aber auch gerade das Erhabene an diesem Riesling? Für meinen Gaumen könnte da ein wenig mehr davon im Spiel sein - das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn dann wäre der Wein für mich nahe der Perfektion.
So stelle ich mir im Großen und Ganzen einen Riesling am Höhepunkt vor. 96 Punkte mit Luft nach oben, weil da in den nächsten Jahren sogar noch mehr kommen kann...
Schöne Grüße, Markus
Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

Hallo Markus,

das 13er Riesling GG vom Hubacker hatten wir vor wenigen Wochen auch im Glas und können deshalb Ihrer Beurteilung weitesgehend zustimmen. Der 13er Jahrgang in Rheinhessen galt als schwierig. Er war geprägt von launischem Erntewetter, kleinen Mengen und verdammt viel Sortierarbeit wegen der rasch fortschreitenden Edelfäule.

Die gut aus-und durchsortierten Riesling GG-Trauben lieferten Weine mit sehr hohem Gehalt an zuckerfreiem Extrakt, wodurch geschmacklich das Säureempfinden auf der Zunge gedämpft, aber gleichzeitig für ein opulentes Mundgefühl und einen langen Nachhall gesorgt wird ( leichtes Bitterl inklusive ).

Dieser Wein dürfte uns auch in 10 Jahren noch viel Genuß bereiten.
Einfach nur überirdisch brillierten die beiden 13er Riesling TBA´s von Keller von Morstein und Abtserde, die ich für meine Enkelkinder eingelagert habe und 10 Jahre nach der Ernte von uns einer "Qualitätskontrolle" unterzogen wurden..........

Gruß Ursus
Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

2025 Dalsheim Oberer Hubacker Monopol Riesling GG mit 12,5 Vol.% Alk. und Pr.Nr.29/26, 49er Naturkork Flor ND

Bei der Keller-Open Jahrgangspräsentation Ende Mai durften wir schon ein paar Tropfen von diesem Wein als Faßprobe genießen und waren mehr als angetan.Von den leider nur wenigen Flaschen, die wir direkt vom Weingut ergattern konnten, jetzt die erste Flasche im kleinen Kreis :

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen.
Dezente Hefewürze, ungemein feiner Rieslingduft.
Unverkennbar Riesling auf der Zunge mit kristallklarer Struktur, kein schmeckbarer RZ.Der Wein besitzt ein finessige Strahlkraft durchgehend,da stimmt alles,der Nachhall ist vibrierend saftig.Jetzt schon ein echter Hochgenuß.

Die 19 von 20 Punktebewertung von Jancis Robinson kann man sehr gut nachvollziehen.Wir zücken heute verdiente 96+,wann die nächste Flasche davon entkorkt wird steht noch in der Diskussion.Schöne Sorgen!

Gruß Ursus
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EThC
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Re: Weingut Keller

Beitrag von EThC »

...steht das "Monopol" eigentlich auf der Flasche oder wird von Keller sonstwie marketingmäßig verwendet? Der "Oberer Hubacker" ist ja keine Lage, sondern "nur" eine Klassifikationsabgrenzung durch den VDP, vermutlich initiiert vom Weingut selbst. Es ist ein einzelnes Flurstück (274/0) mit 3,7 ha Größe, wodurch sich das "Monopol" ja zwangsläufig ergibt, wie bei jedem anderen Flurstück auch. Insofern finde ich die Verwendung des Monopolbegriffs -durch wen auch immer- etwas "na ja"...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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Ursula
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Re: Weingut Keller

Beitrag von Ursula »

hallo Erich,

kleiner Irrtum Ihrerseits.

Der Original-Gewannename für Fl.274 lautet seit jeher "oberer Hubacker" und bis zum Inkrafttreten des 1971er Weingesetzes wurden diese Kellerweine( schon seit der 1920er Jahre ) auch unter der vollständigen Bezeichnung vermarktet.
Da die Fläche aber unter 5 ha beträgt,durften die Weine daraus fortan nur noch als "Hubacker" (also inkl.der benachbarten Flachlagen von anderen Winzern )in den Verkauf kommen.

Erst vor wenigen Jahren gelang es der Fam.Keller auf Antrag bei den Behörden wieder den traditionellen Lagenname ohne Widerspruch zurück-zubekommen.Das hatte mit dem VDP rein gar nichts zu tun.
Der obere Hubacker unterscheidet sich von den angrenzenden Hubackerflächen durch die Hangneigung von gut 25% und vor allem durch den massiven Kalkfels im Unterboden, wobei der Urgroßvater von KP Keller durch intensive Felssprengungsarbeiten in den 1930er Jahren aus den vorhandenen drei Terrassen die heutige Direktzuglage formte.Ein Teil dieser herausgesprengten Steine wurde viel später auch zum Bau des stattlichen Hubackerturms verwendet.

Diese Infos hat mir ein Mitglied der Kellerfamilie schon vor Jahren mitgeteilt,als wir sie bei unserer Fahrradtour am "Hubi" bei der Arbeit antrafen.
Billiges Marketinggehabe bei der Präsentation und dem Verkauf dieser Weine glaube ich ausschließen zu können ,dafür schmecken sie viel zu gut.
Uns wenigstens.........

Gruß Ursus
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