Bordeaux 2016

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
amateur des vins
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von amateur des vins »

Das macht schon Lust, wenn ihr so positiv über meinen Lieblings-2016er CS schreibt. 8-)

Für meinen Geschmack à point erwischt habe ich:

Meyney 2016

Reste von Brombeeren vermischen sich mit herbstlichem Waldboden und einer Andeutung von Leder. Sehr lekker!

Wenn ich noch mehr hätte, würde ich ihn nicht mehr sehr lange aufheben: Da ist zwar noch etwas Tannin, aber kantig ist da nix für meinen Geschmack. Ich bilde mir auch ein, daß er ganz am Ende eine Transparenz aufweist, die einen beginnenden Abbau zumindest erahnen läßt. Ausgewiesene Bordeaux-Kenner und/oder Altweinfreunde werden das vermutlich anders sehen.

Mal sehen, morgen gibt's die andere Hälfte der Flasche...
Besten Gruß, Karsten
Rotundweiss
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Rotundweiss »

pessac-léognan hat geschrieben: ↑Mi 9. Sep 2026, 17:59 Gruß aus dem Périgord
Jean
Gruß aus dem Perigord zurück. Wir sind z.Z. 15km südlich von Sarlat-la-Caneda. Herrlich hier, zwar ohne Calon Segur 2016, aber einen 09er hätte ich am Start. Mal sehen, könnte morgen Abend dran sein...

LG Georg
TroisLacs
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von TroisLacs »

La Croix Ducru-Beaucaillou 2016, Saint-Julien

Dunkle Farbe, kräftig, am Rand bereits etwas Aufhellung. In der Nase sehr frisch, dunkle Beeren, besonders Brombeere, dazu Kräuter und Würze. Keine altersbedingten Reifenoten. Am Gaumen ebenfalls beerige Frucht; merkliche, aber sehr angenehme Tannine. Ich habe mir "kühle Eleganz" aufgeschrieben und saftig - hier absolut positiv gemeint. Sehr ausgewogen und harmonisch.
Am zweiten Abend noch mit einer zusätzlichen Vanillenote. Trinkfreude pur.

Mit "ausgewogen" habe ich aber nicht genau einordnen können, was denn ausgewogen war ... habe dann einfach feststellen müssen, dass Frucht, Alkohol, Säure alle auf einem sehr feinen Niveau sind. Vielleicht ohne Ecken und Kanten, aber das ist keine Kritik, ein wirklich hervorragender Wein (sowohl solo als auch zum Lammrücken).
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

Guten Morgen,

Kleine Wasserstandsmeldung zu: Lynch-Moussas . Der scheint gerade in eine Verschlussphase einzutreten. Es war schwer, den Wein unter den Tanninen wahrzunehmen. Die Gerbstoffe störten auch den Abgang. Schade.

Grüße,

Wolf
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Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
la-vita
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von la-vita »

Hallo,

ähnliches kann ich zu einem kürzlich getrunkenen Chateau du Retout berichten. Der war zwar einigermaßen trinkbar, aber doch entfernt vom einstigen Hochgenuss in der Fruchtphase. Er wirkte als habe man ihn zur Unzeit geweckt: irgendwie unaufgeräumt und alles noch nicht an seinem Platz. Ebenfalls waren die Tannine noch nicht optimal eingebunden. Ich habe den Eindruck, den lässt man noch eine Weile schlafen. Wie viele andere 2016er auch? Oder gibt es ganz andere Erfahrungen mit 2016? Hab da doch noch einiges eingebunkert.

Viele Grüße
Detlef
Kle
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

la-vita hat geschrieben: ↑Mi 16. Sep 2026, 10:40 Hallo,

ähnliches kann ich zu einem kürzlich getrunkenen Chateau du Retout berichten. Der war zwar einigermaßen trinkbar, aber doch entfernt vom einstigen Hochgenuss in der Fruchtphase. Er wirkte als habe man ihn zur Unzeit geweckt: irgendwie unaufgeräumt und alles noch nicht an seinem Platz. Ebenfalls waren die Tannine noch nicht optimal eingebunden. Ich habe den Eindruck, den lässt man noch eine Weile schlafen. Wie viele andere 2016er auch? Oder gibt es ganz andere Erfahrungen mit 2016? Hab da doch noch einiges eingebunkert.

Viele Grüße
Detlef
Gerbstoffeindrücke fand ich bei einigen 16er-Erlebnissen in letzter Zeit unangenehm. So dass ich bewunderte, dass Château Malescot Saint Exupéry ohne das Problem auskam.

Gruß, Kle
stollinger
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von stollinger »

Hallo Detlef & Wolf,

Am Wochenende hatte wir Chateau Mauvesin Barton 2016 offen. Der Eindruck deckt sich mit dem von euch beschriebenen. Verschossen, wenig expressiv und unausgewogen. Wohl ein schlechter Zeitpunkt, bin mir aber nicht sicher, ob der Wein vielleicht trotzdem zu den schwächeren 2016er zählt.

Beste Grüße, Josef
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innauen
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von innauen »

Hallo,

Danke für die verschiedenen sich meist deckenden Zustandsberichte. Scheint ja eine verbreitete Verschlussphase bei den 2016ern einzutreten - natürlich immer abhängig von Lagerung und Qualität. Wir werden bestimmt auch weitere Berichte bekommen, dass einzelne Flaschen doch zugänglich waren. Dennoch werde ich für meine Vorräte erstmal mehr abwarten.

Grüße,

Wolf
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Nora
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Nora »

Über 3 Tage verfolgt:

Château Malescot St. Exupéry 2016

In der Nase zunächst Holz, leicht dunkelröstig und dann abgehangenes Fleisch mit einem Anflug von Bauernhof, in so einer feinen Dosis, dass es eher unterstützend wirkt und dem Wein einen etwas unkonventionellen, vom Glatten und Sauberen abweichenden Einschlag gibt. Dann viel Dunkelbeeriges (schwarze Johannisbeeren und Brombeeren) und auch dezent Steiniges. Daneben florale Noten, ohne genau sagen zu können, ob es sich um Rosen oder Veilchen handelt. Die Nase ist schon ein bisschen wild, aber auch ansprechend.

Der erste Eindruck am mittelintensiven Gaumen ist eine lebendige Säure und auch wieder einiges an dunkelröstigem Holz mit leicht schmirgelnden Tanninen. Der Wein ist kurz nach dem Öffnen noch ein bisschen kühl und braucht wohl auch noch Luft. Nach ca. einer Stunde dann auch am Gaumen deutlich mehr dunkle, reife Beerenfrüchte neben einer profunden Mineralik, fast ein wenig zungenbetäubend, der Wein wird nun stimmiger.

Am zweiten Tag habe ich immer noch leichte Bauernhofnoten und auch das abgehangene Fleisch ist neben den anderen Komponenten da. Hinzu kommt jetzt eine leichte Kräuterfrische. Der Wein wirkt leicht heller/frischer sowohl in der Nase als auch am Gaumen ohne jedoch seine feine Dunkelröstigkeit zu verlieren.

Ich mag den Wein, insbesondere den Kontrast zwischen den einerseits etwas rustikalen, dunklen, röstigen Noten mit den auch am dritten Tag noch vorhandenen leichten Stallnoten, umspielt von der Frucht, und andererseits der Frische durch Säure und Mineralik.

Verschluss kann ich nicht erkennen.

VG Nora
Kle
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Re: Bordeaux 2016

Beitrag von Kle »

Vielen Dank, Nora, für meine erste Begegnung mit Malescot St. Exupéry! Deine Beschreibung klingt, als seist du sehr angetan, aber nicht begeistert. Das gilt auch für mich, wobei es mir manchmal vorkommt, zuviel zu verlangen, bis dann ein ekstatisches Erlebnis die Ansprüche erneut rechtfertigt.
Beim Reinriechen für mich DIE klassische Bordeaux-Nase - was eher meint, wie ich BDX zuerst wahrgenommen habe. Hier aber mehr Cassis, Brombeere, Blaubeere als Kirsche, ganz leicht Rauchig-Holziges und Leder. Interessant dann aber auch ein etwas „morbider“ Beerenton, eine angenehme Überreife. Im Mund dann volles Kirscharoma.
Beim nächsten Schnuppern schon ein deutlich geänderter Eindruck mit eher Graphit und Kraut, das die Frucht überlagert. Im Mund anregende Assoziationen von Hölzern gleichauf mit der Frucht, die in Richtung Himbeere rutscht. Auch eine ganz feine, delikate Süße ist dabei.
Dann überrascht ein Bauernhof-Duft. Und auch der Mund kommt in eine gewisse Stallnähe dh. es schmeckt, als würde man auf dem Hof durch den Mund atmen. Zugleich macht sich pelzig-Adstringierendes bemerkbar. Wie schnell herbeigerufen, stellen sich Rot-und Blaufrüchte dagegen.
Der Wein scheint sich nach seiner ersten Parade ausruhen zu müssen, ist nun mehr auf einer unfruchtigen Seite. Oder baut sich gerade hier sein eigentliches Wesen auf?
Etwas später wieder intensiv fruchtig, reife Beeren von ordentlich Tannin umgeben, das sie aber in Schach halten. Viel Leben in dem Wein und permanent etwas Neues…
Ich hatte keine Lust, ihm über Nacht Kühlschrankkälte zuzumuten und tatsächlich steht der Malescot nach 24 Stunden Zimmertemperatur prächtig da. Die Stallaromen sind verschwunden und kehren nicht zurück.
Säure erscheint intensiver - weniger akzentuierend oder überfallend, sondern eher auskleidend und stoffig.
Schön die vielen Gesichter des Weines. Die reife Frucht zunehmend schwerer und wie eingelegt mit scharfen und dunkel-röstigen Noten. Aber er sackt nie durch und zeigt konträr zum Vorherigen immer wieder eine entschwebende Leichtigkeit mit Aromen, die mich an Gebäck erinnern.
Interessant finde ich die „Tannin“-Diskussion in diesem thread und, ob sich Störendes tatsächlich mit zunehmender Reife zurückziehen wird. Beim Malescot fand ich phantastisch, wie (zum Schluss sehr feine) Gerbstoffanmutungen sich elegant in die Komposition einfügten.

Gruß, Kle
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