Weingart

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Gaston
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Re: Weingart

Beitrag von Gaston »

Noch einmal Weingart 2025:

2025 Bopparder Hamm Engelstein Riesling Spätlese trocken 0,3 (13% vol.)

Die 0,3 bezieht sich auf den Restzuckergehalt - also durchgegoren. In der Nase erstmal typisch Weingart 25: Birne, gelber reifer Apfel, auch nasser Stein. Fruchtbetont, aber dezenter als bei den anderen 25ern. Am Gaumen - nicht überraschend - komplett trocken, dennoch auch feine Frucht, deren Kraft aber durch eine enorme minerlische Salzigkeit gebrochen wird und die gleichzetig die Säure (7,6g/l) puffert, markante Würze fast in Richtung Pfeffer, dunkle Kräutertöne, kompakte, geradlinige Struktur, enorme Länge, im Abgang auch ein feines Grapefruit-Bitterl, seriöser Gesamteindruck, sehr schöner (richtig) trockener Riesling. (90 P.)

Das Schöne an dem Wein ist, dass wir es hier trotz Zuckerabstinenz und relativ hoher Säure mit keinem frugal kargen Steinwein zu tun haben. Die Frucht im Hintergrund assistiert sehr schön der mineralischen Salzigkeit, die gepaart mit der feinen Säure einen Wein von enormer Substanz entstehen lässt. Ja, kein unmittelbarer Schmeichler, aber ungemein animierend und mit grossem Reifepotential.
Beste Grüße
Gaston
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Gaston
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Re: Weingart

Beitrag von Gaston »

Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Di 3. Jun 2025, 23:37 Ein 12er Paket von Weingart ist für mich Jahr für Jahr ein absolutes Muss. Heute kam die Lieferung mit größtenteils Rieslingen aus 2024 (zwei Flaschen 23er Spätburgunder sind aber auch dabei) bei mir an, und stante pede musste dieser trockene Kabinett seinen Korken lassen:

Bild#

In seiner Preisliste schreibt Florian Weingart:

"....der leichte Schieferboden des Weinbergs ist prädestiniert für die Stilistik des Kabinetts, hier haben wir aber auch eine schöne Reife der Frucht, etwas hefigen Schmelz und die abschließende Frage, ob er nicht eher als Spätlese hätte angeboten werden sollen, im Kundensinne beantwortet, die Übergänge sind eben fließend...."

Für mich sind diese Aussagen bestens nachvollziehbar - der Wein befindet sich stilistisch irgendwo im Grenzbereich zwischen Kabi und Spätlese, wobei ich mich als Kunde nicht ärgere, wenn ich so etwas zum günstigen Kabipreis erwerben kann. Und auf jeden Fall handelt es sich um einen wunderschönen Rheinriesling, der den Rang seines Erzeugers und zudem meinen bisherigen Verdacht im Hinblick auf die Qualität des Jahrgangs 2024 bestätigt....

Herzliche Grüße

Bernd
Diesen Wein habe ich heute im Glas. Ich kann mich hier Bernds Bewertung vollständig anschliessen, finde ihn jetzt nach einem Jahr noch offener und zugänglicher, im Vergleich zu den unlängst kosumierten 25ern doch straffer und sehniger, mit viel Zug und Extrakt, säurebetonter und etwas würziger, hat Spannung und Zug, sehr trinkanimierend, klassischer grossartiger Rheinrieling. Schön, wie bei Weingart die Jahrgangsspezifika herausgearbeitet werden, 24 oder 25? Für mich sind beide in ihren Eigenheiten schön und gelungen, Geschmackssache, ich mag beides! Auch von mir 91 P.
Beste Grüße
Gaston
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EThC
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Re: Weingart

Beitrag von EThC »

...erneut 2021 in wunderbar:

2021er Riesling – Bopparder Hamm – trocken – Spätlese – Pw

Bild
Viele Grüße
Erich

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Bernd Schulz
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Re: Weingart

Beitrag von Bernd Schulz »

Erich, mich freut es wirklich sehr, dass die trockene 21er Weingart-Spätlese bei dir genauso gut angekommen ist wie Anfang des Jahres der trockene 21er Kabinett - und das, obwohl es sich nicht um Freakstoff im engeren Sinne handelt!

Es gibt ein paar deutsche Winzer, die ich in mehrerlei Hinsicht gewaltig schätze, und zu denen gehört Florian Weingart ganz unbedingt. Wenn ich mich auf fünf deutsche Erzeuger beschränken müsste, wäre er angesichts seines "Gesamtkonzepts" auf jeden Fall dabei.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC
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Re: Weingart

Beitrag von EThC »

Bernd Schulz hat geschrieben: ↑Di 13. Okt 2026, 22:44 Erich, mich freut es wirklich sehr, dass die trockene 21er Weingart-Spätlese bei dir genauso gut angekommen ist wie Anfang des Jahres der trockene 21er Kabinett - und das, obwohl es sich nicht um Freakstoff im engeren Sinne handelt!
...auch wenn sich hier möglicherweise -zumindest teilweise- die Meinung gefestigt hat, ich würde mich vornehmlich an naturigem Freakstoff beglücken, meine "3er"-Riege weist immer noch weit mehrheitlich "ganz normale" Weine auf; ich mag beide Genres gerne und betreibe da keine Lagerbildung, die diesbezüglich ja nicht ganz selten ist...
Viele Grüße
Erich

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TroisLacs
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Re: Weingart

Beitrag von TroisLacs »

Gaston hat geschrieben: ↑Sa 5. Sep 2026, 23:04 Schön, wie bei Weingart die Jahrgangsspezifika herausgearbeitet werden, 24 oder 25? Für mich sind beide in ihren Eigenheiten schön und gelungen, Geschmackssache, ich mag beides!
Hab mir für heute beim Familienabendessen vorgenommen, mal den Vorschlag zu machen, dass wir nächstes Jahr ja mal nicht an die Mosel fahren könnten, sondern an den Mittelrhein. Da gibt es auch Wein, und ich habe sogar einen Geheimtipp aus dem Weinforum: Weingart.

Antwort seitens Schwiegereltern: "in Spay? Ja, da waren wir schon einige Male, macht ausgezeichnete Weine, da musst du uns nicht überzeugen. Der Seniorchef hatte etwas mehr Charisma als der Florian, aber da kommen wir gerne wieder mit".

:D der Frühlingsausflug steht also bereits!
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
Bernd Schulz
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Re: Weingart

Beitrag von Bernd Schulz »

TroisLacs hat geschrieben: ↑So 18. Okt 2026, 22:00 ...der Frühlingsausflug steht also bereits!
Sehr schön, Sascha!
TroisLacs hat geschrieben: ↑So 18. Okt 2026, 22:00 Der Seniorchef hatte etwas mehr Charisma als der Florian....
Das würde ich so nicht unterschreiben, wobei ich durchaus sehr gute Erinnerungen an meine Begegnungen mit dem Seniorchef habe. Ein sympathischer Mensch war das auf jeden Fall, aber mit Florian Weingart hatte ich auch ein sehr erfreuliches Gespräch - allerdings nur ein einziges, da sich seine Frau Ulrike (mit der man sich auch bestens unterhalten kann) normalerweise um den Verkauf und die Kunden vor Ort kümmert.

Überlegen würde ich mir an eurer Stelle, ob das Hauptquartier tatsächlich in Spay liegen soll. Der Ort ist zwar nicht total häßlich, aber es gibt attraktivere Dörfer/Städtchen am Mittelrhein, wenn man mich fragt, und landschaftlich absolut überwältigend wird der Mittelrhein für meinen Geschmack erst etwas weiter südlich von Boppard, nämlich bei St.Goar, Oberwesel, Kaub und Bacharach. Gut, wenn man direkt in Spay übernachtet, hat das natürlich den Vorteil, dass man nach der Probe in Weingarts umfunktionierten Bauwagen zu Fuss Richtung Bett marschieren kann...

Herzliche Grüße

Bernd
TroisLacs
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Re: Weingart

Beitrag von TroisLacs »

Bernd Schulz hat geschrieben: ↑So 18. Okt 2026, 22:34
TroisLacs hat geschrieben: ↑So 18. Okt 2026, 22:00 Der Seniorchef hatte etwas mehr Charisma als der Florian....
Das würde ich so nicht unterschreiben, wobei ich durchaus sehr gute Erinnerungen an meine Begegnungen mit dem Seniorchef habe.
Das ist vielleicht auch nur, weil die wohl etwa im gleichen Alter sind, daher nehme ich das nur als Randnotiz wahr.
Aber danke für den Tipp, hätte wohl jetzt nicht gerade Spay ausgesucht für eine Unterkunft. Aber wandern soll man da noch gut können, habe ich gelesen.
Gruss, Sascha

„Riesling geht immer“!
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UlliB
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Re: Weingart

Beitrag von UlliB »

Bei Quartieren am Mittelrhein sollte man unbedingt darauf achten, dass die nicht nah an den beiden Bahnstrecken liegen. Die sind nämlich extrem dicht befahren. Rechtsufrig ist es akustisch noch schlimmer als auf dem linken, weil da im Blockabstand schwere Güterzüge fahren, die wirklich einen Höllenlärm machen. Linksufrig ist mehr Personenverkehr, der ist nicht ganz so laut, aber immer noch laut genug. Wer auf Lärm empfindlich reagiert, macht da nachts kein Auge zu.

Gruß
Ulli
Bernd Schulz
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Re: Weingart

Beitrag von Bernd Schulz »

TroisLacs hat geschrieben: ↑Mo 19. Okt 2026, 12:20 Aber wandern soll man da noch gut können, habe ich gelesen.
Gut wandern kann man im Bopparder Hamm, aber ansonsten sehe ich in Spay keine großen Möglichkeiten. Meines Erachtens gibt es zwischen Koblenz und Bingen deutlich bessere Standorte, wenn man (wie ich) gerne wandert.

Ullis Hinweis ist auf jeden Fall beherzigenswert. Und meine Frage wäre, welche Art von Quartier ihr bevorzugt? Manche gehen gerne in Hotels, weil sie im Urlaub keinerlei Art von Hausarbeit verrichten und sich ihr Frühstück nicht selber machen wollen. Ich kann das ein Stück weit nachvollziehen, aber trotzdem präferiere ich Ferienwohnungen, in denen ich mich, wenn ich mal nicht gerade draußen unterwegs bin (bei schlechtem Wetter zum Beispiel) ganz anders ausbreiten kann und mich viel wohler fühle als in einem engen Hotelzimmer.

Herzliche Grüße

Bernd
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