Da es ein bißchen meine en-primeur-Notizen waren, die UlliB ursprünglich getriggert hatten, sich für "gefällige" oder (meine Wortwahl damals) "mehrheitsfähige" Weine einzusetzen, mische ich mich mal eben mit dem Hinweis ein, daß Weine, die mehrheitsfähig sind, es typischerweise auch sein wollen - und wie schon Lessing seinen Werther über das sich ihm um den Hals werfende Mädel sagen lässt: Man spürt die Absicht und ist verstimmt. Denn Anbiedern geht für Echte Weinkenner™ gar nicht, Distinktionsverlust usw., da hat Ulli schon ganz recht. (Die große Schwester davon ist übrigens der Vorwurf der Blasierten, z.B. zeitgenössische Bordeauxweine seien "zu perfekt".)bordeauxlover hat geschrieben: ↑So 30. Aug 2026, 20:45 etzt wollte ich es auch einmal wissen: In dem hier verwendeten Kontext beschreibt der Duden „gefällig“ mit „Gefallen erweckend“ oder „ansprechend“. Das ist nach meinem Verständnis grundsätzlich positiv, aber nach oben noch ausbaufähig oder steigerungsfähig. Ich persönlich assoziiere bei Wein damit „gefällt vielen“, also in gewisser Weise mehrheitsfähig.
Cheers,
Ollie