Im Glas befindet sich gerade dieser Gutedel aus 2022:
Es ist fast schon irre, zu schmecken, was in Baden bei einem Restzuckerwert von unter einem Gramm pro Liter und gleichzeitig einem Alkoholgehalt von unter 11 Prozent in puncto geschmacklicher Intensität möglich ist! Hut ab vor Hanspeter Ziereisen!
Diesen Rosé habe ich schon gestern aufgeschraubt, aber heute Abend wirkt er genauso gut:
Ich freue mich bekanntlich über jeden Winzer, der schon in seinen kleinen Weinen ganz deutlich zeigt, was er kann. Und Hanspeter Ziereisen tut dies beim Gutedel wie beim Rosé auf eine eindrucksvolle Art. Daumen hoch - Nachkauf = 3 von 3!
Dunkles Strohgelb mit ein paar grünlichen Reflexen und ohne Trübungen. Für Gutedel ein sehr noble Nase nach noch grüner Honigmelone, überlagerter Zitrone, etwas Birnenschale, Bittermandel, Omas Keller, Böllerrauch, Backhefe und minimal Altholz. Im Mund angenehm frisch, aber nach dem sehr schönen Antrunk doch auch mit einer recht verhaltenen Mitte und einem etwas reduktiv-kratzigem Abgang. Dieser scheint erst etwas kurz, ist für mich nach ein paar Schlucken dann aber doch ganz okay. Die Flasche leert sich erschreckend schnell, was bei den angegeben 10,5 Umdrehungen nicht so reinhaut. Sehr schöner Terrassenwein, da Regen leider ausgeblieben ist.