Rothe, Nordheim

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EThC
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

olifant hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 15:02 Nur mal so gefragt, aber warum werden überhaupt Korken mit 2%, resp. 1% sensorischem TCA-Risiko, wenn doch auch auf TCA-frei geprüft werden kann, angeboten.
...wohl in erster Linie eine Preisfrage. So ein gescreenter Korken kostet anscheinend pro Stück gut 1,50 Euronen, Standardware gibt's ab ca. 20 Cent/St. (sind Aussagen von Winzern). Aber auch die gescreenten Korken sind nicht zu 100 % TCA-frei, denn der Sensor kann nicht in den Korken reinschauen, sondern scannt nur die Oberfläche. Wenn dann in Poren oder Rissen doch was drin ist, wird's ggf. nicht erkannt. Zudem habe ich gehört, daß das TCA im Korken, wenn's denn mal drin ist, sich über die Jahre noch ausbreiten kann, also unerkannt vom Inneren an die weinberührte Oberfläche wandern kann. Sowas hatte ich zwar zum Glück noch nicht, kommt aber anscheinend doch mal vor.
olifant hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 15:02 Aber geht man mal davon aus, dass viele TCA-Schäden nicht reklamiert werden, rechnet sich das wohl für Grossabfüller. Aber WTF, warum setzen sich Qualitätswinzer teilweise noch dem Abfüllrisiko mit TCA aus, auch wenn`s rel. niedrig ist ...
...frage ich mich auch. Eine immerhin 72 Euronen teure Flasche von Christian Tschida hat neulich auch deutlich gekorkt und der Zapfen war m.E.n. kein gescreenter, schon von der recht groben Struktur her eher ein zweitklassiger Kork, hab leider nicht rausgefunden, woher. Von den bekannteren Herstellern war er nicht, es fand sich nur ein aus "A" und "L" zusammengesetztes Logo auf dem Korken, das ich keinem der bekannteren Hersteller zuordnen konnte. Da geht's ja dann schon um einiges an Geld und wenn alle Korkopfer reklamieren würden, würde sich vielleicht auch was bewegen. Aber meine Wahrnehmung ist eher die, daß das mehrheitlich grollend in Kauf genommen wird und weder Händler noch Winzer entsprechende Mängelrügen bekommen...
Viele Grüße
Erich

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UlliB
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von UlliB »

EThC hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 15:29 Aber auch die gescreenten Korken sind nicht zu 100 % TCA-frei, [...]
Ja, das ist so. Vor drei Jahren hatte ich eine mit Kork verschlossene Flasche von Schäfer-Fröhlich, die ganz eindeutig TCA-verseucht war. Ich habe auf dem Gut reklamiert (obwohl ich da nicht gekauft hatte, sondern im Handel), bekam von dort anstandslos Ersatz, und außerdem entwickelte sich daraus noch ein interessanter E-mail-Wechsel über Verschlüsse. Tatsächlich verwendet S-F bei den Weinen, bei denen sie Korken und keine Schrauber einsetzen, ausschließlich TCA-gescreente Korken. Trotzdem gibt es noch vereinzelt Fälle vom TCA-Kontamination, weil das Verfahren nicht 100%ig sicher ist und immer noch einzelne verseuchte Korken durchrutschen. Allerdings ist die Menge sehr gering, bei S-F gibt es nach deren Aussage weniger als ein Dutzend Reklamationen im Jahr, und auch wenn man da noch von einer gewissen Dunkelziffer ausgeht, dürfte die Fehlerquote tatsächlich im Promillebereich liegen.

Gruß
Ulli
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maha
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von maha »

Vielleicht sollte diese Diskussion in den Kork Faden verschoben werden...
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EThC
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...ja gerne! Würde mich auch wieder lieber den verschraubten Rothe-Weinen widmen, spätestens nächste Woche geht's von meiner Seite weiter!

Übrigens: vom Weingut gibt's auch einen richtig guten Quittensaft, hab heute nochmal 12 Flaschen nachbestellt...
Viele Grüße
Erich

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Udo2009
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Udo2009 »

EThC hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 15:29 ....Da geht's ja dann schon um einiges an Geld und wenn alle Korkopfer reklamieren würden, würde sich vielleicht auch was bewegen. Aber meine Wahrnehmung ist eher die, daß das mehrheitlich grollend in Kauf genommen wird und weder Händler noch Winzer entsprechende Mängelrügen bekommen...
Hatte mal Korkschmecker bei einer Flasche vom Burggarten (Heiner & Kreuzberg, oder wie das Weingut zu der Zeit hieß...) - wollte wissen, ob sie den Korken haben wollten, weil ich glaubte gelesen zu haben, dass die Korkhändler dann den Wein ersetzen... Als Antwort bekam ich ein Paket mit drei Flaschen Wein, als Ersatz für die korkige Flasche und zwei Flaschen, weil aus dem Paket, das ich bekommen hatte, offenbar zwei Flaschen geklaut worden waren...
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Ralf Gundlach »

Bernd Schulz hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 22:28 Erich hatte bereits ausführlicher über die 21er Scheurebe "Grande" geschrieben, aber statt derselbigen war der Nachfolgejahrgang in meinem Probierpaket enthalten:

Bild

Etwas lauteren Scheureben kann ich ja durchaus eine Menge abgewinnen, solange sie nicht zu banal-knallig ausfallen, aber dieses Exemplar zeigt eindrucksvoll, dass man mit der Sorte auch eine in der Hauptsache mineralisch-bodenbetonte Geschichte erzählen kann, wenn man es darauf anlegt.

Puh, der kann was, der Manfred Rothe! Und sehr sympathisch finde ich, dass die Preise hier im Gegensatz zu anderen Erzeugern, die fraglos auch viel können und stilistisch in eine ähnliche Richtung tendieren, nicht so extrem durch die Decke geschossen sind. Daumen hoch - und zwar richtig weit hoch!

Herzliche Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

den habe ich heute wieder im Glas. Seit einer Woche offen. Vor einer Woche fand ich den noch etwas zu fordernd. Heute kann ich deine VKN unterstreichen. Eine enorme Kalkmineralität, eine Salzspur bleibt auf der Zunge. Das ist immer noch fordernd, aber richtig gut.

Gruß

Ralf
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OsCor
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von OsCor »

Die Scheurebe des Probierpakets hat mich und meine Frau in seiner ausgewogenen Balance sehr überzeugt. Hätte ich nie gedacht, dass ich mal sowas über einen solchen Wein schreiben würde… Der Müller-Thurgau war eine Wucht (nicht im Sinne von wuchtig). An den habe ich meine Frau gar nicht rangelassen bzw. der war leer, bevor ich auf die Idee kam, sie probieren zu lassen :-)

Den Rest lasse ich langsam angehen.

Gruß
Oswald
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EThC
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...ein weiterer Jahrgang vom indiGenius:

2016er Silvaner – indiGenius – trocken – Qw

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