Bei mir liegt ja selten ein burgundischer Burgunder im Glas, aber dank Ralf bin ich gestern in den Genuss eines Volnays von Mikulski gekommen:
Nicht schlecht, aber es bleibt dabei, dass mir ein Ahrburgunder von Michael Fiebrich oder Betram-Baltes lieber ist . Mal ganz abgesehen davon, dass ich die 22er Ausgabe dieses Wein gerade zu einem Preis von 96 Euro im Netz gesehen habe - dazu sage ich jetzt lieber gar nichts.....
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
neulich im Glas ...
Comte Armand Pommard Clos des Epeneaux 2008
PnP, Korken perfekt, die Farbe mit Reifeanzeichen - ein blasses dunkelrot-violett mit ersten Brauntönen und jede Menge feine Sedimente. Einen Tag vor dem Öffnen aufrecht hinstellen, ist tendenziell etwas zu kurzfristig. Ansonsten wirklich schöne Nase von reifer Kirschfrucht, etwas Holunderbeere und nassen Kieselsteinen, im Mund eher schlank aber durchaus komplex und wieder reife Kirsche, Veilchennoten, Humus ,etwas Ruß sowie ein Hauch Steinpilze und insgesamt sehr schöne Balance, letzte seidige Tannine begleiten den mittellangen Abgang. Mit Wucht kann der Wein nicht dienen - eher mit Eleganz und Feingliedrigkeit. Trinkt sich sehr schön - allerdings kein Wein mehr für eine längere Lagerung. Die letzte Flasche muss in den nächsten zwei bis drei Jahren dran glauben.
Gruß Tobias
PS: Ich persönlich mag übrigens den Jahrgang in Burgund insbesondere an der Cote de Nuits sehr gerne. Häufig eher "säurebetont" (andere würden vielleicht frisch sagen) und in der Jugend teilweise ziemlich verschlossen. Wenn aber offen, dann eher schlanke, sehr transparente Weine. Die 2010er haben sicherlich einen besseren Ruf, scheinen mir jedoch nicht unbedingt besser zu altern, auch wenn sie wohl etwas mehr reife Frucht aufweisen. Es sei allerdings angemerkt, dass mein Eindruck sicherlich nicht auf einer repräsentativen Auswahl und Flaschenanzahl beruht.