Zum Thema junger vs. gereifter SF-Spätlesen möchte ich auch meinen Senf beitragen. Das Felseneck 2010 gehört zu den Weinen, die ich über viele Jahre verfolgt habe. Zugegebenermaßen ist 2010 ein sehr spezielles Jahr gewesen (an der Nahe das kühlste und nasseste der der letzten 25 Jahre) das Manfred Klimek seinerzeit, insbesondere wegen der beißenden Säure der meisten Rieslinge, mit dem Epitheton "Arcshjahr"* belegt hat. Daher werden sich meine Erfahrungen wohl nicht auf das warme Jahr 2023 mit seinem Superseptember übertragen lassen, aber bemerkenswert finde ich es trotzdem, wie sich aus einem hässlichen Entlein ein wunderschöner Schwan entwickelt hat. Eine allerletzte Flasche dieses Weins habe ich vielleicht noch.
Herzliche Grüße, Michael
* Sorry für die Orthographie, aber bei korrekter Rechtschreibung sorgt die automatische Zensur von Fäkalsprache in diesem Forum dafür, dass an dieser Stelle "xxxxx" steht.
12% vol. Nach dem Öffnen zunächst sehr defensiv, leicht staubige Nase, recht verschlossen. Nach ca. einer Stunde dreht er dann auf. Fruchtseitig reduziert, dafür ganz viel dunkle Mineralik, Salz, prägnante Würze, fein zieselierte, exakte Säure, der Schiefer springt einen regelrecht an, aber nie überwältigend, sondern harmonische Balance, Säure und Mineralik in einem gleichberechtigten, unentschiedenen Duell, mundfüllende Textur, hat Tiefe und Länge, beeindruckender Nachhall, sehr guter Riesling. (91+)
Das erste Glas war noch leicht zwiespältig, aber mit jeder Minute wurde es besser und beeindruckender, das letzte Glas, wie so oft, das Beste. Fazit: Mit ausreichend Luft jetzt schon grossartig, kann und sollte wohl aber noch liegen. Im Moment jedoch deutlich besser und zugänglicher als der 21er, dem man noch mehr Zeit gönnen sollte.
Gaston hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 00:04
Im Moment jedoch deutlich besser und zugänglicher als der 21er, dem man noch mehr Zeit gönnen sollte.
...22er hab ich gar nicht von S-F, aber einiges aus 21 und 23. Wobei ich letztere so langsam mal angehen möchte, erstere aber -bis auf die Gutsweine- auch noch liegen lasse. Hast Du schon Erfahrung mit 23ern?
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.