
Bordeaux 2020
Re: Bordeaux 2020
Viele Grüße
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Rainer
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pessac-léognan
- Beiträge: 1052
- Registriert: Fr 11. Jan 2019, 10:57
Re: Bordeaux 2020
Ich hatte den Wein vor knapp 2 Jahren (Ende Feb 2024) im Glas (mit praktisch identischen Punkten), dachte damals, er würde sich bald verschließen. Jedenfalls war er für mich nicht derart (fast betörend) zugänglich wie der DV 2019 am 30.09./1.10.2022. Vom 2019er werde ich wohl nächstens mal eine Flasche öffnen, beim 2020er hätte ich spontan eher gezögert - und bin darin nach deiner Wasserstandsmeldung, Rainer, eher bestärkt. Danke auf jeden Fall!
Gruß
Jean
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amateur des vins
- Beiträge: 5125
- Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
- Wohnort: Berlin
Re: Bordeaux 2020
Danke, Rainer & Jean.
Das ist schon auch Jahrgangsexpression, oder? Sprich, 2019 (und 2016) eher offen(er), 2020 leicht zickig? Oder ist das DV-spezifisch?
Das ist schon auch Jahrgangsexpression, oder? Sprich, 2019 (und 2016) eher offen(er), 2020 leicht zickig? Oder ist das DV-spezifisch?
Besten Gruß, Karsten
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willinger1
- Beiträge: 77
- Registriert: Di 20. Jun 2017, 13:24
Re: Bordeaux 2020
Hallo,
Ich hatte den DV 2019 im November 2025 und war begeistert. Wunder offen, wunderbare Frucht und Struktur. Einer meiner ersten 19er ...
Fritz
Ich hatte den DV 2019 im November 2025 und war begeistert. Wunder offen, wunderbare Frucht und Struktur. Einer meiner ersten 19er ...
Fritz
Re: Bordeaux 2020
Denke eher an die Jahrgangsexpression. Vermute so weit die 2019er mit etwas mehr Expression und 2020 mit mehr wohltemperierter Sachlichkeit.amateur des vins hat geschrieben: ↑Fr 6. Feb 2026, 18:34 Danke, Rainer & Jean.
Das ist schon auch Jahrgangsexpression, oder? Sprich, 2019 (und 2016) eher offen(er), 2020 leicht zickig? Oder ist das DV-spezifisch?
Viele Grüße
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Re: Bordeaux 2020
Château Rauzan-Ségla
aus der Halbflasche:
Kraftvolle Nase mit viel reifer Frucht, Cassis und Brombeeren; erdige und ledrige Noten; zurückhaltende grüne Noten wie etwas Paprika und Pfeffer. Der Duft ist wirklich schön, mich irritiert allerdings, dass zunächst auch ein Hauch von Joghurt mitschwingt, der die Frucht ganz leicht belegt. Nach ca. 1 h nehme ich dieses Attribut nicht mehr wahr.
Auch der Körper ist konzentriert und vollmundig. Geschmacklich besticht der Wein durch seine große Balance aus intensiver, auch hier am Anfang zunächst leicht belegter, dann sehr saftiger Frucht, den würzigen Noten, der festen, kraftvollen Struktur gegeben durch die präsenten, aber äußerst samtigen Tannine und der ausreichenden, reifen Säure, die sich horizontal konstant durch den Gaumen zieht und die Energie und Frische beisteuert. Das feindosierte Holz ist elegant und edel und wurde zurückhaltend eingesetzt, unglaublich langanhaltender Abgang mit einem Hauch von dunkler Schokolade. Trotz der nur 13,5 % Alkohol gibt es insb. bei einer Temperatur von über 15 Grad eine ganz leichte Alkoholwärme am Ende.
Ich würde den Wein jetzt nicht unter den Begriff „finessenreicher, feminin, duftiger Margaux“ einordnen, dazu war er dann doch zu kraftvoll. Aber es war ein tolles Erlebnis mit einem ganz hervorragenden Wein!
VG Nora
aus der Halbflasche:
Kraftvolle Nase mit viel reifer Frucht, Cassis und Brombeeren; erdige und ledrige Noten; zurückhaltende grüne Noten wie etwas Paprika und Pfeffer. Der Duft ist wirklich schön, mich irritiert allerdings, dass zunächst auch ein Hauch von Joghurt mitschwingt, der die Frucht ganz leicht belegt. Nach ca. 1 h nehme ich dieses Attribut nicht mehr wahr.
Auch der Körper ist konzentriert und vollmundig. Geschmacklich besticht der Wein durch seine große Balance aus intensiver, auch hier am Anfang zunächst leicht belegter, dann sehr saftiger Frucht, den würzigen Noten, der festen, kraftvollen Struktur gegeben durch die präsenten, aber äußerst samtigen Tannine und der ausreichenden, reifen Säure, die sich horizontal konstant durch den Gaumen zieht und die Energie und Frische beisteuert. Das feindosierte Holz ist elegant und edel und wurde zurückhaltend eingesetzt, unglaublich langanhaltender Abgang mit einem Hauch von dunkler Schokolade. Trotz der nur 13,5 % Alkohol gibt es insb. bei einer Temperatur von über 15 Grad eine ganz leichte Alkoholwärme am Ende.
Ich würde den Wein jetzt nicht unter den Begriff „finessenreicher, feminin, duftiger Margaux“ einordnen, dazu war er dann doch zu kraftvoll. Aber es war ein tolles Erlebnis mit einem ganz hervorragenden Wein!
VG Nora
Re: Bordeaux 2020
La Petite Eglise, Pomerol, 2020
Denis Durantou, Zweitwein des Château L´Eglise Clinet
80% Merlot, 20% Cabernet Franc
Dunkel, fast schwarze und undurchsichtige Farbe. Feine Aufhellungen am Rande.
In der Nase gleich nach dem Öffnen eine ganz feine, äusserst angenehme Vanillenote. Nach dem Karaffieren Duft nach Heidelbeeren, aber auch ziemlich ausgeprägte Noten nach Peperoni und Kräutern. Das ist wohl auf den Cabernet Franc zurückzuführen. Und ich nehme einen feinen Hauch von Pflaster wahr, ob da etwas Brettanomyces dabei ist ...
Am Gaumen ist er sehr elegant, hat eine kühle Frische. Die Tannine eher grobkörnig, aber im angenehmen Bereich. Hier auch die dunkle Frucht merkbar. Der Abgang ist meines Erachtens sehr lang, aber mit einer klaren mineralischen und bitteren Note. Insgesamt nicht ganz ausbalanciert.
Am zweiten Abend sind doch leichte Unterschiede merkbar. Die krautigen Noten im Bouquet weiterhin deutlich merkbar, am Gaumen nun aber auch Marzipan und statt frischen Beeren eher Heidelbeerjoghurt. Der bittere Abgang ist nicht mehr da.
Ich gebe zu, der Wein lässt mich etwas ratlos zurück. Ich bin mir bewusst, dass der Wein noch jung ist. Auf der einen Seite finde ich Gefallen am Wein, er ist spannend, anders, aber andererseits stört mich die krautige Note in der Nase und vor allem das Heidelbeerjoghurt am Gaumen. Richtig Trinkfreude kommt da noch nicht auf. Ich habe noch zwei Flaschen im Keller, lege die mal noch etwas auf die Seite.
Denis Durantou, Zweitwein des Château L´Eglise Clinet
80% Merlot, 20% Cabernet Franc
Dunkel, fast schwarze und undurchsichtige Farbe. Feine Aufhellungen am Rande.
In der Nase gleich nach dem Öffnen eine ganz feine, äusserst angenehme Vanillenote. Nach dem Karaffieren Duft nach Heidelbeeren, aber auch ziemlich ausgeprägte Noten nach Peperoni und Kräutern. Das ist wohl auf den Cabernet Franc zurückzuführen. Und ich nehme einen feinen Hauch von Pflaster wahr, ob da etwas Brettanomyces dabei ist ...
Am Gaumen ist er sehr elegant, hat eine kühle Frische. Die Tannine eher grobkörnig, aber im angenehmen Bereich. Hier auch die dunkle Frucht merkbar. Der Abgang ist meines Erachtens sehr lang, aber mit einer klaren mineralischen und bitteren Note. Insgesamt nicht ganz ausbalanciert.
Am zweiten Abend sind doch leichte Unterschiede merkbar. Die krautigen Noten im Bouquet weiterhin deutlich merkbar, am Gaumen nun aber auch Marzipan und statt frischen Beeren eher Heidelbeerjoghurt. Der bittere Abgang ist nicht mehr da.
Ich gebe zu, der Wein lässt mich etwas ratlos zurück. Ich bin mir bewusst, dass der Wein noch jung ist. Auf der einen Seite finde ich Gefallen am Wein, er ist spannend, anders, aber andererseits stört mich die krautige Note in der Nase und vor allem das Heidelbeerjoghurt am Gaumen. Richtig Trinkfreude kommt da noch nicht auf. Ich habe noch zwei Flaschen im Keller, lege die mal noch etwas auf die Seite.
Gruss, Sascha
„Riesling geht immer“!
„Riesling geht immer“!
Re: Bordeaux 2020
Auch wenn ich gerne Verkostungsnotizen lese, so muss ich anmerken, Bordeaux 2020 jetzt öffnen ist leider keine gute Idee.
In dem Zeitrahmen von 5-9 Jahre nach der Lese kann ein Bordeaux mit Genuss zu trinken sein, aber leider oft ist das nicht der Fall und einfach verschenktes Potenzial.
Selbst 10 Jahre alt ist noch keine Garantie das der Wein schon gut gereift ist, hängt aber auch von den Lagerbedingungen ab.
Gruß Heiko
In dem Zeitrahmen von 5-9 Jahre nach der Lese kann ein Bordeaux mit Genuss zu trinken sein, aber leider oft ist das nicht der Fall und einfach verschenktes Potenzial.
Selbst 10 Jahre alt ist noch keine Garantie das der Wein schon gut gereift ist, hängt aber auch von den Lagerbedingungen ab.
Gruß Heiko
Re: Bordeaux 2020
Hallo Heiko
Ich kann das zwar nachvollziehen, bin aber klar der Meinung, dass dies so pauschal nicht gesagt werden kann.
Die Geschmäcker sind nun mal individuell, ebenso die Weine. Aber weder ist das eine richtig noch das andere falsch.
Ich kann das zwar nachvollziehen, bin aber klar der Meinung, dass dies so pauschal nicht gesagt werden kann.
Die Geschmäcker sind nun mal individuell, ebenso die Weine. Aber weder ist das eine richtig noch das andere falsch.
Gruss, Sascha
„Riesling geht immer“!
„Riesling geht immer“!
Re: Bordeaux 2020
Hallo Sascha,
ganz klar ist es letztendlich jeden selbst überlassen, wann und auch wie er seinen Wein trinken möchte.
Meine Meinung zum ungünstigen Trinkfenster bei Bordeaux im Alter von 5-9 Jahren beruht auf viel gelesenen und eigene Erfahrungen der letzten 10 Jahre, das das nicht der Weisheit letzter Schluss ist, ist mir klar.
Insofern weiter probieren und im Sinne der Wissenschaft testen was die Flaschen hergeben
.
Gruß Heiko
ganz klar ist es letztendlich jeden selbst überlassen, wann und auch wie er seinen Wein trinken möchte.
Meine Meinung zum ungünstigen Trinkfenster bei Bordeaux im Alter von 5-9 Jahren beruht auf viel gelesenen und eigene Erfahrungen der letzten 10 Jahre, das das nicht der Weisheit letzter Schluss ist, ist mir klar.
Insofern weiter probieren und im Sinne der Wissenschaft testen was die Flaschen hergeben
Gruß Heiko