Rothe, Nordheim

weinaffe
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von weinaffe »

Bei Rothe sollte man auf jeden Fall auch seine Schwarzrieslinge probieren, die meist sehr gelungen sind. Auch der Zweigelt ist nicht zu verachten.

LG
Bodo
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EThC
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...Schwarzriesling kann ich bestätigen, Zweigelt hab ich nicht probiert, ist aber auch nicht sooo in meinem Fokus...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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Bernd Schulz
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Bernd Schulz »

Die Auslese von Kajo Christoffel habe ich eben trotz ihrer überragenden Qualität ziemlich bald wieder weggestellt (morgen ist auch noch ein Süßweintag), denn ich hatte plötzlich Lust auf deftig trockenes Zeug. Und da ja bis eben noch vier bislang nicht probierte Weine aus dem Rothe-Paket bei mir lagen, ging es dem Grauburgunder an den Kragen:

Bild

Grauburgunder war über viele jahre hinweg so gar nicht meine Rebsorte. Aber mittlerweile ändert sich das gerade ein wenig, wobei charakterstarke Exemplare wie dieses massiv dazu beitragen. Der 23er von Rothe befindet sich wirklich weit weg vom üblichen Pinoh-Gridschio-Einerlei ohne Ecken, Kanten und Säure, sondern er zeigt mittels einer ausdrucksstark kräutrigen und mineralischen Würze, wozu die Sorte fähig ist, wenn der Winzer entsprechend mit ihr umgeht. Sehr viel Wein zu einem noch einstelligen Kurs, Nachkauf = 3 von 3.

Alle drei von mir jetzt probierten Rothe-Weine überzeugen durch ihre enorme geschmackliche Intensität und durch einen eigenwilligen, aber trotzdem nicht zu abgedrehten Charakter. Mit einer Art Spagat zwischen Naturweinstilistik und (im positiven Sinne) konventionellem Geschmacksbild scheint Manfred Rothe einen eigenen Sonderweg gefunden zu haben, der mich persönlich nicht wenig beeindruckt: Die Weine wirken klar anders als das, was man von den renommierten Kollegen aus der näheren Umgebung gewohnt ist, aber sie weisen trotzdem rein gar nichts auch nur ansatzweise Verstörendes oder gar Abstoßendes auf. Meiner Vermutung/Meinung/Erfahrung nach kann man einen solchen Stil nur als absolutes Genie ziemlich schnell und ansonsten als normaler Sterblicher mit viel Willensanstrengung in jahrelangen Versuchen und Prozessen entwickeln - ziemlich am Ende solcher Prozesse scheint mir Manfred Rothe mittlerweile angekommen zu sein, denn alle drei probierten Weine zeigen mir sehr deutlich, dass er genau weiß, was er tut. Und daher ziehe ich erst mal gerne meinen imaginären Hut vor einem Winzer, dessen Haartracht mir weit weniger gefällt als seine Weine. :) :twisted:

Herzliche Grüße

Bernd
Bernd Schulz
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Bernd Schulz »

Auch der vierte von mir probierte Wein aus dem Hause Rothe gefällt mir richtig gut:

Bild

Bei schwächeren fränkischen Silvanern stören mich oft ausnehmend herbe Noten ("Schlehen") in Kombination mit einer relativen Säurearmut. Davon ist hier nichts zu spüren, sondern der Wein überzeugt durch einigen Säureschwung und gleichzeitig durch eine gelungene Kombination von dezent zitrischer Frucht mit betont muschelkalkig-mineralischen Elementen. Einziger Wermutstropfen: Für mich ganz subjektiv ist dieser Silvaner für eine Nachbestellung schon eine Spur zu teuer, wobei er "absolut gesehen" seinen Preis von 15 Euro außerhalb des Probierpakets fraglos wert ist.

Herzliche Grüße

Bernd
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...weiter geht's, diesmal mit dem wohl bekanntesten Wein von Manfred Rothe:

2015er Silvaner - indiGenius - [trocken] - Landwein Main, Rothe, Franken

Bild
Viele Grüße
Erich

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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Bernd Schulz »

Bei mir gibt es dann auch den nächsten Wein von Rothe, nämlich den 22er Riesling:

Bild

Die Nase finde ich wirklich gewöhnungsbedürftig, aber am Gaumen wird hier für gerade mal 9 Euro richtig viel geboten - so mancher VDP-Gutsriesling nimmt sich gegenüber der mineralischen Tiefe, die dieser Wein aufweist, wie ein Labberwässerchen aus :evil: .

Leider ist das schon der vorletzte Wein aus dem Rothe-Paket; jetzt habe ich nur noch den Spätburgunder, der auf Ralf Gundlachs nächsten Besuch wartet. Aber wenn es nicht unverschämt wäre, könnte ich mir das ganze Paket sofort noch mal bestellen, da mich die enthaltenen Sachen allesamt durch ihre enorme Substanzhaltigkeit stark überzeugt haben. Das Weingut, das zudem preislich auf dem Teppich geblieben ist, ist für mich ganz fraglos eine der Entdeckungen der letzten Jahre!

Herzliche Grüße

Bernd
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...an den Spülstein kann ich mich nicht erinnern, aber als ich den Wein auf dem Gut probiert habe, war die Flasche auch bereits offen und der Stein vielleicht schon verflogen. Jedenfalls blieb er mir als recht eigenständig und sehr gut auf der mineralischen Seite strukturiert in Erinnerung. Hab davon tatsächlich 6 Flaschen in den zum Glück großzügig bemessenen Kofferraum des Kraftwagens bugsiert... :shock:
Viele Grüße
Erich

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Bernd Schulz
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von Bernd Schulz »

EThC hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 21:38 ...an den Spülstein kann ich mich nicht erinnern, aber als ich den Wein auf dem Gut probiert habe, war die Flasche auch bereits offen und der Stein vielleicht schon verflogen....
Jetzt (beim dritten Glas :oops: ) ist der Spülstein auch nicht mehr da! Aber meine erste spontane Assoziation war tatsächlich genau diese, und zwar in ziemlich krasser Form....
EThC hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 21:38 Hab davon tatsächlich 6 Flaschen in den zum Glück großzügig bemessenen Kofferraum des Kraftwagens bugsiert...
Einen Fehler hast du damit für meinen Geschmack (trotz des anfänglichen Spülsteins ;) ) nicht gemacht. Denn es handelt sich in puncto Substanz um eine Qualität, die woanders auch schnell mal das Doppelte oder mehr kosten kann.

Nahezu unglaublich finde ich die mineralische Intensität, die Manfred Rothe auch schon bei seinen kleineren Weinen erzielt. Wer in Deutschland kommt da in dieser Hinsicht überhaupt mit (wir reden hier über einen einstellig gepreisten Riesling, der mit einem mächtig gewaltigen Nachhall ausgestattet ist)?

Herzliche Grüße

Bernd
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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von EThC »

...weiter geht's: der erste Rote von Rothe:

2018er Spätburgunder - [Astheimer Kartäuser] - Grande - trocken - Qw

Bild
Viele Grüße
Erich

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Re: Rothe, Nordheim

Beitrag von bordeauxlover »

Hallo Erich und Bernd,

jetzt habt Ihr mich so neugierig gemacht, dass ich mir eben auch einmal das von Bernd verkostete Probierpaket bestellt habe. Ich bin gespannt und werde berichten - vermutlich kürzer, als Ihr beiden, die ja dankenswerterweise schon sehr eingehende VKN veröffentlicht habt.

Schöne Grüße
Armin
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