Hirtzberger Franz, Spitz

Weltkulturerbe und internationales Aushängeschild Österreichs
Benutzeravatar
UlliB
Beiträge: 5083
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 18:27

Re: Hirtzberger Franz, Spitz

Beitrag von UlliB »

amateur des vins hat geschrieben: Di 18. Nov 2025, 19:38 Franz Hirtzberger, Grauburgunder Smaragd 2024

Aus der mir bisher unbekannten Riede Pluris, die im Spitzer Graben am "donauabgewandtesten" ist. Hoher Anteil an Löß/Lößlehm.

Hellgoldene Robe.
In der Nase gelbes Kernobst (vorwiegend Birne), Mango, Mandarine, Honig, Kräuter (Thymian, Oregano), Walnuß. Komplex, voll und dicht, aber ohne Schwere.
Am Gaumen sehr stoffig/schmelzig, aber mit unaufgeregt frischer/kühler Säure, die alles lebhaft erhält.
Im Abgang wieder etwas "süße" Mango/Mandarine, Thymian, dann Nußhaut. Animiernd herb. Lang!

Das ist richtig klasse und ohne jeden Zweifel ein würdiger Smaragd. Steinelutschern könnte der Stil etwas zu barock erscheinen, aber andererseits erzeugt dies einen soghaften Trinkfluß: Die Flasche "verdunstet" im nu!
Den hatte ich jetzt auch im Glas. Ich tue mich immer schwer damit, von anderen Leuten ausgemachte Aromakomponenten im Wein wiederzufinden, Mango oder Mandarine hatte ich z.B. gar nicht. Aber dem Grundtenor der Notiz kann ich voll und ganz zustimmen: das ist für die Sorte, die ja gerne zum Breiten und Trägen tendiert, ein ungewöhnlich lebendiger und schwungvoller Wein, der hohe Konzentration mit hohem Trinkfluss verbindet und trotzdem stets als Grauburgunder erkennbar bleibt. Gekonnt!

Gruß
Ulli
amateur des vins
Beiträge: 5065
Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
Wohnort: Berlin

Re: Hirtzberger Franz, Spitz

Beitrag von amateur des vins »

UlliB hat geschrieben: So 28. Dez 2025, 11:01 Ich tue mich immer schwer damit, von anderen Leuten ausgemachte Aromakomponenten im Wein wiederzufinden, Mango oder Mandarine hatte ich z.B. gar nicht.
Das hat aber zwischen uns schonmal besser geklappt! :lol:

Naja, jenseits individueller Wahrnehmung bleibt auch immer die Tagesform, Wechselwirkungen (auch unerkannte) mit anderen Aromen usw..

Wenn ich noch eine Flasche hätte, würde ich jetzt glatt die Gegenprobe machen. So muß das bis zu einer zukünftigen Bestellung warten...
UlliB hat geschrieben: So 28. Dez 2025, 11:01 Aber dem Grundtenor der Notiz kann ich voll und ganz zustimmen: das ist für die Sorte, die ja gerne zum Breiten und Trägen tendiert, ein ungewöhnlich lebendiger und schwungvoller Wein, der hohe Konzentration mit hohem Trinkfluss verbindet und trotzdem stets als Grauburgunder erkennbar bleibt. Gekonnt!
Voilà! :ugeek: 8-)
Besten Gruß, Karsten
Chrysostomus
Beiträge: 196
Registriert: Mi 8. Jun 2022, 16:57
Wohnort: Ö/Bgld

Re: Hirtzberger Franz, Spitz

Beitrag von Chrysostomus »

Riesling Smaragd Hochrain 2017

Nach knapp 2 Jahren wieder einmal besucht und diesmal fand ich den Wein ehrlich gesagt etwas weniger spannend, wenn auch auf hohem Niveau. Goldgelb, wirkt fortgeschritten, typische Marillen- und Ananasaromen, etwas barocker als das letzte Mal. Es fehlte mir für eine höhere Bewertung an Frische und Spannung! Am Schluss kam ein zarter Bitterton dazu, der nach zwei Tagen wiederum verflog. Insgesamt gefiel er mir dann (Hälfte im Kühlschrank einfach zugekorkt) besser als am ersten Tag, das macht Hoffnung auf die Zukunft für die verbleibenden Flaschen, könnte also auch in einem leichten Tief stecken.
Ich hab den Wein damals noch deutlich unter 40,- gekauft. Die derzeitigen Preise für einen aktuellen Jahrgang halten mich zum Glück - der Keller ist mehr als voll - von einem Nachkauf ab...
93 Punkte
Schöne Grüße, Markus
Antworten

Zurück zu „Wachau“