Absatzrückgang Wein

Hohe Brisanz, kurzes Verfallsdatum
TOM
Beiträge: 609
Registriert: Do 2. Apr 2015, 09:15

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von TOM »

Wenn man das Weingut verkleinert, muss man ja nicht unbedingt ein Verlierer sein.
Kloster Eberbach geht ja momentan durch die Presse mit "Klasse statt Masse". Die haben die Anbaufläche auf 170 bis 175 Hektar verkleinert. Es waren mal rund 235 Hektar.
Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut. (Eduard Mörike)
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10242
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von EThC »

...das ist sicher nicht falsch, aber die Klasse will auch erst mal verkauft sein; ich gehe nicht davon aus, daß das generell der Weg zurück ins Glück ist. Auch wenn ich jetzt kein Eberbach-Fan bin, aber die haben zumindest ein gewisses Ansehen und wissen grundsätzlich schon, wie "Klasse" erzeugt werden kann. Für ein Genossenschaftsmitglied oder auch einen eigenständigen Betrieb, der einfache Weine produziert, die gerade mal im Radius von 20 km ums Weingut bekannt sind, wird das nur in absoluten Ausnahmefällen ein Weg sein, wenn, dann geht sowas meist mit einem Generationswechsel daher...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
jxs
Beiträge: 83
Registriert: Di 25. Sep 2012, 19:34

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von jxs »

Ist in Teilen zwar ein Jahrgangsbericht, aber es werden auch nochmals zahlreiche Probleme der (deutschen) Weinwirtschaft thematisiert:
Deutscher Weinanbau steckt laut Verband in »historischer Krise« (spiegel.de)
- extrem niedrige Fassweinpreise, deutlich unter den Produktionskosten
- Marktanteile des deutschen Weins im Inland sinken
- US-Zölle (wichtigster Exportmarkt)
- Der Bauernpräsident wird zitiert mit „ Aufgrund der schlechten Marktlage gehen wir davon aus, dass wir Rebflächen in erheblichem Umfang verlieren werden.
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10242
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von EThC »

...nach wie vor würde mich mal ein differenzierter Bericht über die Gesamtsituation interessieren. Wenn die Faßweinproduktion deutlich zurückgeht und z.B. im Ottersheimer Kahlenberg künftig nur noch Rüben angebaut würden, wäre das aus meiner Sicht kein wirkliches Drama für die Landwirtschaftskultur. Wenn's dagegen die Steillagengebiete in größerem Umfang dahinraffen würde, wäre das aus meiner Sicht schon dramatischer, denn was außer verwildern lassen soll man damit schon anfangen...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
jxs
Beiträge: 83
Registriert: Di 25. Sep 2012, 19:34

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von jxs »

Wohin mit all dem Wein? (sueddeutsche.de)

Etwas ausführlicher als andere Berichte. Dennoch schwierig an weiterführende Zahlen aus Geisenheim oder der im Artikel erwähnten Zukunftsintiative Deutscher Weinbau e.V. (dein-wein-von-hier.de) zu kommen.
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10242
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von EThC »

...interessant, daß von Seiten des portraitierten Winzers ein möglicher Ausweg darin gesehen wird, von 44 ha durch Abstoßen von 40 ha Faßweinproduktion auf 4 ha Flaschenwein zu schrumpfen. Ob damit das Hauptproblem weitgehend lokalisiert ist :?: :?
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
jxs
Beiträge: 83
Registriert: Di 25. Sep 2012, 19:34

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von jxs »

EThC hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 13:10 ...interessant, daß von Seiten des portraitierten Winzers ein möglicher Ausweg darin gesehen wird, von 44 ha durch Abstoßen von 40 ha Faßweinproduktion auf 4 ha Flaschenwein zu schrumpfen. Ob damit das Hauptproblem weitgehend lokalisiert ist :?: :?
Wäre, denke ich, eine gute Arbeitshypothese. Dazu bräuchte es aber Statistiken nach Preissegmenten. Die Durchschnittswerte der üblichen Statistiken (u.a. destatis oder DWI: www.deutscheweine.de/news-medien/statistiken-berichte) haben nur eine beschränkte Aussagekraft. Man kann aber schon sehen, dass Faßwein bzw. Weine zu günstigen Kursen im Import schon eine sehr relevante Größe sind. Bei den Anbaubedingungen hierzulande ist es da schwer mitzuhalten. Daher spielt Fasswein im Export auch kaum eine Rolle. Zudem sind die Länder in denen günstiger produziert wird (u.a. ES, IT, FR) selbst stark unter Druck. Bei denen ist der Rückgang im Weinkonsum deutlich höher als in DE.
Quelle: https://www.deutscheweine.de/fileadmin/ ... k_2025.pdf (Import: u.a. Tabelle 18, Export: u.a. Tabelle 20, Konsum: u.a. Tabelle 23)
amateur des vins
Beiträge: 5065
Registriert: Sa 10. Mär 2012, 21:47
Wohnort: Berlin

Re: Absatzrückgang Wein

Beitrag von amateur des vins »

EThC hat geschrieben: Do 1. Jan 2026, 13:10 ...interessant, daß von Seiten des portraitierten Winzers ein möglicher Ausweg darin gesehen wird, von 44 ha durch Abstoßen von 40 ha Faßweinproduktion auf 4 ha Flaschenwein zu schrumpfen. Ob damit das Hauptproblem weitgehend lokalisiert ist :?: :?
Wenn 40 ha Faßwein unrentabel sind, die Familie aber von 4 ha Flaschenwein leben könnte - natürlich löst das sein betriebswirtschaftliches Problem. Da braucht er keine volkswirtschaftlichen Überlegungen anzustellen.

Ist natürlich keine globale Lösung. Da werden noch "Verteilungskämpfe toben". Gut, wenn sich Leute wie Frau Loose Gedanken darüber machen, wie diese gesteuert werden können, ein bißchen jedenfalls.
Besten Gruß, Karsten
Antworten

Zurück zu „Aktuelle Themen“