Ich hatte diesen Wein bereits im Rahmen eines Verkostungsberichts erwähnt (
viewtopic.php?p=181612&hilit=Hofmann#p181612), aber mir gefällt der Wein so gut, dass ich ihm einen eigenen Beitrag widmen möchte.
Weingut Marco Hofmann, 2020 Oberweseler St. Martinsberg Spätburgunder trocken 13% vol.
Transparentes Kirschrot. Eher unauffällige Nase, etwas Kirsche, leichte Würze. Am Gaumen wieder (Sauer)-Kirsche, auch ein Hauch Blaufrucht, aromatisch dicht, auch Anklänge an Küchenkräuter (Thymian?), präzise Säure, viel Würze, hat durchaus Kraft und Statur, behält aber stets diese gewisse Pinot-Eleganz, hat Tiefe, gewisses Spiel und Komplexität, feines, zartes Tannin und eine deutliche würzig-mineralische Salzspur, die sich vom Antrunk bis zum Abgang durchzieht und dem Wein eine ungemeine Attraktivität verleiht, die die Hand immer wieder magisch zum Glas führt. Hervorragender Spätburgunder. (92 P.)
Hier ist dem Nebenerwerbswinzer Marco Hofmann ein richtiges Meisterstück gelungen, auf seine Art komplett eigenständig, weder deutsch noch burgundisch wirkend. Das Besondere ist diese durchgehende Hammer-Mineralik, die ich in Pinots in dieser Art gar nicht kenne. Erstaunlich und großartig, Riesling in rot, aber gleichzeitig deutlich Pinot, der Wein ist auf der Preisliste mit 22 Euro natürlich recht ehrgeizig bepreist, ist aber meiner Meinung jeden Cent wert. Im Übrigen ist er wahrscheinlich ausverkauft. Ich wollte euch dennoch diesen außergewöhnlich guten Spätburgunder nicht vorenthalten.