Im Graacher Ortsteil Schäferei habe ich in der Zeit vor dem Bau des Hochmoselübergangs häufig ein paar Tage Urlaub gemacht. Von der Ferienwohnung aus war das Weingut Philipps-Eckstein zu Fuss in drei Minuten erreichbar, weshalb ich mich zu Urlaubsbeginn dort gerne mit ein paar Flaschen Riesling eingedeckt habe. Den Rieslingstil des Hauses fand ich immer sehr solide (gekonnt modern), aber von der 2005er Auslese, die ich heute abend aufgezogen habe, bin ich jetzt doch sehr positiv überrrascht:
Nach dem zweiten Glas würde ich auch 92 Punkte zücken! Gemessen am Jahrgang wirkt der Wein erstaunlich fein und vital; hier zeigt sich, dass man auch mit Reinzuchthefen schöne Sachen erzeugen kann, wenn man sein Handwerk richtig gut versteht.
Leider habe ich Philipps-Eckstein schon länger aus dem Blickwinkel verloren, was auch daran liegt, dass ich seit etlichen Jahren nicht mehr nach Graach-Schäferei gekommen bin - zu sehr hat die Mosel zwischen Zeltingen und Bernkastel durch die neue B 50 für mich an Urlaubsreiz verloren...
Insofern stimmt mich der Genuss dieser schönen Auslese durchaus etwas wehmütig.
Herzliche Grüße
Bernd