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Weingut Holger Koch

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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 8. Feb 2019, 20:07

Gestern habe ich den Herrenstück Weißburgunder aus 2012 geöffnet. Unmittelbar nach dem Öffnen war der Wein enttäuschend fragil, ich dachte schon, dass er seine besten Zeiten gesehen hatte. Doch dann vollzog sich ein Schauspiel, das ich so nur von den Weine von Koehler-Ruprecht oder Claus Schneider kenne. Der Wein drehte mit Luft unglaublich auf, fand zu sich, richtete sich auf und strahle schließlich aus sich heraus. Es ist immer wieder überwältigend zu sehen, wie formal kleinere Weine zum richtigen Zeitpunkt über sich selbst hinauswachsen können.

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Viele Grüße

Michl
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Ralf Gundlach

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 8. Feb 2019, 20:20

Hallo Michl,

spannend! Ich glaube eh, das Holger Kochs Weine bzgl. des Reifeverhaltens unterschätzt werden. Leider habe ich nichts im Keller, um diese These zu unterstützen :( .

Gruß

Ralf
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 8. Feb 2019, 20:49

Hallo Ralf,

ja, der Wein ist echt spannend. Gerade habe ich noch den Rest im Glas und bin wieder begeistert. Übrigens, im Weinrefugium kannst du mehrere ältere Jahrgänge beziehen, so auch noch diesen Wein.
Viele Grüße

Michl
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vanvelsen

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMo 11. Feb 2019, 14:39

Liebes Forum

Ein gutes Duzend Holger Koch Pinots durfte ich kürzlich verkosten. Dabei ist mir - neben der sehr guten Qualität der Weine - auch eine erschreckend hohe Korkquote aufgefallen. Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich? Waren die Ausfälle blöder Zufall oder steckt da ein Problem dahinter?

Die Notizen zur Verkostung findet man hier: https://vvwine.ch/2019/02/pinot-noir-vo ... ertikalen/

Gruss,

Adrian
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMo 11. Feb 2019, 15:34

Adrian, vielen Dank für Deine interessanten Eindrücke!
Scheint ja so, als sei ihm 2015 besonders gut gelungen.
vanvelsen hat geschrieben:[...] erschreckend hohe Korkquote aufgefallen. Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich? Waren die Ausfälle blöder Zufall oder steckt da ein Problem dahinter?
Ich "sammele" Holger Koch seit etwa 2014/2015 (vorrangig weiß, nur *** und wenige Reserven), und kann mich an keine Korkprobleme erinnern. Ich werde aber jetzt vermehrt darauf achten (insbesondere wo ich jetzt weiß, wie fies unterschwellig Korkschleicher sein können).
Besten Gruß, Karsten
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 15. Feb 2019, 20:32

Der 1-sternige 13er Pinot noir ist ein wunderbarer Wein. Frisch, trinkig, präzise, recht schlank, durchaus subtiler. Mit Claus Schneider gelingen ihm immer wieder Burgunder, die nichts von dieser schwülstigen Wärme und aufgedonnertem Holzeinsatz zeigen, die nicht wenigen badischen Burgundern zueigen ist. Er liegt spürbar, aber doch nur ein wenig über dem Herrenberg. Ob man dafür gute 5 Euro mehr bezahlen möchte, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Mir ist dieser kleine Qualitätssprung den Preissprung nicht wert, dennoch bleibt das ein sehr sehr guter Wein.

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Viele Grüße

Michl
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 1. Mai 2019, 19:02

Teils als Epilog, teils als Kontrapunkt zu unserer Chardonnay-Probe nun heute zum zweitenmal im Glas:

Holger Koch, Chardonnay *** 2017

Nase eher auf der leicht fruchtigen Seite: Pfirsich, Blüten, ein klein wenig Honigmelone. Auch wieder ein Hauch Quitte und Sanddorn. Aber auch steinige Assoziationen.
Am Gaumen leicht cremig, wieder gelbe Frucht, schöne Säure (eher mild). Mundauskleidend, sehr maßvoller Ausbau, kein Fett, aber auch nicht besonders straff: ausgewogen; sehr "trinkig".
Besser als in der Erinnerung!

Nicht knochentrocken (3,3 g/l RZ bei 6,1 g/l GS), was natürlich den Süffelfaktor erhöht - aber auch bewirkt, daß der Wein erstaunlich gut mit der ordentlich Chili- und Thai-Curry-scharfen Gemüsepfanne zurechtkam.

Holger Koch macht Weine als Essensbegleiter, und das sehr gut. Zum Punkteschinden vielleicht weniger geeignet, aber bei mir haben seine Weine ihren sicheren Platz gefunden. Chapeau!
Besten Gruß, Karsten
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 29. Mai 2019, 20:59

Heute habe ich wieder eine reifen Herrenstück Weißburgunder von Holger Koch im Glas. Der 2013er hat nicht das Niveau des vor kurzem getrunkenen 12ers, v.a. dürfte das auch ein Wein sein, der polarisiert. Easy drinking ist das nicht, wenn man sensibel ist, könnte man die leicht gärige Aromatik auch als Weinfehler wahrnehmen. Für mich ist das aber ein spannender Wein, den ich sehr gerne trinke.

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Michl
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDo 18. Jul 2019, 18:31

Gerade im Glas:

Holger Koch, Weißburgunder *** 2016

Nase gelbfruchtig: Pfirsich, etwas Melone, ein Hauch Banane (nur zu Beginn), und auch etwas reifer gelber Apfel. Leicht mineralisch. Später [+30'] deutlich Quitte und etwas Blumenwiese.

Am Gaumen nicht besonders knackige, aber sehr schöne Säure; hat man bei WB im allgemeinen auch schon latschiger gehabt. Kraftvoll, aber klar und kühl. Aromatisch etwas dunkler als in der Nase: Andeutungen von Nektarine, etwas Pink Grapefruit und einem Hauch rote Johannisbeere mischen sich darunter.

Abgang langanhaltend frisch, leicht herb. Retronasal etwas grüner Apfel.

Holger Koch ist für mich der Magier balancierter, harmonischer, trinkanimierender Weine. Da ist nichts "verkopft" oder schräg um der Schrägheit Willen. Sondern die Weine trinken sich so leicht, ohne daß sie simpel oder linear wären. Großer Spaß!
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 28. Jul 2019, 20:50

Gestern und heute der Bruder des Weißburgunders:

Holger Koch, Grauburgunder *** 2016

Man ahnt den 10%igen "Orange"-Anteil, schon von der Optik her...
Nase dicht, leicht mineralisch, etwas weiß- und gelbfruchtig (Birne, Pfirsich).
Am Gaumen - wow, das ist so balanciert und unprätentiös! Frische Säure (ist da eine Andeutung von CO₂?), ganz leichte Rauchigkeit. Leichte Adstringenz.
Gaumen aromatisch wie Nase, aber die Frucht tritt noch weiter zurück. Ein wenig Grapefruit. Zum Abgang hin leicht herb und kräuterig; zusammen mit einer leicht zitrischen Note ergibt das eine mundauskleidende, sehr lang anhaltende Spannung und frische.

Toller Understatement-Wein!

[+1d] Heute deutlich weicher, aber mit genug Spannung, um trotz einiger Üppigkeit nicht breit zu wirken. Frucht zurückgegangen, dafür Kräuter etwas betont. Gut, aber weniger spannend als gestern.
Besten Gruß, Karsten
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