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Bordeaux 2018

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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UlliB

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Re: Bordeaux 2018

BeitragMi 5. Jun 2019, 16:47

Das dürfte es für heute gewesen sein. Nur drei Releases, aber immerhin...

Auf dem linken Ufer fehlen jetzt nur noch die premiers. Die könnten die Sache im Muster der vergangenen Jahre sehr schnell erledigen: Mouton nennt einen Preis, Margaux und Haut Brion fordern das gleiche, und Lafite schlägt darauf nochmal 50 bis 70 Euro auf.

Cheval Blanc legt dann auf den Preis vom Lafite noch einen Hunderter drauf, und Ausone auf den Preis vom Cheval einen 50er. Figeac möchte premier grand cru classé "A" werden und schließt die Preislücke zu Angelus zumindest teilweise. Belair-Monange dito. Pavie haut auf den Preis vom Angelus anstandshalber noch ein paar Euro drauf. Damit wären wir dann auch in St. Emilion durch 8-)

Worauf die allerdings in Pomerol noch warten, weiß der Geier :?

Gruß
Ulli
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Olaf Nikolai

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Re: Bordeaux 2018

BeitragMi 5. Jun 2019, 18:22

Möglw. noch bei der Lese....
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innauen

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Re: Bordeaux 2018

BeitragMi 5. Jun 2019, 22:08

UlliB hat geschrieben:
EThC hat geschrieben:...nur mal so interessehalber für einen Nicht-Subser: die ca. 37 % Mehrung zwischen ex nego- und EV-Preisen, sind das Erfahrungswerte oder gibt's da fixe Abhängigkeiten?

Das sind lediglich Erfahrungswerte. Üblich ist eine Händlermarge auf den ex nego-Preis von 15%, und darauf kommt dann noch die Mehrwertsteuer. Das passt meistens recht gut so, aber nicht immer. Bei den begehrten Weine erhöhen die Händler schon mal ihre Marge um ein paar Prozentpunkte ;)

Gruß
Ulli


wenn man den ex-nego Preis nimmt und die Marge mulipliziert, kommen Preise raus, die vermuten lassen, dass etliche Händler weniger als 15% draufschlagen. Da die ex-nego Angebote aber nicht verhandelbar sind, sondern in Wahrheit nicht selten sogar noch teurer (weil häufig gekoppelt mit der Verpflichtung schwer verkäufliche Petit Chateau und Zweitweine abzunehmen), sind manche der derzeitigen Angebote in meinen Augen geradezu ruinös. Weil man in der Subs die ganze Wahrheit aber erst zwei Jahre später erfährt, gilt für mich bei der Händlerauswahl die Maßgabe "Trau, Schau, Wem" im besonderen Maße.

Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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UlliB

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Re: Bordeaux 2018

BeitragDo 6. Jun 2019, 09:06

innauen hat geschrieben:Weil man in der Subs die ganze Wahrheit aber erst zwei Jahre später erfährt, gilt für mich bei der Händlerauswahl die Maßgabe "Trau, Schau, Wem" im besonderen Maße.

Völlig d'accord. Wenn ein bislang unbekannter Händler auf Marge verzichtet, und das vielleicht sogar bei einem begehrten Wein tut, ist Alarmstufe rot. Allerdings: hin und wieder bieten auch seriöse Händler einzelne Weine mit weniger als den üblichen 15% Marge auf den ex nego-Preis an. Warum und wie auch immer.
Da die ex-nego Angebote aber nicht verhandelbar sind,[...]

Da bin ich allerdings nicht 100% sicher. Vielleicht kann ja der gelegentlich hier schreibende Händler etwas dazu sagen.

Gruß
Ulli
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UlliB

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Re: Bordeaux 2018

BeitragDo 6. Jun 2019, 12:49

Bis jetzt im Westen nichts Neues... heute früh kein Release. Und es gibt auch schon Gerüchte, dass vor nächstem Dienstag gar nichts mehr passiert.

Die spielen da jetzt das allseits beliebte "Bordeaux-en primeur-Mikado": wer sich zuerst bewegt, hat verloren 8-)

Ob das jetzt schlau ist, würde ich bezweifeln. Die noch verbliebenen Interessenten wickeln jetzt noch schnell ein paar Käufe ab, machen dann die Bücher zu und fahren in die Pfingstferien. Und wenn sie zurückkommen, ist die Kampagne vergessen.

Gruß
Ulli
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Matthias Hilse

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Re: Bordeaux 2018

BeitragDo 6. Jun 2019, 13:22

Die Weingüter verkaufen über die Courtiers die Weine an ihre Negociants und legen dabei den "ex-negoce-Preis", zu dem diese an ihre Kunden, die Händler, bei denen dann die "Endkunden" subskribieren, verkaufen, fest. Es handelt sich um prinzipiell feste Preise, von denen im Einzelfall abgewichen wird, wenn ein allgemeiner Konsens herrscht, ein bestimmter Wein sei einfach zu teuer.

Tendenziell ist das Subskriptionsgeschäft asymmetrisch, denn die Negociants verkaufen - zumindest die wichtigsten Weine - im Nu. Wenn Ihnen das selbst nicht gelingt, dann teilen sie sich ggf. ihre Allokation mit Negociants, die z.B. originär die Weine eines bestimmten Chateaux garnicht haben. So konnte ich gestern Montrose bei Negociants einkaufen, die selbst gar kein Allokatär sind. Ich nehme dabei an, dass man unter den Negociants manchmal einfach tauscht, damit das eigene Portfolio attraktiver wird.

Jedenfalls ist ein gesuchter Wein - wie jetzt gerade Montrose - in Bordeaux relativ schnell ausverkauft. Es gibt also keinen Grund, Rabatte einzuräumen. Aber natürlich gilt hier das Gleiche wie bei den Händlern: nicht alle Negociants sind gleich seriös. Wenn dann einmal die Verkäufe langsam gehen, wird man eher von einem schwachen Negociant einen Rabatt bekommen.

Während am Endkundenmarkt über zu hohe Preise für einige der 2018er diskutiert wird, sind diese Weine i.d.R. in Bordeaux direkt ausverkauft. Da die Verteilung "im Einzelhandel", wo es ja ggf. um Einzelflaschen geht, viel länger dauert, kann es passieren, dass allgemeine Liquiditätsaspekte (oder schlicht eine zu groß gekaufte Menge) dazu führen, dass während einer Primeurkampagne die Preise fallen. Das ist zum Glück eine große Ausnahme und natürlich für die Kunden, die früh ins Risiko gegangen sind, besonders ärgerlich.

Man kann heute beobachten, dass das Preisgefüge bei der Subskription weitestgehend homogen ist (was dazu führen wird, dass es immer mehr Exklusivitäten gibt, mit denen man das eben umgeht); dies hängt damit zusammen, dass viele der hochrangigen Chateaux den Markt beobachten und ggf. Händler abmahnen, die sich nicht an das Gewünschte halten.

Vielleicht noch kurz zu Montrose, weil dies gestern auch ein Thema hier war. Die Allokationsbasis für die Zuteilung der 2018er Menge war das eingekaufte Volumen im letzten Jahr. Davon wurden 40% abgezogen - und fast überall eine Kombination mit dem Kauf der Dame von Montrose eingefordert.

Diese fast durchweg gängige Praxis führt dazu, dass immer weniger Wein in den Primeurmarkt gelangt. Wenn es gestern bereits etwa 10 Chateaux mit "zweiten Tranchen" gab, deutet das darauf hin, dass der Markt bei guter Liquidität solide funktioniert.

Herzliche Grüße,
Matthias Hilse
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Herr S.

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Re: Bordeaux 2018

BeitragDo 6. Jun 2019, 13:47

Hallo Herr Hilse,

vielen Dank für den informativen Beitrag!

Viele Grüße,
Björn
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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EThC

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Re: Bordeaux 2018

BeitragDo 6. Jun 2019, 14:57

+1

Auch wenn Bordeaux jetzt keine besondere Baustelle von mir ist, die Ausführungen sind auch für mich recht interessant!
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Figeac78

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Re: Bordeaux 2018

BeitragFr 7. Jun 2019, 12:01

Wen es interessiert, gerade aus dem aktuellen Mövenpick Mailing:

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.


Gruß
Detlef
Herzliche Grüsse,
Detlef
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diogenes

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Re: Bordeaux 2018

BeitragFr 7. Jun 2019, 15:18

Mit der Kompetenz und dem Hintergrundwissen von Matthias Hilse, gewinnt dieses Forum an Bedeutung.
carpe vinum!
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