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Jahrgang 2012

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Markus Vahlefeld

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Re: Jahrgang 2012

BeitragDi 3. Sep 2013, 11:21

Birte hat geschrieben:Lieber Markus,
ich habe lediglich gehört, dass der Jahrgang traumhaft sein soll, und dass die Berichterstattung von Dirk sehr treffend ist. Um intelligente Fragen zu stellen, habe ich zu lange keine GG mehr probiert. So blöd es sich anhört, ich mochte einfach diese schnelle Berichterstatung des letzten Jahres, hatte so einen WM Charakter. Aber Du hast ja bereits gesagt, dass es keinen funktionierenden Internet Anschluss gab. Also sollte ich meine traurigen Beiträge wohl besser an den VDP richten. :lol:

Also, um mich nicht der Gefahr auszusetzen, hie jeden Jahrgang hochzujazzen, möchte ich es so formulieren: bei der Vorpremiere der GGs zeigten alle Anbaugebiete viel homogenere und vor allem höhere Qualitäten als die Jahre zuvor.

Ich habe - nicht aus Masochismus, sondern aus echtem Interesse - mit dem Rheingau angefangen. Das erste Mal wirklich ALLE Weine. Und auch wenn der Rheingau so manchen Ausfall zu verzeichnen hatte, war das Niveau doch außerordentlich hoch und viel höher als die Vorgängerjahre.

Die Nahe, die bisher immer die Nase vorn hatte, war mit 2012 nicht derart herausragend. Vielleicht weil die anderen Anbaugebiete stärker gworden sind, vielleicht weil die Nahewinzer (ausgenommen Diel) nichts wirklich Überraschendes auf die Flasche gebracht haben. Aber das ist Meckern auf höchstem Niveau, denn die Weine waren natürlich toll und dem Jahrgang entsprechend.

IMHO hatte in Wiesbaden Rheinhessen als Anbaugebiet die beste und homogenste Kollektion (von den Salm-Weinen mal abgesehen). Aber auch die Pfalz war ungeheuer stark und viel, viel stärker als noch 2011 (was eigentlich ein Pfalz-Jahr war), weil sie, seit ich mich erinnern kann, auf dieses frühe Lesen bestimmter Partien scheinbar verzichtet haben und die Weine viel weniger "zurechtgefrickelt" wirkten.

Das mal als erster Eindruck.
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Markus Vahlefeld

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Re: Jahrgang 2012

BeitragDi 3. Sep 2013, 11:24

mixalhs hat geschrieben:Nach allem, was man so hört, muss der Morstein von Wittmann ein (wie man auf Neudeutsch so schön sagt) "must have" sein.

Egal von wem Du das gehört hast, es stimmt. Für mich ist es der Wein des Jahres 2012. Ich habe ihn mit Ollie einige Tage später nochmals nachprobiert (auf dem Weingut) und bin in dem Wein nochmals völlig versunken. Aber Obacht: der Wein lebt von seiner "nothingness" - er zeigt noch nicht wirklich viel, aber er hat einfach alles. Allein schon dieser Umstand ist faszinierend genug.

Für mch ist er das Paradebeispiel eines authentischen Weins, der auf das stolze Hervorzeigen eines "winemaking" verzichtet.
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Charlie

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Re: Jahrgang 2012

BeitragDi 3. Sep 2013, 14:24

Ja, er hat mir sehr gut gefallen. Markus hat Recht, da ist nicht "viel dran", aber diese Gelassenheit ist schön! Nicht, dass jetzt jemand denkt, der Morstein sei irgendwie karg, oder minimalistisch. Er hat durchaus Frucht und Schmelz und Würze, aber es sticht nichts hervor. Nicht mal Mineraligkeit ;-)

Gaanz persönlich und genau an diesem Sonntag Nachmittag hat mir der St. Nikolaus von Kühn aber noch besser gefallen, die Aromen sind mir nahe gegangen. Rebholzens Kastanienbusch ist auch ein Meisterstück, jetzt halt ein bisschen karg "rundherum", will sagen, er hat sich "in die Mitte" verzogen. Alle 3 Prachtweine!

Weniger haben mir Christmanns Weine gefallen. Einerseits kommt die Fraucht süß und üppig, andererseits die Säure etwas spitz.
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mixalhs

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Re: Jahrgang 2012

BeitragDi 3. Sep 2013, 15:06

Themenwechsel Heymann-Löwenstein:

Bei der für mich wenig befriedigendenden VDP-Veranstaltung "Große Weine- Große Kunst" am gestrigen Sonntag konnte ich wenigstens zwei erste Lagen von Heymann-Löwenstein probieren: Röttgen und Blaufüßer Lay, beide hervorragend, Röttgen mit mehr Frucht und opulenter, Blaufüßer Lay dagegen etwas schlanker und mineralischer. Beide Weine stachen aus dem sonstigen Angebot dieser Veranstaltung hervor, zwei echte Monumente, beide knapp unter der Grenze von 9 Gramm Zucker, also kurz vor halbtrocken, und beide mit knackiger Säure,
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kreutzer

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Große Gewächse Jahrgang 2012

BeitragSa 7. Sep 2013, 06:10

Hallo Weinforum,

nachfolgend für Interessierte ein Link zu dem Blog-Beitrag meines Weinfreundes Rainer Kaltenecker zu den Großen Gewächsen 2012:

http://toaster.wordpress.com/riesling-g ... chse-2012/

Viel Spaß beim Vergleichen der unterschiedlichen Wahrnehmungen.

Gruß aus Oberhausen
Norbert
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massa

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Re: Jahrgang 2012

BeitragDo 27. Mär 2014, 23:40

Hey ich hatte die Tage das vergnügen mit dem Kiedricher Gräfenberg GG von Robert Weil

13% vol. Zu beginn zarte Mineralik und eine verschlossene Frucht... Der braucht Luft! Also erstmal dekantieren nach 20 min und etwas Temperatur völlig verändertes Nasenbild... Feiner Pfirsich die zarte Frucht wirkt fast karamelisiert und die Mineralik sitzt perfekt in verbindung mit der reifen Säure einfach ein erlebnis! 94+

Beste Grüße Marcel
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Invest

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Re: Jahrgang 2012

BeitragSo 1. Jun 2014, 11:04

Guten Morgen allseits,

bin gestern zufällig ein wenig in der Pfalz herumgestromert und hatte das Glück, dass das WG Acham-Magin seine jährliche Jahrgangspräsentation abhielt.

Da der Nachkauf des 2012er Jahrgs. ganz oben auf meiner Prioritätenliste steht, liess ich mir dort sogleich die beiden GG von Kirchenstück und Pechstein einschenken. Nach dem ersten Schluck blies es mich gehörig von den Socken. Das hätte ich nicht erwartet, zumal ich bisher mit diesem WG noch nie in Berührung gekommen war. Funkelnd gelblich der Anblick, klar und präzise der erste Eindruck, eine trinkanimierende Frische, gut eingebundene Säure, subtil, Substanz, Druck, feine und sehr gute Definition der vielschichtigen Aromen, sehr gute Länge. Wow! Der Pechstein ziemlich offen und eindeutig der Lage zuzuordnen. Qualitativ zu Mosbacher mindestens eine Klasse drüber und auch im Vergleich zu B-W aus gleicher Lage für mich sogar einen Tacken besser, da zupackender, nicht ganz so feminin wie der von B-W ! Das Kirchenstück etwas zurückhaltender (verschlossener?), aber generell qualitativ genauso gut wie der Pechstein mit 'möglicherweise' besserem Entwicklungspotential. Das Kirchenstück von B-W aus 2012 kenne ich nicht, war mir mit 100 Euro denn doch zu teuer.

Sehe beide Weine locker bei 93 Pkten. (Pechstein 28€, Kirchenstück 35€ ab WG).

Auch die kleineren Qualitäten aus 2012 wie bspw. die Mäushöhle tr. (vorm. Kabinett) zu 8,80 € sollte der interessierte Weinliebhaber unbedingt einmal probieren. Tolles Weingut mit sehr sympathischen Eigentümern und einer einladenden Einkehr dabei.

Eine Vergleichsprobe der 12er Pfälzer GG aus diesen Lagen in etwa fünf Jahren ergäbe bestimmt eine sehr spannende Veranstaltung. Ich wäre gerne dabei!

Weinfreundliche Grüsse
Christian
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C9dP

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Re: Jahrgang 2012

BeitragFr 11. Jul 2014, 23:25

Nach vielen tollen Südtirolern in den letzten Wochen bin ich wieder beim deutschen Riesling gelandet. Und was soll ch sagen, Riesling rules.

Im Glas das 2012er GG Hermannshöhle von Dönnhoff.

Zugegeben, es handelt sich um einen Wein im absoluten Embryonalzustand. Quasi eine Ode an die Zukunft. Der ist in der Nase total dicht. Leichter Schwefel, nasser Stein, leicht nach Birne und Melone! Am Gaumen eine mineralische Wucht ohne Ende. Wieder Stein, Salz, ein bisschen Limette, Ingwer. Total trocken. Im Moment anfangs noch etwas Kohlensäure, die mich in den ersten Minuten an einen gereiften Vintagechampagner denken lässt. Zumal in den ersten Minuten auch Aromen von Haselnuss hinzukommen.

Der Abgang ist ewig und es kommen auch hier wieder nussige Noten.

Bei CT schrieb einer: Wie ein Blend aus Sauvignon Blanc und Viognier. Das trifft es irgendwie, obwohl ich sogar auch knochentrockenen Puligny-Montrachet erkennen würde. Ein geiles Teil und in 10 Jahren sicherlich deutlich besser. Im Moment 93 mit dem Potenzial auf 5 Punkte mehr in der Entwicklung. Jede Sünde wert.

Der braucht übrigens viel Luft und durchaus 14 - 16 Grad.
Viele Grüße

Aloys
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Bradetti

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Re: Jahrgang 2012

BeitragMo 31. Jul 2017, 11:25

Letzte Woche aufgezogen:

2012 Ökonomierat Rebholz Birkweiler Kastanienbusch Riesling GG

In der Nase ganz klar Rebholz mit dieser speziellen Mineralik, Zitrus, auch exotische Früchten, leichte Kühle, Kräuter.
Am Gaumen gleiches Bild, aber hier mit einer noch irgendwie verschlossenen Art, die dann aber im Abgang ansatzweise durchbricht, getragen von einer sehr präsenten Säure endet der Wein hintenraus mit einem immens langen Abgang. Sehr groß, das merkt man sofort und von der grundsätzlichen Stilistik her die Turboversion des "vom Buntsandstein". Die Stilistik des "Ganz Horn" zB mag ich überhaupt nicht....
95 Punkte.
Allerdings ist der Kastanienbusch zu regulären Preisen für mich trotzdem kein Nachkauf, da mir der Genussfaktor ggü dem "vom Buntsandstein" zum ca. 2,5-fachen Preis nicht mithalten kann.
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Re: Jahrgang 2012

BeitragDi 5. Sep 2017, 13:42

Noch ein bißchen jung und kantig, macht aber trotzdem schon Spaß:

Bild
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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