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Mindestpreise für Große Gewächse

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pivu

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragMi 19. Sep 2012, 11:32

UlliB hat geschrieben:
Auch hier setzt sich der Markt eben letzlich doch durch: um einige (wenige) GGs reißen sich die Konsumenten trotz ihrer hohen Preise; die meisten anderen führen hingegen ein Schattendasein.

Und warum wohl? Nicht weil sie zu teuer sind, sondern weil die Qualität, die von einem GG erwartet wird, nicht stimmt. Ein mediokres GG wird zum Ladenhüter, egal ob es 12,50 oder 16,- kostet.

Ciao
Peter
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Markus Vahlefeld

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragMi 19. Sep 2012, 12:56

Ich wage Dir zu widersprechen, Peter.

Viele Kunden legen auch bei den GGs den Preis als Kaufargument zugrunde. Das hat mit den wenigen blue chips nichts zu tun, die laufen völlig unabhängig. Aber die blue chips sind ja bekanntlich nur etwas für Etikettentrinker und für Weinfreaks wie uns. Ein GG markiert die Spitze des Weinsortiments. Viele Stammkunden von Weingütern sind durchaus bereit, von denen einige Flaschen mitzunehmen, sofern der Preis stimmt.
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pivu

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragMi 19. Sep 2012, 13:16

Gut so, Markus ;) .

Heisst das aber, dass ein Kunde 12,50 (und keine 16,- oder mehr) zu zahlen bereit ist, weil der Einzellagenwein als GG bezeichnet wird oder weil ihm der Wein sein Geld wert ist? Im letzteren Fall kann der Winzer auf die Auszeichnung als GG verzichten und er wird seinen Wein eh los, der erste Fall ist der problematische und hier diskutierte, und genau das, nämlich das GG-Trittbrettfahren, müsste vom VDP untersagt werden.

Ciao
Peter
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mixalhs

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragMi 19. Sep 2012, 14:02

.... und genau das soll die Qualitätskontrolle der Großen Gewächse durch den VDP bewirken:

Neben der üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und Prüfung: Die qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg und insbesondere das Ertragsniveau, werden in jedem Weinberg während der gesamten Vegetationsperiode und vor der Lese überwacht. Die Weine werden vor und nach der Abfüllung durch eine Prüfungskommission verkostet. (von www.vdp.de)
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UlliB

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragMi 19. Sep 2012, 17:15

mixalhs hat geschrieben:.... und genau das soll die Qualitätskontrolle der Großen Gewächse durch den VDP bewirken:

Neben der üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und Prüfung: Die qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg und insbesondere das Ertragsniveau, werden in jedem Weinberg während der gesamten Vegetationsperiode und vor der Lese überwacht. Die Weine werden vor und nach der Abfüllung durch eine Prüfungskommission verkostet. (von http://www.vdp.de)


Dass damit der VDP irgend etwas relevantes "bewirkt", würde ich mal unter der Kategorie "frommer Wunsch" subsummieren.

Ok, das Ertragsniveau kann man kontrollieren. Nur nützt das für sich alleine betrachtet nicht viel, denn auch mit Niedrigerträgen kann man schlechte Weine fabrizieren.

Und die Annahme, dass eine Prüfungskommission die Dinge richten wird, ist ebenso realistisch wie die Behauptung, dass die Prüfungskommissionen im Rahmen der amtlichen Qualitätsweinprüfung sicherstellen, dass alle Weine mit einer AP-Nr. am Ende tatsächlich "Qualitätsweine" im eigentlichen Sinne des Wortes sind. Systembedingt kann eine Prüfungskommission bestenfalls Minimalstandards prüfen, und das auch nur mit einer erheblichen Toleranz, d.h. grob fehlerhafte und unzweifelhaft minderwertige Weine ausschließen. Mehr ist angesichts der absolut heterogenen Auffassung darüber, was nun ein wirklich guter oder gar "großer" Wein ist, einfach nicht drin.

Die GG-Realität beweist doch, dass bei weitem nicht alle GGs besser sind als das, was dieselben Winzer vor einigen Jahren noch als "Spätlese trocken" verkauft haben - zum halben Preis. Insofern "bewirkt" der VDP da gar nichts....

Gruß
Ulli
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Markus Vahlefeld

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragDo 20. Sep 2012, 08:25

UlliB hat geschrieben:Die GG-Realität beweist doch, dass bei weitem nicht alle GGs besser sind als das, was dieselben Winzer vor einigen Jahren noch als "Spätlese trocken" verkauft haben - zum halben Preis. Insofern "bewirkt" der VDP da gar nichts....


Da widerspreche ich Dir, mein Bester. Was vor Jahren noch Spätlese trocken war, hat in der Wahrnehmung nichts mehr mit dem GG gemein. Das gilt für den Preis, das Image und vor allem auch für die Qualität.

Ein Morstein, ein Kirchenstück, ein Pettenthal... sie alle wären mit der "Spätlese trocken" arg unter Niveau angeboten. Ob es sie je als SpTr gab, weiss ich aus der Erinnerung nicht. Aber sie werden dem, was ein Grosses Gewächs sein soll, schon verdammt gerecht. Die anderen müssen es nur nachmachen.
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Bernd Schulz

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragDo 20. Sep 2012, 09:00

Die anderen müssen es nur nachmachen.


Guter Witz! Ganz offensichtlich ist der überwiegende Teil der "anderen" weder willens noch in der Lage, es nachzumachen, schreibt aber trotzdem fröhlich "Großes Gewächs" auf die Etiketten seiner trockenen Spätlesen :mrgreen: . Und diejenigen Konsumenten, die ihre fünf Sinne beisammen haben, fühlen sich zu Recht vergackeiert.

Beste Grüße

Bernd
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Moulis

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragDo 20. Sep 2012, 09:19

Dann müssten vielleicht die Weingüter klassifiziert werden.
Ich fürchte nur, dass dann die Preise in die Höhe gehen würden.
Der Konsument ist aber doch in der Lage einzuschätzen welche GG ihr Geld wert sind.
Gestern hatte ich ein GG 2005 von Ress. Der war jeden Cent und auch noch mehr wert.
Verglichen mit den weissen Burgundern oder auch anderen Anbaugebieten sind die Preise doch (noch) sehr moderat.
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UlliB

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragDo 20. Sep 2012, 09:43

Markus Vahlefeld hat geschrieben: Da widerspreche ich Dir, mein Bester. Was vor Jahren noch Spätlese trocken war, hat in der Wahrnehmung nichts mehr mit dem GG gemein. [...] Ein Morstein, ein Kirchenstück, ein Pettenthal... sie alle wären mit der "Spätlese trocken" arg unter Niveau angeboten.


Markus, bitte lesen, was ich geschrieben habe: wenn ich sage, dass bei weitem nicht alle GGs besser sind als die trockenen Spätlesen vor einigen Jahren, heißt das gleichzeitig, dass einige es eben doch sind; unter anderem die von Dir genannten Beispiele; mir würden auch noch ein paar mehr einfallen. Aber wieviel % der GGs sind das? Und was bitte ist mit dem ganzen Rest?

Moulis hat geschrieben: Dann müssten vielleicht die Weingüter klassifiziert werden.


Vergiss es. Das funktioniert schon in Frankreich nicht mehr, und noch weniger würde es in Deutschland funktionieren. Außerdem hat der VDP daran mit Sicherheit nicht das geringste Interesse.

Der Konsument ist aber doch in der Lage einzuschätzen welche GG ihr Geld wert sind.


Eben. Und die sind mittlerweile auch weit weg von irgendwelchen Mindestpreisen; egal, ob diese jetzt bei 16, 18, oder 20 Euro liegen. Insofern ist dieser Teil der Diskussion eigentlich müßig.

Gruß
Ulli
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WoFu

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Re: Mindestpreise für Große Gewächse

BeitragDo 20. Sep 2012, 09:45

Moin, moin,

da rührt sich bei mir ein Widerspruch. Wenn die Marke "Großes Gewächs" nicht für sich für Qualität spricht, sondern es ganz entscheidend darauf ankommt, welcher Winzer von welcher Lage den Wein in die Flasche bringt, dann braucht doch niemand das GG wirklich. Dem Gelegenheitsweintrinker, der keine Lust dazu hat, alles x-mal zu überprüfen, liest GG, findet den Preis akzeptabel, kennt grob den Hintergrund und wird enttäuscht. Es sind ja immer wieder die gleichen wenigen Namen, die unter den Freaks genannt werden, die dann auch zu hohen Kursen gekauft werden. Vielfach sind wir doch Namenstrinker. Wobei die Berichte von den Blindproben die Vorurteile ja vielfach bestätigen und wir alle den einen oder anderen Wein schon im Glas und für gut oder sehr gut befunden haben.

Bei der jetztigen Situation bleibt es aber erforderlich, neben der Weinbezeichnung sich auch genau zu informieren, von wem der Wein stammt und am besten noch diverse Verkostungsnotizen gegeneinander zu lesen, um nicht daneben zu greifen. Das kann nicht wirklich befriedigen und eigentlich auch nicht der Anspruch des VdP sein. Ich kann aus diesem Grunde die GG-Verweigerer (an deren Spitze evtl. ein B.S. stehen könnte ;-)) mehr als gut verstehen, irgendwie zähle ich auch dazu. Die Preise mögen bezahlt werden, evtl. auch gerechtfertigt sein, aber ich trage auch keine teure Uhr oder fahre einen Porsche. Jeder muß das ja glücklicherweise nicht mitmachen.

Aber mein frühes Vorurteil bleibt, mit dem GG haben wir eine neue Bezeichnung auf dem Weinmarkt, die in sich nicht wirklich aussagekräftig im Hinblick auf die Qualität ist, da muß man dann wenigstens den Preis dazu nehmen und verpaßt so evtl. die Winzer, die sich in Preiszurückhaltung üben.

Schöne Grüße

Wolfgang
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