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Große Gewächse 2008

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mixalhs

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragMo 24. Jun 2013, 23:24

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Kirchspiel 2008 von Keller, ein guter Stoff, halt ein GG in der 91/92-Punkte-Kategorie, aber ohne den ganz großen Eindruck zu hinterlassen.

Ganz anders ein 2008er Felseneck von Schäfer-Fröhlich, das ich vor zwei Jahren getrunken habe:
Für mich einer der besten Rieslinge des Jahres 2008. Mineralisch, lang und komplex. Exotische Fruchtnoten, viel frische Ananas, Jasminblüten. 94.

Irgendwo bei mir im Keller sollten noch eine oder zwei Flaschen von diesem Wein liegen .....
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dylan

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragDi 25. Jun 2013, 19:51

Gestern gab es auch bei mir ein GG von der Nahe, denBurgberg von Diel. Trotz gewisser (persönlicher) Vorbehalte gegen das Weingut gelangt doch immer wieder der eine oder andere Wein in meinen Keller. Alle Weine, die ich bislang von Diel getrunken habe, waren solide bis sehr gut, direkte Enttäuschungen gab's nie. Der Burgberg ist ein sehr präziser, mineralisch ausgelegter Wein mit noch jugendlicher Anmutung. Wieder mal nicht das große Rieling-Kino, aber wieder mal auch keine Enttäuschung. Auch hier übrigens nur 12,5% Alc.

Grüsse

dylan
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octopussy

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragDo 19. Sep 2013, 21:44

Hallo zusammen,

viel zu früh, aber ich war einfach zu neugierig: Von Winning 2008 Deidesheimer Kalkofen Riesling Großes Gewächs. Der Wein zeigt schon ansatzweise, was er kann. Alles will er aber auch noch nicht preisgeben. Ich persönlich mag Riesling, gerade Pfälzer Riesling, gerne etwas opulenter, das kann der von Winning aber jedenfalls derzeit nicht bieten. Der Wein ist total kompakt, blutjung, fast schon embryonisch, linear und eher was für die Steinelutscher-Fraktion. Auch wenn ich mich nur in begrenztem Maße zur Steinelutscher-Fraktion zählen würde, gefällt mir der Wein auch jetzt schon sehr gut, jedenfalls im Mund. Die Struktur ist toll, die Mineralität beeindruckend, die Säure beispielhaft ausziseliert und das Potenzial groß. Dass der Wein im 500 l Fass mit Neuholzanteil ausgebaut wurde, merkt man übrigens nicht (mehr).

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Beste Grüße, Stephan
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dylan

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragDo 7. Aug 2014, 18:44

Am vergangenen Wochende habe ich meine letzte Flasche "Breumel in den Mauern" von Müller-Catoiraufgezogen. Obwohl die blasse Farbe noch keinerlei Reife anzeigt, scheint der Gute seine besten Jahre schon hinter sich zu haben. Am Gaumen schlank (um nicht zu sagen dünn), mit dominanter Säure und einer störenden Bitternote (Grapefruitaromatik).Am zweiten Tag dann etwas runder, aber immer noch nicht befriedigend. Das war leider gar nichts (mehr).

Grüße

dylan
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UlliB

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragFr 6. Feb 2015, 22:35

Halenberg GG 2008 (Emrich-Schönleber) 12,5%Vol. Recht helles Gelb. Schöne, harmonische Nase; Zitrus, dann deutlich Schiefer; sehr fein. Im Gaumen geht die Post ab: trotz lediglich 12,5% sehr druckvoll, aber ohne jede Schwere, viel Schliff und Eleganz. Perfektes Spiel zwischen Säure, Körper und minimaler Restsüße, langer Abgang, in dem die Schiefernoten wieder auftauchen. Toll. Das ist tatsächlich ein deutscher grand cru. Preislich liegt er aber glücklicherweise noch nicht auf dem Niveau ranggleicher Vertreter aus dem Burgund...

Ach ja, und angesichts der Alkoholinflation bei vielen GGs ist der Wein auch noch ein Musterbeispiel dafür, dass es keine 14% Alkohol braucht, um einen Weltklasseriesling in die Flasche zu bringen.

Gruß
Ulli
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octopussy

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragSa 7. Feb 2015, 11:23

Hallo Ulli,

davon habe ich leider null Flaschen und das ist auch einer der einzigen Emrich-Schönleber Halenbergs der letzten 10 Jahre, den ich noch nie getrunken habe. Der Wein wird aber mehr und mehr zu meinem Lieblings-Großen-Gewächs. Anfang der Woche hatten wir mal wieder den 2002er. Das war auch wieder ein absolut wunderbarer trockener Riesling, sehr harmonisch, gleichzeitig sehr präsent und bis ins letzte Detail ausgefeilt. Schönleber Vater und Sohn haben es mit diesem Wein einfach drauf (Frühlingsplätzchen habe ich aber nie so gut getrunken wie Halenberg).
Beste Grüße, Stephan
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UlliB

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragSa 7. Feb 2015, 11:44

octopussy hat geschrieben:(Frühlingsplätzchen habe ich aber nie so gut getrunken wie Halenberg).

Sofern man sich ausschließlich im Bereich "trocken" bewegt, würde ich zustimmen. Bei den restsüßen Weinen sieht es aber zumindest gelegentlich anders aus. Die weichere, verspielte Stilistik des Frühlingsplätzchens kommt in diesem Register meistens besser zur Geltung als der auch hier ernsthaftere, festere Halenberg-Stil.

Gruß
Ulli
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Gaston

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragMo 29. Mai 2017, 19:08

Am Wochenende im Glas gehabt, ohne Notizen, daher aus dem Gedächtnis:

Wittman, 2008 Morstein GG
Im Glas schon recht satte Farbe ins messing-gelb gehende. Sehr schöne Nase, gereifte Aromen, sehr kräuterig, ein Hauch Honig, auch etwas reifer Apfel, wirkte schon recht weit entwickelt. Am Gaumen überrascht zunächst eine recht milde Säure. Aromatisch bleibt es schön - gereifte Frucht, Kräuter, Gewürze, mineralisches Fundament. Aber insgesamt wirkte der Wein doch sehr weit und ziemlich gesetteled, wenig Spannkraft, fast ein wenig müde. Das trank sich insgesamt ganz nett – aber für einen Wein dieser Kategorie doch deutlich zu wenig - jedenfalls als Momentaufnahme dieser konkreten Flasche.
Beste Grüße
Gaston
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WoFu

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragMi 31. Mai 2017, 07:26

Kreuzberg Frühburgunder Hardtberg

Am letzten Samstag, großes Sommerwetter im Norden, Frühburgundermitbringprobe vor Monaten verabredet, na ja dann eben bis morgens auf der Terrasse sitzen und div. FB trinken.

Aus unserem Keller der bei weitem älteste Wein, lt. wein+ bis 2015+ zu genießen, also nicht frühzeitig geöffnet. Erleichterung als der Gastgeber signalisierte, der Wein habe keinen Fehler. Begonnen hatten wir kurz nach 20 h, den 2008er gab es wohl bald 4 Stunden später, ich habe nicht auf die Uhr geschaut und es war doch dämmerig.

Der Wein zeigte Reife- aber keine Altersnoten, hätte sicher noch länger halten können, war aber perfekt zu trinken, rund fein, einfach ein Genuß. Ok., Nachkaufabsicht bei 39 € für den aktuellen Jahrgang hält sich sehr in Grenzen. Wir waren vier Paare und hatten gut 10 Flaschen geöffnet. Die anderen FB stammten durchweg aus 2013-2015, häufig mit schmeckbaren Bitternoten. Dies GG war aber einfach eine Klasse besser, in so einer Runde bringt es dann Spaß mal etwas teueres und gereiftes zu öffnen.

Notizen haben wir keine gemacht, daher leider nur so ein grober Eindruck, von einem nicht nur vom Wetter her nahezu perfekten Abend, keine fehlerhaften Weine, gute Stimmung und ein Weinhöhepunkt (nicht nur für mich als Mitbringer).

Grüße

Wolfgang,

der jetzt auch so wieder etwas zur Forenbelebung beitragen kann und sich auf den Nachfolgejahrgang 2009 freut, irgendwann zu einer besonderen Gelegenheit.
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mixalhs

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Re: Große Gewächse 2008

BeitragSa 15. Dez 2018, 13:01

GG-Rieslingprobe "2008 - Ten Years After" bei Felix Bodmann in Berlin. Jeder brachte mit, was er hatte, so dass wir zwar ca. 20 Weine hatten (von denen wir 16 blind und mit großem Ernst verkostet haben), aber sicherlich keinen repräsentativen Querschnitt. So fehlten Dönnhoff, Bürklin-Wolff, Christmann, Künstler und einige andere der üblichen Verdächtigen.

Meine Verkostungsnotizen findet ihr hier:

http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_liste.php?Bez=&Prod=&Region=&JgVon=&JgBis=2018&Typ=&PLV=&Rebs=&wl_id=&PrVon=&PrBis=&Bew=&PtVon=&PtBis=&Autor=mixalhs&Datum=&UserID=&VKNDet=14.12.2018&Vss=&Zus=&Max=1000&SQL=&Sort1=Punkte&Sort2=Land,%20Region&Sort3=Jahrgang&Aktion=Suche+starten

Wein des Abends war Schäfer-Fröhlichs Felseneck, die anderen unter den Top Five waren Halenberg und Frühlingsplätzchen von Emrich-Schönleber (meine Nr. 3 und Nr. 4), Wittmanns Morstein (bei mir Nr. 2) und Kellers Kirchspiel (bei mir Platz 1). Großartig war auch Weils Gräfenberg.

Schwach war die Pfalz, z.B. Rebholz' Ganz Horn, aber auch Müller-Catoirs Breumel, ebenso Salweys Eichberg. Wittmanns Aulerde war auf merkwürdige Art fehlerhaft mit einer deutlichen Karamellnote, die diejenigen, die diesen Wein kannten, noch nie erlebt hatten. Kellers Abtserde war von einer deutlichen Brennnesselnote geprägt, und der Wein schmeckte nicht mehr nach Riesling. Vor zweieinhalb Jahren hatte ich diesen Wein ebenfalls auf einer 2008er GG-Probe und fand ihn großartig (99 Punkte). Gestern war ich ein wenig ratlos.
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