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Große Gewächse 2005

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Weinschlumpf

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragFr 6. Jan 2012, 20:23

Gestern und heute im Glas:

Rebholz Im Sonnenschein Riesling GG 2005

Hochreifes Goldgelb. In der Nase überreife gelbe Früchte. Orangenschalen. Kaum Spiel, Spaß und Säure. War für 1h auf 85P Niveau dann gings steil bergab. Heute ist der Wein leider nur noch ein Fall für den Ausguss..

Dann als Reparaturwein vor 1h diesen Wein aus dem Heimatkeller gefischt:

Künstler Hölle Riesling EG 2005

Ahh, reife Pfirsichfrucht, Boskop. Am Gaumen reife gelbe Früchte mit wilden Tabaknoten. Schöne reife Säure, aber allerdings ist im Abschluck auch eine kleine störende Bitternote zu erkennen. Diese kann aber den guten Gesamteindruck nicht wirklich schmälern. 91P und ich glaube da geht noch was..

Jetzt werde ich mich aber einem 2009er Meursault "Sous la Velle" von Anne Boisson zuwenden, der seit 4 Tagen verkostet wird.

Grüße

Nikolai
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Jürgen

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragFr 6. Jan 2012, 22:49

Weinschlumpf hat geschrieben:Gestern und heute im Glas:

Rebholz Im Sonnenschein Riesling GG 2005

Hochreifes Goldgelb. In der Nase überreife gelbe Früchte. Orangenschalen. Kaum Spiel, Spaß und Säure. War für 1h auf 85P Niveau dann gings steil bergab. Heute ist der Wein leider nur noch ein Fall für den Ausguss..

erschreckend, sowas gibt's auch bei Weißweinen :o :shock:
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Bernd Schulz

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragSa 7. Jan 2012, 08:28

erschreckend, sowas gibt's auch bei Weißweinen


Ja! Und sogar bei Großen Gewächsen :mrgreen: von Erzeugern, die im GM mit 5 von 5 möglichen Trauben bedacht wurden :mrgreen: :mrgreen:.....

Beste Grüße

Bernd
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mixalhs

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragSo 26. Apr 2015, 16:36

Felix Bodmann, aka Schnutentunker, hatte zu einer GG-Probe "ten years after" geladen. Die Rieslinge des Jahrgangs 2005 waren, nachdem sie in der Jugend als zugänglich-fruchtige Weine viele Freunde gewonnen hatten, dann doch in mancher Augen hinter den Erwartungen zurückgeblieben und sind von vielen als frühreif mit wenig Alterungspotenzial bereits abgeschrieben worden. Auf dieser Probe zeigte sich, dass das nicht unbedingt stimmt. Zwar hatten wir schon einige Weine, die (durchaus auf recht hohem Niveau) breit, leicht brandig und überlagert wirkten, aber die Mehrzahl war richtig gut, einige sogar SEHR fein. Sieger wurde Wittmanns Aulerde, bereits als Nummer 2 von 15 Weinen ins Rennen gegangen und mit seiner Komplexität und Vielschichtigkeit sehr überzeugend. Mir persönlich gefiel SFs Halenberg am besten (95), gefolgt - zu meiner eigenen Überraschung - von Rottland, Johannishof Eser (94) und Wttmanns Aulerde (93/94). Auch Kellers Kirchspiel und Diels Burgberg waren richtig gut. Enttäuscht haben mich Rebholz' Kastanienbusch, Pfeffingens Mardelskopf und Kühns St. Nikolaus. Und dann gab's noch ein breites Mittelfeld im Bereich 90/91, in dem sich renommierte Weingüter wie Dönnhoff und Emrich-Schönleber tummelten.
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Charlie

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 5. Mai 2015, 10:01

hab edlich meine Notizen eingetragen, so wie ich es mir blind aufgeschrieben hatte:

http://www.verkostungsnotizen.net/vkn_l ... he+starten
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Einzelflaschenfreund

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 5. Mai 2015, 13:21

Charlie, du hast André Rieu 89 Punkte gegeben?! :shock:

Viele Grüße
Guido

PS: Von dem Wein hatte ich drei oder vier Flaschen und war heilfroh, als die letzte vor 2 Jahren endlich weg war. Der war ganz jung recht schön (aber auf keinen Fall groß) und wurde dann immer breiter und süßlicher.
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Kle

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 5. Mai 2015, 13:38

Hallo Guido,

leider verstehe ich den Witz (?) nicht, bin aber neugierig, welchen Wein du meinst. Klärst du mich auf?

Gruß, Kle
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Charlie

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 5. Mai 2015, 13:45

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Mir hat er gut gefallen.
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Kle

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 5. Mai 2015, 14:12

merci. Die Zuschreibungen liest der Maestro bis auf "alk" bestimmt sehr gern.

Gruß, Kle
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octopussy

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Re: Große Gewächse 2005

BeitragDi 16. Jun 2015, 14:57

Moin, Moin,

dieser Thread ist ganz interessant, weil er jetzt drei Erlebnisberichte von gereiften 2005er Riesling Proben enthält und die Ergebnisse gar nicht sooo weit auseinander liegen. Ole und Michael Q. luden letzte Woche an zwei Abenden zur großen 2005er Rückschau deutscher Rieslinge und Spätburgunder ein und hatten natürlich alles parat, was Rang und Namen hat. Was Rang und Namen hat, aber nicht vorkam (z.B. Keller), wurde bewusst ausgelassen (warum auch immer).

Kurz zusammengefasst: bei den ersten paar Weinen am ersten Abend war ich noch etwas unleidlich drauf, da diese ein wenig zu zeigen schienen, was "den Jahrgang" ("den" Jahrgang gibt es eh nicht, sondern nur Weine eines Jahrgangs) nach meiner Vorstellung und ein paar nicht so guten Flaschen 2005er auszumachen schien: vollreife Frucht, Richtung Exotik, ziemlich viel Fett auf den Rippen, eine gewisse Behäbigkeit. Spätestens nach dem ersten richtigen Kracher (Weil - Gräfenberg) waren diese Vorurteile aber weggefegt und ein Highlight jagte das nächste.

Bis, ja bis, zu den Spätburgunder, die alle meine Vorurteile über das mangelnde Reifeverhalten "hochwertiger" deutscher Spätburgunder bestätigten. Schon traurig in der angebräunten Farbe, unharmonisch in der Nase (changierend zwischen dropsig, faulig, holzig, allem was unangenehm ist), ebenso unharmonisch im Mund. Das waren meine Eindrücke bei allen Spätburgundern außer beim Knipser - 2005 Laumersheimer Kirschgarten, der zwar sehr modern, aber auch sehr gut und vor allem einigermaßen frisch war.

Die folgenden Weine hatten wir (jeweils blind, aber nach jedem Wein aufgedeckt).

Abend 1:

1. Heymann-Löwenstein - Winninger Uhlen Laubach
2. Breuer - Rüdesheimer Berg Schlossberg
3. Tyrell - Eitelsbacher Karthäuserhofberg Auslese trocken
4. Wittmann - Westhofener Morstein
5. Kühling-Gillot - Niersteiner Pettenthal
6. Robert Weil - Kiedricher Gräfenberg
7. Dönnhoff - Niederhäuser Hermannshöhle
8. Von Buhl - Forster Pechstein
9. Rebholz - Birkweiler Kastanienbusch
10. Kesseler - Rüdesheimer Berg Schlossberg Spätburgunder
11. Knipser - Laumersheimer Kirschgarten Spätburgunder

Abend 2:

1. Kühn - Mittelheimer St. Nikolaus
2. Kühn - Riesling trocken "R"
3. Künstler - Hochheimer Hölle Erstes Gewächs
4. Franzen - Bremmer Calmont Calidus Mons
5. Kesseler - Rüdesheimer Berg Schlossberg
6. Koehler-Ruprecht - Kallstadter Saumagen Auslese trocken R
7. Mosbacher - Forster Ungeheuer
8. Wittmann - Westhofener Aulerde
9. Emrich-Schönleber - Monzinger Halenberg
10. Schäfer Fröhlich - Bockenauer Felseneck
11. Christmann - Königsbacher Idig Spätburgunder
12. Duijn - Spätburgunder SD

Ich hab's nicht mehr ganz genau im Kopf, aber die Top 5 der Runde dürfte sich zusammensetzen aus Dönnhoff Hermannshöhle, Wittmann Aulerde, Mosbacher Ungeheuer, Weil Gräfenberg und dann an fünfter Stelle vielleicht noch Wittmann Morstein oder Breuer Schlossberg oder sogar Kesseler.

Die Meinungen gingen übrigens teils deutlich auseinander. Den Kesseler Schlossberg Spätburgunder sahen letztlich alle am Tisch deutlich (teils 10 Punkte und mehr) besser als ich, bei einigen Weinen (z.B. Wittmann Aulerde) lag ich deutlich höher in der Bewertung als andere. Richtig kontrovers diskutiert wurden die beidens Kühns, der Koehler-Ruprecht, Kühling-Gillot, Schäfer-Fröhlich und Wittmann Morstein.

Die positiven Überraschungen der beiden Abende waren für mich der Mosbacher, der deutlich straffer, fruchtunbetonter und mineralischer daherkam, als ich erwartet hatte, Kesselers Schlossberg Riesling, ein Wein, der irgendwie neben Breuers Schlossberg Riesling nur die zweite Geige spielt, aber Jahr für Jahr sehr angenehm zu trinken ist, Wittmann Aulerde, deutlich besser als der schon sehr gute Morstein und sicher eines meiner Riesling Highlights dieses Jahr, egal was kommt, und der Koehler-Ruprecht, von dem zwar eine Flasche korkte, die andere aber extrem spannend war.

Leichte Enttäuschung kam für mich auf bei Tyrell (war vielleicht eine schlechte Flasche), bei Rebholz (bitte melden, wer mal ein richtig grandioses Rebholz Riesling GG getrunken hat), bei Franzen (ein super Wein noch vor drei Jahren, jetzt leider ziemlich müde), bei Schönleber (Halenberg müsste eigentlich in den Top 5 sein, aber mehr als sehr gut war er nicht) und bei Schäfer-Fröhlich (ein solch brachialer Spontistinker noch nach 10 Jahren ist letztlich eine Frechheit).

Keine Überraschung, sondern (für mich) wie erwartet gut oder nicht so gut waren Dönnhoff Hermannshöhle (einfach nur grandios und so klassisch, dass es klassischer nicht mehr geht), Heymann-Löwenstein (hätte ich blind erkennen müssen, die Botrytis fiel gleich auf), die Spätburgunder (ja, ich bin voreingenommen, aber das war halt nichts, am schlimmsten von den vieren war der IDIG), die Kühns (blind sofort erkannt, krasser Stil, aber letztlich wirklich gut umgesetzt) und Künstler (sehr gut, aber im Nachhinein sind die Künstler Rieslinge die, die ich am schnellsten wieder vergesse).

Im Ergebnis waren das zwei wirklich erfreuliche Proben, deren Niveau dem von 2004 in nichts nachstand und deren Niveau über dem von 2003 lag. Erkenntnisreich war auch, dass letztlich bis auf die Spätburgunder und den Franzen alle Weine super gereift waren, jetzt auf den Punkt, aber noch mit Reserven für gute 5 weitere Jahre. Vielen Dank an Ole und Michael für die Organisation dieser wie immer höchst spannenden Proben.

Meine Notizen finden sich hier und hier.
Beste Grüße, Stephan
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