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Griechenland

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Burzuko

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Re: Griechenland

BeitragSo 12. Mai 2013, 12:40

Hallo,

großes Kino vor ein paar Tagen wieder der 2008er Terra Levea Grande Reserve von Karanika aus der kühlen Region Amyndeo. Zum größten Teil aus Xinomavro bestehend, zusätzlich noch mit etwas Cabernet und Merlot abgerundet. 2009 wurde kein Grande Reserve abgefüllt, 2010 mit neuem Namen und Etikett versehen: Ktima Karanika. Der Merlot-Anteil ist der raren Limniona-Traube gewichen. (erinnert mich immer ein wenig an Gamay!) Nur soviel dazu, zum 2010er irgendwann gerne mehr.
Zurück zum getrunkenen 2008er. Die Nase ist ein Traum: getrocknete Tomaten, Oliven (klassisch für Xinomavro), ein wenig Holz, Paprika (Cabernet?) und Brombeeren. Sanft und elegant am Gaumen dann, leicht pfeffrig mit "Schmackes". Schön mal wieder einen mittelkräftigen Rotwein mit lediglich 12,5% alc. (ich weiß, ich erwähne es immer wieder dass mir das wichtig ist :lol: ) geniessen zu können. Zuerst denkt man der Wein sei etwas zu leicht geraten, was aber täuscht, denn diese Seidigkeit kaschiert ein wenig die doch recht kräftigen Tannine und die vorhandene Säure. Eine gewisse "innere Konzentration" unter dieser eleganten Struktur deutet sich bereits nach kleiner Eintrinkphase an. Der Wein ist noch nicht voll ausgereift, bietet aber bereits dermaßen hohen Trinkspaß dass es schwer fällt für den folgenden Tag noch etwas in der Flasche zu lassen. Klar, seine gewisse Süffigkeit beruht auch darauf dass es sich bei diesem Wein um einen eher modernen Vertreter des Xinomavro-Stils handelt. Die stechende Säure und die massiven betäubenden Tanninmassen wie sie viele old school-Vertreter aus Naoussa besitzen, wird man hier nicht finden. Der Winzer möchte def. Weine mit hohem Genussfaktor und Spaß schaffen, die nicht jahrzehntelang eingelagert werden sollen.
Ein Rotwein voll nach meinem Geschmack mit dem ich mir den Keller vollstopfen könnte... leider sind die vorhendenen Mengen nur sehr gering und sein Hof oft zu schnell leergeräumt.


Gruß
George
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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragMo 9. Sep 2013, 19:54

Einer meiner absoluten Lieblingsweine, vor einem Jahr bei Christos Tziolis (CAVA, Berlin Charlottenburg) entdeckt und mehrfach getrunken. Endlich habe ich mal aufgeschrieben, wie der Wein schmeckt:

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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragSo 20. Okt 2013, 12:11

Gestern wieder mal eine Weinprobe bei Christos Tziolis, Weinhandlung Cava, Berlin-Charlottenburg. Von den zehn Weißen habe ich die Hälfte probiert und dann alle zehn Rote, wobei ich für einen der Weine keine Notizen habe und mich auch nicht mehr erinnern kann.

Bei den Weißweinen, alle aus dem Jahr 2012, Preise zwischen 5.90 und 10.50, hat mir am besten "Paros Moraitis" von Moraitis aus Monemvasia-Trauben gefallen: Zitrus, steinige Mineralität, erinnert an Riesling, 7.00 Euro. Beim ersten Verkosten ebenfalls sehr schön mit sehr viel gelber Frucht der Moschofilero "Salto" von Skouras für 10.50, in der zweiten Runde (nach dem Paros-Wein) dann für meinen Geschmack doch etwas zu parfümiert mit leichter Muskateller-Note. Dann hatte ich noch einen angenehme Roditis-Wein und eine ebenfalls sehr ansprechende Cuvée aus Robola und Assyrtiko, beide von Kanelakopoulos und mit 7.50 und 7.90 angemessen bepreist. Nicht so gut hat mir gefallen der Sideritis "Dora Dionisou" von Parparousis, der eine fremde, für mich nicht in einen Wein passende, Note aufwies.

Bei den Roten diesmal mehr internationale Traubensorten. Zunächst aber Agiorgitiko "Estisis" 2011 von Lantidis und "Maleatis" 2006 von Tsimpidis (letzterer mit Mavraki-Anteil), für 5.50 und 6.90 sehr fair bepreist und für Leute, die einen Wein für unter sieben Euro suchen, sicherlich in die engere Wahl zu ziehen. Dann ein Cote-du-Rhone-Mix "Ktima Avantis" 2009 von Mountrichas, der sicherlich mit den CdR-Weinen besserer französischer Erzeuger mithalten kann, aber mit 7.50 deutlich günstiger ist. Kaufempfehlung! "Silogi Moraitis" 2009 von Moraitis war gar nicht mein Ding, ebenso "Theopetra" 2008 von Tsililis. Sehr schön waren die beiden reinen Cabernet Sauvignons "Kalogeri" 2008 von Papagiannakos für 10.80 und "Portes" 2010 von Skouras für 10.00, beide mit intensiven Kirschnoten und Cassis. Kalogeri gefiel mir etwas besser ob seines schönen Tanningerüsts, und ich habe davon gekauft. Völlig zugenagelt und eigentlich kaum zu trinken ist derzeit "Mova" 2010 von Kokkalis aus CS und Agiorgitiko, sicherlich in drei bis fünf Jahren mit Genuss zu trinken, aber im Moment verschlossen und mit heftigen Tanninen eher abweisend als einladend. Gelungen und sicher der beste Rote bei dieser Probe "Cava Lantidis" 2007 von Lantidis aus Agiorgitiko, CS und Merlot für 15 Euro.

Gekauft habe ich den Weißen von Paros, sozusagen Riesling auf Griechisch, der mir schon bei anderen Gelegenheiten sehr gut gefallen hat, und den CS "Kalogeri", den ich meinen Gästen zum Weihnachtsessen kredenzen werde, dazu noch ein tolles Olivenöl vom Peleponnes, erzeugt von Mercouri, mit grasigen Noten, deutlicher Schärfe und an Artischocken erinnernden leichten Bittertönen. Mit 9.00 Euro für den halben Liter nicht ganz billig, aber deutlich preiswerter als die meisten vergleichbaren Öle aus der Toskana, Ligurien und Sizilien.
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Burzuko

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Re: Griechenland

BeitragMi 26. Feb 2014, 22:56

Hallo,

die Tage im Glas, der 2011er Assyrtiko von Karanika.

In der Nase geht gleich richtig die Post ab: Lavendel, etwas Jasmin, Kräuter und etwas Verborgenes... Alles sehr dezent und harmonisch. Der Wein fesselt einen regelrecht. Von der Stilistik her einem Vin Naturel sehr ähnlich, da die einzelnen Nuancen hier nicht so greifbar sind, sondern eher verborgen bzw. unter der "Oberfläche" zu finden sind. Er lässt sich nur sehr schwierig einstufen bzw. klassifizieren. Man könnte auch sagen dass er einem sehr verschwommen vorkäme, jedoch würde man da gleich an seiner Qualität zweifeln. Das Interessante hier liegt darin, dass der Wein sich nicht sofort preisgibt. Er möchte den Verkoster anfangs in die Irre führen in dem er durch seine Säure und der Frucht klar an seine "Cool-Climate" Herkunft erinnern möchte. Diese eigenartige Stilistik, denn die meisten Assyrtikos, überwiegend aus Santorin, besitzen kaum Frucht, sondern einen wuchtigen Körper und eine schon fast krasse salzige Mineralität, führt dann weg von der klassischen Rebsortencharakteristik und zeigt meiner Meinung nach eher die spezielle Handschrift des Winzers. Man könnte hier noch eine ganze Menge reininterpretieren, aber es ist wie es ist, dieser Wein ist einfach und kompliziert zugleich. Saftig und sperrig und er belohnt einen mit seinen diversen Facetten (oder ist er einfach nur zickig?) wenn man ihn 2-3 Tage begleitet.
Für so einen Wein lasse ich auch gerne mal einen guten Riesling stehen!


Gruß
George
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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragMi 26. Feb 2014, 23:16

Spannend! Im September werde ich in Nordgriechenland sein und hätte Lust, mal bei Karanika reinzuschauen. Problem: Auf der Homepage habe ich keine Adresse gefunden. Vielleicht möchten Annette und Laurens keinen Besuch?
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Burzuko

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Re: Griechenland

BeitragDo 27. Feb 2014, 22:16

Das kann ich mir nicht vorstellen...
Auch wenn du nicht in der Nähe bist, solltest du auf jeden Fall hinfahren! (auch nicht nur wegen des XM 100, einem Xinomavro aus über 100 Jahren alten Reben von einer Mini-Parzelle mit Mini-Ertrag)

Laurens´Visitenkärtchen entnehme ich folgende Adresse:

1st km Lebaia-Vegora
53200 Amyndeo (Florina)


Gruß
George
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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragFr 28. Feb 2014, 06:14

Hi George,

das hilft bei der Orientierung. Um es dann wirklich zu finden, muss man wahrscheinlich anrufen (anmelden werde ich mich sowieso). Und die Telefonnummer steht auf der Homepage.

Danke

Michael
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mixalhs

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Re: Griechenland

BeitragDi 1. Apr 2014, 00:17

Mal wieder eine Weinprobe bei Christos Tziolis am Gierkeplatz in Berlin Charlottenburg und mal wieder neue Entdeckungen. Bei den Weißen gab es vorwiegend Sauvignon Blanc, teils pur, teils cuvetiert mit griechischen Reben wie Roditis. Herausragend der SB von Alpha (Nordgriechenland nicht weit von der Grenze nach Albanien), den ich bei einer Blindverkostung als Lagenwein aus der Steiermark verortet hätte. Komplex, mineralisch, schlank und für 13 Euro günstig zu haben. Gut auch der SB von Papaioannou (Peleponnes) mit zarten,fast fragilen Blütenaromen (Jasmin?) und die SB-Roditis-Cuvee von Dougos (an den Hängen des Olymp) mit gelben Fruchtaromen von reifen Mirabellen und Birnen.

Bei den Roten gefielen mir am besten die beiden Weine von Moraitis von der Insel Paros: Madilri mit einem kleinen Teil Monemvassia. Deutliches Tannin, Kirschen plus Bittermandel.Richtig gut und ganz authentisch. Hochgelobt von anderen aber "not my cup of tea" Sigalas' MM von Santorini,vorwiegend aus Mavrotragano gekeltert. Hatte mir zu wenig Säure und wirkte auf mich etwas breit. Andere Menschen scheinen das zu mögen. Konsequenz: selbst mal probieren, um sich ein Urteil zu bilden!

Michael
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Re: Griechenland

BeitragMo 21. Apr 2014, 23:04

Heute Abend gab es zum Lamm auf römische Art: Chatzivariti: Goumenissa 2007. Gemäß Vorgabe dieser Appelation ist das eine Cuvée aus Xinomavro und Negoska.

Xinomavro heißt nicht umsonst "sauerschwarz" (Gott sei dank nicht "schwarzsauer", was für mich als Norddeutschen etwas gänzlich anderes bedeuten würde). Der Wein hat ein intensives Aroma von Tomate bzw. auch Tomatenmark, dazu Thymian und etwas Lakritz. Ordentlich Grip - soll heißen: beachtliche Tannine und auch ordentlich Säure, aber beides schon schön integriert und sehr trinkanimierend, wie auch die deutliche Bitternote. Sehr guter Trinkfluss, schöne erste Reife.
Erinnerte mich irgendwie an eine Mischung aus Cabernet und Syrah. Sehr schöner Wein, 93 Pkte.
Vielen Dank für die Flasche, George!

Beste Grüße
Guido
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Burzuko

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Re: Griechenland

BeitragSo 4. Mai 2014, 23:03

Echt geil, da tippt man hier 1h lang mühsam alles ein und plötzlich..... alles wech !!!

Das wird heute nichts mehr...

Danke Guido für die netten Worte, schön dass euch der Goumenissa von Chatzivaritis geschmeckt hat!

Tja, der eigentliche Beitrag zu unserer kleinen Xinomavro-Probe folgt dann in den nächsten Tagen.


Gruß
George
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