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Pinot weit weg

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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragDo 11. Mai 2017, 10:13

Hallo zusammen,

heute habe ich mal wieder einen Spanier bzw. Katalanen für euch. Einer dessen Traubengut in der Nachbarschaft zu Andorra aufgewachsen ist. Interessant fand ich, dass dieser Pinot rein im Edelstahl produziert wurde. Meines erachtens darf man das bei "einfacheren" und auf die Frucht konzentrierten Weine öfters mal machen. In gut machen ;-). So wie es bei meinem heutigen "Pinot weit weg" gelungen ist.

Biu de Sort Negre Pinot Noir 2015, Costers del Segre


http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/bi ... -2015.html

Von seiner Farbe her war dieser Katalane enorm hell, ziemlich trübe und was die Farbgegbung angeht schon ganz leicht ins Orange-Rot abgleitend. Aber nur ganz leicht. Die Nase war einfach aber sehr gut. Sehr kräftige, dennoch schlanke und super frische Düfte von angequetschten Erdbeeren und Himbeeren sowie etwas Orangenschale standen im fruchtvollen Zentrum des Nasenerlebnises. Dazu noch etwas Grukenwasser .... Alles aber sehr kühl und bestechend präzise. Am Gaumen wirkte der Biu ebenfalls erstaunlich kühl, pfurz-trocken, knackig, lebendig und beschwingt. Die eigentlichen Aromen waren recht ähnlich. Nur etwas frisch gerösteter Kaffee, ganz wenig schwarzer Pfeffer und eine schüchterne Kräuterwürze kamen hier noch dazu. Sicherlich lebte dieser Wein von seiner bestechenden Frucht und Frische. Enorm komplex oder tiefgründig war er wohl weniger. Toller Spasswein (+). So lasse ich mir "INOX Pinot" sehr gerne gefallen ;-)

Mehr zu dem Wein findet ihr auch in meinem Blog:

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/bi ... -2015.html

Besten Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragMo 22. Mai 2017, 10:24

Hallo zusammen,

heute habe ich für euch meinen dritten portugisischen Pinot Noir :D . Schon etwas seltsam Pinot aus einem Land mit so vielen großartigen Rebsorten und Reichtum an Weinen zu trinken. Aber egal, für "Pinot weit weg" mach ich fast alles :roll:

Quinta de Sant'Ana Pinot Noir 2014, Lisboa

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/qu ... isboa.html

Von seiner Farbe her war der Sant'Ana sehr transparent, obwohl er relativ dunkel und auch einen kleine Trüb-Schleier hatte. Am Rand zeigte er schon leichte Verfärbungen in Rotbraun. Seine Nase wirkte mir etwas zu warm und leicht geköchelt. Aromen von dunklen Beeren (sogar Blaubeeren), Thymian, Salz (?), schwarzem Pfeffer und sogar etwas sardiniges (gar nicht übel, passte irgendwie). Am Gaumen einiges kühler und nur leicht erwärmt. Auch die Frucht schien insgesamt etwas heller. Überreife Erdbeeren, etwas Cassis und nicht sonderlich saftige Pflaumen. Sonst etwas zu viel Karamel, etwas Tabak, herbstliches Laub und ein wenig des atlantischen Salzes, dass man gerne mal in Weinen aus der Region westlich/nördlich von Lissabon einbildet schmecken zu können ;) . Insgesamt war mir der Wein etwas zu geschliffen und soft. Aber in Ordnung. Länge war okay. Holzeinsatz geht in Ordnung. Sonderlich subtil war er nicht. Die Säure vorhanden, aber eher von milder Natur. Nicht übel und easy-going ... so-la-la (o) eben.

Mehr zu dem Wein findet ihr wie immer auf meinem Blog:


http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/qu ... isboa.html

Bester Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 11:18

Hallo zusammen,

endlich geht es bei "Pinot weit weg" mal wieder nach Italien. In die Toskana. Nach Chianti. Bei meinem heutigen Pinot bin ich nicht sonderlich zurückhalten und schreibe es direkt: der interessanteste oder zumindest einer der interessantesten Pinots ;) aus Italien den ich je verkosten und trinken durfte. Trotz seiner Jugend und seiner damit verwobenen potentiell vielversprechenden Zukunft machte er einen verdammt überzeugenden Eindruck auf mich.

Podere Monastero La Pineta Pinot Nero 2012, Toscana

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/po ... -nero.html

Der La Pineta 2012 präsentiert sich mir insbesondere fein, elegant und geschliffen für einen Toskaner Pinot. Er wirkte sehr strahlende, sehr kühl und wartete mit klare rote Beerenaromen und ein paar Schwarzkirschen auf. mit einer beeindruckend feinen und sehr vielschichtige Würze und tolle, nicht zu nervige, Säure konnte er auch aufwarten. Das nicht all zu "brutales" Tannin (wie man es bei toskanischen und umbrischen Pinots in der Jugend und darüberhinaus gerne mal findet) gefiel mir ebenfalls. Sehr überzeugende Tiefe!!! Hätte ich blind niemals, trotz einiger Herkunftsfeatures wie eine hier sehr schüchterne Wildschweinigkeit ;) , in die Toskana gesteckt. Meine Zunge hätte sich wahrscheinlich bzw. vielleicht eher an die Loire zu sehr feingliedtigen Weinen aus Cabernet Franc (ich nennen das Weingut jetzt nicht ;-P) verlaufen. Natürlich noch jung. Gab mir aber jetzt schon enorm viel ernsthaften Spass. Ein wirklich großartiger bis fantastischer Wein (++)-(+++) ... ach Quatsch fantastisch (+++)

Mehr zu dem Wein findet ihr auf meinem Blog:

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/05/po ... -nero.html

Besten Gruss

Chris
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olifant

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 11:51

Der klingt doch mal sehr interessant.
Musste dazu ein wenig googlen ... jährliche Produktion ca. 875 Flaschen; der Normalpreis mit ca. 35 € nicht unambitioniert, aber jetzt bei 30 € auch kein Schnäppchen - na gut, Vergleichbares aus der Toskana wie Marchesi Pancrazi ist nicht zwingend preiswerter. Quelle in D gibt's anscheinend nur die eine, die vorgibt ein Liebling zu sein?
Grüsse

Ralf
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 12:22

Hallo Ralf,

ja die Produktion ist leider sehr klein. Probierenswert ist der Wein allemal!!!
Zugegeben der Preis ist nicht niedrig, aber wenn man bedenkt was manche Händler für den Antinori
Pinot nehmen oder den von dir erwähnten Pancrazi, ist es wiederrum nicht übertrieben. Es sollte auch noch andere Quellen geben. Ich habe meine Flasche in einem auf Italien spezialisierten Weinladen gekauft. Für ca 33 Euro wenn ich mich recht entsinne. Vorteil bei diesem La Pineta ist, dass man ihn auch jetzt bzw in wenigen Jahren trinken kann. Bei z. B. Pancrazi ist das nach meinen wenigen Erfahrungen leider nicht so gegeben ;-). Von dem kann man aber glaube ich bei einer bekannten österreischischen Weinhandelskette alte Jahrgänge zu sehr ambitionieren ;) Preisen kaufen.

Besten Gruss

Chris
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olifant

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 14:38

Hallo Chris,

vom Pancrazi habe ich noch 08er Annata und 04er Riserva - eigentlich dürften Beide derzeit Genuss bieten. Hast Du mal was davon im Glas gehabt und Anhaltspunkte?
Grüsse

Ralf
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 15:59

Hi Ralf,

ich hatte drei oder vier mal einen Pancrazi Pinot. Dreimal war es leider viel zu jung. Die müssen damals zwischen 6 bis 10 Jahre alt gewesen sein. Insbesondere die nervige Säure hat mir damals zugesetzt. Wirkten aber auch sonst sehr unentwickelt. Ein 2004er war damals, ich schätze in 2011 muss das gewesen sein. Blöderweise hab ich mir da keine Notizen im Cellartracker gemacht. Ich glaub das war ein Villa di Bagnolo Pinot. Aus den 1990er Jahren hatte ich auch mal eine Probe. Die hat sich schon etwas zugänglicher gezeigt. Damals ca 15 Jahre alt. Ich glaube das war ein Baragazza, welcher glaub der Riserva ist. Schwierig war der aber auch. Als harmonisch würde ich ihn jetzt aus dem Gedächtnis nicht beschreiben. Bei diesen Weinen muss man wohl sehr lange warten .... laut Erfahrungsbeschreibungen im Netz.

Gruss

Chris
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olifant

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Re: Pinot weit weg

BeitragDi 30. Mai 2017, 16:19

Danke für deine Infos. Na, die Annata hatte ich auch jünger schon im Glas, gerade der 08er ist nicht so strukturstark, dass das doch immer recht herzhafte Tannin, noch recht störend sein sollte - den Baragazza lass' ich dann doch lieber noch etwas liegen.
Grüsse

Ralf
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P-No

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Re: Pinot weit weg

BeitragDo 1. Jun 2017, 19:48

Hi Chris,
nachdem ich Deinen Blog schon länger und regelmäßig lese, möchte ich gern sagen, dass ich Deine Pinot Auswahl fast immer sehr spannend finde :) ..... gibt ja leider nicht viel über US-Pinots und anderen Weit-weg-Pinots auf deutschen Seiten zu lesen.
Oft kann ich Deine Notizen gut nachvollziehen (einige der von Dir getrunkenen Weine hab ich selbst im Keller)... manchmal nicht so ganz (sofern Du Interesse hast, hab ich 3,4 Flaschen 2007er von Kelley Fox abzugeben ;) ).

Der La Pineta klingt auch für mich sehr spannend- mit italienischem Pinot hab ich wenig Erfahrung, bin aber interessiert an neuen Erfahrungen.

VG Patrik
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Re: Pinot weit weg

BeitragFr 2. Jun 2017, 11:52

Hallo Patrik,

vielen Dank für das Lesen meiner Pinots weit weg ;) ! Das freut mich sehr, dass einige Leute dieses wirklich nicht sonderlich beliebte Weinthema - wie du schon erwähnt hast, gibt es da nicht so viel in deutscher Sprache - doch verfolgen.

Von Kelly Fox habe ich noch genügende Weine. Aber danke für das Angebot. Ich nehme an, dass die dir nicht so gefallen haben, wenn jetzt noch 2007er in deinem Keller sind. Vom Alter/Lebenserwartung her, dürften diese wohl so langsam auch auf die Zielgerade eingebogen sein ...

Besten Gruss

Chris
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