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Pinot weit weg

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olifant

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Re: Pinot weit weg

BeitragFr 21. Okt 2016, 13:43

Oh Dae-Su hat geschrieben:Hallo Ralf,

das hört sich für mich auch sehr gut an! Danke für die VKN. Da ich vor kurzem einige wenige 2008er aus Südtirol in einem Weinladen entdeckt habe, werde ich mir da mal auch einen zulegen. Leider kein Niedrist sondern Hofstätter und einen anderen der mir jetzt nicht einfallen möchte. Junge Pinots von Hofstätter und Lageder konnte ich erst neulich verkosten. Der Mimuet war nicht so ganz mein Fall, aber sonst zeigten alle ihr Potential. Hervorgestochen hat bei dieser Verkostung aber der Pinot Nero IGT Colli Trevigianivon 2014 von Serafini & Vidotto. Zwar noch etwas sehr vom Holz geprägt, aber unheimlich fein und sehr gut strukturiert.

Besten Gruss

Chris
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Ralf
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olifant

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Re: Pinot weit weg

BeitragFr 21. Okt 2016, 13:44

Oh Dae-Su hat geschrieben:Hallo Ralf,

das hört sich für mich auch sehr gut an! Danke für die VKN. Da ich vor kurzem einige wenige 2008er aus Südtirol in einem Weinladen entdeckt habe, werde ich mir da mal auch einen zulegen. Leider kein Niedrist sondern Hofstätter und einen anderen der mir jetzt nicht einfallen möchte. Junge Pinots von Hofstätter und Lageder konnte ich erst neulich verkosten. Der Mimuet war nicht so ganz mein Fall, aber sonst zeigten alle ihr Potential. Hervorgestochen hat bei dieser Verkostung aber der Pinot Nero IGT Colli Trevigianivon 2014 von Serafini & Vidotto. Zwar noch etwas sehr vom Holz geprägt, aber unheimlich fein und sehr gut strukturiert.

Besten Gruss

Chris


Hallo Chris,

Hofstätter aus diesem Jahrgang, das sollte schon was sein, wenn nicht gerade die Basisversion.
Mimuet von Lageder, das liest sich auf der Homepage schon nicht so toll: "This wine will drink well, when cellared under proper conditions, for at least 3 to 5 years." - nicht unbedingt die Qualität, die auch mal mit Reifung dazugewinnt, was sich bspw. bei der Hofstätter Riserva von selbst versteht.
Serafini & Vidotto macht ganz ausgezeichnete Sachen in Rot, nicht nur Pinot - der würde mich aber wohl auch mal interessieren.
Grüsse

Ralf
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragFr 21. Okt 2016, 18:35

Serafini & Vidotto macht ganz ausgezeichnete Sachen in Rot, nicht nur Pinot - der würde mich aber wohl auch mal interessieren.


Absolut! So einen guten Pinot Nero aus dem Veneto hab ich noch nicht probiert. und wie du schon sagst, die anderen Roten sind auch interessant. Sogar der sehr leichte und würzige Recantina 2015 hat mir sehr gefallen. Vergleiche kann ich dem Fall nicht anstellen, weil das mein erster Recantina überhaupt war. Und die ziemlich gewichtigen und zum Teil recht holzwürzigen Bordeaux-Blends Phigaia 2012 (Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot) und Rosso dell’Abazia 2009 (Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot) fand ich sehr hervorhebenswert. Die Weissen fand ich vergleichsweise langweilig. Kann mich auch nicht mehr erinnern was ich da alles verkostet habe. Ich glaube es war Manzoni und Sauvignon Blanc. Im nachhinein bedauere ich ein wenig die Prosecco nicht probiert zu haben. Ist zwar so garnicht meine Baustelle ;-), wäre aber vielleicht interessant gewesen.

Besten Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragMo 7. Nov 2016, 15:26

Hallo zusammen,

es wird so langsam kälter! Deswegen schicke ich heute mal meine Zunge hinter das Meer in die Wärme!

...

Galil Mountain Winery Yiron Vineyard Pinot Noir 2013, Upper Galilee


http://wine-zeit.blogspot.de/2016/11/ga ... eyard.html

In ein überraschend helles Rubinrot gekleidet ergab sich mein Pinot von Galil Mountain in mein leider nicht ganz optimales Verkostungsglas. Dazu transparent, ganz leicht trübe und ein wenig wässrig am Rand. In der Nase ging es von Anfang bis Ende sehr fruchtbetont zur Sache. Vollreife und vitale Erdbeeraromen mit leichtem Hang zur Marmelade und gewisser damit verbundener Wärme standen im Vordergrund. Dennoch kam die Nase sehr schlank und frisch daher. Hätte ich so aus nicht unbedingt erwartet. Neben der dominierenden Frucht konnte ich sonst Düfte die mich an Algensalat, intensive Orangenschalen und unterstützenden Zimt erinnerten erriechen. Insgesamt wirkt der Pinot eher einfach gestrickt, dafür aber durchaus stimmig. Am Gaumen präsentierte er sich ebenfalls von reifen, marmeladigen und saftigen Früchten dominiert. Neben den Erdbeeren waren Hagebutten und Pflaumen(wein) zu schmecken. Wiederrum alles eher schlank, eher leichter, fast schon frisch wirkend, aber unverkennbar warm ohne brandig zu wirken. Erdigkeit oder gar eingebildete mineralische Reminiszenzen konnte ich nicht wirklich aufschnappen. Neben seiner Frucht spielten viel Orangenschalen, Zimt und etwas Marzipan einen hintergründige Rolle. Wie gehabt eher ins Einfache gehend und über die gesamte Verkostungsdauer verweilend. Balanciert und stimmig wirkte er trotzdem! Vom Tannin her waren feinfühlige Ruppigkeiten noch leicht vernehmbar. Säure passte sehr gut! Rebsortentypische Attribute lagen ebenfalls auf der Zunge. Der Yiron Vineyard Pinot Noir 2013 erinnerte mich irgendwie stark an so manchen Einstiegswein aus Sonoma Coast. Meiner Ansicht nach ein Pinot für den etwas zeitnaheren Genuss! Auch gerne etwas gekühlt zu konsumieren. Für mich so gerade noch ein guter (o)-(+) Pinot Noir!

Bester Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragMi 14. Dez 2016, 13:58

Hallo zusammen,

heute solls mal wieder ins Tal der Russen gehen. Dieses Mal mit einem nicht sonderlich gelungenen Wein.

....

Gary Farrell Wines Russian River Valley Selection Pinot Noir 2007, Russian River Valley

http://wine-zeit.blogspot.de/2016/12/ga ... alley.html

Farblich präsentierte sich der Russian River Selection 2007 ziemlich dunkel – nächtliches Rubin, immer noch strahlend im Kern und am Rand etwas breiter ins schlammig Braune abgleiten. In der Nase zeigte er viel braune Erde, Nougat, angebranntes Baguette, Teer, ziemlich vitale Noten von Cassis, Schuhcreme (natürlich Braun), Pastinaken und Petersilie. Die beiden letzteren Attribute könnte darauf hinweisen, dass der Wein möglicherweise schon lange seine beste Zeit hinter sich hatte. Ich habe lange gerätselt und bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht ganz sicher, doch die anderen nasalen und palatalen Eindrücke zeigten eigentlich keinerlei Anzeichen von etwaiger Altersschwäche. Wie dem auch sei ... weiter im Text! Am Gaumen stach der eindeutig schmeckbare Alkohol (14,2%), in Form von Assoziationen die mich an süßen Kirschlikör und noch süßeren Cassislikör erinnerten, eindeutig und das bruchstückhafte Gesamtbild dominierend heraus. Daneben zeigten sich Aromen von Nougat, brauner Erde, Jod, viel viel Cola – was ich bei Pinot Noir sehr selten vorteilhaft finde - und klar ins Bittere gehende Holz-Rest-Aromen. Alles nicht sonderlich verwoben! Nein, eher wirklich neben sich stehend. All zu fett und voluminös, wie es bei manchem Russian River Valley Pinot vorkommen mag, präsentierte er sich eigentlich nicht. Ansprechende Dichte und gewisse Komplexität waren ebenfalls durchaus vorhanden. Solche positiven Attribute könnten in einigen Fällen eine etwaige Disharmonie abschwächen und zumindest einen gewissen Trinkgenuss aufrechterhalten. Für mich jedoch, ruinierte der intensive und stark irritierende Alkohol im Russian River Selection 2007 diese Möglichkeit! Leider! Bestenfalls ein so la-la (o)-(-) Pinot mit anstrengend hohen Konzentrationsanforderungen. Überhaupt nicht mein Fall!

Bester Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Pinot weit weg

BeitragDo 29. Dez 2016, 11:16

Hallo zusammen,

endlich war es mir vergönnt einen der wenigen Pinot Noirs aus Portugal zu verkosten zu können.
Was für ein Erlebnis!

Casal Sta. Maria Pinot Noir 2011, Lisboa


http://wine-zeit.blogspot.de/2016/12/ca ... isboa.html

Ich bin schwer der Annahme verfallen, dass die wenigsten von uns, sofern wir es überhaupt soweit schaffen sollten, nicht die Absicht hegen mit 96 Jahren ein Weingut gründen zu wollen bzw. ein Weingut aus dem Dornröschenschlaf erwecken zu wollen. So, oder in etwa so, hat es sich im Jahr 2006 zugetragen, als Baron Bodo von Bruemmer die Adega Casal Santa Maria gründete. Von Bruemmer ist 1911 als Nachfahre deutscher Aristokraten im russischen Zarenreich zur Welt gekommen, nach der Oktoberrevolution in Deutschland und vornehmlich der Schweiz aufgewachsen und aus gesundheitlichen Gründen in den 1960er Jahren in die westlich von Lissabon gelegenen Region Colares übergesiedelt. Dort angekommen fing er zunächst an Araberpferde zu züchten. Mit großem Erfolg! Nach einer schweren (und gut überstandenen) Operation im Jahr 2006 entschloss er sich, bzw. erpendelte er sich (so wird es zumindest kolportiert), ins produzierende Wein-Business einzusteigen. Seitdem produziert er unter Mithilfe seinen Winemakers António Figueiredo aus drei kleinen Weingärten in der vom kühlenden Atlantikklima geprägten Region Colares Weine aus Ramisco, Malvasia, Arinto, Chardonnay … und natürlich Pinot Noir! Vor eingen Wochen ist von Bruemmer 105jährig von uns gegangen. Anlass genug ihm zu Ehren meinen ersten portugiesischen Pinot Noir überhaupt zu verkosten.

Farblich präsentierte sich der Pinot Noir 2011 von Casal Santa Maria sehr transparent, strahlend jugendlich und mehr ins Granat als in Rubin gehend. Seine Viskosität wirkte sehr leicht-flüssig und „luftig“ auf mich. Die Nase war die ersten Stunden von recht viel getrocknetem Rauchfleisch, Piment, salzige Seebrise (die Reben stehen fast im Atlantik), ganz wenig Gummireifen und sehr zurückhaltender geeistem Ruhmtopf ohne Anklänge von starker Hitze oder gar Alkohol. Seine dunkle Beerenfrucht schien durchweg eher schüchtern und noch von seinem sehr jungen Alter geprägt. Insgesamt wirkte die Nase die ersten drei Stunden sehr straff, ernst, etwas abweisend und spannend intensiv. Nach einigen Stunden Belüftung wurde seine Salzigkeit immer krasser und begeisternder, das Rauchfleisch nahm glücklicherweise stetig ab, eine sehr knackige Piment-Nelken-Pfeffer Würze stellte sich zunehmend ein, dazu etwas Tonkabohne sowie Zitronenmelisse und von Seite der Fruchtaromen mehr und mehr Noten die mich an Pflaumen und Cassis erinnerten. Am Gaumen fiel mir zunächst seine sehr straffe, lebendige und fast schon scharfe Säure auf. Diese brauchte zwei bis drei Stunden um sich zu zivilisieren. Auch das schon bekannte Rauchfleisch und seine enorme Salzigkeit, schüchteren dunkle Beeren und die insgesamt sehr ausgeprägte Ernsthaftigkeit des Weines machten sich die ersten zwei bis drei Stunden eindeutig bemerkbar. Von übermäßiger Wärme oder Alkohol war zu keinem Zeitpunkt irgendetwas zu spüren. Irgendwie erinnerte er mich in der Anfnagsphase ein wenig sehr an einen "milderen" und feiner strukturierten Ramisco. Nach einigen Stunden (und am Folgetag) stellten sich eine gewisse kernige Weichheit, beträchtliche Eleganz, immer salziger-jodiger werdende mineralische Anklänge (inkl. Spuren von Algen) ein. Auch die Fruchtaromen von Pflaumen, Schwarzkirschen, Cassis und einem Hauch Hagebutte (wahrscheinlich komplett eingebildet) konnten nun mehr als genügend zurückhaltende Expression und Substanz aufzeigen. Ein für mich sehr überraschender und fesselnder Wein mit hohem Spannungspotential. Da ist noch viel Entwicklungspotential (positiv gemeint) vorhanden. Doch wirklich gute (+)-(++) Qualitäten konnte er für mich jetzt schon aufzeigen.

Besten Gruss und Guten Rutsch!

Chris
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Re: Pinot weit weg

BeitragMi 1. Feb 2017, 21:06

Hallo zusammen,

heute geht es endlich mal wieder in Richtung Oregon. Heute habe ich einen Wein mit einem ganz besonderen Etikett :-D. Ein Foto könnt ihr euch gerne auf meinem Blog anschauen:

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/02/mo ... -2001.html

Mouton Noir Lieu-Dit Pinot Noir 2011, Willamette Valley

Farblich kommt der Lieu-Dit zwar sehr transparent, aber auch eher etwas dunkler und ein klein wenig fahl-farben daher. In der Nase zeigt er viel von fruchtigen Erdbeeren, Rosenblätter, Zündholz, getrocknetem Thymian, ein paar Pilze (auch eher getrocknet) und eher etwas zurückhaltenden Laubwaldboden. Am Gaumen zeigt er sich momentan sehr saftig, etwas pflaumig, etwas cassisig, aber dennoch wesentlich mehr erdbeerig. Geschmacklich zeigt er auch viel mehr vom in Oregon Pinots durchaus häufig vorkommenden Laubwald(boden). Auch Shiittake-Pilze, eine feine Würze und leicht Flintigkeit fehlen ebenfalls nicht. Am zweiten Tag stellte sich eine ins Gesamtbild sich durchaus gut integrierende Karamellnote ein. Eine ziemlich gute Struktur mit Betonung auf Sanftheit und ein schon sehr gut integriertes Holz kann er auch aufweisen. Länge passt soweit, ist aber auch nicht überragend. Mir persönlich ist er momentan vielleicht etwas zu stark auf seine Frucht bedacht. Doch ich denke, dass der noch einige Jahre um sich weiter zum gefühlt positiven, welches meiner Meinung mehrheitlich ja auch jetzt schon da ist, entwickeln kann. Für mich ohne weitere Bedenken ein guter (+), wenn nicht in wenigen Jahren sogar ein sehr guter (+)-(++), Pinot Noir mit eindeutigen oregonesischen Eigenschaften.

Besten Gruss

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Re: Pinot weit weg

BeitragMo 13. Mär 2017, 16:16

Hallo zusammen,

endlich gibt es mal wieder einen "Pinot weit weg". Es geht mal wieder nach Australien. Eine ausführlichere VK ++ findet ihr auf meinem Blog. Aber eine Schnellversion ;) stelle ich auch hier gerne ein:

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/03/oc ... ngton.html

Ocean Eight Pinot Noir 2010, Mornington Peninsula


Farblich recht schummrig und nicht sehr farbintensiv. Zwar insgesamt sehr hell, aber wirklich nicht durchsichtig. Milchige Rubin wäre aber übertrieben. In der Nase Frühtau, etwas sirupartige und reife Himbeeren, wesentlich zurückhaltendere und strenger wirkende Johannisbeere, etwas getrocknetes Heu, eine milde Kräuterwürze und eine sehr passend wirkende Idee an Limetten. Am Gaumen noch etwas fruchtexpressiver. Auch hier wärmere Himbeeren und Johannisbeeren. Glücklicherweise aber nicht hitzig oder überreif. Strukturell ziemlich leicht und luftig. Ja fast schon etwas elegant. Eindeutig ein cool climate Pinot was das betrifft. Die Tertiäraromen wirkten schon ein wenig schüchtern. Leicht flintig und auch ein Hauch von Herbstlaub. Enorm tiefgründig war er nicht wirklich. Das Holz zeigte sich wunderbar eingebunden und Alkohol war zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Der ganz leicht angedeutete Zuckerschwanz war mir dann doch nicht ganz so recht. Insgesamt aber kein Problem. Für mich ein sehr fruchtbetonter, nicht all zu druckvoller Spasspinot ohne all zu schwermütige Ernsthaftigkeit aber fern jeglicher Bombigkeit. Er hat mir allemal doch ganz gut (+) gefallen.

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Re: Pinot weit weg

BeitragMo 27. Mär 2017, 20:32

Hallo zusammen,

heute gibt es für mich endlich mal wieder eine richtige Premiere. Endlich hat es meine Zunge in den tiefen Osten unseres Kontinents verschlagen. Auf die Krim!

Alma Valley Pinot Noir 2014, Krim

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/03/al ... rimea.html

Und hier die Schnellversion meiner VKN (etwas mehr gibt es auf meinem Blog):

Farblich intensiv ins Rubinrot gehend. Vielleicht ein wenig sehr knallig und leuchtend. Schöne Transparenz. Was die Nase betrifft sehr stark von der Frucht geprägt. Hauptsächlich leicht kitschig wirkende Erdbeeraromen und ein wenig Beigabe in Form von Cassis. Sonst kitzelten Spuren von Heu, Piment und leider auch etwas Klebstoff und Karamell meine Nasenhaare. Geschmacklich ebenfalls sehr von seiner Frucht getragen. Vielleicht ein wenig dunklere Beernfrüchte als in der Nase. Die Frucht wirkte aber nicht wirklich gekocht oder hitzig (nach einigen Stunden wurde es wärmer und wärmer) und auch nicht sehr süß. Gewisse Erdigkeit konnte er schon zeigen. Leider zeigte der russische/ukrainische (nicht mehr so ganz klar wo man das hinstecken soll – da fällt mir ein, dass ich schon immer gerne mal transnistirischen Pinot aufftreiben wollte :-D ;-) ) Pinot nach einigen Stunden sein recht alkoholisches (14%) Gesicht und ein noch stärkeres karamelllstiges Aroma. Auch die Altholznoten waren nicht ganz so meins. Hört sich jetzt vielleicht schlimmer an als es war. Gut trinkbar war er allemal. Halt eher sehr von seiner Frucht getrieben und einfach gestrickt. Länge war okay. Insgesamt noch ein so la-la (-)-(o) „Pinot weit weg“.

Nächstes mal geht es zu Filmstars auf der langen weissen Wolke ;-)

Besten Gruss

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Re: Pinot weit weg

BeitragMi 12. Apr 2017, 16:54

Hallo zusammen,

heute hab ich mit leichter Verspätung (aus irgend einem Grund konnte ich über mein Android Handy hier nichts posten... egal) für euch ein Wein mit einem Hauch massenmedialer Prominenz und von so weit weg, wie es letztlich in unserer Weinwelt nicht weiter geht. Prominenz: vom Pinot Noir bessesenen Schauspieler Sam Neill; Herkunft: grösstenteils aus seinem Weinberg in Alexandra, die südlichste Unterregion von Central Otago. Soviel will ich vorwegmehmen. Vielleicht der spannenste Pinot aus Central Otago den ich je hatte. Wird sicher nicht mein letzter von Two Paddocks gewesen sein ....

Mehr Info und die VKN findet ihr auf meinem Blog (ausnahmsweise mal nicht hier, da ich heute Nachmittag nur vom Handy agieren kann ... und längere Texte am Handy sind nicht so mein Ding sind :-D)

Two Paddocks Picnic Pinot Noir 2012, Central Otago

http://wine-zeit.blogspot.de/2017/04/tw ... -noir.html

Bester Gruss

Chris
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